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Mi, 14:00 Uhr
27.06.2018
Suchtprävention an der Petersbergschule

Meine Wahl: keine Drogen

Es liegt in der Natur der Jugend, das man sich ausprobiert, Grenzen testet und manchmal überschreitet. Kommen Drogen ins Spiel, kann es gefährlich werden. Für die Gesundheit, die Schulnoten und das weitere Leben. An der Petersbergschule will man dem Thema offen entgegen treten. Mit der Hilfe der Schülerinnen und Schüler...

Vier "Schulreporter" der Petersbergschule: Michael Scharfe, Leonie Mariella Herud (v.l. oben), Michelle Schmidt und Hannes Willerbach (v.l. unten) (Foto: Katja Vopel) Vier "Schulreporter" der Petersbergschule: Michael Scharfe, Leonie Mariella Herud (v.l. oben), Michelle Schmidt und Hannes Willerbach (v.l. unten) (Foto: Katja Vopel)

Vier "Schulreporter" der Petersbergschule: Michael Scharfe, Leonie Mariella Herud (v.l. oben), Michelle Schmidt und Hannes Willerbach (v.l. unten)

Im Alter zwischen 13 und 25 Jahren hat jeder zweite zumindest schon einmal Drogen ausprobiert. Jeder sechste ist demnach "dabei geblieben". In Rund 50% der Fälle ist Cannabis die Droge der Wahl, als Gründe für den Konsum wurden zumeist "Spaß und Entspannung" angegeben, gefolgt von Leistungsdruck. Rund zehn Prozent der Befragten gaben an, nicht mehr von alleine aufhören zu können. Die Zahlen kommen nicht von ungefähr, eine Forschungsgruppe der Hochschule hat die Daten in einer anonymen Befragung unter 1211 Schülerinnen und Schülern des Landkreises erhoben. Alkohol und Tabak waren nicht Teil der Befragung.

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Die Drogenproblematik schlägt sich auch in den Schulen nieder. Nichts neues eigentlich, gerade im Alter zwischen 13 und 16 Jahren greifen Jugendliche zu. Neu ist die Art und Weise mit der man an Petersbergschule der Problematik begegnet. "Es gibt hier nicht mehr oder weniger Probleme mit Alkohol und Drogen als an anderen Schulen oder zu anderen Zeiten. Was sich geändert hat sind die Substanzen. Alkoholkonsum und Kiffen ist immer wieder ein Problem, aber auch der Chrystalkonsum nimmt zu. Jeder geht das Problem anders an, wir wollen dem offen entgegen treten", sagt erläutert Carolin Kaden, Klassenlehrerin der 6a.

Deswegen gibt es an der Schule zwischen Klasse fünf und zehn jedes Halbjahr mindestens eine Veranstaltung zur Suchtprävention. Altersgerecht steigt man leicht ein und beschäftigt sich in Klasse 5 etwa mit gesunder Ernährung, danach wird es ernster. Hinzugekommen sind inzwischen auch Frau Kadens "Schulreporter": eine Gruppe junger Schülerinnen und Schüler die sich intensiv mit Sucht und Suchtprävention auseinandersetzen und die Problematik ihren Mitschülern nahe bringen. Allein im Schuljahr 2016/17 führte die Schülergruppe rund 16 Aktionen rund die Suchtprävention durch.

Zusammen mit Christiane Diekmann vom Suchthilfezentrum der Diakonie versucht man die Aufklärungskampagne aus dem Schulalltag heraus zuheben. Der Weg hinab zum Schackenhof ist nicht weit und ermöglicht Begegnungen mit Menschen die mit verschiedenen Abhängigkeiten zu kämpfen haben, Berichte von Betroffenen, die für die Schülerinnen und Schüler auch einen gewissen Schockmoment mit sich bringen. "Wenn Betroffene erzählen wie es ihnen mit Alkohol und Drogen ergangen ist das wird es ganz schnell mucksmäuschenstill", berichtet Katja Vopel.

Die Schulsozialarbeiterin befasst sich auch mit den Eltern der Kinder, und sensibilisiert für die Problematik. "Man muss mit Feingefühl vorgehen und das Gespräch suchen. Man darf nicht wegsehen. Damit das funktioniert braucht es die Mitarbeit der Kinder und ihrer Eltern, der Schulleitung und der Sozialarbeiter, das ist das magische Viereck".

Damit es gar nicht erst soweit kommt, dafür wollen die "Schulreporter" sorgen. Neben den Treffen mit Betroffenen im Suchthilfezentrum sucht man auch die spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema, etwa über den Einsatz von sogenannten "Rauschbrillen" oder mit Hilfe eines Themenkoffer der diverse Materialien enthält die verschiedene Süchte illustrieren sollen, dazu gehören nicht nur Drogen und Alkohol, sondern auch Probleme wie Magersucht, Kauf- oder Spielsucht. Außerdem haben die "Reporter" auch ein Video an ihrer Schule gedreht und mit Schülern und Lehrern über Suchtprävention gesprochen.

Mit ihrem Programm waren die Schüler auch schon außerhalb ihrer Schule unterwegs. Beim Öffentlichkeitstag der Suchthilfe und dem Kongress zur Armutsprävention konnten sie ihr Projekt so auch an einem Erwachsenen Publikum ausprobieren. Man sei gerne bereit die eigenen Netzwerke auszubauen und das Projekt auch an andere Stelle zu präsentieren, sagt Lehrerin Kaden, bei Interesse könne man sich einfach an der Regelschule Petersberg oder der Suchtberatung der Diakonie melden.
Angelo Glashagel
Autor: red

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