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Di, 11:10 Uhr
01.05.2018
1. Mai auf dem Rathausplatz

Was würde Marx sagen?

Ein harter Wind blies den Parteien und Gewerkschaften heute nicht nur im übertragenen Sinne ins Gesicht. Auf dem Rathausplatz hatte man sich am morgen eingefunden um am Tag der Arbeit für "Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit" zu demonstrieren...

1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel) 1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)

Machs mit Marx, das mag sich Landrat Matthias Jendricke heute morgen gedacht haben, als er ans Mikrofon trat. 200 Jahre würde der am 5. Mai alt werden. Was würde Marx wohl sagen, wenn er Deutschland heute sehen könnte? Die Unterschiede zu seiner Zeit könnten größer kaum sein, Kinderarbeit, verbreitete Obdachlosigkeit, Hunger und ungenierte Ausbeutung gehören, zumindest hierzulande, weitestgehend der Vergangenheit an.

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Was also würde Marx sagen, fragte Jendricke, wenn er VW in Niedersachsen sehen würde? Eine Firma, die viel für ihre Mitarbeiter tue, aber die eigenen Kunden hinters Licht führe? Was würde Marx zu den religiösen Wahlkampfkapriolen in Bayern sagen? Oder zu Menschen in Ostdeutschland, die als vermeintlich existentielles Problem eine Ausländerquote von knapp 5% ausgemacht haben?

Die Prioritäten müssten anderswo gesetzt werden, meinte Jendricke, es gäbe Interessen, die man gemeinsam und wirksam kundtun müsse. Als Hauptproblem machte der SPDler die niedrigen Löhne in Thüringen aus. Jahre lang seien hier falsche Ansätze gepredigt worden, die CDU sei sogar Stolz darauf gewesen aus dem Freistaat ein "Niedriglohnland" gemacht zu haben. Die Folge seien Abwanderungen gewesen. Nun müsse man wieder um höhere Löhne kämpfen.


Wie es um den Arbeitskampf allgemein bestellt ist zeigt ein Beispiel aus Bad Langensalza. An einer privatisierten Klinik wird noch im Tarifstreit zwei Betriebsräten fristlos gekündigt nachdem sie in ihrer Freizeit Flugblätter an Patienten verteilt haben. Die Kündigungen seien ein Versuch des privaten Klinikbetreibers die Beschäftigten einzuschüchtern, kritisiert die Gewerkschaft verdi. Vor Ort hat man schon demonstriert, der Wirtschaftsminister war da, heute wurden auf dem Nordhäuser Rathausplatz Unterschriften für "Carmen und Heike" gesammelt.

Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit seien Werte für die man immer gestanden habe und für die man auch weiter kämpfen werde, erklärte Bernd Spitzbarth von der Nordhäuser IG Metall, sie seien die Grundlage menschlichen Zusammenlebens. Die Regierung habe sich dazu verpflichtet die Lebensverhältnisse zu verbessern und den sozialen Zusammenhalt zu verbessern. Gerade im Hinblick auf die Angleichung der Löhne zwischen Ost und West seien die bisherigen Regierungen diesem Auftrag nicht nachgekommen. Der neue Koalitionsvertrag trage auch die Handschrift der Gewerkschaften, erklärte Spitzbarth, es dürfe aber nicht bei Ankündigungspolitik bleiben, die Zeit zum handeln sei jetzt. Rentenreform und Hartz IV- Gesetze hätten vor allem eine Umverteilung von unten nach oben bedeutet, dies zu ändern sei überfällig. Unter anderem forderte der Gewerkschafter eine Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro.

