Fr, 15:00 Uhr
17.08.2018
IN UNERMÜTLICHER ARBEIT GESCHAFFEN:
Das kleine Paradies hinter dem Haus
Kein Regen. Der Boden bleibt steinhart. Es darf weiter gegossen werden. Für einen guten Zweck. Wir berichteten ausführlich über die negativen Auswirkungen des Sahara-Sommers 2018 und darüber, wie sie reduziert werden können...
Anerkennung für die Mühen (Foto: Kurt Frank)
Detlef Helbing, Teamleiter Objektmanager bei der Wohnungsbaugenossenschaft (rechts), überreichte dem Ehepaar Horst und Regina Kühlewind für ihr vorbildliches Engagement um mehr Grün in einem gepflegten Umfeld eine materielle Anerkennung nebst Jubiläumsausgabe der WBG
Nordhausen. Ansinnen unserer Beiträge war und ist es, mitzuhelfen, vor dem Austrocknen zu bewahren, was unser Auge erfreut: Blumen, Büsche und Bäume. Zur Wohnqualität gehöre ein gepflegtes grünes Umfeld. Das betonen Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) und Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) bei jeder Gelegenheit. Grün, das weiß man dort sehr wohl, bedeutet allerdings Pflege.
Um Pflegebereitschaft ging es ebenfalls in einer Betrachtung, in der wir betonten: Werden Bäume, Sträucher oder Blumen gepflanzt, muss die Chance zum Überleben gegeben sein – durch individuelle Übereinkünfte mit pflegewilligen Mietern, die auch in Hitzeperioden die Gießkanne in die Hand nehmen. Gegen Belohnung ihrer Mühen. Geschehe das nicht, sind alle Pflanzbemühungen vergebens.
Individuelle Pflegeabkommen gebe es doch, ließ uns die WBG daraufhin wissen. Allerdings hätten wir gern schon vor Wochen darüber berichtet, wo und wie sich ihre Mieter in diesen denkwürdigen Wochen und Monaten der Trockenheit engagieren. Gießen für einen guten Zweck – unsere Artikel hat man auch im Vorstand der WBG gelesen. Eine Information blieb, leider, aus.
Vielleicht war es der Wohnungsbaugenossenschaft zu elbstverständlich, über solche kleinen nebensächlichen Dinge des Alltags ein Wort zu verlieren? Wie bedeutsam sie letztlich sind, soll ein Beispiel zeigen, zu dem uns Detlef Helbing, der sympathische Teamleiter Objektmanager bei der WBG, führte:
Das kleine Paradies hinter dem Haus (Foto: Kurt Frank)
Schon ein Blick vom Balkon offenbart die fleißige jahrelange Arbeit des Ehepaares Kühlewind, das sich ihr kleines Paradies schuf.
Man muss es gesehen haben: das kleine Paradies, das sich Horst und Regina Kühlewind im Hinterhof der Otto-Ludwig-Straße 5 schufen. In jahrelanger mühevoller Arbeit. Das Auge lacht, erblickt es schon vom Balkon herunter die grüne Herrlichkeit. Über 100 verschiedene Pflanzen, sinnvoll angeordnet, machen Emsigkeit, Fleiß und Aufwand des Ehepaares deutlich: Rhododendron, Blutblumen, Roter Ginster, Königsmagnolie, Alpenrosen, Hortensien und kleine in Form gebrachte Nadelbäume sind eine kleine Aufzählung all dessen, was diese wunderschöne grüne Oase zu bieten hat. Ein Insektenhotel, Vogeltränke und Nisthilfen bereichern sie zusätzlich.
Als der gelernte Schlosser vor 18 Jahren hier einzog, bot die gleiche Fläche einen Anblick zum davonlaufen. Trist und grau. Horst und Regina waren sich schnell einig: So sollte und konnte es nicht bleiben. In Ilfeld, wo sie vordem wohnten, bewirtschafteten die Beiden einen Kleingarten. Der grünte und blühte. Hier, in der Otto-Ludwig-Straße, sollte die stattliche Eiche im Hintergrund nicht der einzige grüne Anblick bleiben.
