eic kyf msh nnz uhz tv nt
Fr, 22:30 Uhr
20.07.2018
Vom Windrad in den Tank

Startschuss für Strom-Tankstelle

Wer elektrisch unterwegs sein will, der muss wissen wo man im Fall der Fälle "tanken" kann. Die Dichte an Ladestationen nimmt zwar stetig zu, für die Alltagstauglich im bundesweiten Verkehr reicht es aber noch nicht. In Nordhausen will man demnächst erste Schritte unternehmen um das zu ändern. Mit einer klassischen Tankstelle und ein paar guten Ideen...

Vom Windrad in den Tank - Europas erste Stromtankstelle entsteht in Nordhausen (Foto: Intrasol) Vom Windrad in den Tank - Europas erste Stromtankstelle entsteht in Nordhausen (Foto: Intrasol)

Fünf Zapfsäulen für Pkw, eine weitere für Bus und Lkw - wenn der "Ladepark Nordhausen" ans Netz geht, dann soll vieles an eine klassische Tankstelle erinnern. Vieles, aber nicht alles.

Anzeige Refinery (lang)
Da ist zum einen die Technik. In den "Tank" kommen hier keine fossilen Brennstoffe sondern Wind- und Sonnenenergie, entweder direkt vom Dach der Anlage oder von den Windrädern über Nordhausen. Fünf mal, über den Daumen gepeilt, muss sich das Windrad drehen, dann hat es genug Strom für die volle Ladung eines aktuellen Elektrofahrzeugs produziert, erklärte Dr. Heiko Rüppel von der Firma Enercon. Die Windradhersteller haben sich zusammen mit dem Nordhäuser Elektro-Start-Up Intrasol, den Stadtwerken, der Hochschule, dem Windradbetreiber Energiequelle und der Energiegenossenschaft Helmetal auf den Weg gemacht um den nächsten Schritt auf dem Weg zu mehr Elektromobilität auf Deutschlands Straßen zu tun.

Neben der Firma Intrasol sind auch die Enercon, die Nordhäuser Stadtwerke, die Hochschule und weitere Partner an dem Projekt beteiligt (Foto: Angelo Glashagel) Neben der Firma Intrasol sind auch die Enercon, die Nordhäuser Stadtwerke, die Hochschule und weitere Partner an dem Projekt beteiligt (Foto: Angelo Glashagel)

Der Ladepark wäre die erste größere Stromtankstelle in Europa, erklärt Sebastian Kupfer von Intrasol, in China seien derartige Anlagen bereits unumgänglich geworden und um einiges umfangreicher, letztlich aber weniger durchdacht als das deutsche Modell. Verbaut wird nagelneue Ladetechnik, welche die derzeit noch sehr langen und unpraktischen Ladezeiten deutlich verringern könnte. Mit einer Leistung von bis zu 350kW sollen zwischen Ankunft und Abfahrt nur noch 10 bis 20 Minuten liegen, je nach Art des Fahrzeugs und dem Ladestand der Batterie.

Für Elektro-Enthusiasten heißt es also auch weiterhin warten bis es weiter geht, aber nicht mehr so lange wie bisher. Ein gewisser Grad an Wartezeit sei in der Elektromobilität nicht zu verhindern, die Grenzen sind physikalischer Natur. Deswegen soll es neben den Zapfsäulen für die Nutzer diverse Angenehmlichkeiten geben: WLAN für die Großen, einen Spielplatz rund um erneuerbare Energien für die Kleinen, Snacks und Getränke und Kartenzahlung statt umständlicher Mitgliedschaft beim Betreiber der Ladestelle. Bis 2022 sollen in ganz Deutschland rund 220 solcher Ladeparks entstehen, der Nordhäuser Standort in der Straße Am Krug wäre der erste in der Reihe.

"Wie bei einer klassischen Tankstelle wird es eine Anzeigetafel mit den aktuellen Preisen geben. Wir überlegen derzeit noch ob wir die Preise von den aktuellen Bedingungen abhängig machen. Bei viel Sonner oder viel Wind wäre das tanken dann entsprechend billiger", erläuterte Sebastian Kupfer.

Und man weiß am Ende wo die Energie herkommt: von einem Hügel nur ein paar hundert Meter Luftlinie entfernt. Die Windräder auf den Hügeln hinter Sundhausen produzieren im Jahr rund 8 Mio. Kilowattstunden bei einer Auslastung von 80% über das Jahr, für die Windradbetreiber ein profitabler Standort mit guter Leistung.

Man könne nicht von heute auf morgen alle alten Kraftwerke abschalten, meint Dr. Rüppel, sehr wohl aber die schmutzigsten Kraftwerke nach und nach abschalten und durch erneuerbare Energiequellen ersetzen. Ein weiterer Schritt die "Erneuerbaren" im Energiemarkt Salonfähiger zu machen, wäre neue Speichertechnik. Doch ehe man die tatsächlich brauche, könnten wohl noch 30 Jahre ins Land gehen. Die Elektromobilität ist da schon weiter, der "Ladepark Nordhausen" soll schon in einem guten Jahr eröffnet werden.
Angelo Glashagel
Energie für den Tank - direkt vom Windrad über Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Energie für den Tank - direkt vom Windrad über Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Energie für den Tank - direkt vom Windrad über Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Energie für den Tank - direkt vom Windrad über Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Energie für den Tank - direkt vom Windrad über Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Energie für den Tank - direkt vom Windrad über Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Energie für den Tank - direkt vom Windrad über Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Energie für den Tank - direkt vom Windrad über Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
NDH80
21.07.2018, 00:09 Uhr
Ladepark
Und wo soll der Ladepark eröffnet werden? Oder hab ich das überlesen?
der_böhse_onkel
21.07.2018, 07:14 Uhr
Ja... & zwar "Am Krug"
Bzw. "Im Krug" steht auf der Map - das ist bei McDonalds.
Kritiker86
21.07.2018, 10:22 Uhr
Das....
hört sich zu schön an um wahr zu sein. Aber das ganze geht auf jedenfall in die Richtige Richtung. Ich persönlich setzte auch bei Rasenmäher und co. auf Akku. Und bin nicht enttäuscht. Die Umwelt wird es uns danken und die Erde können wir so ein bißchen weiter erhalten. Was der Klimawandel bewirkt erleben wir derzeit. Weiter so tolle Idee, bloß die Elektroautos müssen preiswerter werden, dann kommt das auch ins Rollen. Und ne viertel Stunde Beine vertreten ist ja auch nicht so schlimm.
Thüringen-Mann
21.07.2018, 14:52 Uhr
E-Auto Strom-Tankstelle
So lange wie ich noch Lebe schaffe ich mir kein E-Auto an, Basta !!!
Eckenblitz
21.07.2018, 16:22 Uhr
Wie teuer....
wird das aufladen einer Batterie, sagen wir bei einer leeren Batterie?
echter Nordhaeuser
21.07.2018, 17:22 Uhr
Klasse Idee!
Einmal Vollladen, reicht dann für den Berufsverkehr für einen Monat.( 15km*20 Arbeitstage gleich 300 km, Kosten ca. 40 kW*0,22 Cent, wenn mann nicht bei der EVN ist,(aktueller Preis EVN ca. 0,30 Cent) also ca. 8,80 €. Ohne EVN.
Wichtig , nicht die EVN mit einbeziehen, die sind echt teuer!!
Gibt's da noch Fragen? Nissan Leaf, Renault Zoe , Hyundai und Kia Electric warten auf uns.
Viel Glück mit dem Vorhaben!
Wolfi65
21.07.2018, 18:39 Uhr
Ja bin ich denn im falschen Film?
Bei der letzte Eröffnung zum Thema E-Auto, waren fast nur kritische Zeilen zu lesen. Jetzt die Wende zum E-Auto hin. Ich bin angenehm überrascht. Es gibt doch noch gebildete Mitmenschen, welche eine Stufe weiter denken können. Prima weiter so!
Pe_rle
21.07.2018, 18:55 Uhr
E-Tankstelle
wenn ich das Bild oben richtig deute,müssen dann ja wohl Kleingärtner vertrieben werden!!!!!!!
RWE
21.07.2018, 20:01 Uhr
Grüne Träumereien
Wie lange dauert ein Ladezyklus an diesen sogenannten Tankstellen?? Werden sicher schöne Staus. Wer bestimmt den Strompreis?? EVN geht nämlich wirklich nicht. Und nicht jeder hat ein Grundstück zur Verfügung um das Auto nachts aufladen zu können. Außerdem habe ich Zweifel, daß das unser Stromnetz, also die Leitungen, bewätigen können. Einen Tesla als Firmenwagen zum Protzen, oder bald einen NIO als Stadtwagen, wo die Akkus auswechselbar sind. Aber nie und nimmer eine Familienkutsche auf dem Weg in den Urlaub. Oder ein Vertreter, der nur auf der Autobahn arbeitet.
Paul
21.07.2018, 22:33 Uhr
E-Auto
Bei all dieser sehr übertriebenen Euphorie hier um die E-Kisten, mal so ganz nebenbei bemerkt ist die Herstellung -eines- E-Autos wesentlich schädlicher als der Gebrauch eines ganz normalen Dieselautos. Laut ADAC Studie (Bekanntgabe vor ca. 8 Wochen) kann man ein Dieselauto etwa - 2 Jahre - fahren um auf die selbe Umweltbelastung zu kommen wie sie bei der Produktion eines E-Autos anfallen !!! Und wer kommt eigentlich laufend auf diesen Schwachsinn, nur weil jetzt alle E-Autos fahren wird die Umwelt besser ? Da müßten auch alle Flugzeuge, Kreuzfahrtschiffe, Containerschiffe ect. ect. ect.... mit einem E-Motor fahre o. fliegen .... oder wie ???
Und warum investiert man nicht in eine viel billigere und wesentlich effektievere Alternative wie - Wasserstoff - ? Hat man übriegens schon zu DDR - Zeiten erprobt und mit erfolg. Im früheren Robur - Werk.
Psychoanalytiker
21.07.2018, 23:08 Uhr
Alternative Energien
Schön, diese E-Autos. 250 km Reichweite bringen einen schon mal ans andere Ende von Thüringen, nach Gera oder so. Sollte man aber nachts, bei Hitze oder mit Musik fahren wollen, dürfte man so bis kurz hinter Eisleben kommen, dann heißt es Strom tanken. Alternativ könnte tatsächlich Wasserstoff der Antrieb von "morgen" werden. Den gab es schon einmal "gestern", bei Luftschiffen. Nur das ging gründlich daneben. Ein kleiner Funke genügte, und die "Hindenburg" ging in Flammen auf. Wasserstoff wurde danach kaum noch genommen, jetzt will man es bei Autos versuchen.

