eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Mi, 08:00 Uhr
11.03.2026
25 Jahre Badehaus

Altes Haus, neue Herausforderungen

Vor 25 Jahren wurde das Badehaus neu eingeweiht aus dem historischen Jugendstil-Bad wurde ein modernes Schwimmbad. Das steht nach einem Vierteljahrhundert immer noch gut da, sieht sich aber auch neuen Herausforderungen gegenüber…

Das Badehaus im Morgenlicht - über 100 Jahre ist das Jugendstilbad alt, die Erweiterung zum das modernen Sport- und Freizeitbad feiert nun selber ein Vierteljahrhundert Geburtstag (Foto: agl) Das Badehaus im Morgenlicht - über 100 Jahre ist das Jugendstilbad alt, die Erweiterung zum das modernen Sport- und Freizeitbad feiert nun selber ein Vierteljahrhundert Geburtstag (Foto: agl)

Das alte Nordhäuser Hallenbad, es hatte seinen Charme und auch seine Grenzen. Nur ein einziges Becken von gerade 20 Metern Länge standen den Schwimmern im historischen Bau damals zur Verfügung, der vordere Bereich war flach genug für Nicht-Schwimmer und völlig untauglich für ernst zu nehmenden Wettkampfsport. Aber wenn die Sonnenstrahlen durch die großen Oberlichter fielen und man gemütlich seine Bahnen zog, rückten die Nachteile schnell in den Hintergrund.

Anzeige symplr (1)
Was man als Gast nicht sehen konnte, war das, was sich hinter den Kulissen abspielte. „Das Haus ist inzwischen über 100 Jahre alt und die Heizungsanlage und die Wasseraufbereitung waren Ende der 90er völlig marode. Hätte man den Umbau damals nicht in Angriff genommen, hätte man das Bad zwei oder drei Jahre später schließen müssen“, erzählt Jens Eisenschmidt, heute Geschäftsführer der Badehaus Nordhausen GmbH. Eisenschmidt ist seit 1994 dabei, kam vom Studium aus Leipzig zurück nach Nordhausen, den Abschluss in Betriebswirtschaft und Sportmanagement frisch in der Tasche. „Ich war 26 und gleich Chef für die alten Bademeister. Am Anfang war das nicht immer leicht, ich habe mir da die Hörner das eine oder andere mal abstoßen und viel lernen müssen. Aber am Ende haben wir hier immer engagierte Kollegen gehabt, die sich für ihr Bad eingesetzt und die Qualität und Sauberkeit erhalten haben“, erzählt der Badehaus-Leiter der nnz heute.

Der Umbau des alten Hallenbades, Baujahr 1906/07, hin zum modernen Sport- und Freizeitbad wurde um die Jahrtausendwende zur ersten Großaufgabe. Dass man auf den Zug des Bäder-Booms in Thüringen während der 90er Jahre erst recht spät aufgesprungen war, sei aus heutiger Sicht ein Glücksfall gewesen. „Nach der Wende wurden in Thüringen viele Hallenbäder neu gebaut und es wurde schon damals gewitzelt, dass sich die Bürgermeister goldene Wasserhähne leisten würden. Da wir recht spät dran waren, haben die Fördermittelgeber gegen Ende des Jahrzehnts schon differenzierter auf die Sache geblickt und auch wir konnten uns umschauen und sehen, was funktioniert und was nicht. Wir konnten mit mehr Kopf und Überlegung herangehen. Wo man in anderen Größenordnungen und mit viel mehr Volumina gebaut hatte, sind heute auch die Probleme in der Bewirtschaftung deutlich größer. Insofern haben wir mit unserem recht einfachen und funktionalem Anbau für den Nordhäuser Bedarf damals das Beste herausgeholt“, sagt Eisenschmidt.

Jens Eisenschmidt ist seit 1994 Geschäftsführer im Badehaus (Foto: Badehaus Nordhausen) Jens Eisenschmidt ist seit 1994 Geschäftsführer im Badehaus (Foto: Badehaus Nordhausen) Das historische Becken blieb erhalten und wurde runderneuert, hinzu kam ein ordentliches, wettkampftaugliches 25 Meter Becken mit vier Bahnen, die Rutsche, ein Planschbecken und Annehmlichkeiten wie Whirlpools, Saunalandschaft und Bistro. Rund 3,5 Millionen Besucher hat das „neue“ Badehaus seit seiner Eröffnung im Jahr 2001 gelockt. Die meisten kommen aus Nordhausen und der näheren Umgebung, rund 20 Prozent der Gäste nehmen aber auch weitere Strecken auf sich und kommen etwa aus Sangerhausen, Bad Frankenhausen oder Benneckenstein. Die Zahl der Besucher blieb stabil, zwischen 140.000 und 150.000 Gäste zählt man im Jahr, einzige Ausnahme war die Corona-Zeit. Neben den regulären Badegästen nutzen auch die Schulen und Vereine der Stadt die Becken, darunter natürlich der Schwimmverein SVN `90, aber auch der Behindertensportverein, die Triathleten, die Taucher und die Wasserwacht.

