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Mi, 14:28 Uhr
05.01.2005

Erneut Gipsabbau geplant?

Niedersachswerfen (nnz). Vielen Bürgern im Landkreis Nordhausen ist der Streit um den Gipsabbau am Rüsselsee noch in Erinnerung. Eine Kompromißlösung sah vor, eine Rekultivierung der abgebauten Areale vorzunehmen. Das könnte jetzt scheitern.


In Ermangelung der weiteren Finanzierbarkeit des Rechtsstreit gab sich die Gemeinde Niedersachswerfen 1995 geschlagen. Um wenigstens eine landschaftsbildverträgliche Abbauführung mit einer beispielhaften Rekultivierung zu sichern, initiierte die Kommune in Zusammenarbeit mit dem abbauenden Unternehmen das Pilotprojekt Rüsselsee mit einem immensen finanziellen Aufwand. Jetzt scheint das Projekt nach Ansicht des BUND-Kreisverbandes einem weiteren Gipsabbauvorhaben zum Opfer zu fallen. Nachdem ein Unternehmen aus Niedersachsen am Kuhberg bei Harzungen dank der starken Bürgerproteste gescheitert ist, scheint jetzt die Genehmigung des Hauptbetriebsplanes südlich angrenzend an das 16 ha große Bergwerksfeld „Rüsselsee“ kurz bevor zu stehen.

Der Umweltausschuss der Gemeinde Niedersachswerfen und der Bürgermeister sind offensichtlich vom Bergamt in die Abbauvorgänge nicht einbezogen worden. Wie sonst, so der Nordhäuser BUND Kreisvorstand, ist das Schweigen der sonst aktiven Gemeindevertretung und ihres Chefs zu erklären? Der Abbau in dem Gebiet wäre eine Katastrophe für die angrenzenden Naturschutzgebiete „Himmelberg“ und „Mühlberg“. Sie werden praktisch zweigeteilt, denn der Biotopverbund als auch die noch bestehenden Wanderwege werden dann endgültig zerstört.

Der BUND hofft auf eine öffentliche Reaktion der betroffenen Kommunen, insbesondere Woffleben und Niedersachswerfen. „Es ist wie ein Flächenbrand: Hat man das eine Gebiet vorerst gerettet, werden an anderer Stelle die Glutnester wieder entfacht“, so der Nordhäuser BUND Kreisverband abschließend.
Autor: nnz

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