Ich glaube nicht, dass in absehbarer Zeit wirkliche Alternativen zu Benzin oder Diesel zum Einsatz kommen werden. Es wird natürlich geforscht, aber noch sind E-Antriebe samt Herstellung und Entsorgung von Akkus, sowie die Art der Stromgewinnung umwelttechnisch mehr als problematisch, das ist derzeit meine Meinung. E-Fahrzeuge ergeben für mich erst einen Sinn, wenn ich ohne "Tankstelle" die Ostsee bequem erreiche...
osmosemike
22.07.2018, 00:35 Uhr
Strompreis
Der Strompreis den man im Momment in einem Privatem Haushalt zahlt, hatt und wird nichts mit dem "Fahrstrompreis" zu tun haben. Ich gehe eher von Preisen um ca. 0.60ct je KW aus den man an einer solchen Tankstelle Zahlen muss. Wer das Privileg hat ein Eigenheim zu besitzen ist da natürlich jetzt noch besser drann. Dies allerdings nur in der übergangsphase da der Staat sich auch für diese Leute eine Möglichkeit ausdenkt Ihnen das Geld zu nehmen. Unterm strich gehe ich von etwa den selben Kosten aus die aktuell für Diesel und Benzin getriebene Fahreuge je KM Fahrstrecke gezahlt werden müssen. ( Zzg natürlich der Jährlichen Teuerungrate von ca. 1.5%). Bitte nicht falsch verstehen ich bin auch für einen umstieg auf Elektro Mobilität. Wenn er denn Ökologische vorteile bringt. PS: ich habe sicher tausende Fehler im Text ich bitte dies zu entschuldigen.
Schlaubert
22.07.2018, 09:21 Uhr
Für Privat rechnet sich das nicht .
Erst einmal benötigt man das entsprechende KfZ .
Diese beginnen bei knapp 30000,- € für eine "normale" untere Mittelklasse . Dazu die Ladeeinrichtung für zu Hause die bei ca. 1000,-€ liegt .
Dann benötigt man die Ladekarten die abhängig von den Anbietern eine Grundpreis von ca.8,- € haben zzgl. des Stromes den man benötigt , andere Anbieter haben Ladeflatrates wo man schnell mal 30,-€ oder auch mehr hin legt.
Blueman
22.07.2018, 09:23 Uhr
Gefühle
Nach ca. 2 Jahren (oder 50000-80000 km) ist das E-Auto was den Energieaufwand für die Herstellung und Betrieb angeht günstiger als Diesel oder Benziner. Das wird sich auch verbessern in Zukunft. Und so oft wie die Leute hier an die Ostsee oder nach Italien fahren, ist das bestimmt auch schon nach einem Jahr der Fall.

Wasserstoff ist nur eine Alternative zur Batterie. Der antrieb bleibt der Elektromotor. Allerdings muss man dafür eine komplett neue Infrastruktur schaffen. Entweder ein Wasserstoffnetz oder es mit Tanklastern transportieren. Außerdem wird Wasserstoff per Elektrolyse hergestellt. Braucht man auch Strom. Der Wasserstoff wird unter Hochdruck gespeichert (>200 bar). Braucht man viel Strom zu und ist absolut ineffizient. Die Brennstoffzellen mag auch nicht kalt und braucht eine bestimmte Betriebstemperatur. Auohat sie auch nur eine begrenzte Lebensdauer und ist teuer.

Der Elektronikanteil wird glaube ich im Vergleich zum verbrenner nicht merklich steigen. Und wer kann denn heute noch ohne Diagnosegerät und Spezialwerkzeug sein Auto reparieren?

Und nicht zuvergessen das wir mit dem umstieg auf die Elektromobilität die umweltfreundliche Ölförderung aufgeben.
Liane Enzinger
22.07.2018, 09:49 Uhr
Typisch NDH: schlechte Rad und Wanderwege, super ETankstelle
Anstatt die Rad und Wanderwege sowie die Gehwege in Ordnung zu bringen, wird in dieser Stadt eine bombastische E Tankstelle geplant. Verkehrspolitik von vorgestern, die auf kurzfristige und ökologisch fragwürdige Hypes setzt. Typisch für die Politik in Nordhausen.

Hier ein Beitrag der linksliberalen Frankfurter Rundschau, der viel Wahrheit enthält:

https://lmy.de/RtcoB
henry12
22.07.2018, 10:36 Uhr
Ladepark Nordhausen
Wie hoch ist denn eigentlich die Investition für den Ladepark
und wie viele Fahrzeuge müssen für eine Kostendeckung aufgeladen werden. Gab es Fördermittel ? Existiert überhaupt ein Markt für so ein Objekt b.z.w. ein Potential dafür ?
Oder werden Tatsachen geschaffen und Betreiber stellen als nächstes ihre Flotten um auf E Autos in NDH und Umgebung ?
Wirken sich die technischen Werte aus auf die Menschen in der
Umgebung ?
Hoffentlich hört nach Abtritt von der Merkel auch dieser
EnergieWendeBetrug auf und wir können zur Normalität zurück
kehren.
Paul
22.07.2018, 11:22 Uhr
Schlaubart
Da muß ich Ihnen wirklich Recht geben. Denn das sind die Kosten,außer der sehr hohe Kaufpreis, an die viele nähmlich nicht denken. Und wie auch angeführt, weiß ja bis jetzt noch niemand wie dann sich die Strompreise für`s E-Fahren entwickeln. Zudem muß man ja auch noch einen monatlichen Mietpreis für die Batterien bezahlen der momentan im Durchschnitt so bei etwa 70 € beträgt. Also E-Auto ist keine Alternative. Und dann nehme man mal die Skandinavischen Länder wo sehr viel einsame "Wildnis" ist. Und für die Leute die da leben dürfte sowas mit Sicherheit kein Ersatz sein.
Holger18
22.07.2018, 11:40 Uhr
Ihre Argumentation @Doerfler
erinnert mich doch stark an zahlreichen Bedenken, die vor 150 Jahren dem Eisenbahnverkehr entgegengebracht wurden: Ständig würden Tiere totgefahren und den Passagieren staut sich ab 45 km/h das Blut so im Nacken, dass sie alle qualvoll sterben müssen.
Aber im Ernst: jede Energieform hat einen Flächenbedarf: Solarmodule oder Windkraftanlagen genauso wie Stauseen für Wasserkraft, Braunkohletagebau oder Uranförderung (siehe die Ewigkeitslast Abraumhalden der Wismut) - so sie die letzeren beiden schon einmal in Augenschein genommen haben, fällt die Entscheidung eigentlich ziemlich leicht...
Paul
22.07.2018, 20:38 Uhr
henry12
Sehr gut henry12. Die ewige Määr von der E-Mobilität ist so ermüdend und so eintönig. Und ja ich denke wenn die Merkeln erst mal abgetreten ist dann ist sowieso Ruhe mit der Euphorie. Naja man muß den Automonopol nur genügend Geld anbieten, dann wird alles für gut geheißen. Man könnte ja auch in wesentlich billigere und viel effizientere Möglichkeiten investieren. Aber ich schätze da verdienen unsere Autokonzerne zu wenig. Ich wünsche mir das die milliarden die da verschwendet werden, daß die, und das werden sie, im Fiasko enden. Und unberechtigt ist natürlich nicht die Frage ob sich diese "Groß-Investition" überhapt lohnt oder sinnlos Steuergelder verschwendet werden? Naja gibt ja auch sonst keine Probleme in NDH als jetz unbedingt `ne Stromtankstelle zu bauen.
Aber vieeleicht hängt das ja auch damit zusammen, das ja vom Auto-Peter-Haus ja ein neues Autohaus extra nur für E-Autos baut?? Na ist doch denkbar oder??
Kartoffelschäler
22.07.2018, 22:52 Uhr
Tankstelle
Das ist doch mal schön, dass in Nordhausen solch ein Projekt gewagt wird. Da die Frage schon ein paar Mal kam: Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird das Projekt vom Staat gefördert. Jetzt mit schlechten Gehwegen anzukommen ist wirklich unpassend und zeugt wieder nur von Neid.

Zum Thema Akku. Ich bin mir sicher, dass bereits mehrere Institute an umweltfreundlicheren Batterien forschen. So schnelllebig wie die Welt geworden ist, kommt in den nächsten Jahren bestimmt etwas auf den Markt. Darüber hinaus möchte ich kurz erwähnen, dass es so gut wie keinen Interessiert hat was mit den Lithium-Ionen-Akkus aus Handy passiert, aber jetzt bei dem E-Auto müssen diese sich dafür rechtfertigen. Dasselbe gilt für CO2 Bilanz. Ich habe vor den E-Autos nie jemand über den CO2 Ausstoß bei der Herstellung von "normalen" Autos sprechen gehört. Jetzt ist das plötzlich wichtig. Ähnlich ist das bei erneuerbaren Energieträgern. Das bei dem Kohleabbau Familien Zwangsumgesiedelt worden sind oder wie viele Tiere z.B. bei dem Deepwater Horizon Unfall verreckt sind, scheint egal zu sein. Aber wehe ein Vogel fliegt gegen das Rotorblatt einer Windkraftanlage und plötzlich ist Holland in Not.

Übrigens Herr Paul,
das interessiert mich jetzt wirklich mal. Welches sind denn diese wesentlich billigeren und viel effizienteren Möglichkeiten?
Herr Schröder
23.07.2018, 08:38 Uhr
Ewiges Nordhäuser Genöle!
Ich wünsche den Machern maximale Erfolge. Möge ihr Mut belohnt werden. Nur mit Mut und Gründergeist kann Neues entstehen. Lasst euch von dem Ewigen Nordhäuser Genöle nicht unterkriegen. Das hat hier Tradition. Alles Neue wird erst mal von einigen Bedenkenträgern zerredet.

Viel Erfolg Euch!!!
Liane Enzinger
23.07.2018, 10:06 Uhr
Herr Schröter möchte Jubelkommentare?!
Werter Herr Schröter, an Hand Ihrer Kommentare vermute ich Sie als stark eingebunden ins “Nordhäuser System“. Das ist nicht das eigentliche Problem, denn dort lässt es sich vortrefflich leben.

