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Fr, 08:43 Uhr
31.08.2018
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Ehrenrat schreibt an Oberbürgermeister

Wie viele Menschen in Nordhausen verstehen auch die Mitglieder des Ehrenrates von Wacker Nordhausen die Politi-Welt in der Rolandstadt nicht. Bernd Seidenstücker, Arndt Forberger und Michael John haben nun einen offenen Brief an Oberbürgermeister Kai Buchmann geschrieben...


Offener Brief des Ehrenrates des FSV Wacker 90 zum AKS an Oberbürgermeister Kai Buchmann


Sehr geehrter Herr OB Buchmann!
Aus Sorge um unseren Verein und den AKS wenden wir uns heute als Ehrenrat des FSV Wacker 90 Nordhausen mit diesem Offenen Brief an Sie!

Der Verein war sportlich und wirtschaftlich noch nie so gut aufgestellt wie heute, doch nun droht Ungemach aus dem Rathaus! Unser Verein mit dem heutigen Namen “FSV Wacker 90“ hat eine 113 Jahre währende Tradition mit allen Höhen und Tiefen, die ein Verein im Laufe einer solch langen Epoche durchlebt. Er ist damit ganz eng mit der Geschichte und dem öffentlichen Leben der Stadt Nordhausen verbunden. Wacker ist kein Retortenverein wie einige prominente Vereine der Neuzeit!

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Inzwischen umfasst der Nachwuchsbereich zwölf Mannschaften mit über 250 Jugendlichen von der U 7 bis hin zur U 19 sowie einer U 23 - Mannschaft – alle diese Mannschaften spielen in Thüringen und darüber hinaus eine sehr gute Rolle. Und auch eine intakte Traditionsmannschaft gehört zum Verein.

Diese Breite mit insgesamt über 15 Mannschaften und mit den über 50 ehrenamtlichen Trainern, Betreuern und Helfern macht den Verein aus, nicht die Regionalliga allein. Die Regionalligamannschaft ist natürlich das Aushängeschild des Vereins. Sie sorgt wie keine andere Einrichtung oder Ereignisse der Stadt durch die sehr hohe und permanente Medienpräsenz (u.a. an über 30 Wochenenden im Fernsehen) für eine überregionale Bekanntheit weit über die Grenzen des Freistaates Thüringen hinaus. Ein wichtiger Faktor auch für das aktuelle Thema „Tourismusentwicklung“ in der Region.

Zu diesem Verein gehört auch untrennbar der AKS! Dieser altehrwürdige Sportkomplex ist der letzte seiner Art in Nordhausen. Neben den genannten Mannschaften des FSV Wacker nutzen auch viele andere Vereine und Freizeitsportler der Stadt und des Landkreises diese Anlage. Darüber hinaus finden hier Trainingscamps für unsere Jüngsten statt, starten und/ oder enden regelmäßig mehrere Laufveranstaltungen der Region, finden Sportfeste ortsansässiger Unternehmen statt.
Aber diese so intensiv genutzte Anlage ist an allen Ecken und Kanten in die Jahre gekommen, große Teile der Infrastruktur haben mehr als 50 bis 60 Jahre auf dem Buckel, sie sind total marode! Insbesondere die Sanitäranlagen sind sowohl für die Sportler selbst als auch für die Zuschauer eine Zumutung bzw. einer (Sport-) Stadt wie Nordhausen absolut unwürdig; ja, sie wirken geradezu peinlich gegenüber den vielen Gästen, für die noch nicht einmal Toiletten vorhanden sind.

War der AKS in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts mit seinem Hauptplatz, dem sogenannten „Heiligen Rasen“, noch die schönste Fußballanlage in Thüringen, so spricht man heute von den schlechtesten Bedingungen weit und breit!

Es gibt keine Substanz mehr, die sinnvoll saniert werden kann, nur grundlegende Erneuerungen sind zum jetzigen Zeitpunkt zielführend. Neben der Infrastruktur gehört natürlich auch ein Hauptplatz dazu, auf dem man zu jeder Jahreszeit einen vernünftigen Fußball spielen kann! Auch dieser Platz muss grundlegend erneuert werden.

Wir als Ehrenrat fordern Sie, sehr geehrter Herr OB Buchmann, und alle Befürworter, auch alle Nichtbefürworter und vor allem aber alle Entscheidungsträger der geplanten Maßnahmen auf, sich aktuell vor Ort selbst ein Bild und einen Eindruck von den vorhandenen Umständen zu machen; wir persönlich würden gern die Führungen übernehmen.

