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Mo, 13:28 Uhr
22.10.2018
Wacker II gegen Wismut Gera

Wir wollen weiter punkten

Die Seeland-Elf schlägt Wismut Gera hochverdient mit 2:0! Damit bleiben die wackeren Aufsteiger auswärts seit vier Spielen ungeschlagen! Auch in den verbleibenden Partien werde man den "Fuß nicht vom Gas nehmen"...

Bevor wir jedoch in das Spielgeschehen eintauchen, lassen wir einen ehemaligen Liebling der Wackerfans zu Wort kommen. Sein Doppelpack besiegelte in der Thüringenliga die letzte Niederlage der Wismut aus Gera gegen unsere Zweite.

Jindrich Pelan, sein Batman-Torjubel legendär, lässt uns an seinen Erinnerungen teilhaben: „Wacker ist immer Nummer 1 in meinem Herzen. Dort habe ich die schönsten und besten Fußballzeiten erlebt. Wir waren ein echtes Team und Freunde. Ich fühlte mich wie zu Hause. Die Spiele gegen Wismut Gera waren immer etwas besonders. So wie die Derbys gegen Sondershausen. Das letzte Spiel gegen Gera war großartig. Wir haben gewonnen und ich habe zwei Tore gemacht. Ich erinnere mich oft daran. Und an all die großartigen Leute, die dort waren. Spieler, Fans und alle von Wacker!“ Der Matchwinner beim Auswärtsspiel unserer Regionalliga-Reserve in Gera war ein Jungspund. "Ich habe mich natürlich sehr gefreut, direkt nach der Halbzeitpause das wichtige 1:0 gemacht zu haben" so der 19-jährige Leon Gümpel.

Materialtest bestanden - Pusch gegen Häußler (Foto: Michael Liedke)
Materialtest bestanden - Pusch gegen Häußler

Sein Führungstreffer kurz nach Wiederbeginn war der Dosenöffner für eine Oberliga-Partie, die die Gäste schon vor der Pause hätten in eine Richtung lenken müssen. Gümpel reflektiert die Spielsituation, die zu seinem ersten Saisontor führte: „Nach einem sehr gut gespielten Ball von Sebastian Heidinger in die Tiefe ließ ich den Ball noch einmal aufspringen und konnte ihn direkt im rechten unteren Eck verwandeln.“ 247 Zuschauer fanden sich im Stadion "Am Steg" ein, darunter auch einige Schlachtenbummler aus Nordhausen. Nach dem Last-Minute Sieg der Wismut bei Einheit Rudolstadt am vergangenen Spieltag hofften die Heimfans sicherlich, dass ihre Mannschaft gegen den Aufsteiger aus dem Südharz nachlegen würde. Mit Merkel, Heidinger und Häußler standen bei Wacker Nordhausen II 3 Profis in der Startelf. Dafür nahmen Schröter, Ernst und Chaftar auf der Bank Platz.

Jokanovic und Kirchner wurden von Cheftrainer Volkan Uluc für das Regionalliga-Spiel gegen den Berliner AK nominiert und fehlten so in Gera. Lennart Liese blieb wegen seiner Rotsperre aus dem Eilenburg-Spiel ebenfalls in heimischen Gefilden. Erik Schneider meldete sich nach Bänderdehnung im rechten Knie rechtzeitig wieder fit und sollte seine Einsatzzeit gegen Wismut Gera bekommen. Beide Mannschaften begannen druckvoll. Ein erstes Raunen ging durch das Stadion "Am Steg", als Wismut-Keeper Nicolas Kriebel außerhalb seines Strafraums einen Ball mit der Brust vor dem heranstürmenden Pierre Merkel klärte. Das war Rettung in höchster Not. Wacker blieb am Drücker und versprühte mehr Torgefahr als die Hausherren. Heidinger, Gümpel sowie Vassiliadis hatten die Führung für die in Weiß spielenden Gäste auf dem Fuß.

Auf der anderen Seite versagten Maximilian Christl nach schön herausgespielten Konter vor dem Tor die Nerven. Da waren bereits 35 Minuten gespielt. Kurz vor dem Halbzeitpfiff forderte das Geraer Publikum die Rote Karte für Pfingsten-Redding nach Foulspiel an Christl. Der Unparteiische Kevin Coren-Eckert aus Großröhrsdorf behielt trotz der hitzigen Atmosphäre auf und neben dem Platz einen kühlen Kopf und gab nur den berechtigten Freistoß. Kurz darauf sah Pfingsten-Redding dann nach taktischen Foul berechtigerweise den gelben Karton. In der Pause konnten sich dann einige aufgebrachte Gemüter beruhigen. Nach Wiederbeginn ist es dann Youngster Leon Gümpel, der wie eingangs beschrieben die verdiente Gästeführung markierte.