Auch wenn die Massen heute nicht auf den Rathausplatz geströmt sind, man hat zum 1. Mai hier schon weniger Menschen gesehen. Trotz steifer Brise. Sogar ein paar klassische Marxisten tummelten sich wieder auf dem Platz. Das Duo warb für einen Filmabend am 8. Mai in der Villa-Kunterbunt. Das Thema: der alte Marx und die moderne Welt.
Angelo Glashagel
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)
Autor: red

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
01.05.2018, 14:34 Uhr
Marx: Er würde nicht um den heißen Brei reden wie Jendricke...
Marx würde die Widersprüche beim Namen nennen, die er selbst oft genug beschrieb und die bis heute Gültigkeit haben, schreckliche Gültigkeit. Von der Warte aus hätte ich mir auch von Herrn Glashagel einen etwas weniger weichen Beitrag gewünscht:

Marx benannte bekanntlich den Widerspruch zwischen dem hohen Vergesellschaftungsgrad der Produktionsmittel und deren privatkapitalistischer Aneignung als antagonistischen Grundpfeiler der Gesellschaft und der von ihr geschaffenen Probleme.

Er würde davon ausgehend den heute gern vermiedenen Blick über den Tellerrand wagen und die weltweite Armut, den Hunger von knapp einer Milliarde Menschen, die Ungleichheit der Verteilung des materiellen Reichtums und die katastrophale Zerstörung unserer Lebensgrundlagen als Ausdruck dieses Widerspruchs brandmarken.

Und er würde angesichts des wiederholt wärmsten Aprils seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und beispielsweise des Insekltensterbens und der gigantischen Müllstrudel in den Weltmeeren sicher auch den unversöhnlichen Widerspruch zwischen Kapitalismus und natürlicher Umwelt erwähnen (Kapital: Dritter Band, in MEW Bd. 25, S. 658).

Denn, so schreibt er "Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter." Kapital Erster Band MEW Bd. 23, S. 529/530).

All das lasen und lernten wir in der DDR. Man musste damals wie heute kein Kommunist sein, aber all dies aus Marx' Schriften ist real und wird heute gern unerwähnt gelassen, ebenso, wie man in der DDR die eigenen Widersprüche ignorierte.

Wir sollten es aber besser machen, als die Funktionäre damals. Aber weder Jendricke, noch Glashagel kritisieren laut nnz-Beitrag, was von Marx heute offiziell dargestellt und gelehrt wird. Schließlich war er einer der ersten großen Warner vor der apokalyptischen Unzulänglichkeit unserer Gesellschaft und derer, die sie führen.
Bernd
01.05.2018, 15:36 Uhr
Grenzenlos dicht...
Linke und SPD gemeinsam vereint unter dem Motto „lieber grenzenlos dicht, als Grenzen dicht“