Das eigentliche Problem ist aber, daß sie alle die abwatschen, die Dinge hinterfragen. Sie wünschen sich eine ausschließlich positive Berichterstattung.
Das gabs aber schonmal mit den SED Zeitungen bzw. In der Literatur mit dem “sozialistischen Realismus“. In sofern: Mit sozialistischen Grüßen

Liane Enzinger, M.A.
Leo 1A5
23.07.2018, 10:11 Uhr
Die Zukunft ...
wäre meiner Meinung nach eine Symbiose aus Elektro und Benzin für Private PKW !

Ein mit einem 1000ccm Benzinmotor (82PS) gekoppelter Elektromotor der über die Sonnenenergie aufgeladen wird durch Solarzellenflächen auf dem Autodach aber auch per Steckdose geladen werden kann (Bewölkung/Winter)! Das Fahrzeug läuft max. 135km/h und tankt bei Sonnenschein während der Fahrt zusätzlich Energie durch die Platten auf dem Fahrzeugdach deshalb Geschwindigkeisbegrenzung!

Der Benzintank hat einen Inhalt von ca. 35L Benzin und reicht für ca. 400 km im reinem Benzin Betrieb + einer Reichweite von 200-400km mit elektrischen Antrieb durch Akkumulator der entweder vorher durch Steckdose oder bei Sonnenschein durch das Parken des Kfz aufgeladen wird, zusätzlich lädt das Fahrzeug während der Fahrt
(Sommer/Autobahn) den Akku während des fahren zu.

Unsere Autoindustrie könnte sowas sicher bauen aber solange kein Zwang dahinter ist wird lieber geschummelt und ein Spaß Diesel gebaut (3.0 TDI etc.)

Für Busse bzw. LKW würde ich das ganze mit einem Dieselmotor kombinieren (Solarzellenflächen auf den Trailern/Aufliegern und gekoppelt mit der Zugmaschine (zusätzlicher Stecker) die die Energie an die Betriebseinheit abgeben.

Behördenfahrzeuge(Polizei/Feuerwehr etc.) würde ich Aufgrund von Sicherheit Außen vor lassen!

und Dörfler hat Recht das ganze muss auch recycelbar sein!

Übrigens würde das System auch bei Zügen und Schiffen funktionieren nur bei Luftfahrzeugen würde ich einen anderen Weg gehen.

Ich würde das Flugboot Dornier Do X neu erfinden mit einer Kapazität von 600-800 Passagieren das in ca 25m über dem Mehr fliegt und den Bodeneffekt nutz bzw. auf Luftschiffe moderner Bauart setzten zum Lufttransport ( 200to Gütertransport)

Containerschiffe hätten einen kombinierten Antrieb aus Solar/Diesel und Segelantrieb.

Alte Diesel ohne Partikel-filter in LKW/Traktoren-bereich würde ich nur noch zulassen für Oldtimer,Kleinbauern etc. wenn die Fahrzeuge vor 2000 ihre Erste Typenzulassung hatten und alle Neufahrzeuge müssen diese Kriterien erfüllen (Kombi-antrieb etc.)
Bodo Bagger
23.07.2018, 10:42 Uhr
Wie es sich jetzt schön gerechnet wird...
das energetische Equivalent zu einem Liter Ottokraftstoff oder Diesel wird nach flächiger Einführung der Elektromobilität mindestens genau so viel kosten wie eben diese.

Warum? Ganz einfach, weil der Staat nicht auf die sprudelnden Steuereinnahmen aus der Minaralölsteuer verzichten kann und wird. Derzeit wird ein Liter Ottokraftstoff bei einem Basispreis von 1,45€/l mit 86cent Mineralölsteuer und 19% Märchensteuer beaufschlagt. Selbiges muss zwangsläufig dann auch an der Stromtankstelle erfolgen, nur dass dort dann noch zusätzlich die EEG Umlage dazukommen.
Am Ende wird dann auch die private Stromtankstelle nicht davon ausgenommen werden und der Eigenverbrauch an Mobiltätsstrom wird ebenso besteuert werden.

Im übrigen ist der ganze Artikel eine nett anzuschauende Werbebrochüre des vermutlichen Sponsors Enercon. Soll hier der Nordhäuser Bevölkerung ein weiterer Windpark auf den hiesigen Gemarkungen schmackhaft gemacht werden, garniert mit phantasievollen Auslastungszahlen von 80%?

Derzeite seriöse Auswertungen und Studien zu den Auslastunggraden sprechen bei Onshore Wind von 1500 bis 2500 Volllaststunden im Jahr, was basierend auf 8600 möglichen Stunden einem Ausnutzungsgrad von 17% bis 29% entsprich. Selbst Anlagen nach Repowering bringen Onshore maximal 35% Auslastungsgrad. Das Bundesumweltministerium sieht dort derzeit 30%.

http://www.forschungsradar.de/uploads/media/AEE_Dossier_Studienvergleich_Volllaststunden_juli13.pdf

Da einige Kommentatoren hier mit staatlicher Förderung argumentiern. Diese staatliche Förderung erfolgt auf Basis von Steuergeldern, ebenso wie die beteiligte Firma Mobee, die nur dank sprudelnder Fördergelder aus Erfurter Landen funktioniert. Im übrigen wird auch diese Elektrotankstelle den fehlender Speicher nicht ersetzen können, es sei denn der geneigte E-Fahrer wird von Staatswegen gezwungen, seinen PKW dann als Speichermedium zur Verfügung zu stellen. Ansonsten müsste die Tankstelle, wenn diese nur aus Ökostrom gespeist werden soll, wie angeklungen ebenfalls einen Speicher besitzen um dann zwischengespeicherte Energie auf den nächsten Speicher zu übertragen... inklusive der entsprechenden Verluste.

Der derzeit einzige energetsich halbwegs sinnvolle Weg von Zwischenspeicherung von volatiler Wind und Solarenergie für über die PtG Technologie in Form von aus Umgebungsluft gewonnenen Kohlenwasserstoffen. Zumal hier auch nicht die bereits exisitierende Infrastruktur in Form von Verbrennungsmotoren geändert werden muss.
Herr Schröder
23.07.2018, 11:34 Uhr
Liane Enzinger
Sie nerven mit ihren ständigen Behauptungen vom so genannten Nordhäuser System. Ich habe ihnen das auch gefühlte hundert Mal schon verneint! Aber sie agieren hier getreu dem Motto, wenn ich etwas Falsches hier immer mehr verbreite wird es sicher irgendwann richtig, oder?!
Zum Thema, nein ich wünsche mir keine Jubelkommentare wie in DDR Zeiten. Aber ich freue mich darüber wenn junge Leute innovativ sind und ihre Ideen gemeinsam mit entsprechenden Netzwerken versuchen auch umzusetzen. Andere zerreden hier alles. Natürlich koset das Geld und sicher wird es auch Fördergelder geben. Mir sind diese Gelder aber allemal lieber, als wenn das Geld beispielsweise in nicht zielführende politische Projekte von RRG fließt.
Andreas Dittmar
23.07.2018, 12:14 Uhr
Sportliche Schätzungen...
Ist mit den Windkrafträdern auf dem Hügel, der ein paar hundert Meter entfernt zu sehen ist, der Windpark Nentzelsrode gemeint ? Das sind 5 km Luftlinie. Die installierte Leistung liegt aktuell bei 4600 kw . Da kann man schon 10 Säulen betreiben. Da müssen aber bestimmt auch neue Stromleitungen verlegt werden.....
Bodo Bagger
23.07.2018, 12:24 Uhr
bleibt die Frage,
wie der Betreiber garantieren will, dass bei 35% Auslastung sichergestellt wird, dass das ökosuperduper E-Auto, was es ja auch nicht ist, dann nur immer Ökostrom zum tanken bekommt.

Oder herrscht dann wieder der übliche planwirtschaftliche Mangel und an der E-Tanke steht ein Schild... "derzeit kein Strom verfügbar, kommen Sie wieder wenn das Windrad sich dreht".

Oder wird das ganze dann doch wieder nur eine Mogelpackung und es wird grauer Atomstrom und Kohlestrom getankt... so greenwashed...
Barbarossa´s Spross
23.07.2018, 13:38 Uhr
Vielen Dank
Herr Thümmel,

"Förderung erfolgt auf Basis von Steuergeldern"
ich bedanke mich sehr für diese werthaltige Information. Diese Erkenntnis ist eine bombastische Erweiterung meines Ereignisshorizontes. Danke dafür :*.

"die beteiligte Firma Mobee, die nur dank sprudelnder Fördergelder aus Erfurter Landen funktioniert."

Das wissen Sie weil?

a) Sie ein Anleger des betreffenden Unternehmens sind.
b) Privat mit einem der Geschäftsführer bekannt sind.
c) Selbst in diesem Unternehmen tätig sind.

Falls keiner der drei Antwortmöglichkeiten in Ihrem Fall zutrifft, fürchte ich haben Sie mal wieder Populismus betrieben.

PS: Im übrigen heißts Mobeno und nicht mehr Mobee. Aber das wissen Sie ja bestimmt als gut informierter Bürger.
Bodo Bagger
23.07.2018, 14:33 Uhr
ach Barbarossas blauer Doppelgänger...
der Bedienung eines Computers und der verfügbaren Crawler sind Sie doch hoffentlich mächtig?

Für Suchbegriffe *Intrasol + Fördermittel* sollten auch Ihre geistigen Kapazitäten ausreichen.

http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=208201

"...Gemeinsam mit den weiteren Partnern soll in den nächsten Monaten ein flächendeckendes Ladenetz im Südharz und der Kreisstadt Nordhausen entstehen. Die Schirmherrschaft obliegt dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, welches das Projekt mit Fördermitteln unterstützt. ..."