Eine schwere Frage
Und wie werden die nächsten 25 Jahre aussehen? Das sei eine schwierige Frage, meint Eisenschmidt, man steht zwar generell besser da, als manch anderes Bad in der Region, die Herausforderungen, die auf den Betrieb in den nächsten Jahren zukommen, zeigten sich schon jetzt. „Man kann natürlich Visionen und Träume von dem haben, was sein könnte. Ich persönlich würde zum Beispiel gerne auf unserer Nordfläche in Richtung Zorgebrücke ein Reha-Zentrum anschließen. Eine Stunde auf dem Stepper, danach direkt rüber ins Bad zu Aquafitness und Herz-Kreislaufsport. Aber das ist wirklich nur ein Traum. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir froh sein, wenn wir das Niveau unserer Angebote und vor allem unsere Mitarbeiter in den kommenden Jahren halten können“. Veränderte Realitäten in der Arbeitswelt und der demographische Wandel seien die größten Herausforderungen. Qualifizierten Nachwuchs zu finden werde immer schwieriger. Am Badehaus bildet man weiterhin alle zwei Jahre aus, müsse sich aber glücklich schätzen, wenn man die Plätze auch füllen könne. „Es gibt das Missverständnis, dass man als Bademeister nur möglichst sportlich sein muss. Zur Ausbildung gehören aber auch Chemie und Physik. Man muss Volumenströme messen und berechnen können und wer mit Chlor hantiert, muss wissen was er tut“, erläutert Eisenschmidt.

Zweiter Knackpunkt sind die Arbeitszeiten, bis vor kurzem arbeitete man im Badehaus im Wechselschichtsystem, mitunter waren die Mitarbeiter an zwei oder drei Wochenenden im Monat eingespannt. Inzwischen hat man die Öffnungszeiten in den weniger frequentierten Randbereichen angepasst, konnte auf eine Schicht umstellen. „Das wirkt sich natürlich auch auf die Betriebskosten aus aber viel wichtiger ist, dass uns die Kollegen nicht weglaufen. Im Grunde bestimmen die Schwimmmeister, wann und ob ein Bad geöffnet werden kann. Wenn wir das Bad in zehn Jahren noch betreiben wollen, müssen wir die Mitarbeiter halten. Jetzt haben wir nur noch eine Schicht und alles ist schick. Die Besucherzahlen sind trotz der Änderungen sogar leicht gestiegen“, so der Geschäftsführer weiter.

Gretchenfrage Freibad
Neben dem Hallenbad gehört auch das Strandbad am Kiesschacht und das Salza-Quellbad zum Badehaus. Beide Freibäder sind in der Diskussion, an den Kiesseen wird im Stadtrat über ein Entwicklungskonzept nachgedacht, das auch das an das bisherige Strandbad angeschlossene Gewässer mit einbeziehen würde und das Salzabad ist zur Zeit geschlossen und harrt der etwaigen Sanierung.

Die Pläne für die Kiesteiche sieht Eisenschmidt kritisch: „Wir sind am Kiesschacht vom Grundwasserpegel abhängig und der sinkt stetig, die Tendenz ist eindeutig. Es ist gut möglich, dass wir in einigen Jahren keinen Nicht-Schwimmer Bereich mehr haben und ein Freibad allein für Schwimmer ist nicht Sinn der Sache.“ Um ein Freibad wie das in Salza komme eine Stadt von der Größe Nordhausens hingegen nicht umhin, meint der Badehaus-Chef. Pläne für einen Umbau hin zu einer modernen Anlage mit natürlicher (und kostengünstiger) Wasseraufbereitung hat man dem Stadtrat bereits vorgelegt, ob und wie diese auch umgesetzt werden können ist indes unklar. Dem Aufsichtsrat habe man den Start der dritten Planungsphase und einen nötigen Nachtrag im Wirtschaftsplan vorgeschlagen, um die Sanierungspläne mit kalkulierbaren Kosten hinterlegen zu können, sagt Eisenschmidt der nnz. Im Moment rechnet man mit Baukosten von rund vier Millionen Euro, sollte das Projekt den Stadtrat passieren. Liefe alles ideal, könnte man das Salzabad 2029 wieder öffnen.

Drei Tage Geburtstagsparty
Doch noch ist hier der Wunsch der Vater des Gedanken und was sollte man zu einem 25. Geburtstag haben, wenn nicht Wünsche für die Zukunft? Eine ordentliche Geburtstagsfeier natürlich und die soll nach der Revisionszeit an drei Tagen im Juli steigen. Am Freitag, den 10.07. will man zunächst mit den Mitarbeitern feiern, am darauffolgenden Samstag wird man geladene Gäste zum Brunch in das Hallenbad bitten und am Sonntag, den 12.07. steigt die große Jubiläums-Fete mit vielen Angeboten. Die Aktion „Kleben und Gewinnen“ läuft schon jetzt, unter den Teilnehmern werden diverse Gewinne aus dem Haus verlost, darunter auch zwei Jahreskarten. Der Erlös soll in einen Neuzugang für das Haus fließen: einen eigenen Treppenkäfer. Ein Holzmodell, gefertigt von Tura Jursa, ist bereits an der Theke des Badehauses zu bewundern, um den Guss zu finanzieren bittet das Badehaus aber auch um Spenden. Die Taufe des neuen Käfers ist für den September vorgesehen, an der Namensfindung können sich alle beteiligen, die mindestens 25 Euro spenden.
Angelo Glashagel
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
reiner3000
11.03.2026, 09:59 Uhr
Danke für so ein schönes Badehaus
Vielen Dank an das gesamte Badehausteam für die schöne Zeit. Immer freundlich und alles top sauber.
Bin immer wieder gern dort und wünsche für die Zukunft alles Gute !!!
dummiblau
11.03.2026, 13:53 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
ThorsHammer
11.03.2026, 13:54 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
Kommentar hinzufügen
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)