Unabhängig, in welcher Liga Fußball in Nordhausen gespielt wird, hier muss gehandelt werden; für die Stadt Nordhausen, für ihr Image (es kommen jährlich mehrere Tausend Gäste), für alle aktiven und passiven Nutzer des AKS, für alle Fußballer des FSV Wacker. Seit 2015 liegt hierfür ein von der HABAU Hoch- und Tiefbau GmbH auf deren eigenen Kosten erarbeitetes fundiertes Konzept vor.

Dieses war nie strittig, sondern vielmehr eine allseits akzeptierte Grundlage für alle weiteren Aktivitäten bis hin zur Beantragung der Fördermittel in Erfurt. Diese liegen nun schon seit Monaten für unseren AKS bereit, sie müssen nur abgerufen werden. Auch die Eigenmittel seitens der Stadt und des Vereins im Rahmen der Gesamtfinanzierung schienen klar zu sein!

Und es gab klare Bekenntnisse von Ihrer Seite, Herr OB Buchmann, während und nach dem Wahlkampf zum Um- und Neubau des AKS. Wir als Ehrenrat vertrauten Ihnen und Ihren Worten; wir waren immer der Überzeugung, alles ist auf gutem Wege. Und selbst die neue Konstellation, der Landkreis übernimmt den AKS und dessen Um- und Neubau und der dazu passende Stadtratsbeschluss vom 28.06.2018, ließen noch nichts Böses ahnen.

Doch offensichtlich geschah über Monate hinweg nichts.
Vielmehr dann völlig überraschend für alle Beteiligten und so auch für uns die absolute Kehrtwendung durch Sie, Herr OB Buchmann. Mit großer Verwunderung mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit dem besagten 28.06.2018 durch Sie ein Gegengutachten in Auftrag gegeben wurde, bewusst an allen Beteiligten und allen Betroffenen vorbei.

Deshalb heute unsere Fragen an Sie:
  • Warum so spät?
  • Warum jetzt?
  • Warum überhaupt?
Wir sind der festen Überzeugung, ein Dreiergespräch mit den bisher komplett eingebundenen Vertretern von HABAU und von Wacker hätte, wenn es dann gewollt gewesen wäre, zur Klärung aller Fragen geführt, hätte viel Geld und Zeit gespart sowie vor allem auch Vertrauen geschaffen.

Vielmehr haben Sie aber dann öffentlich „die Katze aus dem Sack gelassen“; sprich, Sie wollen den Neubau überhaupt nicht und würden dafür auch in Kauf nehmen, die Fördermittel aufs Spiel zu setzen. Und genau Letzteres darf auf keinen Fall passieren, sehr geehrter Herr OB Buchmann. Aus welchen Mitteln wollen Sie eine Sanierung, die immer eine Flickschusterei bleiben wird (siehe oben), finanzieren, wenn die Zuschüsse nicht fließen? Es sind überhaupt keine Gelder dafür in irgendwelchen Haushalten eingestellt bzw. in Sicht. In der Studie von HABAU gibt es dagegen eine detaillierte Phasenplanung, die über entsprechende Module eine schrittweise Anpassung nach Bedarf und wirtschaftlichen Möglichkeiten zulässt.

Aber es muss der erste Schritt gegangen werden und zwar jetzt. Wir fordern Sie auf, Herr OB Buchmann, ermöglichen Sie jetzt – egal in welcher politischen Konstellation – diesen ersten Schritt, die Neugestaltung der Westtribüne mit neuen Kabinen und Sanitäranlagen sowie die komplette Sanierung des Hauptplatzes. Dafür sind genügend finanzielle Mittel vorhanden.

Es ist „5 vor 12“! Die Mittel müssen bis November abgerufen sein!!! Verhindern Sie nicht den AKS!

Wir fordern Sie als OB unserer Heimatstadt Nordhausen und alle Entscheidungsträger des Stadtrates und des Kreistages auf, lassen Sie die jetzt für uns bereitliegenden Mittel nicht verfallen! Der AKS darf kein Spielball parteipolitischer oder vielleicht sogar persönlicher Auseinandersetzungen werden.

