Do, 21:02 Uhr
16.08.2018
VERSPROCHEN - GEBROCHEN
Theater um den AKS
Die Vertreter der Nordhäuser Stadt- und Kreisverwaltungen mahnen an: Bei den Diskussionen um die Probleme mit dem Theater und dem AKS solle man nichts vermischen. Der Äpfel- und Birnen-Vergleich wird gescholten. Deswegen verwenden die Verwaltungen intern den Oberbegriff: Obst = freiwillige Leistungen...
Im Gewirr von gebrochenen Wahlversprechen und ständigem Kampf zwischen Landratsamt und Stadtverwaltung kommt der Bürger nicht mehr hinterher. Und ist super frustriert. Die Mehrzahl der Nordhäuser Einwohner hat nämlich ganz andere Probleme und für das Eine und das Andere im Moment so gar kein Interesse.
Damit ich nicht falsch verstanden werde: Meine ersten Erinnerungen an Fußball und Motor (noch ohne West) Nordhausen datieren aus der Zeit, als Kombi Kleemann noch der Nordhäuser Theodor im Fußballtor war, Richard Eisfeld im Mittelfeld wie auch im wirklichen Leben keine kleinen Brötchen buk und Mittelstürmer Möller nicht wie der gleichnamige Andy über Madrid oder Mailand nachdachte, sondern einfach den Ball ins gegnerische Tor beförderte.
Wenn da der Rasen im AKS unbespielbar war, wanderten die Zuschauer zum Sportplatz am Schurzfell und wurden von den bereits umgezogenen Spielern beider Mannschaften mit dem Warmlaufen überholt. Waren beide Plätze unbespielbar, schallte die unverwechselbare Stimme von Manfred Klötzer durch die Stadtfunklautsprecher und beorderte die Zuschauer ins Stadion am Darrweg. Alles zusammen war einfach ein Hobby, Amateurfußball eben. Den Spielbericht gab es dienstags in der fuwo (Fußball-Woche). Wurde in der DDR-Liga schlechter gespielt als heute in der Regionalliga? Ich denke nein, höchstens etwas langsamer.
Meine ersten Erinnerungen an das Theater führen mich wieder in die Harmonie in der Promenadenstraße, das spätere Jugendklubhaus. Dort wurden für Kinder Märchen aufgeführt. Aber auch meine Eltern und deren Bekannte sahen dort Theater und fieberten gemeinsam dem Tag der Wiedereröffnung des richtigen Theaters entgegen. Ich erinnere mich gern an die Zeit der Musiktheaterinszenierungen von Wolfgang Jende und einen besonderen Platz nimmt die Generalprobe der Kinderoper Wasserkristall ein, die wir am 9.11.1989 sahen mit der unvergessenen Andra Fischer als Frau Scheuche.
Ich hoffe, mit diesen beiden Absätzen hinreichend kenntlich gemacht zu haben: Ich bin im Gegeneinander-Streit vollkommen unparteiisch und finde ihn absolut unnötig. Ich mag den AKS und das Theater. Und genau deswegen ist es nötig, so zu denken: Nimmt man Abstand von einem neuen Stadion für Nordhausen und damit für eine höherklassige Zukunft von Wacker, darf es auch keine 30 Millionen Euro Sanierung für das Theater geben. Die Zeit ist weiter gegangen, ob es einem nun gefällt oder nicht. Hin zum Profifußball, zu immer raffinierter ausgerüsteten Kinos, zu hochauflösendem Fernsehen mit vielerlei Gestaltungsmöglichkeiten.
Sportplatz- und Theaterbesucher gehen einem Hobby nach. Aber auch Nichtinteressierte von Beidem haben Hobbys. Ich weiß, jetzt kommen die Totschlagargumente: Sport ist Körperertüchtigung, Anregung zu gesunder Lebensweise und Theater ist Kultur.
Ich lese beispielsweise auch sehr gern. Meine Bücher muss ich aber auch selber bezahlen. Nun gut, ich könnte versuchen, in der Fehlplanung, einst genannt Kulturbibliothek, welche auszuleihen. Aber: Mein Tablett liegt meist nur 1 m entfernt, beinhaltet etwa 500 Werke von Klassik bis Krimi, hat jeden Tag 24 Stunden geöffnet, kann im Dunkeln gelesen werden und nicht zuletzt sind e-books immer deutlich billiger als gedruckte und federleicht. Jetzt mache sich bitte niemand lächerlich und sage: Bei der Grundsteinlegung dieses Prachtbaus habe man das noch nicht gewusst.