Der eingewechselte Christopher Lehmann hätte dann in der Schlußviertelstunde per Lupfer für Gera ausgleichen können. Doch wie noch gegen Rudolstadt stach der Wismut-Joker diesmal nicht. Kurz darauf war der Arbeitstag von Jonas Ernst vorzeitig beendet. Unserem gerade erst wiedergenesenen Mittelfeldspieler machte die alte Verletzung wieder zu schaffen. Nichts ging mehr. Für ihn kam Erik Schneider in die Partie. Unsere Regionalliga-Reserve verwaltete den knappen Vorsprung keineswegs und suchte die Entscheidung. Dieses Bestreben wurde in der 90. Minute durch das Tor des nach langer Verletzung ins Team zurückgekehrten Gino Dörnte belohnt. Die Seeland-Elf hat nach 10 Spieltagen respektable 20 Punkte auf der Habenseite und belegt hinter Chemie Leipzig und Luckenwalde, aber dicht gefolgt von International Leipzig, den 3. Tabellenplatz.

"Vom Ergebnis her ein verdienter Sieg. In der ersten Halbzeit haben wir durch Heidinger und Gümpel zwei sehr gute Möglichkeiten in Führung zu gehen.", sagt Trainer Philipp Seeland. "Mit dem Tor von Leon kommen wir dann natürlich super rein in die zweite Halbzeit. Es freut mich besonders für ihn, dass er für sich seine guten Spiele mit dem ersten Saisontor belohnte." Wäre Gera dann mit ihrer großen Möglichkeit in der 75. Minute zum Ausgleich gekommen, hätte das Spiel auch anders ausgehen können. In der zweiten Hälfte habe Wacker aber immer wieder gefährliche Kontersituationen schaffen können. Eine davon nutzte Gino, der nach langer Verletzung in Gera wieder auf dem Platz stand. "Wir haben jetzt 20 Punkte. Damit ist das Etappenziel der Hinrunde erreicht. In den verbleibenden 5 Spielen werden wir den Fuß aber nicht vom Gas nehmen. Wir wollen weiter punkten."
Michael Liedke

FSV Wacker 90 Nordhausen II mit: Ruben Aluig (TW), Nils Pfingsten-Reddig, Leon Gümpel, Sebastian Heidinger, Marco Sailer, Pierre Merkel (66. Erik Schneider), Tim Häußler, Felix Schwerdt (C), Panagiotis Vassiliadis (46. Jonas Ernst, 76. Gino Dörnte), Matthias Peßolat, Robin Fluß.
Tore: 0:1 Leon Gümpel (47.), 0:2 Gino Dörnte (90.).
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Kommentare

22.10.2018, 15.51 Uhr
emmerssen | Die 2. macht es vor !
Das muss man sich echt mal auf der Zunge zergehen lassen. Die 2. Wacker Mannschaft holt in Gera ganz locker einen 2:0 Sieg. Die Erste dagegen krampft sich mit Ihren vielen hoch gehandelten Stars im Pokal an gleicher Stelle bis zum Elfmeterschießen ,um sich dann ausgelassen über das Weiter kommen zu freuen. Jeder der etwas von Fussball versteht sieht doch hier, das da was nicht stimmt !
22.10.2018, 17.04 Uhr
rudel | emmerssen
So etwas ist anderen Vereinen auch schon passiert. Erfurt beispielsweise in Rudolstadt. Die Erste flog im Pokal raus und die zweite gewinnt an gleicher Stelle 5-0.
Trotzdem war es für den Verein wichtig die Zweite in die Oberliga zu lassen. So können sich jüngere Spieler besser für die Regionalliga empfehlen.
22.10.2018, 19.59 Uhr
M.Bergmann | Logisch, dass die "Zweite" jetzt hoch motiviert ist
Ist ja auch richtig so! Ansonsten kann ich nur empfehlen, solche schön Wetter Fans wie emmersen oder rudel zum Trainer der 1. zu machen. In der Reihenfolge emmersen, dann rudel. Beim Letzteren sehe ich für die fünfte oder sechste Liga gute Chancen.

Was wollt ihr eigentlich? Denkt ihr alle anderen schwimmen auf der Wurstesuppe daher? Nur weil Kleofas sich zum Aufsteiger erklärt hat, heißt das noch lange nicht, dass sie in Chemnitz und in Berlin in Demut verfallen. Nochmal, die Mannschaft hat jetzt zwar einen richtigen drüber gekriegt, spielt aber trotzdem noch vorn mit.
22.10.2018, 21.35 Uhr
Herr Schröder | Bergmann
Das Problem der letzten Spiele ist doch, dass keine Entwicklung nach oben zu erkennen ist. Wacker kassiert in den letzten Spielen immer wieder Gegentore zum Ausgleich und verschenkt dabei wertvolle Punkte. Auch gegen Erfurt erarbeitet sich man mit riesigen Aufwand gute Chancen und ist dann am Ende platt und kassiert auch hier wieder den späten Ausgleich. Gegen Berlin war das der traurige Höhepunkt. Auch hier in der 1. HZ ein paar gute Chancen aber in HZ 2 ist die Mannschaft komplett auseinander gefallen. Haarsträubende Fehler, planloses Spiel nach vorn mit hohen Bällen auf den kleinsten Mann auf dem Platz?! Das war teilweise Arbeitsverweigerung. Ich habe keine Ahnung ob sie das Spiel live im Stadion gesehen haben. Ich fand es fürchterlich. So schwach habe ich wacker schon lange nicht mehr gesehen. Und wie schon erwähnt, das ist halt der Trend! Nach unten! Ich behaupte nach wie vor, dass ein anderer Trainer aus diesem guten Kader mehr herausholen kann.
Meine Meinung!
23.10.2018, 10.44 Uhr
gandalf | Kein Plan, kein Erfolg
Ich kann Herrn Schröder nur zustimmen. Wacker ist in der Krise und die lässt sich ganz offensichtlich mit abwarten oder aussitzen auch nicht mehr überwinden. Es ehrt natürlich die Verantwortlichen bei Wacker, dass man nicht gleich beim ersten Gegenwind am Trainer zweifeln wollte. Und dass Chemnitz jedes Spiel gewinnt, lässt momentan wahrscheinlich die komplette Konkurrenz verzweifeln...

