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Mi, 19:01 Uhr
21.03.2018
DIE JAGDHORNBLÄSER BIRKENMOOR

Jeden Mittwoch im „Jägerhof“

Hanjo Lautenschläger ist Obmann für Jagdhornblasen und Brauchtum der Kreisjägerschaft. Jeden Mittwoch übe die Jagdhornbläsergruppe „Birkenmoor“ im „Jägerhof“ Woffleben. Immer dabei ein kompetenter Mann: Ionel Natu, Hornist im Loh-Orchester Sondershausen. „Wir wollen immer perfekt sein“, meint der Obmann...

Jagdhornbläsergruppe (Foto: privat) Jagdhornbläsergruppe (Foto: privat) So präsentiert sich die Jagdhornbläsergruppe auf der Internetseite der Kreisjägerschaft. Untere Reihe: Obmann Lautenschläger (Mitte)

Ilfeld. Die große Kunst des Jagdhornblasens sei es, alle Hörner in harmonischem Klang zu vereinen, versichert der 47-Jährige. „Ohne Fleiß, Geduld, Interesse und geduldigem Üben ist das Jagdhorn nicht zu beherrschen, nicht die Perfektion erreichbar, um ihm die Klänge zu entlocken, die Menschen begeistern“, betont der Ilfelder.

Das jagdliche Brauchtum sei so alt wie die Jagd selbst, klärt Lautenschläger auf und fügt an: Über Jahrhunderte bildeten sich Bräuche und Sitten heraus, die für das Jagdwesen typisch sind. Brauchtum sei wertvolles Kulturgut, Jagdsignale ein wichtiger Teil.

Das Jagdhorn, weiß Hanjo Lautenschläger, erklinge beim Verblasen der Strecke. Es werde aber auch zur Gestaltung und Leitung von Gesellschaftsjagden angewendet. Das gebräuchlichste Horn sei das Fürst-Pleß-Horn ein Naturhorn ohne Ventile. Das Ventilhorn werde für Jagdmusik geblasen. Zunehmender Beliebtheit erfreue sich hierzulande auch das Parforce-Horn.

Das Repertoire der 15 aktiven Birkenmoor-Jagdhornbläser könne sich sehen lassen, ist der Chef überzeugt. Neben dem Verblasen und Jagdsignalen seien es Märsche, Fanfaren und altbekannte Waidmannslieder, die man gekonnt den Blasinstrumenten entlocke. „Noch heute bin ich meiner Oma dankbar, die mir ein Jagdhorn schenkte, als ich 10 Jahre alt war“, blickt der gelernte Kfz-Elektriker zurück.

Bei bedeutsamen gesellschaftlichen und jagdlichen Anlässen zeigen die Männer und Frauen, was sie drauf haben. Traditionell bei der alljährlichen Hubertusmesse im Nordhäuser Dom. Oder zum Jägerball. „Unser Anliegen ist es auch, mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen, Vorbehalte der Jagd gegenüber abbauen helfen“, hebt Lautenschläger hervor.

In seiner Freizeit geht der Mercedes-Benz-Autoverkäufer auch zur Jagd. Unterwegs ist er mit der Flinte im Revier Hermannsacker. Dort ist er Mitpächter eines Reviers. An seiner Seite Schweißhündin Bea. Das „Grüne Abitur“ legte Lautenschläger 1990 ab. Im Mai erworben, war wenige Wochen später ein Wildschwein seine erste Jagdbeute. Da war er 20. Was besagt die Jagdstrecke an Dam-, Schwarz -und Rotwild nach 27 Jahren Jägerschaft? Aus dem Hut könne er das nicht sagen.

Hanjo Lautenschläger blickt zurück: „Mein Mentor war Förster Gerhardt Machmer vom Staatsforst Ilfeld. Ein sach- und fachkundiger Mann. Er lehrte mich, dass Jagd mehr als Hege mit der Büchse sei.“ Die Liebe zur Natur, dem Wald und seinen Tieren weckte und förderte einst der Großvater. Der Waldarbeiter öffnete dem Jungen die Augen für eine Welt, an der andere achtlos vorübergehen.
Kurt Frank
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