Das erste, was Horst pflanzte, war ein stattlicher Rhododendron, den ihm sein Bruder Wolfgang aus Sülzhayn spendete. Nach und nach kam hinzu, was heute den Anblick prägt. Das Ehepaar zählte weder die Stunden noch die Geldscheine, die es in das Grün investierte. Ein 1000-Liter-Regenfass inbegriffen. Die WBG hatte für einen Anschluss an ein Regenabflussrohr gesorgt. Doch der Regen von oben blieb seit April weitgehend aus. 6000 Liter aus eigener Wasserleitung goss es bislang während der Hitzeperiode an die dürstenden Pflanzen. Tag für Tag treten der heute 68-Jährige und seine Ehefrau mit der Gießkanne in Aktion.
Gestern besuchte Detlef Helbing, Teamleiter Objektmanager, das Ehepaar. Einmalig sei das, was Horst und Regina Kühlewind auf den Weg brachten. Man könne ihr Engagement Pflegen und gießen für einen guten Zweck nicht hoch genug würdigen. Dem verlieh er Ausdruck. Neben einer Jubiläumsausgabe 115 Jahre WBG vor allem mit einem Geldbetrag. Für ein festliches Menü in der Rosengarten-Gaststätte.
Mehrere Tausend Liter gegossen (Foto: Kurt Frank)
Der 68-Jährige Kühlewind tritt Tag für Tag mit der Gießkanne in seinem kleinen Paradies in Aktion. Ehefrau Regina unterstützt ihn tatkräftig.
Das Ehepaar will noch einen Schmetterlingsflieder pflanzen. Für Insekten und Vögel. Diesmal möge es nicht vergessen, die Rechnung an die WBG zu leiten, gab ihnen Helbing auf den Weg. Das Rentnerpaar freut sich jeden Tag, wenn es auf sein Werk sieht. Die Vögel erblickt, die in der Oase immer heimischer werden, dort brüten und mit ihrem Gesang erfreuen. Wenn man so will: Ein bescheidenes aber letztlich bedeutsames Bemühen, künftigen noch extremeren Heißsommern schon vor unserer Haustür zu begegnen.
Kurt Frank
Autor: red
Anerkennung für die Mühen (Foto: Kurt Frank)
Detlef Helbing, Teamleiter Objektmanager bei der Wohnungsbaugenossenschaft (rechts), überreichte dem Ehepaar Horst und Regina Kühlewind für ihr vorbildliches Engagement um mehr Grün in einem gepflegten Umfeld eine materielle Anerkennung nebst Jubiläumsausgabe der WBGNordhausen. Ansinnen unserer Beiträge war und ist es, mitzuhelfen, vor dem Austrocknen zu bewahren, was unser Auge erfreut: Blumen, Büsche und Bäume. Zur Wohnqualität gehöre ein gepflegtes grünes Umfeld. Das betonen Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) und Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) bei jeder Gelegenheit. Grün, das weiß man dort sehr wohl, bedeutet allerdings Pflege.
Um Pflegebereitschaft ging es ebenfalls in einer Betrachtung, in der wir betonten: Werden Bäume, Sträucher oder Blumen gepflanzt, muss die Chance zum Überleben gegeben sein – durch individuelle Übereinkünfte mit pflegewilligen Mietern, die auch in Hitzeperioden die Gießkanne in die Hand nehmen. Gegen Belohnung ihrer Mühen. Geschehe das nicht, sind alle Pflanzbemühungen vergebens.
Individuelle Pflegeabkommen gebe es doch, ließ uns die WBG daraufhin wissen. Allerdings hätten wir gern schon vor Wochen darüber berichtet, wo und wie sich ihre Mieter in diesen denkwürdigen Wochen und Monaten der Trockenheit engagieren. Gießen für einen guten Zweck – unsere Artikel hat man auch im Vorstand der WBG gelesen. Eine Information blieb, leider, aus.
