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Sa, 13:09 Uhr
08.09.2018
Nordhäuser Wissenschaftler warnen:

1,5°-Ziel ist nicht mehr zu halten

Mit dem heutigen Samstag sind auf der Erde so viele Treibhausgase emittiert worden, dass die Erdtemperatur mittelfristig um 1,5° über das langjährige historische Mittel ansteigen wird. Damit wurde ein wesentliches Ziel des Pariser Klimaabkommens vom 12. Dezember 2015 verfehlt...


Wissenschaftler des Instituts für Regenerative Energietechnik (in.RET) der Hochschule Nordhausen hatten einen CO2-Ticker programmiert, an dem die verbleibende Zeit bis zur Überschreitung der bestehenden Klimaschutzziele abgelesen werden kann. Dieser ist für das 1,5° Ziel nun abgelaufen.

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„Wenngleich viele Menschen auf Grund von Wetterextremen die Folgen des Klimawandels inzwischen wahrnehmen, findet ein Umsteuern zu langsam statt“ meint Prof. Viktor Wesselak von der Hochschule Nordhausen.

„Die Bedrohung unserer Lebensgrundlagen erfordert einen radikalen Wechsel in der Energiepolitik.“ Dazu zählt Prof. Wesselak u.a. einen Verzicht auf die Nutzung der verbliebenen fossilen Energieträger und eine deutliche Verringerung des Energiebedarfs beispielsweise von Gebäuden. „Die Politik muss begreifen, dass sie sich für Rücksichten auf Wirtschaftsinteressen der Energie- und Automobilbranche keine Zeit mehr kaufen kann.“ Wesselak betont, dass die entscheidende Große nicht der jährliche Ausstoß von CO2 sondern die insgesamt freigesetzte Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre ist.

Maßgeblich für den menschenverursachten Treibhauseffekt sind die Treibhausgasemissionen seit der Industrialisierung. Um den weltweiten Temperaturanstieg auf die Ziele des Pariser Klimaabkommens auf deutlich unter 2° zu begrenzen, darf nur noch eine gewisse Menge Treibhausgas in die Atmosphäre gelangen. Nach Berechnungen des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) dürfen zur Einhaltung des 2°-Ziels nur noch 720 Gigatonnen CO2 in die Atmosphäre gelangen (Stand 01.01.2018). Setzen sich die jährlichen Emissionen von derzeit ca. 40 Gigatonnen weltweit fort, lässt sich daraus die Zeit bis zur Überschreitung des noch erlaubten CO2-Budgets errechnen. Für das das 2°-Ziel sin dies noch gut 17 Jahre, für angestrebte 1,5°-Szenario ist der Countdown jetzt abgelaufen. Der CO2-Ticker der Nordhausen Wissenschaftler kann im Internet unter https://www.hs-nordhausen.de/forschung/inret/co2-ticker/ aufgerufen werden.

Die Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs in Folge des Klimawandels stellt eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar. Viele weitere Probleme wie klimabedingte Fluchtursachen und der Meeresspiegelanstieg sind eng mit dem Klimawandel verknüpft. Hauptgrund für den Klimawandel ist der menschengemachte Treibhauseffekt. Durch die Emission klimaschädlicher Stoffe wie Kohlendioxid (CO2) oder Methan (CH4) wird der Klimawandel maßgeblich beeinflusst. Diese wirken in der Erdatmosphäre wie die Scheiben eines Gewächshauses und lassen die kurzwellige, energieintensive Solarstrahlung zur Erdoberfläche durch. Die von der Erde abgestrahlte, langwellige Wärme wird jedoch reflektiert und führt so zu einer Erwärmung.
Autor: red

Kommentare
LithiumTim
08.09.2018, 19.24 Uhr
Treibhausgaswarnung der Nordhäuser Experten ernster nehmen!
Ja das sollten wir. Und wird der Effekt nicht verstärkt durch Abholzung der Ur- und Regenwälder, Landwirtschaft, Verkehr & Konsum? Soll man Energiewälder pflanzen, die ab 4 Jahren schon signifikant Treibhausgas binden? Aber wo ist da Geld zu verdienen? Gibt es alsbald Treibhausgasraffinerien, die industriell CO2 aus der Luft ziehen...Wird die Politik was machen?
Bodo Schwarzberg
09.09.2018, 01.16 Uhr
Hochschule sollte Nordhäuser Wirtschaft in die Pflicht nehmen
Bekannt sind die Kooperationen der Nordhäuser Hochschule mit der Wirtschaft, auch im Raum Nordhausen. Sie sollte noch mehr auf die Senkung der Treibhausgas-Emissionen bekannter Nordhäuser Unternehmen und der regionalen Landwirtschaft drängen und diese Firmen hinsichtlich ihres GESAMTEN ökologischen Fußabrucks untersuchen und konkret benennen.

Über den Klimawandel zu reden, ist einfach, haltet den Dieb zu rufen, auch.

Natürlich forscht die Nordhäuser Hochschule auf dem Gebiet umweltschonender Technologien, jedoch sollte sie sich auch eingestehen, dass es solche Forschungen bereits seit Jahrzehnten gibt, ohne dass sie zu einer grundlegenden Entschärfung der menschgemachten Bedrohung der eigenen Lebensgrundlagen geführt haben. Ganz im Gegenteil. Seit Jahrzehnten immer nur zu sagen, "nun reicht es wirklich mit der Umweltfrevelei", gaukelt der Öffentlichkeit ebenso seit Jahrzehnetn vor, endlich hätten wichtige Leute das Problem erkannt.

Deswegen muss die Wissenschaft kompromissloser werden. Um unser aller Existenz willen.

Ein Anfang ist daher die Einmischung auch der Nordhäuser Wissenschaft in die schon kriminelle Unterlassungspolitik der heute Herrschenden hinsichtlich Klimawandel. Das Einmischen aber geschieht viel zu wenig, zumal die Wissenschaft ebenso wie die Politik aller Farben von der Wirtschaft gern geschmiert bzw. von deren Drittmitteln abhängig gemacht und so die auf dem Papier stehende Unabhängigkeit der Forschung quasi konterkariert wird.

Wir brauchen ja gar keine politische Diktatur, um den heiligen Gral des verhängnisvollen Wachstums auch weiterhin sicherzustellen. Die Moneten der Konzerne für die Wissenschaftler sind Diktatur genug.
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