Etwas, was alle Nordhäuser unabhängig von ihren Hobbys nutzen, ist die Infrastruktur der Stadt. Mehr als 20 Jahre fehlt in Nordhausen ein Stadion. Das ist mehr als ein etwas größerer Fußballplatz. Wer etwas derartiges am Ort des AKS errichten will, sollte auf Altkanzler Helmut Schmidt hören und mit diesen Visionen zum Arzt gehen. Das erkennt man ohne Machbarkeitsstudie und bis in den AKS verlängerter Straßenbahnlinie nach höchsten drei Besuchen eines Regionalligaspiels.
Damit es hier nicht bald ein Mini-Genua gibt, sind 3 Brücken zu sanieren (Eine voll gesperrt, eine nur einspurig befahrbar, eine in der Tonnage begrenzt – von Ost nach West). Viele Straßen sind streckenweise in einem beklagenswerten Zustand.
Die alte Feuerwache zu beschreiben, erfordert Mut. Wenn man dabei Fehler macht, kann es sein, dass sie zusammenbricht, weil ein Kamerad beim Lesen vor Wut zu derb auf den Tisch gehauen hat.
Bäume bei der anhaltenden Trockenheit zu bewässern, ist ein Politikum und werden auf einem öffentlichen Platz ein paar Bänke aufgestellt, werden zurecht nur die Spender und nicht die verantwortlichen Verwaltungen bejubelt.
Wenn keine Steuergelder für Obst (siehe oben) übrig sind, ist das in einem reichen Land (laut Bundeskanzlerin) unverständlich. Nicht zu akzeptieren sind aber emotional begründete Unterscheidungen.
Verwaltungen sollen gemeinsam etwas möglich machen. Davon hat man offenbar weder im Landratsamt noch in der Stadtverwaltung je etwas gehört. Teamfähig scheint da niemand zu sein. In der freien Wirtschaft ……. Aber dann wäre ja in der Uferstraße wieder mehr los. (Für Ortsunkundige: Da steht das Arbeitsamt.)
Jürgen Wiethoff
Autor: redIm Gewirr von gebrochenen Wahlversprechen und ständigem Kampf zwischen Landratsamt und Stadtverwaltung kommt der Bürger nicht mehr hinterher. Und ist super frustriert. Die Mehrzahl der Nordhäuser Einwohner hat nämlich ganz andere Probleme und für das Eine und das Andere im Moment so gar kein Interesse.
Damit ich nicht falsch verstanden werde: Meine ersten Erinnerungen an Fußball und Motor (noch ohne West) Nordhausen datieren aus der Zeit, als Kombi Kleemann noch der Nordhäuser Theodor im Fußballtor war, Richard Eisfeld im Mittelfeld wie auch im wirklichen Leben keine kleinen Brötchen buk und Mittelstürmer Möller nicht wie der gleichnamige Andy über Madrid oder Mailand nachdachte, sondern einfach den Ball ins gegnerische Tor beförderte.
Wenn da der Rasen im AKS unbespielbar war, wanderten die Zuschauer zum Sportplatz am Schurzfell und wurden von den bereits umgezogenen Spielern beider Mannschaften mit dem Warmlaufen überholt. Waren beide Plätze unbespielbar, schallte die unverwechselbare Stimme von Manfred Klötzer durch die Stadtfunklautsprecher und beorderte die Zuschauer ins Stadion am Darrweg. Alles zusammen war einfach ein Hobby, Amateurfußball eben. Den Spielbericht gab es dienstags in der fuwo (Fußball-Woche). Wurde in der DDR-Liga schlechter gespielt als heute in der Regionalliga? Ich denke nein, höchstens etwas langsamer.
