Fr, 12:31 Uhr
27.07.2018
Neuzugang für das IFA Museum
Die alte Dame vom Abstellgleis
Rüstige 82 Jahre ist sie alt, rund sieben Tonnen schwer und ein echtes Unikat - am IFA Museum Nordhausen begrüßte man heute mit der "kleinen Rüma" einen besonderen Neuzugang im musealen Fuhrpark...
Zwei glückliche Technikfreunde - Volker Lange (rechts) übergibt Wilfried Geiger vom IFA Museum seine "kleine Rüma" (Foto: Angelo Glashagel)
Eigentlich war das Ende der kleinen Lok so gut wie besiegelt. Ein Frostschaden am Motor hatte sie buchstäblich auf das Abstellgleis geschickt. Die Natur hatte von der "Rüma" fast vollständig Besitz ergriffen, als Volker Lange aus Großbösna das Kleinod in jungen Jahren auf einem alten Bahnhof bei Leipzig fand. Nur noch die vergleichsweise kleinen Räder der Lok waren zusehen, das Interesse des jugendlichen Eisenbahnenthusiasten war geweckt.
1936 war die Rangierlok vom Typ LD 2 in Nordhausen vom Band gelaufen. Der "liegende Diesel" mit einem Zylinder bringt gute 20PS auf die Schiene und wird vor allem genutzt um Waggons zu verschieben. Nur eine Hand voll der Maschinen wurden in der Normalspur-Variante von der Firma Ohrenstein und Koppel am Nordhäuser Standort hergestellt, zwischen 20 und 30 Fahrzeugen insgesamt, erzählt Wilfried Geiger vom IFA-Museum Nordhausen, ein Fund der die Herzen von Eisenbahn- und Technikfreunden höher schlagen lässt.
In Deutschland sei die Maschine heute einzigartig, erzählt Volker Lange, lediglich in Italien hat er nach langen Recherchen eine weitere Lok der Baureihe ausfindig machen können, allerdings nicht in dem Zustand, in dem er seine Rüma restaurieren ließ. 1989 entscheidet sich Lange die Lok endgültig zu retten. An einem Oktobertag findet das schwere Gerät in seinem Garten eine neue Heimat. Von der Straße gut einsehbar wird die Bahn bald zu einem kleinen Publikumsmagneten. Um 2010 werden auch die Museumsfreunde aus dem alten IFA Standort Nordhausen auf Langes Kleinod aufmerksam.
Es folgten viele gegenseitige Besuche, man hat sich über die Jahre kennen und schätzen gelernt. "Herr Langes Anliegen ist auch unser Anliegen, wir wollen die alte Technik der Nachwelt erhalten und sie zu präsentieren", sagt Wilfried Geiger.
Heute Nachmittag kehrte die "kleine Rüma" nun nach Nordhausen zurück. Mittels Kran wurde die Eisenbahn vom Anhänger auf die Schiene gehoben. Die Verbindung zu Nordhausen und seiner Geschichte beschränkt sich derweil nicht nur auf den Produktionsstandort. "Auf einigen alten Fotografien von Werner Steinmann kann man sehen das Loks der LD 2 Variante nach dem Krieg in Nordhausen als Trümmerloks eingesetzt wurden", erläutert Geiger, den Bildbeweis in der Hand. Das waren allerdings die Schmalspur-Ausführungen der LD 2, von denen rund 1.500 Stück produziert worden.
Der Neuzugang ist und bleibt etwas besonderes, ein Unikat das noch einmal vor dem Zahn der Zeit gerettet werden konnte. Ihre neue Heimat liegt nun nur wenige Meter von ihrem "Geburtsort" zurück. Im Lokschuppen des Museums wird die LD 2 während der Öffnungszeiten in Zukunft zu sehen sein. Wenn das aktuelle Restaurationsprojekt der alten IFA-Tüftler abgeschlossen ist, will man auch an die "Rüma" noch einmal Hand anlegen. Rollen kann sie schon, vielleicht wird sie bald auch wieder "schnaufen".
Angelo Glashagel
Autor: red
Zwei glückliche Technikfreunde - Volker Lange (rechts) übergibt Wilfried Geiger vom IFA Museum seine "kleine Rüma" (Foto: Angelo Glashagel)
Eigentlich war das Ende der kleinen Lok so gut wie besiegelt. Ein Frostschaden am Motor hatte sie buchstäblich auf das Abstellgleis geschickt. Die Natur hatte von der "Rüma" fast vollständig Besitz ergriffen, als Volker Lange aus Großbösna das Kleinod in jungen Jahren auf einem alten Bahnhof bei Leipzig fand. Nur noch die vergleichsweise kleinen Räder der Lok waren zusehen, das Interesse des jugendlichen Eisenbahnenthusiasten war geweckt.
1936 war die Rangierlok vom Typ LD 2 in Nordhausen vom Band gelaufen. Der "liegende Diesel" mit einem Zylinder bringt gute 20PS auf die Schiene und wird vor allem genutzt um Waggons zu verschieben. Nur eine Hand voll der Maschinen wurden in der Normalspur-Variante von der Firma Ohrenstein und Koppel am Nordhäuser Standort hergestellt, zwischen 20 und 30 Fahrzeugen insgesamt, erzählt Wilfried Geiger vom IFA-Museum Nordhausen, ein Fund der die Herzen von Eisenbahn- und Technikfreunden höher schlagen lässt.
In Deutschland sei die Maschine heute einzigartig, erzählt Volker Lange, lediglich in Italien hat er nach langen Recherchen eine weitere Lok der Baureihe ausfindig machen können, allerdings nicht in dem Zustand, in dem er seine Rüma restaurieren ließ. 1989 entscheidet sich Lange die Lok endgültig zu retten. An einem Oktobertag findet das schwere Gerät in seinem Garten eine neue Heimat. Von der Straße gut einsehbar wird die Bahn bald zu einem kleinen Publikumsmagneten. Um 2010 werden auch die Museumsfreunde aus dem alten IFA Standort Nordhausen auf Langes Kleinod aufmerksam.
Es folgten viele gegenseitige Besuche, man hat sich über die Jahre kennen und schätzen gelernt. "Herr Langes Anliegen ist auch unser Anliegen, wir wollen die alte Technik der Nachwelt erhalten und sie zu präsentieren", sagt Wilfried Geiger.
Heute Nachmittag kehrte die "kleine Rüma" nun nach Nordhausen zurück. Mittels Kran wurde die Eisenbahn vom Anhänger auf die Schiene gehoben. Die Verbindung zu Nordhausen und seiner Geschichte beschränkt sich derweil nicht nur auf den Produktionsstandort. "Auf einigen alten Fotografien von Werner Steinmann kann man sehen das Loks der LD 2 Variante nach dem Krieg in Nordhausen als Trümmerloks eingesetzt wurden", erläutert Geiger, den Bildbeweis in der Hand. Das waren allerdings die Schmalspur-Ausführungen der LD 2, von denen rund 1.500 Stück produziert worden.
Der Neuzugang ist und bleibt etwas besonderes, ein Unikat das noch einmal vor dem Zahn der Zeit gerettet werden konnte. Ihre neue Heimat liegt nun nur wenige Meter von ihrem "Geburtsort" zurück. Im Lokschuppen des Museums wird die LD 2 während der Öffnungszeiten in Zukunft zu sehen sein. Wenn das aktuelle Restaurationsprojekt der alten IFA-Tüftler abgeschlossen ist, will man auch an die "Rüma" noch einmal Hand anlegen. Rollen kann sie schon, vielleicht wird sie bald auch wieder "schnaufen".
Angelo Glashagel