Vielleicht war es der Wohnungsbaugenossenschaft zu elbstverständlich, über solche kleinen nebensächlichen Dinge des Alltags ein Wort zu verlieren? Wie bedeutsam sie letztlich sind, soll ein Beispiel zeigen, zu dem uns Detlef Helbing, der sympathische Teamleiter Objektmanager bei der WBG, führte:
Das kleine Paradies hinter dem Haus (Foto: Kurt Frank)
Schon ein Blick vom Balkon offenbart die fleißige jahrelange Arbeit des Ehepaares Kühlewind, das sich ihr kleines Paradies schuf.Man muss es gesehen haben: das kleine Paradies, das sich Horst und Regina Kühlewind im Hinterhof der Otto-Ludwig-Straße 5 schufen. In jahrelanger mühevoller Arbeit. Das Auge lacht, erblickt es schon vom Balkon herunter die grüne Herrlichkeit. Über 100 verschiedene Pflanzen, sinnvoll angeordnet, machen Emsigkeit, Fleiß und Aufwand des Ehepaares deutlich: Rhododendron, Blutblumen, Roter Ginster, Königsmagnolie, Alpenrosen, Hortensien und kleine in Form gebrachte Nadelbäume sind eine kleine Aufzählung all dessen, was diese wunderschöne grüne Oase zu bieten hat. Ein Insektenhotel, Vogeltränke und Nisthilfen bereichern sie zusätzlich.
Als der gelernte Schlosser vor 18 Jahren hier einzog, bot die gleiche Fläche einen Anblick zum davonlaufen. Trist und grau. Horst und Regina waren sich schnell einig: So sollte und konnte es nicht bleiben. In Ilfeld, wo sie vordem wohnten, bewirtschafteten die Beiden einen Kleingarten. Der grünte und blühte. Hier, in der Otto-Ludwig-Straße, sollte die stattliche Eiche im Hintergrund nicht der einzige grüne Anblick bleiben.
Das erste, was Horst pflanzte, war ein stattlicher Rhododendron, den ihm sein Bruder Wolfgang aus Sülzhayn spendete. Nach und nach kam hinzu, was heute den Anblick prägt. Das Ehepaar zählte weder die Stunden noch die Geldscheine, die es in das Grün investierte. Ein 1000-Liter-Regenfass inbegriffen. Die WBG hatte für einen Anschluss an ein Regenabflussrohr gesorgt. Doch der Regen von oben blieb seit April weitgehend aus. 6000 Liter aus eigener Wasserleitung goss es bislang während der Hitzeperiode an die dürstenden Pflanzen. Tag für Tag treten der heute 68-Jährige und seine Ehefrau mit der Gießkanne in Aktion.
Gestern besuchte Detlef Helbing, Teamleiter Objektmanager, das Ehepaar. Einmalig sei das, was Horst und Regina Kühlewind auf den Weg brachten. Man könne ihr Engagement Pflegen und gießen für einen guten Zweck nicht hoch genug würdigen. Dem verlieh er Ausdruck. Neben einer Jubiläumsausgabe 115 Jahre WBG vor allem mit einem Geldbetrag. Für ein festliches Menü in der Rosengarten-Gaststätte.
Mehrere Tausend Liter gegossen (Foto: Kurt Frank)
Der 68-Jährige Kühlewind tritt Tag für Tag mit der Gießkanne in seinem kleinen Paradies in Aktion. Ehefrau Regina unterstützt ihn tatkräftig.Das Ehepaar will noch einen Schmetterlingsflieder pflanzen. Für Insekten und Vögel. Diesmal möge es nicht vergessen, die Rechnung an die WBG zu leiten, gab ihnen Helbing auf den Weg. Das Rentnerpaar freut sich jeden Tag, wenn es auf sein Werk sieht. Die Vögel erblickt, die in der Oase immer heimischer werden, dort brüten und mit ihrem Gesang erfreuen. Wenn man so will: Ein bescheidenes aber letztlich bedeutsames Bemühen, künftigen noch extremeren Heißsommern schon vor unserer Haustür zu begegnen.
Kurt Frank


