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Mi, 13:30 Uhr
21.03.2018
Aus dem Seniorenbeirat

Trauern mit Ambiente

Wenn die Zeit gekommen ist, dann heißt es für jeden von uns Abschied nehmen. Trauerfeiern verdienen ein dem Anlass angemessenes Ambiente. In der Trauerhalle des Nordhäuser Hauptfriedhofes war das nach vielen, langen Jahren zuletzt kaum noch gegeben. Das soll sich bald geändert haben, hieß es heute im Seniorenbeirat. Die Gelegenheit nutzten die Senioren auch den Finger in andere Wunden zu legen...

Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof wird saniert (Foto: Angelo Glashagel) Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof wird saniert (Foto: Angelo Glashagel)

Wenn ein geliebter Mensch von einem gegangen ist, dann wünscht man sich zum Abschied das nötige Maß an Würde. Blumen, ein ordentlicher Trauerredner, passende Musik, Memorabilia, kurzum: Dekorum.

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Eben das war bisher in der großen Trauerhalle des Friedhofs nicht mehr gegeben. Rund sechs Sekunden Nachhall habe man in der Halle gemessen, erklärte Jens Kohlhause, Leiter des städtischen Bauamtes. Derzeit sei man dabei den Schallschutz im Innenraum zu verbessern und hoffe so den Nachhall auf zwei Sekunden reduzieren zu können. Die historische Kachelverkleidung soll dabei zumindest optisch erhalten bleiben, die neu anzubringenden Platten würden entsprechend gestaltet.

Rund 40.000 Euro kostet die Innenraumsanierung. Aktuell arbeite man an der abschließenden Versiegelung, in der kommenden Woche soll die Halle wieder nutzbar sein.

Entwurf zur Neugestaltung der kleinen Trauerhalle (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen) Entwurf zur Neugestaltung der kleinen Trauerhalle (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen)

Auch die zweite, kleinere Trauerhalle will man auf Vordermann bringen. Für rund 80.000 Euro soll die Halle mit Platz für 30 bis 40 Trauergäste ästethisch ansprechend und modern gestaltet werden, inklusive zeitgemäßen, technischem Equipment. "Das sieht deutlich besser aus und würde eine echte Alternative zu den Räumen der einzelnen Bestatter darstellen", sagte Kohlhause.

Bleibt die Außenfassade. Wenn man schon trauere dann müsse nicht auch noch der Ort der Trauer traurig aussehen, meinte Manfred König. Die Mehreinnahmen, die man durch die Gebührenerhöhung im vergangenen Jahr verzeichne sollten auch wieder auf den Friedhöfen investiert werden, sagte der Baumamtsleiter, "aber es geht nicht alles auf einmal".

Vom Gottesacker ging die Diskussion denn auch in die weitere Stadt, die Mitglieder des Seniorenbeirates nutzten die Gelegenheit sich über den aktuellen Stand der Straßensanierung zu informieren und auf problematische Stellen aufmerksam zu machen. Neben den drei Großprojekten Feuerwehr, Theater und AKS stünden aktuell auch die Sanierung zweier Brücken in Sundhausen und Hesserode auf dem Plan, zudem werde die Fahrbahnsanierung der Grimmelallee geplant, an der sich die Stadt über die Gehwegssanierung beteilige.

Bauamtsleiter Jens Kohlhause (rechts) zu Besuch im Seniorenbeirat (Foto: Angelo Glashagel) Bauamtsleiter Jens Kohlhause (rechts) zu Besuch im Seniorenbeirat (Foto: Angelo Glashagel)

Rund zwei Jahre wird die Sanierung des rund einen Kilometer langen Straßenabschnittes dauern, schätzt man im Bauamt, so lange werde man auch die Brücke zur Hesseröder Straße noch als Umleitung nutzen müssen. Danach sei aber auch diese Brücke "dran". Noch in diesem Jahr erwarte man zudem Arbeiten am Bahnübergang in der Bochumer Straße die von der HSB durchgeführt würden und an denen sich die Stadt wahrscheinlich ebenfalls beteiligen werde.

An einer weiteren Wunde in die am Vormittag der sprichwörtliche Finger gelegt wurde wird sich sobal wohl nichts ändern: der historische Stadtrundgang, genauer der Bereich zwischen Wassertreppe und Barfüßerstraße. Viele Jahre ist der nun schon gesperrt, eine mehrstufigen Sanierung sei erst in den kommenden vier bis fünf Jahren, denkbar, sagte der Bauamtsleiter. Der Aufwand wäre groß, der Hang ist abgängig und müsste mit Stützmauern gesichert werden, zudem würden die Arbeiten auch eine Sanierung der Stadtmauer beinhalten. Kostenpunkt insgesamt: rund zwei Millionen Euro.

Noch weniger Hoffnung gibt es für die Gehegetreppe. "Die Stadt ist für 240 Kilometer Straßen, fast das dreifache der Strecke an Gehwegen und über 100 Brücken zuständig", sagte der Bauamtsleiter, "das sind Größenordnungen bei denen man nicht überall gleichzeitig etwas machen kann."

Mit der Fertigstellung der kleinen Trauerhalle rechne man indes noch in diesem Jahr, das Geld sei eingestellt, man warte lediglich noch auf die Freigabe des Haushaltes, so Kohlhause. Das freilich liegt in den Händen das Stadtrates und kann noch eine Weile dauern.
Angelo Glashagel
Autor: red

Kommentare
Kilian Baltres
22.03.2018, 06.52 Uhr
Typisch, daß in Nordhausen ins Sterben investiert wird
Es ist schon lustig, daß in Nordhausen ins Sterben investiert wird aber kein Geld da ist für Schulen u.ä. Typisch. K. Baltres
Herr Schröder
22.03.2018, 12.13 Uhr
Kilian Baltres
Nun sind aber alle Schulen in Nordhausen saniert? Zumindest die in städtischer Hand!
Treuhänder
22.03.2018, 13.49 Uhr
Vernachlässigt
Wären die vorhandenen Bauwerke, Straßen und Brücken in den letzten zwei Jahrzehnten nicht so vernachlässigt worden, wären diese Probleme jetzt nicht da. Es wurden einfach falsche Prioritäten gesetzt. Ein Verfall der Brücken setzt ja nicht sofort ein. Das ist ein langer Prozess.

Fördermittel werden nur für Investitionen gewährt und nicht zur Instandhaltung für irgend etwas. Da wird natürlich lieber gebaut, um die Fördermittel abzuschöpfen und Monumente zu bauen. Da bleiben für andere Dinge nur Tröpfchen übrig.

Seit dem Amtsantritt von Dr. Zeh 2012 bis jetzt wird im Rathaus wegen der Finanzen nur gejammert.

Der Landkreis investiert und investiert und in der Stadt stehen alle Räder still. Woran liegt das wohl? Hier sollte mal auf Spurensuche gegangen werden.
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