So, 18:54 Uhr
25.03.2018
1998 - 2018:
20 Jahre Förderverein Dichterstätte Sarah Kirsch
Am 25. März 1998, also heute vor 20 Jahren, gründeten sieben Gründungsmitglieder den Förderverein Dichterstätte Sarah Kirsch im Geburtsort der Dichterin in Limlingerode. Wie kam es dazu, dass in dem Dörfchen an der Westgrenze des Landkreises Nordhausen, zu DDR-Zeiten in der 5km-Sperrzone zur BRD gelegen, dieser Zusammenschluss stattfand?
Das Haus im Jahr 1997 (Foto: Archiv Kneffel)
Sarah Kirsch, am 16.4.1935 in der Pfarre in Limlingerode als Ingrid Hella Irmelinde Bernstein geboren, kam im Juni 1997 auf Einladung des Landrates des Landkreises Nordhausen, der Buchhandlung Rose, der Gemeinde Hohenstein, der evangelischen Kirchengemeinde Limlingerode und von Literaturbegeisterten in unsere Region, las am 2. Juni in Nordhausen im überfüllten Thomas-Mann-Club, in dem auch Aquarelle von ihr gezeigt wurden, und am 4. Juni in der dicht besetzten Limlingeröder evangelischen Kirche.
Dort schwebte ihr zur Seite der barocke Taufengel, mit dem ihr Großvater Paul Bernstein, der Pfarrherr, sie getauft hatte. Auch durch ihr Engagement und das ihrer Freunde und Bekannten konnte seine Restaurierung bezahlt werden. Die Dichterin nahm an diesem Tag gemeinsam mit Vertretern der Gemeindeverwaltung, des Landratsamtes, Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde und Gästen die Eröffnung des restaurierten schmucken Fachwerkbaues, des Dorfgemeinschaftshauses, vor.
Da durch Gespräche und den folgenden Briefwechsel der Dichterin mit der Nordhäuserin Heidelore Kneffel deutlich wurde, dass Sarah Kirsch ihr Geburtsort Limlingerode nicht gleichgültig war, gleichfalls auch das verfallende Geburtshaus, reifte der Gedanke, einen Förderverein zu gründen, der vielleicht später dann in dem sanierten Geburtshaus ein Domizil haben könnte als ein Haus für Lyrik.
Nach mehreren Vorgesprächen mit der evangelischen Kirchengemeinde, der politischen Gemeinde Hohenstein, der Denkmalpflege, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landratsamtes und Literaturfreunden trafen sich am 6.12.1997 acht Personen, um zu erörtern, auf welche Weise man das seit Jahren nicht mehr genutzte Pfarrhaus, das Sarah Kirsch nach einer Besichtigung einen Schutthaufen genannt hatte, in stand setzen zu können, um dort eine Stätte des geistig-literarischen Lebens einzurichten. Ein zu gründender Förderverein würde die inhaltliche Arbeit sofort im Dorf beginnen.
Die politische Gemeinde hatte zugesagt, dass dieser Verein vorerst im Dorfgemeinschaftshaus eine Unterkunft erhalten könnte. Literaturfreunde fragten bei Sarah Kirsch nach, ob sie ihren Namen dafür nutzen dürften. Sie sagte ja, da sie einige zukünftige Mitglieder kennengelernt hatte, und sich sicher war, dass diese keinen Personenkult treiben würden.
Die Sitzung dauerte mehrere Stunden, dass Protokoll umfasst 15 eng mit dem Computer beschriebene A 4-Seiten. Das Pfarrhaus gehört der evangelischen Kirchengemeinde. Um es finanziell optimal fördern zu können, bedurfte es einer Verpachtung des Hausen an die politische Gemeinde. Das genaue Prozedere wurde dann in weiteren Gesprächen geklärt. Die eigentliche Gründungsversammlung des Fördervereins Dichterstätte Sarah Kirsch fand dann also am 25. März in Limlingerode statt, die Ersteintragung mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit erfolgte am 28. Juli 1998 durch das Amtsgericht Nordhausen. Die Restaurierung des Geburtshauses ist ein Kapitel für sich und wird hier ausgespart.
Die Dichterstätte von der Hofseite her (Foto: Archiv Kneffel)
Am 1. Advent 2002 fand dann die feierliche Eröffnung des Geburtshauses Lange Reihe 11 als eines Hauses für Lyrik und Kunst statt, in dem jährlich vier Kunstausstellungen stattfinden und Monat für Monat literarische Texte vorgetragen werden und künstlerisch Tätige auch biographisch fassbar werden. / In Limlingerode lasen bis jetzt aus ihrem Werk: Sarah Kirsch, Henning Ahrens, Christoph Wilhelm Aigner, Wolodija Balanzew, Wilhelm Bartsch, Daniela Danz, Elke Erb, Christina Friedrich, Ines Geipel, Kerstin Hensel, Norbert Hummelt, Nancy Hünger, Annerose Kirchner, Wulf Kirsten, Bärbel Klässner, Uwe Kolbe, Gisela Kraft, Thomas Kunst, Undine Materni, Richard Pietraß, Marion Poschmann, Christian Rosenau, Doris Runge, Hans Joachim Schädlich, Lutz Seiler, André Schinkel, Brigitte Struzyk, Holger Uske, Ron Winkler.
Ihre Reverenz gegenüber Sarah Kirsch erwiesen die Literaten Wilhelm Bartsch, Kerstin Hensel, Róža Domašcyna, Peter Gosse, Richard Pietraß, Rainer Kirsch und Peter Geist von der Sächsischen Akademie der Künste, als sie 2014 im Geburtshaus deren Gedichte lasen.