Getroffene Hunde bellen Barbarossa, vor allem wenn sich das eigene Geschäftsmodell als entsprechende Fördermittelblase entpuppt.
Struwwelpeter
24.07.2018, 08:56 Uhr
Zum Sinn und Einsatz von Fördermitteln
@Jörg Thümmel
Wie gründet sich denn Ihrer Ansicht nach ein Unternehmen? Entweder als Spin-Off aus einem bereits bestehenden Unternehmen, mit privaten Investoren oder eben durch staatliche Förderung (alternativ auch KfW-Kredite). Selbst wenn unterm Strich Steuermittel für die Förderung eines Unternehmensaufbaus geflossen sind, so ist doch anzunehmen, dass benannte Firma in NDH Gewerbesteuern zahlt. Ebenso werden sicherlich für die vorgehaltenen Car-Sharing Stellplätze Mieten an die Stadt fließen, ganz zu schweigen davon, dass es in NDH ein paar Menschen mehr gibt, die ein geregeltes Einkommen erwirtschaften und wiederum ihre Kaufkraft hier vor Ort einsetzen. Das Einsetzen von Fördermitteln schafft somit einen Reinvest für die Stadt, was dann wiederum vielleicht auch in bessere Rad-Gehwege investiert werden kann (Selbiges gilt bzgl. der Gewerbesteuereinnahmen übrigens auch Windparks, oder hat einer der zweifelnden Kommentatoren eine bessere Idee, wie finanztechnisch schwache Kommunen auf dem Land Einnahmen erzielen können um den letzten Rest an Infrastruktur (Bildung, öffentl. Einrichtungen, Verkehr etc.) finanzieren zu können???). Am Rande erwähnt: Die Stadt hat meines Wissens nichts mit der Finanzierung, Planung, oder Betrieb der Anlage zu tun (Die Radwege Argumentation geht somit am Thema vorbei). Diese ist privatwirtschaftlich und die Frage nach Invest und Reinvest sollte direkt an Enercon gestellt werden. Aber warum sollten diese ihre Investitionen rechtfertigen?

@Overhead
Die Kosten für eine Vollladung der leeren Batterie ist von mehreren Faktoren abhängig. Zunächst einmal (wie auch beim Verbrenner) ist die Frage nach der Größe Ihres Tanks. Gehen wir von einer 30 kWh Batterie (Reichweite ~180 km) aus, so würden die Kosten einer Tankladung bei einem Standard Haushaltsstrompreis von 30 Ct/kWh, 9 € betragen. Die Stromgestehungskosten von OnShore WKAs liegen übrigens im Bereich von nur 4 bis 8 Ct/kWh, damit würde die Ladung also 1,20 € bis 2,40 € kosten. Der endgültige Preis mag irgendwo dazwischen liegen.

Für einen ordentlichen Vergleich bzgl. der „Spritkosten“ zwischen Verbrenner und Elektro müssten allerdings zahlreiche Determinanten (Fahrzeugtyp, Fahrverhalten, Durchschnittsgeschwindigkeit etc.) geklärt werden. Ganz grobe Rechnung: der Verbrauch von E-Autos liegt bei 110 km/h etwa zwischen 12 bis 15 kWh pro 100km, also bei 30 Ct/kWh folgt ein Preis von 3,60 bis 4,50 € pro 100 km (In diesem Szenario ist der teuerste Strompreis gewählt). Was Ihr Verbrenner, unter Hinzunahme der aktuellen Benzin-/Dieselpreisen auf 100 km benötigt, können Sie selbst berechnen. Vermutlich irgendwo um die 10 € pro 100 km (Anmerkung: die Kraftstoffpreise werden vermutlich noch stark ansteigen).
Alanin
24.07.2018, 09:24 Uhr
Richtig...
Die Preise für Kraftstoff aus Öl werden steigen. Die aus erneuerbaren Quellen, bzw. Strom an sich wird auch steigen. Aus den oben genannten Gründen... Wenn Sie schon auf steigende Preise bei Ölprodukten hinweisen, sollten Sie wenigstens auch darauf hinweisen, dass die Strompreise auch steigen werden...
Blueman
24.07.2018, 09:40 Uhr
Ja Prima...
...die Preise für Milch und Butter werden auch steigen, und die für Brot auch. Da sollten sie aber drauf hinweisen. Echt jetzt?
Bodo Bagger
24.07.2018, 10:07 Uhr
Milchmädchenrechnung Struwelpeter...
Die Kraftstoffpreise stehen unter einer Mineralölsteuer von derzeit 65,45 ct/Liter für Benzin und 47,04 ct/Liter, darauf kommt noch mals die Mehrwertsteuer von 19% also noch mals 12,4ct/Liter bzw. 8,9 ct/Liter. Also liegt bei einem Verbrauch von 7 Liter / 100 km der staatliche Steueranteil bei 5,4 €/100km bzw. im Falle des Diesels bei 3,9 €/100km.

Ausgehend von den 10 €/100km Kraftstoffkosten macht das beim Benziner Netto 4,6€/100km.

Wie unseriös Ihre Zahlen sind, sieht man schon daran, dass Sie auf der einen Seite besteuerte Bruttopreise mit Netto Gestehungspreisen vergleichen.

Und nein, die Autobatterie wird nicht zu den Gestehungskosten einer Onshore WKA geladen werden sondern zum üblichen ortsüblichen Strompreis, im besten Falle, wahrscheinlich aber zu einem Sondertarif der dann ein Equivalent zur Mineralölsteuer einschließt, da sonst dem Staat Einnahmen wegbrechen würden, die Systemrelevant sind.
Blueman
24.07.2018, 10:48 Uhr
Da führt kein Weg vorbei
Und wie man es auch dreht und wendet: Im Mobiltätssektor wird sich der Elektromotor durchsetzen. Ob nun Steuern und Abgaben den Strompreis steigen lassen oder nicht macht es aus volkswirtschaftlicher Sicht langfristig mehr Sinn als an einer veralteten, umweltschädlichen Technologie festzuhalten. Und das auch dann, wenn jetzt wieder Argumente kommen wie: Elektroschrott kann nicht recycled werden, Umweltprobleme beim Lithiumabbau, grauer Strom, Seltene Erden.....
Alles Probleme die im Vergleich zu den Folgen von Ölförderung und -verbrennung leicht in den Griff zu bekommen sind.
Struwwelpeter
24.07.2018, 11:18 Uhr
Milchmädchenrechnung Jörg Thümmel
1. Die Angabe der Stromgestehungskosten von WKAs habe ich nur zum Vergleich aufgezählt, was für Strompreise auf Basis der EE erzeugerseitig überhaupt bereitgestellt werden können und in diesem Fall zum Einsatz kommen sollen. Natürlich gehe auch ich nicht davon aus, dass der Kunde am Ladepark nur die Stromgestehungskosten zahlt. Das wäre völliger Quatsch. Da aber auch niemand eine WKA im Garten stehen hat wäre das Beispiel der Eigenstromnutzung per eigener PV-Anlage besser. Bei dieser liegen die Gestehungskosten zwischen 8 und 12 Ct/kWh (Kleine Dachanlage), was effektive Kosten von 1 € bis 1,80 € pro 100 km bedeuten würde.

2. Ihre Auflistung der Kraftstoffbesteuerung kann man natürlich auch auf den Strompreis münzen (Stromsteuer , Umsatzsteuer , EEG-Umlage, Konzessionsabgabe, Netzentgelte etc.). Am Ende liegt die Gesamtbesteuerung (exklusive der Netzentgelte) bei rund 55%. Bei genanntem Szenario über den Haushaltspreis betrügen die Kosten nach Abzug der Steuern (nur der Steuern) zwischen 1,62 und 2 € pro 100 km ....aber mal unter uns, die Steuern raus zu rechnen ist doch lächerlich. Meine Vergleichsrechnung sollte die Endkundenpreise gegenüberstellen.

3. Die Mineralölsteuereinnahmen machen so etwas um die 8% der gesamten Steuereinnahmen in D aus. Dabei sind die Anteile des Individualverkehrs in den letzten Jahren rückläufig gewesen. Gestiegen sind jedoch die Einnahmen durch den Güterverkehr. Die "Systemrelevanten" Einnahmen würden dem Staat also nicht wegbrechen und in Falle eines Hochlaufs der E-Mobilität würden sich diese über die verschiedenen Steueranteile der Strombesteuerung substituieren. Die externen Kosten der Mineralölverwendung, zu welcher die Steuer u.A. eingeführt wurde, würden übrigens mit einem Markthochlauf der E-Mobilität eher sinken.
Bodo Bagger
24.07.2018, 11:39 Uhr
ob sich der Elektromotor durchsetzen wird,
wird allenfalls die Zeit zeigen.

Ausserhalb der deutschen Filterblase sehen das viele Länder derzeit vollkommen anders und setzen stattdessen vermehrt auf die PtG Technologie, mit und ohne Carbonisierung, also als reiner Wasserstoff bzw. als Kohlenwasserstoff.

Das hat ganz einfach den Vorteil, dass vorhandene Infrastruktur in Form von Verbrennungsmotoren durch geringfügige Nachrüstungen beibehalten werden können, die entsprechenden Speicherkapazitäten in Form von Erdgaskavernenspeichern vorhanden sind und vorallem die ökologisch und ethisch zweifelhaften und zudem ebenfalls endlichen Rohstoffe für die Batterien gar nicht erst abgebaut werden müssen. Desweiteren existieren die dafür notwendigen Distributionsnetze und Einspeisepunkte sowie die Infarstruktur zur Luftzerlegung und Hydrolyse bereits.

Sehen übrigens auch diverse Börsenanalysten ähnlich und favorisieren deshalb Unternhemen die anstatt des teueren und energetisch unsinnigen Zwischenspeichers Batterie eine Zwischenspeicherung in chemischer Form mit einer wesentlich höheren Energiedichte anstreben und umsetzen.
Fönix
24.07.2018, 11:55 Uhr
@ blueman
Zitat:
"Alles Probleme die im Vergleich zu den Folgen von Ölförderung und -verbrennung leicht in den Griff zu bekommen sind."

Wenn Sie diese Meinung verteten, haben Sie die Lösungen sicher schon in der Tasche. Nur zu, die Nobelpreise für Physik und Wirtschaft (exakt: „Preis für Wirtschaftswissenschaften der Schwedischen Reichsbank im Gedenken an Alfred Nobel“) sind Ihnen sicher...
Alanin
24.07.2018, 12:21 Uhr
Preise für E-Mobilität...
Kann man hier mal schön aufgerechnet sehen. Dazu auch von dort aus ein Link zu einer Studie des ADAC zu den monatlichen Gesamtkosten als Vergleich zwischen herkömmlichen Antrieb und Elektro...

https://www.achgut.com/artikel/und_jetzt_rechnen_wir_mal_kosten_eines_e_autos (Achtung, da ist die Kaufprämie für E-Autos schon mit eingerechnet, sofern zu bekommen...)
geloescht.20250302
24.07.2018, 12:22 Uhr
Ich würde es begrüssen...
...wenn Blueman eine grosse Tasche hat.

