Fr, 16:30 Uhr
26.10.2018
Anne Frank Ausstellung im Rathaus eröffnet
Die Geschichte haltbar machen
Vom Schicksal der Anne Frank hat jeder schon einmal gehört, der hierzulande zur Schule gegangen ist. Den Details der bewegenden Geschichte kann man in den kommenden zwei Wochen im Neuen Rathaus nachspüren, die Führungen werden von Jugendlichen übernommen...
Geschichte ist dem Alltag meist fern. So fern, das die Wirklichkeit der Vergangenheit für uns Menschen, die wir einer anderen Zeit, fast schon einer anderen Welt entspringen, nur schwer zu greifen ist.
Die Schlucht, die von der Zeit zwischen dem Heute und dem "Damals" geschlagen wird, kann von Sachbüchern, Dokumentationen, historischen Traktaten und ähnlichen Annäherungsversuchen nur schwerlich überbrückt werden. Der Blick ist zu weit weg.
Und doch gibt es einen Weg. Einen persönlichen. Das Tagebuch eines jungen Mädchens überspannt bis in unsere Gegenwart den Graben der Geschichte. Am 6. Juli 1942 erhält Anne Frank ihr Tagebuch, ein Geschenk des Vaters zu ihrem 13. Geburtstag.
Was sie niederschreibt sind keine Analysen und Kommentare, sondern ihr ungefilterter Blick auf ihr Leben und ihre Umwelt, auf ein Leben geprägt von der Angst vor Entdeckung aber auch von den Dingen, die eine 13jährige umtreiben, auf Freundschaft, Liebe und Familie.
Das Tagebuch der Anne Frank ist weltberühmt geworden. Weil auf ihre Autorin ein schreckliches Schicksal in einer schrecklichen Zeit warten sollte. Weil ihr Blick nah ist und einem nahe geht, dem Graben der Geschichte zum Trotz. Nach rund 15 Jahren ist die Wanderausstellung des Anne-Frank-Hauses seit heute wieder in Nordhausen zu sehen. Im Bürgersaal des Neuen Rathauses wurde die überarbeitete Schau am Nachmittag eröffnet.
Stephanie Schüler vom Lift Verein und "peer guide" Emily in der Ausstellung (Foto: Angelo Glashagel)
Für zwei Wochen werden 19 Freiwillige, zumeist Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis aber auch einige Studierende, Besuchergruppen durch die Ausstellung führen. Im Fokus stehen dabei natürlich vor allem Schulklassen, Kinder und Jugendliche, wie einst auch Anne eine war. "Ich finde das gut das es solche Aktionen gibt bei denen Jugendliche für Jugendliche aktiv werden", erzählt Emily, eine der Freiwilligen aus dem Herder-Gymnasium. Natürlich hätten sie in der Schule Anne Frank schon behandelt, in der Ausstellung habe sie aber dennoch viel neues erfahren können. Weit weg ist die Geschichte für die Neuntklässlerin dabei nur bedingt. Die Umstände, die Konzentrationslager, der Krieg, das ja. Ausgrenzung, Antisemitismus, Diskriminierung und die Suche nach Sündenböcken, das gebe es heute noch genauso wie damals. Es wäre schön, wenn man endlich aus der Geschichte lernen könnte, meint die Schülerin, "lasst die Menschen leben wie sie sind."
Mit der Ausstellung wolle man "Geschichte haltbar machen", sagt Stephanie Schüler vom Lift Verein, der die Schau wieder nach Nordhausen geholt hat. Den Jugendlichen gebe man bei der Planung ihrer Führung viel Spielraum, sie sollen ihren eigenen Zugang zum Thema finden und weitervermitteln können. Zwei Tage lang wurden die "peer guides" vom Anne-Frank-Haus geschult um Besucher zu den Öffnungszeiten der Stadtverwaltung durch die Ausstellung zu führen.