Was soll man dazu noch sagen? Versuchen hier die beiden Schreihals-Parteien Ihrem ehemaligen Kanzlerkandidaten den Rang abzulaufen? Ständig besoffen und fette Bezüge vom Steuergeld!!
Hanniball
01.05.2018, 15:37 Uhr
Zu wenig Besucher...?
Warum werden solche Veranstaltungen nicht bei der nnz-online unter "TERMINE" angekündigt? Überhaupt gucke ich, zumeist an den Wochenenden, unter genannter Rubrik vergeblich nach Veranstaltungstipps in der Region. Dafür lese ich unter anderem wann die Zeugen Jehovas ihre Märchenstunden abhalten. Wer muß den sowas wissen?!
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Anm. d. Red.: Termine werden der nnz von Veranstaltern gemeldet, keine Meldung, kein Termin
Herr Schröder
01.05.2018, 16:42 Uhr
Die waren doch froh
Das nicht mehr gekommen sind. Das Volk stellt doch nur unangenehme Fragen.
Demokrit
01.05.2018, 17:11 Uhr
Was Marx gesagt hätte...keine Ahnung
Mir fällt aber ein Zitat von Franz Josef Strauß ein, wenn ich mir die Bilder so anschaue.
"Die Sozialisten von heute haben aus der Vergangenheit nichts gelernt, sie haben keine Dummheit vergessen und keine Weisheit gelernt."
Realist 1.0
01.05.2018, 19:04 Uhr
Ich glaube ja das Marx nur mit dem Kopf schütteln und sagen würde
SPD was habt ihr in den letzten 20 Jahren alles für ein Mist gebaut, ihr seid doch schon lang nicht mehr die Partei des kleinen Mannes. Kaum einer der Mitglieder der SPD im Bundestag hat jemals ein Handwerklichen Beruf erlehrt oder musste jemals in seinem Leben einen Körperlich schweren Beruf ausüben und da wundert sich die SPD noch warum sie vom kleinen Bürger nicht mehr für voll genommen werden. Wer gestern Hart aber Fair gesehen hat, konnte sich davon überzeugen wie sich ein SPD Politiker versucht hat sie rauszureden, wo es um das Thema Dumping Löhne ging.Wenn sie so weiter machen könnte die SPD das selbe Schicksal ereilen, wie bei den Vorletzten Wahlen der FDP.
Leser X
01.05.2018, 19:14 Uhr
Er würde sicher wieder sagen...
... "Proletariat aller Länder, vereinigt Euch!" Gegen einen weiterhin weltweit wütenden Kapitalismus, der immer noch gerne über Leichen geht, der Hunger und Kriege produziert und an Unmenschlichkeit nichts eingebüßt hat.
Andreas Dittmar
01.05.2018, 19:20 Uhr
Marx war nur die Basis vieler gespenstischer Ideologien...
Er hat eigentlich nur beschrieben, welches Potential im Proletariat steckt. Andere haben diese Ideen aufgegriffen und nach Möglichkeiten gesucht, diese gewaltige Macht für ihre Zwecke zu mißbrauchen. Lenin war der Erste, der die Theorie in die Praxis umsetzte. Stalin perfektionierte dieses Werkzeug, indem er es mit beispiellosem Terror lenkte. Was bei Marx anfängt, wird enden wie es George Orwell beschrieben hat. Das Werkzeug wechselt nur die Besitzer.
Da kommen einem schon Gedanken wenn er sieht wie SPD und Linke den Schulterschluß proben und wohl aus historischen Fehltritten nichts zu lernen scheinen. Auch die MLPD bringt ihre Ideologien unters Volk. Bei den beiden netten Mädels mit dem Plakat wird man auch nicht so leicht vermuten, was sich hinter der Fassade dieser Partei verbirgt. Proletarier aller Länder vereinigt euch (zur Diktatur des Proletariats ) <= Das sollte man schon mit dazu schreiben. Marx, Engels und Lenin reichen denen nicht. Man setzt auch auf die Konzepte von Stalin und Mao um das Ziel einer klassenlosen Gesellschaft zu erreichen. Wer wissen möchte, wie das dann letztendlich in der Praxis aussehen könnte, schaut zurück in die Geschichte..... Im Jahre 1975 marschierten die Roten Khmer unter ihrem Anführer Pol Pot in Phnom Phen ein und setzten dieses Modell in die Tat um.
Zukunft
01.05.2018, 20:18 Uhr
Vielfalt
Wieso kommt das Wort "Vielfalt" in die diesjährige Losung zum 1. Mai. Das ist der Tag der Arbeit und nicht der Vielfalt. Ja zu Solidarität und Ja zu Gerechtigkeit. Nein zu Vielfalt, nicht an solch einem Tag. Hier soll erneut subtil das Volk auf die Ankommenden vorbereitet werden. Früher nannte man das Propaganda und Zersetzung. Und da wird nichts unversucht gelassen. Es ist einfach abnormal, was der politische Mainstream unternimmt, um die Menschen zu paralysieren.
Leser X
01.05.2018, 20:37 Uhr
Tag der Arbeit?
So wird der 1. Mai heute gerne vom Establishment genannt - und alle machen mit. Gut, den klassischen Arbeiter hat man ja abgeschafft, aber man könnte ihn ja wenigstens noch als Tag der Beschäftigten bezeichnen. Stattdessen nennt man ihn nun nebulös Tag der Arbeit - klingt unverfänglicher und verhindert dumme Gedanken. Sprache ist verräterisch...
Psychoanalytiker
02.05.2018, 06:47 Uhr
Die 16 Prozent-Partei
Bild 16 ist interessant. Da sind 16 Personen der SPD zu sehen und links im Hintergrund sieht man noch verdeckt eine Person mit Brille. Steht da jede Person für 1 Prozent Zustimmung? Das würde mit den aktuellen Umfragewerten der SPD in etwa übereinstimmen. Wäre Pipi Nahles-Langstrumpf auch noch mit im Bild, wären es tatsächlich 17 Pers.... -ach ne'- Prozent.......
Rene Strube
02.05.2018, 10:15 Uhr
Marx würde Luther zitieren
Sie predigten Wasser und soffen Wein

