Mo, 06:04 Uhr
01.10.2018
nnz-Forum:
Ein Sommer der Extreme und Rekorde
Ja, das war ein Sommer. Ein Sommer, der nicht enden wollte und der dafür den einen oder anderen Rekord mit sich brachte. Manfred Kappler hat sich dazu einige Gedanken gemacht...
So gravierend mit Unwettern wie dieser Sommer gekommen ist, hat er sich in einigen Teilen Deutschlands auch verabschiedet. Ganz grob gerechnet hatten wir im Südharz fast fünf Monate Sommer. Die drei Sommermonate brachten den Oberharz und uns im Südharz sehr sommerliches und zu trockenes Wetter. So ging auch der Sommer 2018 mit neuen Rekorden zu Ende.
Der August begann wie der Juli zu Ende ging mit täglichen Temperaturen von über 20° C auf dem Brocken. Mit 26,9° C erreichten wir am 7. August einen metrologischen Sommertag auf den höchsten Harzgipfel. An drei weiteren Tagen erreichte das Thermometer fast die 25°C Grenze. Im Südharz erreichten wir die 30° C und mehr, was vielen Menschen schon etwas zu viel des Guten war. Ein erfrischender Regen war auch weiterhin weit und breit nicht zu sehen. Die am 9. August anstürmende Kaltfront brachte zwar eine Atempause zum Durchatmen aber auch weiterhin nicht den dringend notwendig ausreichenden Regen.
Das schöne Sommerwetter war fast immer mit mehr oder weniger starkem Wind begleitet, welcher noch die letzte Feuchtigkeit aus dem Boden saugte. Auf dem Brocken entwickelte sich der Wind vom 09. zum 10. August sogar zu Orkanböen von 10 bis 11. Die Temperatur sank rapide auf 7°C. Somit endete die erste Dekade des Augustes mit 5°c zu warm und extrem zu trocken.
Auch in der zweiten August Dekade setzte sich das seit Monaten andauernde Sommerwetter fort. Auf dem Brocken kletterte die Temperatur zwar nur noch so zwischen ca. 16° und 20°C. Im Südharz dagegen wurden wiederum Temperaturen von fast 30°C erreicht. Am 14. August kam die nächste Kaltfront mit vielen Wolken aber bis auf wenige Tropfen keinen Regen.
Nur mancher Kreislauf und empfindlicher Mensch hatte mit diesen Wetterauswirkungen von Hoch und Tief zu kämpfen. Am 15. August fiel das Thermometer auf dem Brocken unter die 4 Grad Grenze.
Dann kam die nächste Hitzewelle bis stellenweise über 30°C, aber wieder mit einem böigen, kräftigen Wind. Die zweite Dekade endete wieder mit zu wenig Regen, im Brockengebiet ca. 6 Liter. Im Südharz mal wieder so gut wie nichts. So war auch die zweite Dekade um zwei Grad zu warm und viel zu trocken. In das vertrocknete grau der Wiesen und Felder mischte sich nun, das beginnende gelbgrün bis braun, der nach Wasser lechzenden Laubbäume der Südharzwälder. Es begann eine eigenartige viel zu frühe Herbstfärbung.
Die Zahl der Sonnenscheinstunden erreichte bereits am 17. August 2018 das durchschnittliche Jahresmittel mit 1.353 Sonnenstunden. Die Jahreshöchstmenge mit 2.005 Stunden. wurde im Jahr 1921 erreicht. Ob wir diesen Rekord in diesem Jahr brechen können, müssen wir abwarten. Auch die letzte August Dekade brachte weiterhin heißes tropisches Sommerwetter mit Werten um die 35°C im Südharz und auf dem Brocken um die 23°C.
Am 24. August erreichte uns ein großes Atlantiktief, mit Sturm und einen Temperatursturz auf dem Brocken um die 20 Grad. Mit nur 3,5°C war das eine gefühlte Temperatur von minus 15°C. Einen Unterschied von 20 Grad in zwei Tagen, das muss unser Körper erst mal verkraften. Der angekündigte und erhoffte Regen blieb allerdings wieder nur ein Wunsch. Die letzten Augusttage blieben dann etwas wechselhaft und brachten eine weitere Atempause. Dieses Mal mit etwas Regen, aber entschieden zu wenig.