Wer zählt die Menschen, zählt die Namen, die freundlich hier zusammen kamen?!
Heidelore Kneffel
Autor: red
Das Haus im Jahr 1997 (Foto: Archiv Kneffel)
Sarah Kirsch, am 16.4.1935 in der Pfarre in Limlingerode als Ingrid Hella Irmelinde Bernstein geboren, kam im Juni 1997 auf Einladung des Landrates des Landkreises Nordhausen, der Buchhandlung Rose, der Gemeinde Hohenstein, der evangelischen Kirchengemeinde Limlingerode und von Literaturbegeisterten in unsere Region, las am 2. Juni in Nordhausen im überfüllten Thomas-Mann-Club, in dem auch Aquarelle von ihr gezeigt wurden, und am 4. Juni in der dicht besetzten Limlingeröder evangelischen Kirche.
Dort schwebte ihr zur Seite der barocke Taufengel, mit dem ihr Großvater Paul Bernstein, der Pfarrherr, sie getauft hatte. Auch durch ihr Engagement und das ihrer Freunde und Bekannten konnte seine Restaurierung bezahlt werden. Die Dichterin nahm an diesem Tag gemeinsam mit Vertretern der Gemeindeverwaltung, des Landratsamtes, Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde und Gästen die Eröffnung des restaurierten schmucken Fachwerkbaues, des Dorfgemeinschaftshauses, vor.
Da durch Gespräche und den folgenden Briefwechsel der Dichterin mit der Nordhäuserin Heidelore Kneffel deutlich wurde, dass Sarah Kirsch ihr Geburtsort Limlingerode nicht gleichgültig war, gleichfalls auch das verfallende Geburtshaus, reifte der Gedanke, einen Förderverein zu gründen, der vielleicht später dann in dem sanierten Geburtshaus ein Domizil haben könnte als ein Haus für Lyrik.
Nach mehreren Vorgesprächen mit der evangelischen Kirchengemeinde, der politischen Gemeinde Hohenstein, der Denkmalpflege, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landratsamtes und Literaturfreunden trafen sich am 6.12.1997 acht Personen, um zu erörtern, auf welche Weise man das seit Jahren nicht mehr genutzte Pfarrhaus, das Sarah Kirsch nach einer Besichtigung einen Schutthaufen genannt hatte, in stand setzen zu können, um dort eine Stätte des geistig-literarischen Lebens einzurichten. Ein zu gründender Förderverein würde die inhaltliche Arbeit sofort im Dorf beginnen.
Die politische Gemeinde hatte zugesagt, dass dieser Verein vorerst im Dorfgemeinschaftshaus eine Unterkunft erhalten könnte. Literaturfreunde fragten bei Sarah Kirsch nach, ob sie ihren Namen dafür nutzen dürften. Sie sagte ja, da sie einige zukünftige Mitglieder kennengelernt hatte, und sich sicher war, dass diese keinen Personenkult treiben würden.
Die Sitzung dauerte mehrere Stunden, dass Protokoll umfasst 15 eng mit dem Computer beschriebene A 4-Seiten. Das Pfarrhaus gehört der evangelischen Kirchengemeinde. Um es finanziell optimal fördern zu können, bedurfte es einer Verpachtung des Hausen an die politische Gemeinde. Das genaue Prozedere wurde dann in weiteren Gesprächen geklärt. Die eigentliche Gründungsversammlung des Fördervereins Dichterstätte Sarah Kirsch fand dann also am 25. März in Limlingerode statt, die Ersteintragung mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit erfolgte am 28. Juli 1998 durch das Amtsgericht Nordhausen. Die Restaurierung des Geburtshauses ist ein Kapitel für sich und wird hier ausgespart.
Die Dichterstätte von der Hofseite her (Foto: Archiv Kneffel)
Am 1. Advent 2002 fand dann die feierliche Eröffnung des Geburtshauses Lange Reihe 11 als eines Hauses für Lyrik und Kunst statt, in dem jährlich vier Kunstausstellungen stattfinden und Monat für Monat literarische Texte vorgetragen werden und künstlerisch Tätige auch biographisch fassbar werden. / In Limlingerode lasen bis jetzt aus ihrem Werk: Sarah Kirsch, Henning Ahrens, Christoph Wilhelm Aigner, Wolodija Balanzew, Wilhelm Bartsch, Daniela Danz, Elke Erb, Christina Friedrich, Ines Geipel, Kerstin Hensel, Norbert Hummelt, Nancy Hünger, Annerose Kirchner, Wulf Kirsten, Bärbel Klässner, Uwe Kolbe, Gisela Kraft, Thomas Kunst, Undine Materni, Richard Pietraß, Marion Poschmann, Christian Rosenau, Doris Runge, Hans Joachim Schädlich, Lutz Seiler, André Schinkel, Brigitte Struzyk, Holger Uske, Ron Winkler.
Ihre Reverenz gegenüber Sarah Kirsch erwiesen die Literaten Wilhelm Bartsch, Kerstin Hensel, Róža Domašcyna, Peter Gosse, Richard Pietraß, Rainer Kirsch und Peter Geist von der Sächsischen Akademie der Künste, als sie 2014 im Geburtshaus deren Gedichte lasen.
Wer zählt die Menschen, zählt die Namen, die freundlich hier zusammen kamen?!
Heidelore Kneffel