Dann könnte ich ihm die verbrauchten Mini-Akkus meines Hörgerätes unterjubeln.

Ich entsorge sie nämlich mit dem normalen Hausmüll. Muss ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben?

Wohl nicht, im Vergleich zu anderem ausgemusterten E-Schrott sind sie so unwichtig wie Özil für die Zukunft von Die Mannschaft.

@Fönix Blueman reflektiert auf den Friedensnobelpreis. Den nimmt er dann stellvertretend für alle NGO's entgegen.
RWE
24.07.2018, 12:58 Uhr
@Blueman
beantworten sie mir bitte ein paar Fragen:
wie soll es in der Praxis aussehen, zum Beispiel an einer stark befahrenen Autobahn die Stromversorgung sicher zu stellen? Bei einen Ladezyklus von mehren Stunden gäbe es Staus bis zur vorletzten Ausfahrt...
Und wenn die Akkus austauschbar sind: wie viele Riesenlager brauchte man? Was ist mit den LKW?
Ich habe weder etwas gegen Elektromobilität als Ergänzung, und auch nichts gegen die Tankstellen. Die große Lösung ist es nicht. Es wird an der Logistik und am Verbraucher scheitern.
Struwwelpeter
24.07.2018, 14:55 Uhr
@RWE
Gerne übernehme ich die Antwort für Blueman.
1. Der Netzanschluss eines solchen Ladeparks benötigt mindestens den Anschluss an das Niederspannungsnetz bei einem entsprechendem Transformator von 630 bis 1000 kVa. Solche Infrastruktur findet man durchaus häufiger an Rast- und Autoparks an den Autobahnen. Die Nähe zum entsprechenden Netz wird daher weniger das Problem, als die Kosten für den Trafo sein. Ist als Kunde aber letztlich nicht unser Problem, sondern das des Erbauers/Betreibers.

2. Die Ladezyklen werden keine Stunden benötigen. Das ist ja gerade der Witz an dem geplanten Ladepark. Meines Wissens werden die Ladeleistungen für PKW zwischen 50 und 150 kW DC liegen. Das bedeutet Ladedauern von 10 bis 20 min um den Akku von 5 % auf 80 % zu laden. Mehr ist zum Voran kommen auch nicht nötig. Bei 5 bis 6 solcher Ladepunkte könnten pro Tag also um die 500 PKW geladen werden (sehr vereinfachte Rechnung, da zu viele Nebenbedingungen). Was LKWs betrifft gilt es abzuwarten. Noch sind keine Modelle auf dem Markt.

3. Ich teile Ihre Ansicht, dass die Verkehrswende Logistik bedingt scheitern wird nicht. Immerhin leben wir im Land der Ingenieure und der technischen Innovationen. Hoffe, dass das so bleibt.
Wenn allerdings weiter ein solches duckmäuserhaftes Verhalten so vieler Mitbürger gegenüber allem was neu ist durchdringt (Erneuerbare E, Netzausbau, E-Mobilität etc), fürchte ich, dass Sie mit Ihrer Einschätzung des Scheiterns durch die Verbraucher recht behalten werden.
RWE
25.07.2018, 11:49 Uhr
20 Minuten Ladzyklus, lieber Struwwelpeter,
klingen schon besser. Aber selbst das wäre zu lang, wenn es stimmen sollte. Stellen sie sich vor, an einer Autobahnraststätte steht jedes Auto 20 Minuten an der Ladesäule...
Und da es für Busse und LKW anscheinend keine Lösung gibt, zeigt das nur wieder den Haß der Grünen auf die Privat PKW.
Davon ab könnte ich mir ein Elektroauto als kleinen Stadtwagen schon jetzt vorstellen. Vorrausgesetzt ich könnte ihn problemlos in Garage aufladen und natürlich für die Hälfte der bisherigen Preise.
Ich bin neuen Dingen sehr aufgeschlossen. Tesla und NIO begeistern mich mit neuen Wegen. NIO kann man beispielsweise nur über sein Smartphone kaufen...
Struwwelpeter
25.07.2018, 13:14 Uhr
@RWE Die Ladezeit von 20 min...
muss nicht mit einem Konjunktiv versehen werden. Sie ist seit ein paar Jahren schon Realität, wenn man an einer 50 kW DC -Station lädt (vorausgesetzt man hat ein Fahrzeug, dass diese Leistung auch aufnehmen kann - BMWi3 z.B.). Ich spreche aus eigener Erfahrung und bin selbst schon mehrfach Strecken von 500 km und mehr gefahren. Mit Tesla kann man an den entsprechenden Tesla-Ladestationen übrigens mit 120 kW laden. Bei Akkugrößen von 50 kWh bis 100 kWh kommt man mit der erhöhten Ladeleistung, dann auf ähnliche Ladedauern, aber mit Reichweiten von bis zu 500 km!

Was das Argument betrifft, dass die Verweildauer von 20 min (bei 50kW) an Raststätten zu hoch ist....auf Toilette gehen, was trinken, eine rauchen und schon ist die Zeit um. Das geht schneller als man denkt und liegt nur leicht über der durchschnittlichen Verweildauer an Rastplätzen.

Bei alledem sei aber nochmal hervor zu heben, dass bei bis zu 150 kW (dies ist einer der Innovationen am Standort Nordhausen) die Ladezeit deutlich unter 20 min liegen wird.

Was E-Busse betrifft, so werden diese in Shenzhen seit 2015 bereits eingesetzt (aktueller Stand: 16.000 Fahrzeuge, nur in Shenzhen!!!)

Zum Thema E-LKW haben sowohl Tesla als auch Daimler bereits Modelle vorgestellt, lediglich die Serienreife steht aus (ob diese allerdings wirklich Massen tauglich sind/werden bezweifele ich jedoch)

Sollten Sie sich dazu entscheiden ein E-Auto anzuschaffen, so wäre mein Rat an Sie sich bei örtlichen Fachleuten zu erkundigen (Autohäuser sind eine Variante, allerdings häufig selbst noch eher unbeleckt und meist auch an bestimmte Marken gebunden).
Das Laden an der heimischen Garage ist übrigens recht unkompliziert. Entweder ohne irgendwelche Zusatzeinbauten an der Standard Schuko-Dose (hier allerdings mit maximal 2,6 kW), oder mit einer Wallbox (Kostenpunkt ca.1000 €, Ladeleistung von 3,7 bis 11 kW). Meiner Einschätzung nach reichen 2,6 kW für die meisten Nutzer im Heimladebereich jedoch völlig aus (bei 10h Aufenthalt laden Sie 26 kWh).
RaWu
25.07.2018, 13:39 Uhr
20 Minuten laden?
Das gibt es Stress auf der Autobanh-Tankstelle.
Weniger als 20 Minuten bedeutet aber auch Schnellladung mit 350 kW (oder mehr).
Das geht nur mit Akku-Zwischenspeicher, um das Netz zu entlasten. Nach der Ladung kann das Auto weiterfahren, die Säule muss aber erst nachladen. Dabei ist es egal, ob die Kapazität für ein oder 20 Autos reicht. Irgendwann ist Schluß. Und dann?

Wobei wir bei dem nächsten Problem sind, die Schnellladung selbst. Das ist für die Zellen der blanke Horror. Die werden aber so richtig heiß dabei.
Der ACE hatte einen Test veröffentlicht, bei dem während einer längeren Fahrt mehrfach nachgeladen werden musste. Bei jedem Nachladen bremste die Elektronik mehr das Laden aus und während der Fahrt gab es Warnmeldungen wegen des Erreichens der maximalen Akkutemperatur.

Bei den aktuellen Außentemperaturen fahren Sie nicht mit einem Tesla an die Ostseee, sondern mit der Bahn.

Ach ja, Tesla. Die brauchen dringend Geld. Die haben sich offenbar verzockt. Immer Weniger sind bereit anzuzahlen und auf eine Lieferung zu hoffen.
Waldemar Ceckorr
25.07.2018, 13:41 Uhr
@struwwelpeter
zitat:" Was das Argument betrifft, dass die Verweildauer von 20 min (bei 50kW) an Raststätten zu hoch ist....auf Toilette gehen, was trinken, eine rauchen und schon ist die Zeit um. Das geht schneller als man denkt und liegt nur leicht über der durchschnittlichen Verweildauer an Rastplätzen. " zitat ende, das funktioniert aber nur wenn man nicht noch 2 - 3 leute vor sich hat.
und nebenbei warum sollte ich mir das rauchen angewöhnen ?

der waldi
Flitzpiepe
25.07.2018, 14:11 Uhr
Das ist mir alles zu schöngefärbt
Es werden in der Praxis einfach nicht immer 20 Min. Aufladezeit sein.
Ich sage nur mal als Stichwort: warmer Akku
Schön nachzulesen in wirklichen Praxisreports der c't: https://www.heise.de/ct/artikel/Fahrtenbuch-reloaded-Mit-dem-Elektroauto-von-Hannover-nach-Oesterreich-4076904.html

Alles was es bisher an E-Autos gibt, sind nicht praxistauglich (außer in der Stadt) und zu teuer. Das sowas kommen soll, erzählt man uns seit Jahren. Aber was sieht man E-Porsche usw.
Private Elektromobilität können wir bis auf Weiteres (außer in der Stadt als Zweitwagen) vergessen, das bleibt Spielerei für Gutbetuchte und für geförderte Firmenfahrzeuge.
Leo 1A5
25.07.2018, 16:15 Uhr
Was fehlt ....
ist ein Volks- Elektrowagen der kombiniert angetrieben wird mit kleinem Benzinmotor (ca.1000ccm) und ca.82PS als Basis und der Rest kommt über Solar auf dem Autodach bzw. durch die Steckdose bei schlechten Wetterbedingungen!

Wenn der PKW steht zum BSp. auf dem Parkplatz (48h) lädt die Solarzelle den Akku und während der Fahrt lädt es zu und im Winter (Nebel etc.)Steckdosen Betankung entweder über 230V zuhause oder Stromtankstelle unterwegs.

Das Fahrzeug darf auch nur 20000€ kosten damit es für normale Bevölkerung auch erschwinglich ist.

Die Reichweite beträgt unter günstigen Umständen 1000km (voller Benzintank 35L und Akkuladung)

Das Fahrzeug funkioniert notfalls auch noch nur mit Benzin, ich denke da an weitere Reisen zum Bsp. Schweden wo die Infrastruktur keine Lademöglichkeit erlaubt Nachts.etc

Da sind die Ingenieure gefordert so etwas zu bauen und keine Schummelkisten!

