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Fr, 15:17 Uhr
21.09.2018
Bürgerinitiative Gipskarst Südharz:

"Regionalplan ist Bedarfsplan der Gipsindustrie"

Die nnz hatte heute ein Statement des Casea-Gesellschafter Löderbusch veröffentlicht. Die Reaktion der Bürgerinitiative Gipskarst Südharz ließ nicht lange auf sich warten...


Der sogenannte „Rohstoffbedarf“ an Gips, auf den sich Unternehmen wie Remondis oder St. Gobain gern berufen, wenn es um den Winkelberg oder den Kuhberg geht, beruht auf den Zahlen, die die Rohstoffbranche der Politik zur Verfügung stellt.

Im Deutschland des Jahres 2018 gibt es trotz wohlklingender Programme wie „Kreislaufwirtschaftsgesetz“ oder „Ressourceneffizienzprogramm Progress II“ keine transparenten und unabhängigen Zahlen und Daten zum Rohstoffbedarf.

Für die Regionalplanung werden lediglich Untersuchungen von Planungsbüros in Auftrag gegeben, die am Ende Gegenstand verwaltungsrechtlicher Auseinandersetzungen sind (Gipsindustrie versus Regionalplanung). Weder die Landesgesetze (z.B. beim Gipsabbau nach Immissionsschutzgesetz) noch des Bundesberggesetz beinhalten Elemente einer nachvollziehbaren und unabhängigen Rohstoffbedarfsplanung für die Volkwirtschaft.

Dies wurde im Detail bereits analysiert, dem interessierten Leser sei hierzu folgende Lektüre empfohlen: TEXTE 55/2017 Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Forschungskennzahl 3714 18 102 0 UBA-FB 002487 Das Instrument der Bedarfsplanung Rechtliche Möglichkeiten für und verfahrensrechtliche Anforderungen an ein Instrument für mehr Umweltschutz.

Es ist damit quasi die Bedarfsplanung der Gipsindustrie, die den regionalen Planungsgemeinschaften aufdrängt wird und die den Konzernen ausreichende Gewinnmargen sichert. Mangels anders lautender gesetzlicher Regelungen bleibt damit unser Naturgips ein billiges Gut. Niemand prüft, wofür der hochwertige Naturgips verwendet wird, die Unternehmen sind niemandem Rechenschaft darüber schuldig. Damit bleibt Druck hinsichtlich Ressourceneffizienz und Innovation für die Gipsindustrie gering.

Nur die Reduktion des Angebotes an Naturgips würde daran etwas ändern, auch hierzu gibt es Studien (vgl. Arendt 2001, Kreislaufwirtschaft im Baubereich: Steuerung zukünftiger Stoffströme am Beispiel von Gips).

Die regionalen Planungsgemeinschaften müssen jetzt Planungen für die nächsten Jahrzehnte durchführen. Damit wird diese volkswirtschaftliche Idiotie auf Jahrzehnte weiter zementiert. Es wäre schlimm, wenn die Regionalplanung Nordthüringen dieses Spiel kritiklos mitspielt um weiteren Auseinandersetzungen von vorneherein aus dem Weg zu gehen.

C. Marx
BI Gipskarst Südharz
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Kommentare

22.09.2018, 14.25 Uhr
mussmalsagen | , dass wir alle selbst Schuld sind.
Während zu einem Artikel hier in der NNZ zu einer Würstchenbude sich zig Leute äußern(Fleischer macht Fehler und klärt auf Nachfrage sein Problem), interessiert sich offensichtlich niemand dafür, dass sich einige wenige daran bereichern, unser aller Natur irreversibel zu verbrauchen.
Das ist das eigentlich traurige/muffige/nicht zukunftsorientierte an uns Nordthüringern. Wo bleibt da der Aufschrei, das Demonstrieren vor den Gebäuden der politischen Entscheidungsträger?
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