So, 08:43 Uhr
27.05.2018
2. Zukunftswerkstatt in Urbach
Zahlreiche neue Ideen wurden erarbeitet
Gut 50 Menschen aus den Pfarrbereichen Nordhausen Blasii-Altendorf, St. Jacobi-Frauenberg, Heringen und Urbach diskutierten gestern im Vereinshaus in Urbach munter und durchaus kontrovers über die Zukunft der Kirche...
Miteinander geredet (Foto: R. Englert)
Haupt- und Ehrenamtliche, Ältere und Jüngere sorgten unter der Leitung von Dr. Michael Funke, von Die Beraterwerkstatt Leipzig, für eine bunte Mischung an Ideen. Unter den Gästen auch Karin Busch, die Bürgermeisterin des Nordhäuser Ortsteils Steigerthal.
Alles für sie Wichtige wird es nun in ihre Gemeinde tragen. Mitglieder des Gemeindekirchenrates, Feuerwehr, Vereine, jeder für den es wertvoll sein könnte, wird von ihr demnächst eingeladen, um das Gehörte gemeinsam für den Ort umzusetzen. Die Gemeinschaft von Kirche und politischer Gemeinde ist ihr wichtig. Dies ist nur ein Beispiel für die konkreten Ergebnisse, die dieser Tag hervorgebracht hat. Ein großer Dank muss auch Urbachs Bürgermeister Jürgen Vopel ausgesprochen werden, der das Vereinshaus zur Verfügung stellte.
Für ein ganz anderes Ergebnis sind Lea und Lukas, zwei junge Menschen, verantwortlich. Kirche, erzählten beide, sei für sie eine herzliche und fröhliche Gemeinschaft, die sie vergleichbar nirgends fänden. Diese Gemeinschaft werde Kirche auch in Zukunft tragen, da sind sie voller Vertrauen. Lea Schnell kam als Studentin von Schwerin nach Nordhausen und fand im KILA (Kinder-Kirchen-Laden in St. Blasii, Nordhausen) ihre ehrenamtliche Heimat.
Die vertrauten Lieder, der Umgang mit den Kindern, das hat mich gleich angesprochen, sagt sie. Lukas Nießen, der ehrenamtlich bei der Herzschlag Jugendkirche aktiv ist, und auch Lea Schnell halten die Herzlichkeit im Miteinander für die große Stärke der Kirche. Nirgends werde man so individuell mit seinen Talenten aufgenommen wie bei der Kirche. Wenn du beim Fußball nicht ordentlich kickst, dann bist du draußen. Bei der Jugendkirche machst du die Technik, die Deko, gestaltest den Gottesdienst mit, stehst hinter der Theke, machst Musik, was auch immer, jeder findet seine Nische und ist gleich viel wert, erzählt Lukas aus tiefer Überzeugung.
Dieses offene Aufeinander-Zugehen aller Generationen, aller sozialer Schichten, die gemeinsame Basis durch den Glauben, wo gibt es denn Vergleichbares?, fragt die Studentin. Manchmal muss man wohl von der Jugend an die uralten Stärken der Gemeinde erinnert werden, schmunzeln die Zuhörer nachdenklich und bewegt.
Rüdiger Neitzke präsentiert das Ergebnis seiner Gruppe (Foto: R. Englert)
Doch zurück zu den konkreten Ergebnissen. In Heringen wurde verabredet, dass man versuchen wolle, die verschiedenen Orte des Pfarrbereichs an einen Tisch zu bekommen, um über Gemeindegrenzen hinweg wieder stärker miteinander ins Gespräch zu kommen.
In Urbach will man eine Gemeindeversammlung einberufen, um mit allen Interessierten gemeinsam zu besprechen, was die Bedürfnisse der Gemeinde sind und wer diese Aufgaben übernehmen könnte.
In Frauenberg will man die Familienarbeit und die Zusammenarbeit der Gemeinden stärken. Blasii hat sich nach diesem intensiven Tag ein Überdenken der Gottesdienste vorgenommen. Vielleicht könnten Kultur-Gottesdienste oder in Verbindung mit der Jugendkirche neue junge Gottesdienstformen entstehen.
Diesen Ergebnissen waren viele Gespräche vorausgegangen. Themen beispielsweise, wie man Familien stärker einbeziehen könnte, kamen in die Runde. Großeltern-Enkel-Freizeiten und mobile Familien-Gottesdienste an wechselnden Orten wurden überlegt. Das Thema Umwelt, die Bewahrung der Schöpfung müsse wieder einen größeren Stellenwert im Kirchenkreis bekommen, da gebe es viel zu tun. Wie neue Ehrenamtliche gewonnen werden können, bewegte eine Gesprächsrunde, ebenso wie die Frage nach Gottesdienstformen und -terminen. Warum nicht mal zu einer anderen Zeit, wurde gefragt.
Die Missionierung wurde bewegt, fehlt es den Kirchenmitgliedern hier an Sprachfähigkeit über ihren Glauben? Wichtig war auch die Frage, wie man kleine Gemeinden wieder beleben könne. Zeiten ohne festen Pfarrer mit wechselnden Vertretungen haben hier ihre Spuren hinterlassen. Doch die Menschen, die in Urbach zusammenkamen, zeigten deutlich, dass sie für ihre Kirche brennen und dass sie gewillt sind, neue Wege zu gehen.
