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Mi, 14:07 Uhr
21.03.2018
Rotmilan Brutpaare kartiert

Ornithologen hoben Naturschätze

Er gehört zu unserem Landschaftsbild: der Rotmilan (Milvus milvus) ist ein imposanter Greifvogel, der dem aufmerksamen Beobachter nicht entgeht und dem Naturfreund ans Herz gewachsen ist. Dennoch zählt der Rotmilan zu den bedrohten Arten in Deutschland und Europa. Nordhäuser Ornithologen haben deswegen jetzt genauer hingeschaut...

Während der Bestand deutschlandweit rückläufig ist, konnte nach einem Jahr flächendeckender Kartierung im Landkreis Nordhausen festgestellt werden, dass der Rotmilan hier überdurchschnittlich stark vertreten ist.

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Der Verein Nordhäuser Ornithologen e.V. schaute 2017 genauer hin: schon in den Wintermonaten wurde nach den Horsten der Milane systematisch gesucht, im Frühjahr war eine weitere Kontrolle der Horste notwendig, um festzustellen, wer auf den Bäumen nistet und wo die Rotmilane mit der Brut begonnen haben.

Für erfolgreiche Beobachtungen braucht es langjährige Erfahrung und genaue Gebietskenntnisse. Eine dritte Begehung der Reviere war erforderlich, um den Bruterfolg der schönen und sensiblen Vögel festzustellen und alle Angaben zu protokollieren. 13 Ornithologen kartierten im Kreisgebiet und fanden erfreuliche 100 Brutpaare.

Rotmilan auf Nahrungssuche (Foto: LPV) Rotmilan auf Nahrungssuche (Foto: LPV)

Rotmilan bei Nahrungssuche

Daraus errechnet sich eine überdurchschnittliche Brutdichte von 14 Brutpaaren pro 100 Quadratkilometern. Die mittlere Dichte wird in Thüringen mit 5,9 Brutpaaren pro 100 km² angegeben. Mit diesem Bestand hat unsere Region eine hohe Verantwortung für die Entwicklung dieser gefährdeten Greifvogelart. Die Ergebnisse wurden vom Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e.V. aufbereitet und in Übersichten und Kartenmaterial zusammengestellt. Am Montag, den 19. März 2018 konnte das Resultat der einjährigen Zusammenarbeit in diesem Projekt den Fachbehörden feierlich übergeben werden. Frau Fritzlar von der Vogelschutzwarte der TLUG in Seebach und Herr Schiffler, als Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Nordhausen, nahmen die Unterlagen entgegen und bedankten sich bei den Ornithologen und dem Landschaftspflegeverband für diese erfolgreiche Arbeit.

Im Rahmen des Projektes zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL): „Biodiversitätsberatung der Landwirte zum Schutz des Rotmilans in den Landkreisen Nordhausen & Kyffhäuserkreis“ nutzt der Landschaftspflegeverband die Ergebnisse der Erfassung zur Information der ansässigen Landwirte.

von links Fr. Fritzlar (Vogelschutzwarte TLUG), Fr. Patzelt (LPV), Hr. Wagner, Hr.Dietze, Hr. Schiffler (UNB Landratsamt Nordhausen), Hr. Buchholz, Hr. Claus, Hr. Höhns, Hr. Scheuer und Hr. Höpfner (Foto: LPV) von links Fr. Fritzlar (Vogelschutzwarte TLUG), Fr. Patzelt (LPV), Hr. Wagner, Hr.Dietze, Hr. Schiffler (UNB Landratsamt Nordhausen), Hr. Buchholz, Hr. Claus, Hr. Höhns, Hr. Scheuer und Hr. Höpfner (Foto: LPV)

von links Fr. Fritzlar (Vogelschutzwarte TLUG), Fr. Patzelt (LPV), Hr. Wagner, Hr.Dietze, Hr. Schiffler (UNB Landratsamt Nordhausen), Hr. Buchholz, Hr. Claus, Hr. Höhns, Hr. Scheuer und Hr. Höpfner, alle vom Verein Nordhäuser Ornithologen

Durch die vermehrte Nutzung von Naturschutz-Förderprogrammen in der Landwirtschaft oder die Anbaudiversifizierung soll die Nahrungssituation der Rotmilane verbessert werden. Denn dort, wo schon im Mai, Juni und Juli der Acker mit Wintergetreide, Raps oder Mais bedeckt ist, finden Beutegreifer keine Nahrung und mancher Schnabel der Jungvögel bleibt leer. Oft verhungern tatsächlich die Schwächsten im Nest.

Aus EU-Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raumes wird dieses Projekt finanziert und trägt dazu bei, die Artenvielfalt im Südharz zu erhalten und den Reichtum unserer Landschaft zu mehren.
Autor: red

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