ABER, dass Wacker in den letzten 6 Ligaspielen nur einmal gewonnen, und dabei gerade mal 4! Törchen geschossen hat, führt den Sinn des "Projektes Wacker" komplett ad absurdum. Bei inzwischen 6 Punkten Rückstand sogar auf Platz 2 spielt Wacker keineswegs mehr "oben mit" , wie uns Experte M.Bergmann glauben machen möchte...das, was Wacker seit Wochen abliefert, kriegen andere Mannschaften in der Liga mit dem halben Etat (oder noch weniger) auch hin.

Dass gestandene Fussballer bei Wacker nur noch ein Schatten Ihrer selbst sind, ist doch längst kein Zufall mehr. Jeder, der sich ein wenig mit Fussball auskennt, sieht doch, dass das "System", welches bei Wacker gespielt wird, die individuellen Fähigkeiten der Spieler komplett zunichte macht. Glaubt denn wirklich jemand, dass z.B. ein Spieler wie Toni Sailer WIRKLICH nur das Potential für die Oberliga hat??? In seinen Vereinen vor Wacker wurde er als schneller Stürmer mit Pässen in die Spitze bedient. Bei Wacker sieht man solche Zuspiele praktisch gar nicht. Mit langen Bällen nach vorn (wie sie bei Wacker seit inzwischen fast 3 Jahren gespielt werden) kann so ein Mann doch nichts anfangen! Kammlott ist ebenfalls auf dem besten Wege ein Opfer dieser Spielweise zu werden.

Man hat inzwischen das Gefühl, dass neue Spiele bei Wacker nur noch nach Namen und Gehaltsklasse verpflichtet werden. Ob diese Leute überhaupt ins "System" passen, scheint erst mal nicht zu interessieren. Eigentlich sollte es ja eine Ehre sein, das Wacker-Trikot zu tragen. Aber so inflationär, wie hier die Spieler kommen und gehen (getreu dem Motto: wer will auch mal, wer hat noch nicht) braucht man sich nicht zu wundern, wenn keine echte Beziehung zwischen Fans und der Mannschaft entsteht.

Die Historie der letzten Jahre ist voll mit Spielern, welche maximal ein Jahr hier waren und dabei bestenfalls ein Hand voll Spiele gemacht haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Neuzugänge die Erwartungen nicht erfüllen, ist viel größer, als anders herum. Was Leute wie Yelen, Sezer, Azemi oder Zvonimir Kovac hier sollten, hat kaum ein Mensch verstanden. Dieses Jahr sind es schon wieder (nach Abschluss der Saisonplanung verpflichtete) Spieler, wie Heidinger oder Kores, die man kaum oder gar nicht wahrnimmt.

Wenn man irgendwann mal in Liga 3 will, dann braucht man endlich mal einen Plan, der auch funktioniert. Volkan Uluc scheint diesen Plan jedenfalls nicht (mehr) zu haben...
23.10.2018, 11.59 Uhr
Flitzpiepe | Der Plan kann nur
über den Stadionumbau funktionieren. Und nicht umgekehrt!
Erst wenn ein Ende des Umbaus in Sicht ist, kann auch eine zusammengekaufte Mannschaft ein Aufstiegsziel motiviert angehen. Wie z.B. Zwickau. So aber nicht.
Es reicht mir langsam, dass sich der Rest der Regionalliga über die Zustände bei uns im Zusammenhang mit einem Aufstieg lustig macht. Wenn Knauf wirklich in Nordhausen 3. Liga spielen möchte, dann soll er endlich mehr in das bauliche Umfeld als in die Mannschaft investieren.
Es kommt mir auch so vor, dass die meisten Zuschauer lieber in der Regionalliga verbleiben möchten als sich eine Stufe höher lächerlich zu machen.
Das ändert aber alles nichts am gegenwärtig schlechten 'Spielsystem', das der Trainer vorgibt. Andere Kommentare beschreiben dies schon gut. Die Spieler könnten mehr, der Trainer leider nicht.
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