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Mi, 15:00 Uhr
31.10.2018
Radwegekonzept vorgestellt

Freie Fahrt für Fahrradfahrer

Nach der Baustelle ist vor der Baustelle: nachdem man vor einer knappen Woche den neuen Radweg zwischen Niedersachswerfen und Neustadt eröffnen konnte wurden jetzt die weiteren Pläne für den Radverkehr am Südharz vorgestellt. Die touristische Nutzung soll dabei nach dem Alltagsverkehr nur die zweite Geige spielen...

Radwegekonzept vorgestellt (Foto: Angelo Glashagel) Radwegekonzept vorgestellt (Foto: Angelo Glashagel)

Am Ende hat es nur ein knappes Jahr gedauert bis man die Bauarbeiten an dem vier Kilometer langen Radweg zwischen Neustadt und Niedersachswerfen abschließen konnte.

Dem voran gegangen waren nicht nur jahrelange Planungen und Gespräche, sondern auch juristische Auseinandersetzungen. Ein gutes Jahrzehnt hat man versucht die Strecke auf den sprichwörtlichen Weg zu bringen. Das sie nun endlich eröffnet werden konnte, war für die beteiligten Planer und Kommunen ein nachvollziehbarer Grund zur Freude.

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Diese Episode hat sich so oder so ähnlich auch anderswo im Freistaat abgespielt. Allein vier Jahre habe man mit einem Grundstückseigentümer vor Gericht verbracht, erzählte gestern Abend Winfried Ludolph, Leiter des Nordthüringer Straßenbauamtes, der im Landratsamt einen ersten Überblick zu den aktualisierten Plänen der Landesregierung gab. Stichwort: Radwege 2.0.

Die gute Nachricht: es soll vorangehen mit den Radwegen. Im Fokus der Landesregierung steht vor allem der Alltagsverkehr an Landes- und Bundesstraßen, noch vor der touristischen Entwicklung. Neue Wege sollen der verbesserten Anbindung von Ortschaften dienen, möglichst durchgehend geplant werden oder bestehende Lücken im Netz schließen. Ein "Ergänzungsnetz" könnte entlang alter Bahnstrecken entstehen, entsprechende Pläne gibt es zum Beispiel in Bleicherode.

Radwegekonzept vorgestellt (Foto: Angelo Glashagel) Radwegekonzept vorgestellt (Foto: Angelo Glashagel)
Die schlechte Nachricht: um bei den nächsten Bauvorhaben in Sachen Radverkehr rechtliche Hürden möglichst im Vorfeld umschiffen zu können wird der bürokratische Aufwand erhöht und mehr Bedarfsplanungen, Nachweise und Dokumentationen verlangt.

Ausschlaggebend für die Ermittlung des Bedarfs soll unter anderem die Anbindung an öffentliche Einrichtung sein, besondere Aufmerksamkeit wird dabei dem sicheren Schülerverkehr gelten. Gebaut werden soll nach dem neuestem Stand der Technik, die Wege sollen eine sichere Wegführung bieten und für alle erkennbar und nutzbar sein, erklärte Ludoplh.

Technisch wird man sich, sofern vor Ort möglich, von Schotterwegen verabschieden und stattdessen auf Bitumen setzen. Schotter sehe zwar für drei bis vier Jahre schön aus, danach würde der Aufwand für Ausbesserungsarbeiten für die zuständigen Kommunen aber immer höher, sagte Ludolph. Aus demselben Grund seien auch Holzbrücken an Radwegen in Zukunft "out". Die Breite der Wege soll straßenbegleitend 2,50 Meter betragen, an Straßen mit geringem Verkehrsaufkommen können Fahrstreifen für Radfahrer eingerichtet werden, wenn neu gebaut wird. Auch finanziell will das Land kräftiger zupacken, je nach Zuständigkeit und örtlichen Bedingungen könnten Förderquoten von bis zu 90% möglich sein.

Konkret geplant sind im Landkreis Nordhausen derzeit folgende Strecken:
  • Ilfeld-Eisfelder Talmühle: auch an diesem Radweg plant man seit langem, vor allem mit der Forstverwaltung kam man bisher nicht überein, bis zum Jahr 2021/22 will man hier aber fertig sein
  • Sundhausen-Steinbrücken: von Nordhausen nach Sundhausen kommt man als Radfahrer bereits problemlos, die Lücke bis nach Steinbrücken soll bis zum Jahr 2021 geschlossen werden und unter der Autobahnbrücke entlangführen
  • Grimmelallee: man verhandele inzwischen mit dem dritten Oberbürgermeister über den Radweg in der Grimmelallee, berichtete Ludolph, die letzten Gespräche seien "nicht befriedigend" verlaufen, da es auch um Gehwege gehe müsse die Stadt mit im Boot sitzen. Geplant ist der Ausbau für das kommende Jahr, im Landratsamt hat man vorsorglich schon einmal die Einfahrt verlegt.
An den Landstraßen sind folgende Radwege geplant:
  • Kleinbodungen nach Großbodungen
  • von Ellrich bis zur Landesgrenze
  • von Kleinfurra über Wolkramshausen nach Nohra und von dort weiter nach Wipperdorf
  • von Elende nach Wipperdorf
Habe man diese Lücken einmal geschlossen, werde es möglich sein, mit dem Fahrrad von Wipperdorf bis nach Sondershausen zu fahren, so der Leiter des Straßenbauamtes.

Der Radverkehr werde sich verändern, gerade auch durch das Aufkommen und die vermehrte Verbreitung von E-Bikes, sagte Landrat Matthias Jendricke. Das Landratsamt werde als Ansprechpartner für Interessierte und Kommunen dienen um die Akteure zielführend miteinander zu verbinden. Man werde sich nicht zuviel vornehmen, aber die Ziele in Sachen Radwege auch nicht zu niedrig stecken.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Bierchen
31.10.2018, 19:22 Uhr
Radwegidee
....wie wäre es von Himmelgarten den vorhandenen Radweg weiterführen Schwarzer Weg,Glockensteine nach Steigerthal, dann über Entenberg,Ibergtalsperre nach Stempeda an den vorhandenen Radweg nach Rottleberode anbinden.

Ein Traum.....
blondchen
01.11.2018, 10:45 Uhr
Träumt ruhig weiter,
Da wird nach jahrelanger Planung ein vier Kilometer langer Radweg gebaut, aber die 250 Meter Lückenschluss bis zum vorhandenen Radweg Nordhausen -Ilfeld werden "vergessen ". ....und was wird aus den gesperrten Brücken am Kohnstein und der Harzquerbahn in Krimderode? Vielleicht sollten die Planer mal selbst Rad fahren damit sie merken, daß leider nicht nicht alles perfekt geplant ist.
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