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Mo, 10:11 Uhr
26.03.2018
Mathildenausstellung im Heringer Schloss

Führungen im Überblick

Das hoch in die Goldene Aue ragende Schloss in Heringen lädt am 27. März um 15.00 Uhr zu einer Sonderführung in die Mathildenausstellung ein, die noch bis zum 27. Mai geöffnet ist. Schon der Ansturm zur Eröffnung und die nächsten Tage zeigten, dass das Interesse an dieser historischen Person des frühen Mittelalters groß ist...


Die Kuratorin der Ausstellung, Heidelore Kneffel, möchte anhand der großformatigen künstlerisch gestalteten Tafeln auf das Wirken dieser Frau, die in der katholischen Kirche als Heilige verehrt wird, hinweisen. Ereignisreich verlief ihr Leben und das ihrer Familie in den unruhigen Zeiten des 10. und 11. Jahrhunderts. Es gibt unendlich viel zu erzählen, denn, es ist ein Epos, das da abgelaufen ist.

Bildtafel über das Jahr 929 in der Ausstellung (Foto: Archiv Kneffel) Bildtafel über das Jahr 929 in der Ausstellung (Foto: Archiv Kneffel)
Nehmen wir den 16. September 929! Von diesem Datum existiert eine Urkunde, die sich im Staatsarchiv in Magdeburg befindet, in der König Heinrich I. eine Schenkung an seine Frau, die Königen Mathilde, kund tut.

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Der Ort der Urkundenausstellung ist Quedlinburg und das Schriftstück heißt: „Quedlinburger Hausordnung“. Mathilde erhält die Orte Quedlinburg, Pöhlde, Nordhausen, Grona und Duderstadt als Wittum mit allen Einkünften auf Lebenszeit. Bedingung ist allerdings, dass sie im Witwenstand verbleibt, was geschieht. Den ältesten Sohn Otto bestimmt er als seinen Nachfolger.
929 zog das Königspaar mit den fünf Kindern und weiteren Familienmitgliedern zum Winter hin nach Süden. Über Straßburg in Lothringen ging es zum Bodensee hin zu den bedeutenden Klöstern in St. Gallen und auf der Insel Reichenau. Dieser Besuch sollte den Herrscheranspruch untermauern, man trug sich in Verbrüderungsbücher ein, um die „Memoria“ dieser Familie wach zu halten.
Mathildes Leben währte von ca. 895 bis zum 14. März 968, also ca. 73 Jahre. Die Sonderausstellung ist bestrebt, diese Lebensfülle in freudvollen und sorgenvollen Zeiten darzustellen.
Eine nächste Führung findet am Dienstag, dem 24. April, ab 15.00 Uhr statt. Weitere Führungen sind nach rechtzeitiger Anmeldung unter der Telefonnummer 036333/73888 außer am Montag ab 9.00 Uhr möglich. Ansonsten ist die Ausstellung natürlich während der Öffnungszeiten des Schlosses zu besichtigen.

Marmorpapier zu Ostern (Foto: Archiv Kneffel) Marmorpapier zu Ostern (Foto: Archiv Kneffel)
Die Öffnungszeiten zu Ostern: Freitag, 30.03. 2018 = 14.00 - 17.00 Uhr; Samstag, 31.03.2018 = 14.00 - 17.00 Uhr; Sonntag, 01.04.2018 = 14.00 - 17.00 Uhr. Montag, 02.04.2018 = geschlossen.
Autor: red

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Kommentare
atalante
27.03.2018, 23:33 Uhr
Kenntnisreich, interessant und gut
Frau Kneffel ist bei Kunst-und Kulturfreunden seit Jahren bekannt. Dass sie sich den Thüringer Verdienstorden im wahrsten Sinne des Wortes verdient hat, beweist einmal mehr die Präsentation ihrer Ausstellung "Mathilde, grande figure dynastique" im Heringer Schloss. Wer zu Ostern auf der Suche nach den historischen Gründen unserer Region ist, der sollte nicht versäumen, sich diese wunderbare Ausstellung anzusehen. Sie ist aus Anlass des 1050. Todestages Mathildes gestaltet worden und eröffnet dem Interessierten sehr schnell einen Zugang in jene Zeit, da Liudolfinger und Ottonen es verstanden, mit Weitsicht und Klugheit die Geschicke ihrer Lande in die Hand zu nehmen. Dass Mathilde und den Frauen ihrer Dynastie hierbei eine führende Rolle zukam, wird im Konzept der Exposition schnell deutlich. Damit hat Frau Kneffel dem historischen Nordhausen ein wunderbares Geschenk gemacht. Wer also wissen will, auf welchen Gründen seine Füße wandeln, der wandere zu Ostern in die goldenen Aue, ins Heringer Schloss. Ganz herzlichen Dank Frau Kneffel, dass Sie den Bürgern dieses Geschenk so großzügig zueigneten. Das macht nicht jeder und das kann nicht jeder!
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