Meine ersten Erinnerungen an das Theater führen mich wieder in die Harmonie in der Promenadenstraße, das spätere Jugendklubhaus. Dort wurden für Kinder Märchen aufgeführt. Aber auch meine Eltern und deren Bekannte sahen dort Theater und fieberten gemeinsam dem Tag der Wiedereröffnung des richtigen Theaters entgegen. Ich erinnere mich gern an die Zeit der Musiktheaterinszenierungen von Wolfgang Jende und einen besonderen Platz nimmt die Generalprobe der Kinderoper Wasserkristall ein, die wir am 9.11.1989 sahen mit der unvergessenen Andra Fischer als Frau Scheuche.
Ich hoffe, mit diesen beiden Absätzen hinreichend kenntlich gemacht zu haben: Ich bin im Gegeneinander-Streit vollkommen unparteiisch und finde ihn absolut unnötig. Ich mag den AKS und das Theater. Und genau deswegen ist es nötig, so zu denken: Nimmt man Abstand von einem neuen Stadion für Nordhausen und damit für eine höherklassige Zukunft von Wacker, darf es auch keine 30 Millionen Euro Sanierung für das Theater geben. Die Zeit ist weiter gegangen, ob es einem nun gefällt oder nicht. Hin zum Profifußball, zu immer raffinierter ausgerüsteten Kinos, zu hochauflösendem Fernsehen mit vielerlei Gestaltungsmöglichkeiten.
Sportplatz- und Theaterbesucher gehen einem Hobby nach. Aber auch Nichtinteressierte von Beidem haben Hobbys. Ich weiß, jetzt kommen die Totschlagargumente: Sport ist Körperertüchtigung, Anregung zu gesunder Lebensweise und Theater ist Kultur.
Ich lese beispielsweise auch sehr gern. Meine Bücher muss ich aber auch selber bezahlen. Nun gut, ich könnte versuchen, in der Fehlplanung, einst genannt Kulturbibliothek, welche auszuleihen. Aber: Mein Tablett liegt meist nur 1 m entfernt, beinhaltet etwa 500 Werke von Klassik bis Krimi, hat jeden Tag 24 Stunden geöffnet, kann im Dunkeln gelesen werden und nicht zuletzt sind e-books immer deutlich billiger als gedruckte und federleicht. Jetzt mache sich bitte niemand lächerlich und sage: Bei der Grundsteinlegung dieses Prachtbaus habe man das noch nicht gewusst.
Etwas, was alle Nordhäuser unabhängig von ihren Hobbys nutzen, ist die Infrastruktur der Stadt. Mehr als 20 Jahre fehlt in Nordhausen ein Stadion. Das ist mehr als ein etwas größerer Fußballplatz. Wer etwas derartiges am Ort des AKS errichten will, sollte auf Altkanzler Helmut Schmidt hören und mit diesen Visionen zum Arzt gehen. Das erkennt man ohne Machbarkeitsstudie und bis in den AKS verlängerter Straßenbahnlinie nach höchsten drei Besuchen eines Regionalligaspiels.
Damit es hier nicht bald ein Mini-Genua gibt, sind 3 Brücken zu sanieren (Eine voll gesperrt, eine nur einspurig befahrbar, eine in der Tonnage begrenzt – von Ost nach West). Viele Straßen sind streckenweise in einem beklagenswerten Zustand.
Die alte Feuerwache zu beschreiben, erfordert Mut. Wenn man dabei Fehler macht, kann es sein, dass sie zusammenbricht, weil ein Kamerad beim Lesen vor Wut zu derb auf den Tisch gehauen hat.
Bäume bei der anhaltenden Trockenheit zu bewässern, ist ein Politikum und werden auf einem öffentlichen Platz ein paar Bänke aufgestellt, werden zurecht nur die Spender und nicht die verantwortlichen Verwaltungen bejubelt.
Wenn keine Steuergelder für Obst (siehe oben) übrig sind, ist das in einem reichen Land (laut Bundeskanzlerin) unverständlich. Nicht zu akzeptieren sind aber emotional begründete Unterscheidungen.
Verwaltungen sollen gemeinsam etwas möglich machen. Davon hat man offenbar weder im Landratsamt noch in der Stadtverwaltung je etwas gehört. Teamfähig scheint da niemand zu sein. In der freien Wirtschaft ……. Aber dann wäre ja in der Uferstraße wieder mehr los. (Für Ortsunkundige: Da steht das Arbeitsamt.)
Jürgen Wiethoff


