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Do, 15:41 Uhr
10.05.2018
Neues vom Geschichts- und Alterumsverein

Mit Orgelmusik im Gepäck

Als sich am Dienstag die Geschichtsfreunde wieder zum Vortragsabend im Tabakspeicher trafen, wurden sie nicht nur mit einem wissenswerten Vortrag und Bildmaterial unterhalten, sondern auch mit zeitgenössischen Musikeinlagen durch die Geschichte der Familie Compenius im 16. und 17. Jahrhunderts geführt...

Referent Prof. Dr. Aumüller (Foto: Dr. Marie-Luis Zahradnik)
Prof Dr. Gerhard Aumüller, aus Marburg kommend, beschäftigte sich nachhaltig mit dem Orgelbau und stieß bei seinen Recherchen auf die hessische Familie Compenius, dessen wohl bekanntestes Familienmitglied für den Orgelbau, Heinrich Compenius, sich auch für einige Zeit in Nordhausen niederließ.

Er zog um 1580 mit seiner Familie von Erfurt nach Nordhausen, war als Organist an der Blasii-Kirche tätig und wohnte in einem Haus am heutigen Pferdemarkt, welches ein Jahr nach seinem Tod 1612 dem großen Stadtbrand zum Opfer fiel. Nach Recherchen von Aumüller baute er in keiner der Nordhäuser Kirchen eine Orgel, sondern beteiligte sich unter anderem als Gutachter an Orgelbauprojekten weit außerhalb von Nordhausen.

Nicht nur die Entfernung der Arbeitsorte der Orgelbauerfamilie wie Halberstadt, Marburg, Hettstedt, Bückeburg und Braunschweig sowie Dänemark, sondern auch die intensive Vernetzung der Familie zu anderen Orgelbauern zeigte der Referent auf. In dieser Zeit befand dich der Orgelbau im Umbruch und viele Impulse und Innovationen wurden im Austausch mit anderen Experten, wie Michael Hirschfelder, und in der Ausbildung intensiviert und sind letztendlich in den Bau miteingegangen.

So belegen das entwickelte „High-Tech“ in der Orgelbaukunst die Meisterwerke des Sohnes Esaias Compenius in der Stadtkirche Bückeburg, im Schloss Hessen und in Frederiksborg, die mit erneuerter Disposition der Orgelregister und künstlerisch beweglichen Elementen im musikalischen Farbspiel und visuell den Betrachter beeindrucken. Auch ein Handbuch der Orgelkunde verfasste Esaias in Zusammenarbeit mit dem Hof-Kapellmeister in Wolfenbüttel, Michael Praetorius. Trotz mancher Zwistigkeiten innerhalb der Familie, hielt die Familie für den Orgelbau in finanziellen Dingen und in der Übernahme von Orgelwerkstätten unter den Brüdern zusammen.

Nicht nur in der Liebe zur Musik und zum Instrument zeichnete sich die Familie Compenius aus, sondern auch in der Vielfalt der Begabung ihrer Mitglieder. Wer mehr über die Familie nachlesen möchte, kann dies gern in der „Gelben Reihe“ Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Kreis Nordhausen Ausgabe 2011, im Aufsatz über die bedeutenden Nordhäuser Orgelbauer Heinrich Compenius und sein Enkel Johannes Heckelauer tun.

Mit dem nächsten Vortragsabend im Juni geht es mit der Geschichte in der Zeit des 16. Jahrhunderts weiter. Dann wird Dr. Bodo Seidel über „Luther und die Türken“ im Museum Tabakspeicher am 12. Juni, um 19.30 Uhr, sprechen. Der Eintritt ist frei. Gäste sind herzlich willkommen.

Ebenso wird am Donnerstag, dem 7. Juni 2018, um 18.00 Uhr wieder eine Führung über den jüdischen Friedhof angeboten. Treffpunkt ist an der Ecke Dr.-Silberborth-Straße/Ammerberg. Die Führung ist unentgeltlich, doch würde sich der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein über eine kleine Spende zur Unterstützung seiner Vereinsaktivitäten sehr freuen.
Dr. Marie-Luis Zahradnik
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