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Fr, 08:35 Uhr
20.04.2018
Lichtblick

Frühjahrsputz für die Seele

Auf der Autofahrt sah ich zwei Straßenarbeiter, die am Rand der Schnellstraße mit langen Greifzangen den Müll aufpickten. Aller Dreck wurde in einen Sack getan und der Grünstreifen wurde wieder sichtbar...


Gerade jetzt in der Zeit, wo der Winter sich verabschiedet, gibt es in vielen Bereichen Säuberungsaktionen und in unseren Häusern den Frühjahrsputz. Ab und an muss eben aufgeräumt und gesäubert werden, gründlich und nachhaltig.

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Und wenn alles blitzt und blinkt, wenn aller Müll beseitigt ist – dann gibt es ein befreiendes Gefühl.
Aber was ist mit unserer Seele? Was ist mit dem „Müll“, der sich in ihr ansammelt?
Quälende Gedanken, Zwänge, Erfolgsdruck, Belastungen, die Sorge, nicht zu genügen…
Für die meisten von uns vertraute Begleiter, die leider keine Ruhe geben. Wie ist es hier mit dem „Frühjahrsputz“?

Zwei Dinge fallen mir ein:
Zuerst ein altmodischer Begriff: Barmherzigkeit. Und ich frage mich: Wie barmherzig bin ich mit mir selber? Kann ich es irgendwann gut sein lassen oder stehe ich nur auf das, was vermeintlich noch besser hätte sein können? Kann ich mich mit den liebenden Augen eines barmherzigen Gottes betrachten oder – wie Gloria Gaynor singt: I am what I am und what i am needs ne excuses?“ Den Blickwickel ändern. Ein Versuch ist es doch allemal wert – gerade jetzt, im Frühling.

Das andere ist ein Begriff aus der Begleitungsarbeit. Er lautet Psychohygiene.
Und ich frage mich: Wie gut sorge ich für mich? Mir selber ist die Sorge um andere viel vertrauter und es hat einen Weg gebraucht, um zu begreifen, dass die Liebe zu mir selber die Voraussetzung ist, andere zu lieben. Sich ab und an auf das zu besinnen, was mir Kraft gibt, und mir immer wieder Nischen im Alltag zu suchen, wo ich auftanken kann, mich ab und an verwöhnen zu lassen oder mich zu verwöhnen. Die Seele dankt es.
Denn, wer inne hält, hat innen Halt.
Viktoria Rode, Ordinierte Gemeindepädagogin, Obermehler
Autor: red

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