Der werte Herr Landrat referiert u.a. über Niedriglohn und soziale Gerechtigkeit. Seine neue Parteivorsitzende erklärte immer wieder stolz, dass sie den Mindestlohn erkämpft hätte. Nun steht im Koalitionsvertrag u.a. das für Zeitungszusteller auf 450 Euro Basis vom Arbeitgeber zukünftig weniger Rentenbeiträge zu entrichten sind.
Die SPD als Partei mit dem größten Besitz bzw. Beteiligungen an Medien (z.B.Zeitungsgruppe Thüringen - Teil der Funke Mediengruppe) will hier offensichtlich Gewinnmaximierung zu Lasten von Niedrigverdienern.
Andere Themen, die der Herr Jendricke angeschnitten hat wurden hier schon ausführlich behandelt.
Diese Leute brauchen sich über die Beteiligung an solchen Veranstaltungen nicht zu wundern.

Naturbursche ab sofort unter Klarnamen !
Andreas Dittmar
02.05.2018, 11:16 Uhr
Hat lange gedauert
Das die Regierung ihrem Auftrag nicht nachgekommen ist, die Gehälter anzugleichen, stellt nach nunmehr fast 30 !!! Jahren der Redner der Nordhäuser IGM fest. Der Verweis auf die Mitarbeit der Gewerkschaften am neuen Koalitiosvertrag, zeigt mir eigentlich, das man da sehr lange geschlafen hat. Schon am 17. Juni 1953 und später bei den Montagsdemos 1989 , die das Ende der DDR einläuteten, konnte sich der Arbeiter darauf verlassen, dass er wenn es wirklich drauf ankommt, sich nicht unbedingt auf seine Interressenvertretung verlassen sollte.
Real Human
02.05.2018, 15:52 Uhr
Karl Marx – ein MENSCH, kein Gott!
Ich schreibe wohl sicher keinen Unfug, wenn ich in Karl Marx eine sehr vielschichtige Persönlichkeit sehe. Deshalb verweise ich auf das sehr differenzierte Doku-Drama „Karl Marx – Der deutsche Prophet“, das von arte am 28.04.2018 ausgestrahlt wurde und noch bis zum 27.05.2018 live verfügbar sein soll. (Ähnlich interessant: „Fetisch Karl Marx“ Verfügbar von 27/04/2018 bis 30/07/2018)

Der Film zeigt die Widersprüchlichkeit des MENSCHEN namens Karl Marx. Hierin wird u.a. die Meinung seiner jüngsten Tochter Jenny Julia Eleanor Marx wiedergegeben, die sich über ihren Vater folgendermaßen geäußert haben soll:

„Wer von seinen Kampfgenossen nicht bereit war, den genialen Ideen meines Vaters bedingungslos zu folgen, […] der hatte einen schweren Stand. […] Allzuviel Zeit seines Lebens hat mein Vater damit verbracht, abweichende Meinungen – bevorzugt von Seiten politischer Gefährten – zu bekämpfen, mit geradezu inbrünstiger Streitsucht. […] Mein Vater konnte despotisch sein. […] Seine eigene Weltsicht, die war für Karl Marx Gesetz.