Das weckt die Lust auf die 3. Zukunftswerkstatt nächsten Samstag, von 9.30-16.00 Uhr in der evangelischen Grundschule. Eingeladen sind dann alle Interessierten aus den Pfarrbereichen Ellrich, Großwechsungen, Ilfeld und Nordhausen Salza-Niedersalza.
Regina Englert
Autor: red
Miteinander geredet (Foto: R. Englert)
Haupt- und Ehrenamtliche, Ältere und Jüngere sorgten unter der Leitung von Dr. Michael Funke, von Die Beraterwerkstatt Leipzig, für eine bunte Mischung an Ideen. Unter den Gästen auch Karin Busch, die Bürgermeisterin des Nordhäuser Ortsteils Steigerthal.
Alles für sie Wichtige wird es nun in ihre Gemeinde tragen. Mitglieder des Gemeindekirchenrates, Feuerwehr, Vereine, jeder für den es wertvoll sein könnte, wird von ihr demnächst eingeladen, um das Gehörte gemeinsam für den Ort umzusetzen. Die Gemeinschaft von Kirche und politischer Gemeinde ist ihr wichtig. Dies ist nur ein Beispiel für die konkreten Ergebnisse, die dieser Tag hervorgebracht hat. Ein großer Dank muss auch Urbachs Bürgermeister Jürgen Vopel ausgesprochen werden, der das Vereinshaus zur Verfügung stellte.
Für ein ganz anderes Ergebnis sind Lea und Lukas, zwei junge Menschen, verantwortlich. Kirche, erzählten beide, sei für sie eine herzliche und fröhliche Gemeinschaft, die sie vergleichbar nirgends fänden. Diese Gemeinschaft werde Kirche auch in Zukunft tragen, da sind sie voller Vertrauen. Lea Schnell kam als Studentin von Schwerin nach Nordhausen und fand im KILA (Kinder-Kirchen-Laden in St. Blasii, Nordhausen) ihre ehrenamtliche Heimat.
Die vertrauten Lieder, der Umgang mit den Kindern, das hat mich gleich angesprochen, sagt sie. Lukas Nießen, der ehrenamtlich bei der Herzschlag Jugendkirche aktiv ist, und auch Lea Schnell halten die Herzlichkeit im Miteinander für die große Stärke der Kirche. Nirgends werde man so individuell mit seinen Talenten aufgenommen wie bei der Kirche. Wenn du beim Fußball nicht ordentlich kickst, dann bist du draußen. Bei der Jugendkirche machst du die Technik, die Deko, gestaltest den Gottesdienst mit, stehst hinter der Theke, machst Musik, was auch immer, jeder findet seine Nische und ist gleich viel wert, erzählt Lukas aus tiefer Überzeugung.
Dieses offene Aufeinander-Zugehen aller Generationen, aller sozialer Schichten, die gemeinsame Basis durch den Glauben, wo gibt es denn Vergleichbares?, fragt die Studentin. Manchmal muss man wohl von der Jugend an die uralten Stärken der Gemeinde erinnert werden, schmunzeln die Zuhörer nachdenklich und bewegt.
Rüdiger Neitzke präsentiert das Ergebnis seiner Gruppe (Foto: R. Englert)
Doch zurück zu den konkreten Ergebnissen. In Heringen wurde verabredet, dass man versuchen wolle, die verschiedenen Orte des Pfarrbereichs an einen Tisch zu bekommen, um über Gemeindegrenzen hinweg wieder stärker miteinander ins Gespräch zu kommen.
In Urbach will man eine Gemeindeversammlung einberufen, um mit allen Interessierten gemeinsam zu besprechen, was die Bedürfnisse der Gemeinde sind und wer diese Aufgaben übernehmen könnte.
In Frauenberg will man die Familienarbeit und die Zusammenarbeit der Gemeinden stärken. Blasii hat sich nach diesem intensiven Tag ein Überdenken der Gottesdienste vorgenommen. Vielleicht könnten Kultur-Gottesdienste oder in Verbindung mit der Jugendkirche neue junge Gottesdienstformen entstehen.
Diesen Ergebnissen waren viele Gespräche vorausgegangen. Themen beispielsweise, wie man Familien stärker einbeziehen könnte, kamen in die Runde. Großeltern-Enkel-Freizeiten und mobile Familien-Gottesdienste an wechselnden Orten wurden überlegt. Das Thema Umwelt, die Bewahrung der Schöpfung müsse wieder einen größeren Stellenwert im Kirchenkreis bekommen, da gebe es viel zu tun. Wie neue Ehrenamtliche gewonnen werden können, bewegte eine Gesprächsrunde, ebenso wie die Frage nach Gottesdienstformen und -terminen. Warum nicht mal zu einer anderen Zeit, wurde gefragt.
Die Missionierung wurde bewegt, fehlt es den Kirchenmitgliedern hier an Sprachfähigkeit über ihren Glauben? Wichtig war auch die Frage, wie man kleine Gemeinden wieder beleben könne. Zeiten ohne festen Pfarrer mit wechselnden Vertretungen haben hier ihre Spuren hinterlassen. Doch die Menschen, die in Urbach zusammenkamen, zeigten deutlich, dass sie für ihre Kirche brennen und dass sie gewillt sind, neue Wege zu gehen.
Das weckt die Lust auf die 3. Zukunftswerkstatt nächsten Samstag, von 9.30-16.00 Uhr in der evangelischen Grundschule. Eingeladen sind dann alle Interessierten aus den Pfarrbereichen Ellrich, Großwechsungen, Ilfeld und Nordhausen Salza-Niedersalza.
Regina Englert