Der AKS soll attraktiv werden, damit auf seinem Rasen der Spielball rollen kann. Entscheiden Sie jetzt Pro AKS, entscheiden Sie jetzt Pro Verein! Würdigen Sie mit Ihrer Entscheidung die überragende sportliche Entwicklung des Vereins auf allen Ebenen in den letzten zehn Jahren. Entscheiden Sie für eine hoffungsvolle Zukunft des Sports im Allgemeinen und des Fußballs im Besonderen in Nordhausen!

Setzen Sie mit Ihren Entscheidungen die über 100jährige Tradition des Vereins an diesem Standort fort! Lassen Sie uns gemeinsam ein neues, zukunftsweisendes Kapitel dieser Geschichte aufschlagen!
Arndt Forberger, Bernd Seidenstücker, Michael John
Autor: red

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Kommentare
Zukunft
31.08.2018, 11:00 Uhr
Verantwortliche
Verantwortliche Personen sollten immer Vorbild sein, in allem was sie tun. Wenn diese Personen es nicht sind, was soll dann von den anderen erwartet werden ? Transparentes, ehrliches und korrektes Handeln stärken die Glaubwürdigkeit.
Herr Schröder
31.08.2018, 11:16 Uhr
Verehrte Herren,
Sie sprechen mir aus der Seele! Ihren Brief würde ich zu 100 % unterschreiben. Wir Fans und der Verein sollten bis November nichts unversucht lassen. Sollte die Stadt tatsächlich auf 6,5 Millionen Fördergelder für den AKS verzichten, wäre das das vorläufige Ende aller Sanierungsbemühungen. So viel Geld aus Fördertöpfen wird man dann so schnell nicht wieder erhalten.
h3631
31.08.2018, 13:22 Uhr
Schweigt der OB oder?
Schreibt der Oberbürgermeister an den Ehrenrat zurück?
Die Darstellung vom Ehrenrat enspricht zu 100% der Wahrheit.
Wenn er schweigt kann er nichts verkehrt machen. Oder?
Lassen wir uns überraschen.
Flitzpiepe
31.08.2018, 13:32 Uhr
Der OB muss nicht antworten
Er braucht sich nur mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen und bis nächste Woche eine gemeinsame vertretbare Lösung zum Umbau des AKS erarbeiten.
Eine Absage des Umbaus und ein Verfallen der Fördergelder ist keine Lösung.
altmeister
31.08.2018, 14:51 Uhr
Alles schön und gut
... wenn da nicht die Sache mit der Rücknahme der Klage gegen die Kreisumlage wäre, gefordert von der Seite des Landrates!
Wo bleibt von LR Jendricke ein akzeptabler und tragbarer Vorschlag und ein unterlassen dieser Forderung?
Was hat Nordhausen davon, wenn ein Stadionumbau nach dem Verzicht auf die Rückzahlung zuviel berechneter und gezahlter Gelder erfolgt ist, dann aber sämtliche Bedarfszuweisungen usw. wegfallen, somit alle Handlungsmöglichkeiten der Stadt eingeschränkt sein könnten?
Noch dazu, da Nordhausen trotzdem über die Kreisumlage über 50 % der Kosten des AKS trägt!
Warum wird nicht einfach mal beim Landrat gefragt, wie er auf die Stadt zugehen will?
harzwj
31.08.2018, 16:02 Uhr
Wichtiges Ehrenamt...
Den offenen Brief des Ehrenrat unterstütze ich in jedem seiner vorgetragenen Argumente und möchte diese mit folgendem Gedanken ergänzen: Am 30. August 2018, also zeitnah und hoch aktuell wurde in einer regionalen Zeitung auf der Titelseite ein Beitrag "Südharzer Tourismus gewinnt an Qualität" vorgestellt. Und auf Seite 15 selbiger Ausgabe, die Erfolgsbilanz des Qualitätsmanager für die Tourismusregion Südharz-Kyffhäuser, Herrn Thomas Knorr, dokumentiert. Vielleicht, so mein Vorschlag, nimmt sich Herr Knorr dringende Vorhaben auf seinen Schirm, die tatsächlich einen bedeutsamen Einfluss auf die nachhaltige Entwicklung unserer Tourismusregion und deren Öffentlichkeitswirksamkeit haben. Herr Knorr, nehmen Sie den offenen Brief des Ehrenrat zum Anlass, prüfen Sie die geschilderte Situation und schalten sich in den laufenden Dialogprozess ein. Machen Sie ihre Gedanken öffentlich, auch als Ergänzung zu der vorgetragenen Halbjahresbilanz als Qualitätsmanager für den Landkreis Nordhausen.
W. Jörgens
Harztor/ Sophienhof
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