Als „gelerntem DDR-Bürger“ kommt einem das bekannt vor. Nichts roch bei seinen selbsternannten geistigen Nachfolgern so sehr nach VERRAT, wie auch nur der kleinste mit viel Bedenken vorgetragene Zweifel an seinen „wissenschaftlichen“ Erkenntnissen. Die marxsche Lehre mündete in einen Überwachungsstaat mit einer Staatsbürokratie, die sogar versuchte die Gesetze des Marktes außer Kraft zu setzen und Preise zu diktieren, was zu kafkaesken Zuständen z.B. beim Auf- und Verkauf von Lebensmitteln geführt hat.

Was würde Marx wohl sagen, wenn er das erlebt hätte, was Lenin und seine Nachfolger in seinem Namen in die Welt gesetzt haben? Allerdings sollte vielleicht auch Jesus wiederbelebt werden. Das aber sind schon transhumanistische Visionen:

Stellen Sie sich einmal vor, es gäbe ein „Backup“ von Marx, und man könnte seine „Seele“ – alles was er bis zu seinem Tode erlebt hat – in einen Androiden übertragen. Er müsste sich z.B. die arte-Dokus über ihn ansehen, in denen auch seine Rechthaberei und verletzende Streitsucht geschauspielert wurden. Vielleicht würde er sich wünschen, niemals „wiederauferstanden“ zu sein?

„Der letzte Feind, der aufgehoben wird, ist der Tod.“, so steht es im ersten Brief eines gewissen Paulus an seine Korinther. (1 Kor 15,26). Auwei, wie betriebsblind müssen ihn seine Predigten gemacht haben, dass er das Nichtsein als „Feind“ bezeichnete! Dass der Tod als das ewige Nichtmehrsein auch eine Erlösung von allen Bedrückungen sein könnte, ist für die heutigen staatlich geförderten studierten Seelenverbieger von ihrem Selbstverständnis her natürlich ein Tabuthema.

Zurück zu Marx:

Dem obigen Doku-Drama ist im Abspann der Titel „Working Class Hero“ von John Lennon unterlegt. Darin heißt es in deutscher Übersetzung u.a.:

„Sobald ihr geboren seid, sorgen sie dafür, dass ihr euch klein fühlt
Indem sie euch keine Zeit geben, anstatt alle Zeit der Welt
Bis der Schmerz so groß ist, dass ihr überhaupt nichts mehr fühlt.
[…]
Sie verletzen euch zu Hause und sie schlagen euch in der Schule.
Sie hassen euch, wenn ihr schlau seid, und verachten den Dummen,
Bis ihr so scheiß bekloppt seid, dass ihr ihren Regeln nicht mehr folgen könnt.
[…]
Wenn sie euch über zwanzig Jahre lang gefoltert und verängstigt haben,
Dann erwarten sie von euch, euch eine [berufliche] Laufbahn auszusuchen
Wenn ihr nicht richtig funktionieren könnt, seid ihr so voller Angst.
[…]
Sie halten euch gedopt mit Religion, Sex und Fernsehen.
Und ihr glaubt, ihr wärt so schlau und klassenlos und frei.
Aber ihr seid immer noch scheiß Bauern, so weit ich das überblicken kann.
[…]
'Da ist noch was frei an der Spitze', erzählen sie euch immer noch.
Aber erst müsst ihr lernen, wie man beim Töten lächelt,
Wenn ihr so sein wollt, wie die da oben.“

(http://www.songtexte.com/uebersetzung/john-lennon/working-class-hero-deutsch-7bd6b6c4.html)

Ein Text, den ich auch als „gelernter DDR-Bürger“ etwas nachvollziehen kann.
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