So reihte sich der August weiterhin in den viel zu trockenen Sommer ein. Mit 34 Litern auf dem Brocken wurden nur 25% des langjährigen Mittels erreicht. Somit geht der Monat August 2018 als dritttrockenster Monat ab Beginn der Aufzeichnungen in die Geschichte ein. Nur die Jahre 1904 und 1914 hatten einen noch trockneren August. Die Sonne auf dem Brocken übertraf das Monatssoll mit ihren 233 Stunden, dieses mit einer Leistung von 142%. Alle drei Sommermonate waren zu warm und waren mit dem Mittelwert von 13,3°C der wärmste Sommer seit der 1836.
Extrem zu trocken war es im Südharz wo wir von März bis August mit rund 380 Litern einen neuen Negativrekord aufstellen. Mit 762 Sonnenstunden in diesem Jahr, war es auf unserem Vater Brocken noch nie so sonnig gewesen. Neben 28 Tage mit über 20 Grad und drei Sommertagen war es ein außergewöhnlicher warmer Sommer auf Norddeutschland höchsten Gipfel.
Der September verlief auch weiter zu warm und zu trocken. Mit dem Herbstanfang kamen in Deutschland die ersten Herbststürme und Unwetter. Ebenso kam es zu den ersten Bodenfrösten und Anfang Oktober zu einer ganz tollen Herbstfärbung.
Wie es weitergeht, müssen wir abwarten. Bekommen wir einen goldenen Oktober mit weiterhin fehlendem Niederschlag oder bekommen wir eine Regenzeit? Wir müssen es abwarten, es wird sich zeigen. Auch im Frühjahr wird es sich zeigen welche Trockenschäden an unseren Wäldern und in der Natur entstanden sind. Ich wünsche ihnen allen eine schöne Zeit. Der Klimawandel geht weiter, stellen und richten wir uns darauf ein.
Manfred Kappler, Ilfeld
Autor: redSo gravierend mit Unwettern wie dieser Sommer gekommen ist, hat er sich in einigen Teilen Deutschlands auch verabschiedet. Ganz grob gerechnet hatten wir im Südharz fast fünf Monate Sommer. Die drei Sommermonate brachten den Oberharz und uns im Südharz sehr sommerliches und zu trockenes Wetter. So ging auch der Sommer 2018 mit neuen Rekorden zu Ende.
Der August begann wie der Juli zu Ende ging mit täglichen Temperaturen von über 20° C auf dem Brocken. Mit 26,9° C erreichten wir am 7. August einen metrologischen Sommertag auf den höchsten Harzgipfel. An drei weiteren Tagen erreichte das Thermometer fast die 25°C Grenze. Im Südharz erreichten wir die 30° C und mehr, was vielen Menschen schon etwas zu viel des Guten war. Ein erfrischender Regen war auch weiterhin weit und breit nicht zu sehen. Die am 9. August anstürmende Kaltfront brachte zwar eine Atempause zum Durchatmen aber auch weiterhin nicht den dringend notwendig ausreichenden Regen.
Das schöne Sommerwetter war fast immer mit mehr oder weniger starkem Wind begleitet, welcher noch die letzte Feuchtigkeit aus dem Boden saugte. Auf dem Brocken entwickelte sich der Wind vom 09. zum 10. August sogar zu Orkanböen von 10 bis 11. Die Temperatur sank rapide auf 7°C. Somit endete die erste Dekade des Augustes mit 5°c zu warm und extrem zu trocken.
Auch in der zweiten August Dekade setzte sich das seit Monaten andauernde Sommerwetter fort. Auf dem Brocken kletterte die Temperatur zwar nur noch so zwischen ca. 16° und 20°C. Im Südharz dagegen wurden wiederum Temperaturen von fast 30°C erreicht. Am 14. August kam die nächste Kaltfront mit vielen Wolken aber bis auf wenige Tropfen keinen Regen.