Vernunft müsste mal siegen!
Struwwelpeter
26.07.2018, 07:22 Uhr
falsche Hysterie
1. @RaWu
350 kW sind perspektivisch für LKWs, welche es wie gesagt noch nicht gibt. 150 kW ist derzeit das Maximum für PKW. Ein Zwischenspeicher zur Netzstabilität wäre sicherlich nicht schlecht, vor allem wenn erst mal mehr E-PKW auf der Straße sind. Aber auch das ist derzeit nicht der Fall. Dieser müsste jedoch nicht erst wieder geladen werden, bevor das nächste Auto laden kann, denn ein Netzanschluss ist unentbehrlich. Vielmehr würde unter Realbedingungen ein gleichzeitiger Netz- und Akkubezug per dynamischen Lastmanagement stattfinden. Die Problematik der Netzlast kommt im übrigen mehr in den Abendstunden, wenn die Leute Ihre Fahrzeuge alle 1-Phasig am Heimnetz laden würden, aber auch hier nochmal: Derzeit sprechen wir über potentielle Probleme die auftreten könnten, wären mehr E-PKW unterwegs. Am Beispiel der Niederlande, die nur knapp 10 % der Landesfläche Deutschlands und 20 % der Bevölkerung bei 120.00 E-PKW und 34.000 Ladepunkten (Stand 2017) hat, zeigt sich, dass bisher keine Blackouts oder ähnliches aufgetreten sind.

2. @Waldemar Ceckorr
Zum Glück steht bereits heute an den meinten Raststätten nicht eine Ladesäule mit einem Ladepunkt, sondern mehrere Säulen, mit mehreren Punkten. Wie gesagt, bin ich selbst schon öfters mit einem E-PKW unterwegs gewesen und ja, es ist schon vorgekommen, dass bereits jemand an der Säule Stand. Am häufigsten waren dies allerdings Verbrenner, die falsch geparkt haben.
PS: Niemand sollte mit dem Rauchen anfangen, das war nur eine Veranschaulichung der Zeitspanne.

3. Leo 1A5
Die Technologie gibt es bereits und funktioniert auch sehr gut (leider bisher nur bei BMW). Stichwort Range Extender. Hierbei kommt ein kleiner 1 Zylinder mit 10l Tank zum Einsatz, welcher im Falle des Falles anspringt und nicht das Fahrzeug antreibt, sondern die Batterie lädt. Damit kommt man so um die 150km weiter. Vorteil zu Plug-In-Hybrid: Sie sparen dich den zusätzlichen Antriebsstrang, Getriebe etc. Leider aber noch zu wenig eingesetzt und der i3 ist eben auch nicht gerade günstig.

4. Mal so generell
Wie viele Leute fahren hier eigentlich alle 2 Tage an die Ostsee, nach Schweden oder was weiß ich wohin? Wenn Sie derart häufig Langstreckenreisen unternehmen würde ich vorschlagen den Wohnort zu wechseln. Aber mal die Polemik beiseite. Für Langstrecken die der Durchschnittsbürger nicht mehr als 2 mal im Jahr unternimmt, würde ich auf die Bahn oder einen Leihwagen setzen. Sich das ganze Jahr ein Fahrzeug vor zuhalten, welches man von seiner Größe und Performance nur sehr selten benutzt ist doch auch finanziell nicht lohnend. Die tägliche Durchschnittsstrecke liegt bei 30 bis 40 km. Das bekommt heute nun wirklich jedes E-Fahrzeug hin.
Was die Wärme während des Ladevorgangs betrifft: Ist mir selbst noch nicht passiert. Würde sagen, dass dies aber unter das Thema Kinderkrankheiten fällt.
RWE
26.07.2018, 09:32 Uhr
Lieber Struwwelpeter,
Auf der Raststätte mal aufs WC gehen oder eine Rauchen?
Rauchen ist an den Zapfsäulen verboten und wenn ich auf das WC gehe, parke ich das Auto um. Ich habe zwar schon längere Zeit pausiert, aber nie länger als 5 Minuten für das Tanken gebraucht. Und wenn jemand 20 Minuten dafür bräuchte, gebe es Hupkonzerte.
Die einzig praktikable Massenlösung wäre es, den Akku an sich zu wechseln. automatisch und in 5 Minuten.
Sie sagen, man braucht das Auto nicht so oft. Meine Frau fährt öfters ins Nova Eventis zun einkaufen. Mein Nick verrät, daß ich alle 2 Wochen nach Erfurt unterwegs bin. Toll, auf der Hinfahrt und zurück gleich wieder "Tanken", weil ja 40 Km für den Alltag ausreichen. Was machen denn dann Vertreter? Die Kundentermine werden halbiert??
Und dann kommt ja gleich wieder die grüne Reglementierwut zum Vorschein. Man kann ja Zug fahren. Wer ersetzt mir die Lebenszeit und die horrenden Kosten im Vergleich zum Auto??
Flitzpiepe
26.07.2018, 10:26 Uhr
Bahn vs. Auto
Die Zeiten in denen Bahnfahren teuer war, sind vorbei, wenn man nicht spontan fährt.
Ich bedaure inzwischen jeden, der dienstlich mit dem Auto Langstrecke fahren muss.
Ich muss regelmäßig in die Nähe von München. Das geht inzwischen super mit der Bahn. Da hält kein Auto mit. Weder mit der Zeit noch mit dem Preis. Ich bin derzeit bei einem Durchschnittspreis von ca. 40€ von Erfurt nach München hin und zurück! Es ging auch schon für 30 €.
Vielleicht sollte RWE der Bahn mal wieder eine Chance geben?
Nur leider gilt das nicht für die Strecke Nordhausen-Erfurt.
Paul
26.07.2018, 10:59 Uhr
RWE
Das sehe ich genau so. Elektrisch betriebene Fahrzeuge hat es ja schon immer gegeben. In Großbetrieben ect. zum Transport aller möglichen Dinge. Aber das E-Auto wird nie einen vollen Ersatz bieten können. Besonders bei alltäglichem Gebrauch. Es mag für kurze Strecken so in der Stadt oder ähnlich Dingen eine gewisse Alternative sein aber sonst nichts weiter. Oder nur als Beispiel die skandinavischen Länder, SU,China ect. wo sehr viele und sehr weite ländliche Regionen sind. Da kann ich auch nicht eben mal 100 Km bis zur nächsten Ladestation fahren weil der Strom beim Auto alle ist.
Bodo Bagger
26.07.2018, 11:27 Uhr
Mal ein kleines Beispiel aus der elektrischen Mobilitätsrealität
Olso dürfte die Stadt in Europa sein, die derzeit die größte Dichte an E-Fahrzeugen hat. Bedingt wurde dies dadurch, dass fast die gesamte Innenstadt Autofrei ist bzw. bei das Benutzen der Innenstadt mit dem Auto nur durch noch E-Fahrzeuge erlaubt war.

Daher sieht man auch in Oslo an jeder Ecke Tesla und Co.

Die Kehrseite der Medaillie ist, dass seit Mitte 2017 Neuzulassungen auch für E-Fahrzeuge nur noch gestattet werden, wenn derjenige nachweisen kann, dass er sein Auto zu Hause laden kann. In Oslo gibt es wohlgemerkt bereits eine öffentliche Infrastruktur für das Laden. Effekt war, dass zu Beginn der Geschäftszeiten die ganzen Vorstadtpendler gleichzeitig ihr Fahrzeug laden wollten.
Freuen sich bestimmt die Bewohner von Mietshäusern ungemein darüber.
Dazwischen wurde versucht E-Fahrzeugen das Benutzen der Busspuren zu gestatten, mit dem Effekt, dass diese dann verstopft waren...

Also alles sehr durchdacht und funktionabel.
Alanin
26.07.2018, 12:34 Uhr
leider ein Beispiel...
...welches, wie so oft die Kurzsichtigkeit von Forderungen im Rahmen des Umweltschutzes aufzeigt.

Die Minderdung von Feinstaub bei Autos hat uns das CO Problem beschert. Rückblickend zeigt sich, dass die Autos nur für einen Bruchteil des Feinstaubes verantwortlich sind... Hört man auf anerkannte Wissenschaftler, wie den Leiter des Fraunhofer Instituts? Lernt man daraus?! Nein, leider beides nicht!

Im Bezug auf E-Autos. Da pusht man lieber eine nicht ausgereifte Technik mit einer nicht ausgereiften Infrastruktur in der Hoffnung, dass es irgendwann einmal alltagstauglich wird. Anstatt ergebnisoffen in jede technologische Richtung zu schauen.
Bodo Bagger
26.07.2018, 14:06 Uhr
Marktreif
prinzipiell sollte sich eine neue Technologie ihre Marktanteile durch ihre technische Übelegenheit durchsetzen und nicht über Subventionen.

Bei der angestrebten vollkommenen Entkopplung der deutschen Primärenergieversorgung von fossilen Energieträgern ist eine Energiewende schon als gescheitert zu betrachten, denn trotz der doppelten Menge an installierter EE Leistung von ca. 110GW schafft es diese nicht und wird es diese bei der derzeitigen Infrastruktur auch nicht schaffen den Baseload in Deutschland von ca. 55GW 365/24/7 sicherzustellen.
Jeder herkömmliche EVU ist dazu verpflichtet neben Baseload auch Primär- und Sekundärregelenergie bereitzustellen. Würde man jeden Windpark- und Solarparkbetreiber in die selbe Verpflichtung nehmen wir einen konventionellen EVU würden diese erhebliche Investitionen in ihre Infrastruktur tätigen müssen um dieser Lieferverpflichtung nachzukommen, die sich natürlich auf deren Gestehungspreise negativ auswirken würden. Das Frauenhofer ISE hat für dieses Szenario einen Marktpreis von 50 cent/kWh errechnet, die Bundesregierung geht perspektivisch bei Umsetzung der Dekarbonisierung von einem Marktpreis von bis zu 70 cent/kWh aus.