Die Ausstellung "Lasst mich ich selbst sein - Anne Franks Lebensgeschichte", wird bis zum 9. November im Neuen Rathaus zu sehen sein. Am kommenden Mittwoch bleibt die Ausstellung geschlossen, am 7. November wird sie trotz des Schließtages der Stadtverwaltung zu besichtigen sein.
Angelo Glashagel
Autor: redGeschichte ist dem Alltag meist fern. So fern, das die Wirklichkeit der Vergangenheit für uns Menschen, die wir einer anderen Zeit, fast schon einer anderen Welt entspringen, nur schwer zu greifen ist.
Die Schlucht, die von der Zeit zwischen dem Heute und dem "Damals" geschlagen wird, kann von Sachbüchern, Dokumentationen, historischen Traktaten und ähnlichen Annäherungsversuchen nur schwerlich überbrückt werden. Der Blick ist zu weit weg.
Und doch gibt es einen Weg. Einen persönlichen. Das Tagebuch eines jungen Mädchens überspannt bis in unsere Gegenwart den Graben der Geschichte. Am 6. Juli 1942 erhält Anne Frank ihr Tagebuch, ein Geschenk des Vaters zu ihrem 13. Geburtstag.
Was sie niederschreibt sind keine Analysen und Kommentare, sondern ihr ungefilterter Blick auf ihr Leben und ihre Umwelt, auf ein Leben geprägt von der Angst vor Entdeckung aber auch von den Dingen, die eine 13jährige umtreiben, auf Freundschaft, Liebe und Familie.
Das Tagebuch der Anne Frank ist weltberühmt geworden. Weil auf ihre Autorin ein schreckliches Schicksal in einer schrecklichen Zeit warten sollte. Weil ihr Blick nah ist und einem nahe geht, dem Graben der Geschichte zum Trotz. Nach rund 15 Jahren ist die Wanderausstellung des Anne-Frank-Hauses seit heute wieder in Nordhausen zu sehen. Im Bürgersaal des Neuen Rathauses wurde die überarbeitete Schau am Nachmittag eröffnet.
Stephanie Schüler vom Lift Verein und "peer guide" Emily in der Ausstellung (Foto: Angelo Glashagel)
Für zwei Wochen werden 19 Freiwillige, zumeist Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis aber auch einige Studierende, Besuchergruppen durch die Ausstellung führen. Im Fokus stehen dabei natürlich vor allem Schulklassen, Kinder und Jugendliche, wie einst auch Anne eine war. "Ich finde das gut das es solche Aktionen gibt bei denen Jugendliche für Jugendliche aktiv werden", erzählt Emily, eine der Freiwilligen aus dem Herder-Gymnasium. Natürlich hätten sie in der Schule Anne Frank schon behandelt, in der Ausstellung habe sie aber dennoch viel neues erfahren können. Weit weg ist die Geschichte für die Neuntklässlerin dabei nur bedingt. Die Umstände, die Konzentrationslager, der Krieg, das ja. Ausgrenzung, Antisemitismus, Diskriminierung und die Suche nach Sündenböcken, das gebe es heute noch genauso wie damals. Es wäre schön, wenn man endlich aus der Geschichte lernen könnte, meint die Schülerin, "lasst die Menschen leben wie sie sind."
Mit der Ausstellung wolle man "Geschichte haltbar machen", sagt Stephanie Schüler vom Lift Verein, der die Schau wieder nach Nordhausen geholt hat. Den Jugendlichen gebe man bei der Planung ihrer Führung viel Spielraum, sie sollen ihren eigenen Zugang zum Thema finden und weitervermitteln können. Zwei Tage lang wurden die "peer guides" vom Anne-Frank-Haus geschult um Besucher zu den Öffnungszeiten der Stadtverwaltung durch die Ausstellung zu führen.
Die Ausstellung "Lasst mich ich selbst sein - Anne Franks Lebensgeschichte", wird bis zum 9. November im Neuen Rathaus zu sehen sein. Am kommenden Mittwoch bleibt die Ausstellung geschlossen, am 7. November wird sie trotz des Schließtages der Stadtverwaltung zu besichtigen sein.
Angelo Glashagel