Nur mancher Kreislauf und empfindlicher Mensch hatte mit diesen Wetterauswirkungen von Hoch und Tief zu kämpfen. Am 15. August fiel das Thermometer auf dem Brocken unter die 4 Grad Grenze.
Dann kam die nächste Hitzewelle bis stellenweise über 30°C, aber wieder mit einem böigen, kräftigen Wind. Die zweite Dekade endete wieder mit zu wenig Regen, im Brockengebiet ca. 6 Liter. Im Südharz mal wieder so gut wie nichts. So war auch die zweite Dekade um zwei Grad zu warm und viel zu trocken. In das vertrocknete grau der Wiesen und Felder mischte sich nun, das beginnende gelbgrün bis braun, der nach Wasser lechzenden Laubbäume der Südharzwälder. Es begann eine eigenartige viel zu frühe Herbstfärbung.
Die Zahl der Sonnenscheinstunden erreichte bereits am 17. August 2018 das durchschnittliche Jahresmittel mit 1.353 Sonnenstunden. Die Jahreshöchstmenge mit 2.005 Stunden. wurde im Jahr 1921 erreicht. Ob wir diesen Rekord in diesem Jahr brechen können, müssen wir abwarten. Auch die letzte August Dekade brachte weiterhin heißes tropisches Sommerwetter mit Werten um die 35°C im Südharz und auf dem Brocken um die 23°C.
Am 24. August erreichte uns ein großes Atlantiktief, mit Sturm und einen Temperatursturz auf dem Brocken um die 20 Grad. Mit nur 3,5°C war das eine gefühlte Temperatur von minus 15°C. Einen Unterschied von 20 Grad in zwei Tagen, das muss unser Körper erst mal verkraften. Der angekündigte und erhoffte Regen blieb allerdings wieder nur ein Wunsch. Die letzten Augusttage blieben dann etwas wechselhaft und brachten eine weitere Atempause. Dieses Mal mit etwas Regen, aber entschieden zu wenig.
So reihte sich der August weiterhin in den viel zu trockenen Sommer ein. Mit 34 Litern auf dem Brocken wurden nur 25% des langjährigen Mittels erreicht. Somit geht der Monat August 2018 als dritttrockenster Monat ab Beginn der Aufzeichnungen in die Geschichte ein. Nur die Jahre 1904 und 1914 hatten einen noch trockneren August. Die Sonne auf dem Brocken übertraf das Monatssoll mit ihren 233 Stunden, dieses mit einer Leistung von 142%. Alle drei Sommermonate waren zu warm und waren mit dem Mittelwert von 13,3°C der wärmste Sommer seit der 1836.
Extrem zu trocken war es im Südharz wo wir von März bis August mit rund 380 Litern einen neuen Negativrekord aufstellen. Mit 762 Sonnenstunden in diesem Jahr, war es auf unserem Vater Brocken noch nie so sonnig gewesen. Neben 28 Tage mit über 20 Grad und drei Sommertagen war es ein außergewöhnlicher warmer Sommer auf Norddeutschland höchsten Gipfel.
Der September verlief auch weiter zu warm und zu trocken. Mit dem Herbstanfang kamen in Deutschland die ersten Herbststürme und Unwetter. Ebenso kam es zu den ersten Bodenfrösten und Anfang Oktober zu einer ganz tollen Herbstfärbung.
Wie es weitergeht, müssen wir abwarten. Bekommen wir einen goldenen Oktober mit weiterhin fehlendem Niederschlag oder bekommen wir eine Regenzeit? Wir müssen es abwarten, es wird sich zeigen. Auch im Frühjahr wird es sich zeigen welche Trockenschäden an unseren Wäldern und in der Natur entstanden sind. Ich wünsche ihnen allen eine schöne Zeit. Der Klimawandel geht weiter, stellen und richten wir uns darauf ein.
Manfred Kappler, Ilfeld