Bei einer vollkommenen Umstellung auf E-Mobilität würde, pro Fahrzeug nur eine Betriebsstunde bei 15kW und 60 Millionen Fahrzeugen in Deutschland angenommen ein Mehrbedarf an Grundlastsicherer Versorgung von ca. 900 GW bestehen (derzeit sind in D ca. 200GW an konventioneller und erneuerbarer Leistung installiert). Selbst unter der Annahme, dass das Laden auf 24h verteilt würde, also die Mobilität eingeschränkt würde müssten noch immer weitere 38GW zusätzlicher grundlastsicherer Kapazität installiert werden.

Die Grundlastfähigkeit von WKA wird von der Netzargentur mit 5%, die von Solarstrom mit 0% bewertet, sprich beide bringen keinerlei planbare Einspeisung, verschlingen aber bereits jetz und das seit ca. 20 Jahren nahezu 35 Milliarden € an als Umlage getarnten Subventionen. Wenn man davon ausgeht, dass derzeit installierte 110 GW EE Erzeuger ca. 25% Anteil an der gesamten Stromerzeugung von im Median 100GW haben und weitere 38GW für E-Mobiliät benötigt würden, würde das einen zusätlichen Zubau von weiteren 200GW bis 250GW bedeuten oder aber das Hoffen auf entsprechende Speicherkapazitäten in der Größenordnung 110GW.
Blueman
26.07.2018, 15:02 Uhr
@RWE
Das ist doch eine super Sache RWE. Wenn sie in Erfurt sind können sie eh nicht in Ndh tanken. Aber so ein Spiel dauert ja 90 Minuten, in der Zeit kann der Tank ja locker aufgeladen werden, wenn die entsprechenden Leitungen am Parkplatz liegen. Wenn der Parkplatz zum Stadion gehört und eigene Leitungen hat, dann geht das sogar für knapp unter 10 ct/kWh. Die Erzeugungskosten von EE Strom liegen ja schon bei unter 4 ct/kWh. Und das gleiche gilt für ihre Frau wenn die Einkaufen ist.

Ein paar Windräder und ein paar Sonnenpanels mehr und die Sache ist geritzt. Ist gar nicht so schwer.

Den Schwerlastverkehr können wir elektrifizieren. Oberleitungen entlang der Autobahnen und die letzte Meile mit Speicherantrieb.

Die Grundlast in der Nacht kann mit einem entsprechenden Tarif dann mit einem Teil der gespeicherten Energie im Autoakku abgedeckt werden. Dann verdient man auch noch Geld mit seinem "ungenutzten" Kapital.

Einfach mal ein bisschen Phantasie und die Bereitschaft Veränderungen anzugehen. Im übrigen hat sich z.B. die Atomkraft auch nur mit Hilfe von exorbitanten Subventionen am Markt etablieren können. Den Versorgern war die Ewigkeitslast schon damals ein unkalkulierbares Risiko.
Motte83
26.07.2018, 15:28 Uhr
Schwarz-Weiß-Denke
Das Projekt von Intrasol, Stadtwerken und Enercon ist eine riesige Chance für unsere Region. Wir haben eine Hochschule, die führend auf dem Gebiet der regenerativen Energien ist. Daraus ging dann auch das Startup Intrasol hervor.

Enercon ist seit 30 Jahren eines der führenden Unternehmen in diesem Bereich. Wir sollten einfach mal stolz darauf sein, dass ein kleines Startup dieses Unternehmen auf Nordhausen überhaupt aufmerksam macht. Das Grundstück für den Ladepark würde meines Wissens nach vom Stadtrat schon an die Stadtwerke verkauft.

Und im übrigen sagt doch niemand, dass es irgendwann mal nur Elektroautos in Deutschland geben soll. Selbst die Grünen nicht.

RWE kann weiter mit seinem Verbenner nach Erfurt und der ein oder andere ist halt elektrisch unterwegs. Wo soll das Problem sein? Einige tun leider in den Kommentaren so als müsse man die E-Mobilität als Hexenwerk verbannen.
Struwwelpeter
27.07.2018, 10:12 Uhr
Nette Argumentation @Jörg Thümmel
1. Energieversorgung fällt unter die Daseinsvorsorge des Staats und somit ist die Subventionierung zur Markteinführung neuer und vor allem nachhaltiger Technologien sinnhaft, wenn diese sich perspektivisch selbst tragen können werden. Das ist bei PV und Wind schon seit längerem der Fall, weshalb die Vergütungen ja auch stetig zurückgehen. Indessen ist die Subventionierung der Energiebranche, auch der konventionellen, ja nun alles andere als neu.

2. Sie sagen ganz richtig, dass die installierte Leistung der EE bisweilen nicht ausreicht um den Baseload zu decken (und dabei sind die Potentiale noch längst nicht ausgeschöpft). Ein zweites Handlungsfeld der Energiewende ist deshalb auch den Stromverbrauch durch Effizienzmaßnahmen zu senken und ggf., wenn dies möglich ist, zeitlich dem Angebot anzupassen.

3. Was die Argumentation der Regelenergie betrifft, haben Sie recht. Würden PV- und Windparkbetreiber in die Pflicht genommen werden diese bereit zu stellen, würden sich die Gesamtkosten der Anlage erhöhen. Auf der anderen Seite dürften Sie nun aber auch die Sondervergütung zur Bereitstellung der selbigen einfahren.

4. Sowohl für das Thema Netzstabilität als auch die Bereitstellung von Regelenergie kommt der E-Mobilität eine wichtige Rolle zu. Perspektivisch wird das Laden zu 85 % zu Hause und beim Arbeitgeber statt finden. Der erste Fall ist im großen Maßstab gedacht durchaus kritisch. Findet das Laden jedoch beim Arbeitgeber statt, so fällt dies überwiegend in die Morgen- und Mittagsstunden und kann so mit der PV-Produktion harmonisiert werden. Das Netz wird automatisch vom PV-Überangebot entlastet. Noch besser ist, wenn der AG selbst eine PV-Anlage mit Eigenstromverbrauch betreibt.
Wenn mit der Zeit die Batterie eines E-Fahrzeugs noch 80 % Ihrer ursprünglichen Kapazität hat, wird diese ausgetauscht, aber nicht entsorgt, sondern mit Anderen zu einem stationären Speicher verschaltet. Da die im Mobilitätssektor eingesetzten Zelltypen hohe Be- und Entladeströme abkönnen müssen, eignen sie sich hervorragend für eine Regelenergiebereitstellung (auch Primär).

PS: Aus dem Kontext Ihres Beitrags schließe ich, dass Sie einerseits selbst Ingenieur und andererseits aus der konventionellen Kraftwerksbranche sind.
Also mal unter Ingenieuren: Ist es nicht nur unser Beruf, sondern auch unsere Berufung Lösungsansätze für technische Fragestellungen zu finden? Die Konventionellen sind über absehbare Zeit hin ein Auslaufmodell, sei aus Sicht der Ressourcenverknappung, der ökologischen oder aus geopolitischen. Ich schlage ein wenig mehr Enthusiasmus vor.
RWE
27.07.2018, 12:09 Uhr
Flitzpiepe,
es geht doch nicht nur um popeligen Provienzfußball. Was ist mit einen Ausflug zum Hexentanzplatz oder dem Kyffhäuser? Da komme ich weder mit dem Zug hin noch glaube ich, daß es genügend Ladesäulen am Hexentanzplatz geben kann. Wäre übrigens nett zu erfahren, wie man bei einen Erstligaspiel Tausende E-Autos aufladen will.
Und wenn die Bahn bezahlbar ist, gebe ich ihr eine Chance. Wir fahren meistens zu drei Leuten nach EF. Da kann kein schönes WE-Ticket mithalten.
Fönix
27.07.2018, 12:35 Uhr
an Struwwelpeter und alle anderen Optimisten...
Unter uns Ingenieuren,
übliche Vorgehensweise ist, auf der Basis guter Ideen und Konzepte eine neue Technologie zu entwickeln, zu erproben und die Praxistauglichkeit unter allen relevanten komplexen Rahmenbedingungen nachzuweisen. Das nennt man Serienreife. Erst dann macht es Sinn, sie in breiter Front einzuführen. Wir sind derzeit bei den EE gerade mal bei der Erprobung einzelner Lösungsansätze, die Politik schafft aber Rahmenbedingungen als wären alle Aspekte von der Ressourcenverfügbarkeit über Grundlastfähigkeit (0 bzw. 5% !!!) bis zur Netzstabilität schon geklärt und gesichert. Das ist brandgefährlich, denn die Tatsachen z.B. bezüglich Frequenz- und Spannungsstabilität sprechen da eine andere Sprache, ich bin da ganz bei den Argumenten von Jörg Thümmel, der die Probleme konkret anspricht. Belastbare Lösungen habe ich bei den Sonnenanbetern hier im Forum noch nicht vernommen, nur nebulöses Fabulieren u.a. über die Nutzung der Speicherkapazitäten von EPKW, die es in der erforderlichen Zahl noch nicht einmal ansatzweise gibt und mangels ausreichender Ressourcen an seltenen(!!) Erden in absehbarer Zeit auch nicht geben wird. Nochmal: Erst die Voraussetzungen schaffen, dann die Regelwerke für die Systeme ändern und nicht umgekehrt. Mit dem Prinzip Hoffnung haben wir das Rennen schon verloren!
Was auch auffällt: In Zeiten hochsommerlicher Dauerbesonnung kann man offenbar gut mit PV-Netzinput argumentieren. Wochenlange windarme (Hoch-)Nebelwetterlagen, die uns regelmäßig in der kalten Jahreszeit beglücken, werden dagegen in den Überlegungen komplett ausgeblendet. Das zeugt nicht gerade von Professionalität, weiter will ich mich dazu nicht auslassen. Doch eins noch ;-) : Hat blueman daran gedacht, dass Fußballspiele in D überwiegend im Winterhalbjahr ausgetragen werden? Und was ist, wenn RWE wieder bessere Zeiten erleben sollte und ähnlich wie DD und MD fünfstellige Zuschauerzahlen verzeichnet? Selbst wenn nur 10 % mit dem eigenen EPKW anreisen, projeziert ein solches Szenario einen Bedarf von mehr als 500 Stromzapfsäulen am Steigerwald, allerdings nur alle 14 Tage. Noch Fragen?
Ich sympathisiere da eher mit dem Standpunkt von Zukunft-NDH: E-Mobilität ist eine Chance und wird sich seine Nische erschließen. Im Kurzstreckenverkehr insbesondere in Ballungszentren ist sie für mich sogar ein Gebot der Vernunft, zumal der ÖPNV auch dort in räumlicher und zeitlicher Hinsicht nicht alle Anforderungen sinnvoll bedienen kann. Wie oft sieht man Züge und Straßenbahnen, in denen nur wenige/keine Fahrgäste sitzen! Rufbussysteme sind ein sinnvoller Anfang. Verkehrsvermeidung durch Reregionalisierung der Produktion wäre ein weiterer wichtiger Schritt.

Übrigens eins möchte ich noch loswerden: Sich darauf zu verlassen, dass Deutschland "ein Land der Ingenieure und technischen Innovationen" ist, erscheint mir ziemlich rückwärts gewandt. In vielen Schlüsselbranchen haben wir längst den Anschluss verloren (z.B. EDV - hardware und software; Siemens als letzter deutscher Dinosaurier konzentriert sich auf Ampelanlagen und Bahntechnik; Fahrzeugbau - im Nutzfahrzeugbau ist es noch o.k., im PKW-Bereich glänzen wir in erster Linie durch teure Markennamen und vorsätzlich manipulierte Motorsteuerung, bitte nicht durch die deutschen Zulassungsstatistiken blenden lassen!). Diese Liste ließe sich beliebig fortführen, ich belasse es bei dem Hinweis, dass viele renomierte deutsche Unternehmen mittlerweile nicht mehr unternehmergeführt sind, sondern zu großen Teilen international agieren Finanzjongleuren gehören. Und die Bereiche des Maschinenbaus und des Werkzeugmaschinenbaus, die sich noch im Bereich der Marktführerschaft bewegen, haben Riesenprobleme bei der Rekrutierung von geeignetem ingenieurtechnischen Nachwuchs. Die wenigen wirklich guten und innovativen Hochschulabsolventen reichen bei Weitem nicht aus, zumal nicht wenige dieser zukünftigen Leistungsträger sich frühzeitig in Richtung Ostasien oder Nordamerika orientieren.
Quo vadis Deutschland?
Alanin
27.07.2018, 12:58 Uhr
@Fönix: Vielen Dank!
Sie sprechen mir aus dem Herzen. Sicherlich benötigen wir Alternativen, aber man kann sich erst darauf festlegen, wenn bewiesen ist, dass diese auch wirklich eine Alternative ist.

Leider sind wir zur Zeit dahin gekommen, dass aus ideologischen Gründen ein Schnellschuss nach dem anderen abgegeben wird... Ich wünsche mir nachhaltige Lösungen, aber global nachhaltig und nicht nur kurzsichtig oder auf einem bestimmten Gebiet...

Eine Lösung, die auf den ersten Blick gut erscheint, kann man gern untersuchen und man soll auch Unterstützung/Geld für deren Erforschung bzw. Optimierung bekommen bzw. bereitstellen. Aber sich sofort und ohne ausreichende Untersuchung aller Möglichkeiten eine so weitreichende Festlegung zu treffen ist gelinde gesagt *sau dämlich*.
Struwwelpeter
27.07.2018, 13:34 Uhr
Das ist die Einstellung, die wir brauchen!!!
@RWE
Zum Hexentanzplatz sind es von NDH aus 48 km. Mit jedem mir bekannten Modell kommen Sie hin und zurück. Außerdem gibt es dort an der Jugendherberge eine Ladestation, mehr mögen, wenn der Bedarf dies erfordert kommen.
Was die Frage des Steigerwaldstadions betrifft, so könnten im Extremfall bis zu 19.000 Fans mit 19.000 Autos kommen. Die Problematik besteht bei solchen Massenaufläufen bereits in der Bereitstellung von genügend normalen Stellplätzen. Die Bahn ist ein probates Mittel. Ich würde egal ob E- oder konventioneller PKW davon abraten mit dem Auto zu fahren. Und ja die Bahn ist in meinen Augen um einiges zu teuer, aber das ist ein ganz anderes Fass, welches ich hier nicht öffnen möchte.

@Fönix
Korrekt, wir haben den Anschluss verloren und das soll bezüglich der E-Mobilität verdammt nochmal auch so bleiben (nur mal so zum Vergleich: im letzten Jahr wurden in China rund 500.000 E-PKW und 300.000 E-Nutzfahrzeuge zugelassen).
Darum immer fleißig das eigene Mimimi pflegen, sagen, dass wir dies und das eh nicht hinbekommen und ab mit dem Kopf in den Sand.
Fönix
27.07.2018, 15:15 Uhr
Hallo Struwwelpeter, Ihre Art
sich an dieser Diskussion konstruktiv zu beteiligen, gefällt mir durchaus, auch wenn wir oft unterschiedliche Positionen besetzen. Aber irgendwie haben Sie mich nicht richtig verstanden. Ich befürworte die Errichtung der innovativen Stromtankstelle in NDH ausdrücklich, aber die E-Mobilität hat heute und absehbarer Zukunft ihre Grenzen. Diese auszuloten ist die aktuelle Aufgabe. Nicht weniger und nicht mehr.
Alles andere was sie in Ihrem letzten Kommentar schreiben ist eh Quark, aber bei der Hitze zu entschuldigen ;-). Ein schönes WE, am besten im (krebspestfreien) Baggersee …
RWE
27.07.2018, 17:53 Uhr
@Struwwelpeter
Dann dürfen zum Hexentanzplatz bald.keine Hallenser mehr. Zu weit. Und zur Walburgisnacht stehen dann tausende Autos schlange... Was ist mit Pendlern?? Ne,.ich habe nichts gegen die Stromtankstelle. Im Gegenteil. Jede Investition ist richtig und wichtig. Mir macht nur Angst, daß es eine Partei gibt, welche gern regieren würde, den Verbrennungsmotor verbieten will. Anstatt die Sache den Markt und dem Verbraucher zu überlassen.
Andreas Dittmar
27.07.2018, 18:19 Uhr
@Struwwelpeter
Was ist dieser Zwischenspeicher zur Netzstabilität, den die erwähnten und warum finden Sie Ihn für die E-Mobilität so wichtig ? Auch so ein Praxisbeispiel wäre mal interessant. In Nentzelsrode sind 4600 KW installiert. Der i3 hier unter mir hat einen 33 Kwh Akku drin und einen 134 KW Elektromotor. Man kann das jetzt mal mit der Windkraft für eine Stadt wie Nordhausen ausrechnen . Die Reichweite des i3 ist mit 300 km angegeben. Das ist schon nicht schlecht.
Struwwelpeter
02.08.2018, 17:36 Uhr
Nachtrag
@Fönix
vielen Dank für das Lob. Gerade das wir des Öfteren unterschiedlicher Meinung sind finde ich wichtig. Wie anders käme sonst ein Diskurs zu Stande? Ich bin der Überzeugung, dass wir als Gemeinschaft nur so voran kommen.
Das die E-Mobilität nur ein einzelner Baustein unserer künftigen Mobilität sein wird sehe ich ebenso. Wasserstoff ist ein zweiter potentieller Baustein, gerade dort wo hohe Energiedichten benötigt werden (Busse, LKW, Zugmaschinen, Schifffahrt etc.). An der Stelle gibt es allerdings noch einigen infrastrukturellen Ausbau-, bzw. Forschungsbedarf.
Und ja...in der Wahl meiner Worte hat mich die Hitze wohl ein wenig geritten. Trotzdem stehe ich zu der Aussage, dass wir zu wesentlich mehr in der Lage sind, als dies manchmal durch so zahlreiche Bedenkenträger den Anschein erweckt. Für jede Technologiesparte in der wir hinter anderen Ländern liegen, gibt es auch zahlreiche Beispiele bei welchen Deutschland Leitanbieter ist.
Mein Beispiel der Zulassungen in China sollte des weiteren unterstreichen, dass es Fahrzeuge und Technologie durchaus in großer Stückzahl gibt. Seltene Erden wiederum sind nicht wirklich selten. Lediglich die Vorkommen mit hoher Konzentration sind etwas seltener, aber auch das ist letztlich vernachlässigbar, da bereits an neuen Akku-Alternativen geforscht wird.
Was mir etwas gegen den Strich ging, war jedenfalls der immer wieder aufkommende und des öfteren unbegründete Pessimismus. Ich empfinde das für ein konstruktives Vorankommen eher lähmend.

@RWE
Es sind eben jene Kommentare die ich meine (s.o.). Mir scheint, dass manchmal Probleme konstruiert werden nur um das Haar in der Suppe finden zu können. Natürlich wird nicht jeder der zum Hexentanzplatz fährt dort zwischenladen müssen, die Akkureichweiten steigen von Jahr zu Jahr, die Ladesäulendichte erhöht sich stets und was ist denn mit den Pendlern? Die Pendeln nach wie vor und laden beim AG oder beim P+R-Platz. Wo ein Bedarf herrscht wären Versorger schön blöd nicht die entsprechende Infrastruktur zu schaffen.
Was den Markt wiederum betrifft: Würden wir diesem in allen Belangen freie Hand lassen und gerade im Bereich der Daseinsvorsorge, zu welchem auch die Mobilität gehört, so Enden wir da wo die Bahn bspw. heute steht: zu teuer, unzuverlässig, aber dafür hocheffizient (natürlich nur wirtschaftlich). Nein die Klimapolitik erfordert einen Umschwung weg von fossilen Ressourcen und dazu wird sich die Automobilindustrie freiwillig niemals entscheiden. Hier muss der Staat eine übergeordnete Agenda durch temporär eingesetzte Förderung voran treiben.

@Andreas Dittmar
Der Zwischenspeicher bezieht sich auf Stromtankstellen, welche eine Gesamtanschlussleistung von 600kVA und vielleicht sogar mehr haben. Wenn sich nun ein PKW an die Säule hängt entsteht im Netz eine eher noch überschaubare Last von 50 bis 150 kW, entsprechend muss ein Erzeuger auf der anderen Seite des Netzes diese Leistung nun bereitstellen. Geschieht dies nicht oder zu spät würde in diesem Fall die Netzfrequenz absinken und das Netz instabil werden. Die Folge könne Stromausfälle sein. In gegebenen Beispiel ist dies eher unwahrscheinlich. Wenn nun aber die volle Leistung der Tankstelle auf eine Schlag abgerufen werden würde sind dies 600 kW + Blindleistung. Das wiederum kann u.U. kritisch werden. Ein Zwischenspeicher an der Tankstelle (Batterie oder Brennstoffzelle mit Elektrolyseur) kann solche Spitzenlasten und Spitzenproduktionen (durch PV und Wind) ausgleichen.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)