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Mo, 10:23 Uhr
19.03.2018
Neue Stolpersteine für Nordhausen

Erinnerung an Nordhäuser Schicksale

Am Donnerstag werden durch den Künstler Gunter Demnig vier neue Stolpersteine in Nordhausen gesetzt. Wo das sein wird, sagte jetzt die Beauftragte für Integration und Erinnerungskultur der Stadt Nordhausen, Dr. Cornelia Klose...

„Gewidmet werden die Steine den Nordhäuser Bürgern Emil Reichardt in der Rautenstraße 8, Arthur Warburg in der Karolingerstraße 31 sowie Dr. Paul Frohnhausen und Melanie Frohnhausen in der Alexander-Puschkin- Straße 18. Angeregt wurde diese Stolpersteinsetzung von einer Projektgruppe des Staatlichen Herder-Gymnasiums.

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Die Schüler haben im vergangenen Jahr eine App für die bereits 25 gesetzten Stolpersteine Nordhausens erstellt“, erklärt Frau Klose. Die App beschreibt neben den Schicksalen der 25 Menschen, denen diese kleinen Gedenksteine gewidmet wurden, die Geschichte der Stolpersteine allgemein sowie im Speziellen in Nordhausen im Rahmen der Erinnerungskultur.

„Zum Projekt gehörte natürlich auch, dass die Schüler auch selbst eine Stolpersteinsetzung mit initiieren wollten“, so Klose. Aus terminlichen Gründen des Künstlers sei das jetzt im März 2018 möglich. Die Schülerinnen und Schüler werden das Projekt erklären, weiterhin die Patenschaft für einen Stolperstein, den für Emil Reichardt, übernehmen und haben die Kosten dafür gespendet.

Der Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig 2010 beim Verlegen des Stolpersteins für Cäcilie Altmann wird am Pferdemarkt (Foto: Ilona Bergmann, Pressestelle Stadtverwaltung) Der Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig 2010 beim Verlegen des Stolpersteins für Cäcilie Altmann wird am Pferdemarkt (Foto: Ilona Bergmann, Pressestelle Stadtverwaltung)

Der Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig 2010 beim Verlegen des Stolpersteins für Cäcilie Altmann wird am Pferdemarkt

Die Stolpersteine werden am Donnerstag, den 22.März, ab 13 Uhr gesetzt in der Rautenstraße gesetzt. Eine weitere Schülergruppe dieses Gymnasiums wird jeweils bei der Setzung die vier Menschen vorstellen, die am 22. März einen Stolperstein erhalten. Beide Projekte entstanden in Kooperation mit dem Schulförderverein am Herder-Gymnasiums e.V. und der Beauftragten für Integration und Erinnerungskultur der Stadt Nordhausen.

Am Dienstag, dem 8. Mai 2018, um 18 Uhr, stellen die jungen Leute die Stolperstein-App im Lesesaal des Bürgerhauses vor. Zu beiden Veranstaltungen laden die Organisatoren schon jetzt herzlich ein.

Die Projekte werden im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie des Thüringer Landesprogrammes für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit „Denk bunt“ des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport gefördert.
Autor: red

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Kommentare
Blueman
19.03.2018, 10:59 Uhr
Den Opfern einen Namen geben
Eine Klasse Aktion die Stolpersteine und ein wichtiges Signal gegen die Schlussstrichmentalität die jetzt nach über 70 Jahren nach dem Kriegsende wieder einmal hochploppt.

Wir dürfen die Opfer des damaligen verbrecherischen Systems und der damals herrschenden (und heute leider wieder aufkeimenden) menschenverachtenden Ideologie nicht vergessen und uns die Verbrechen immer wieder vor Augen führen um nicht in diese dunkle Zeit (auch nicht nur ansatzweise) zurück zu verfallen.

Ich halte die Stolpersteine insbesondere für wichtig, da sie eindeutig zeigen, das die Opfer aus der Mitte der Gesellschaft gerissen wurden. Die Opfer des Nationalsozialismus waren eben nicht eine Gesichtslose Maße sondern Mitbürger die es überall treffen konnte. Nicht nur die anderen haben sich schuldig gemacht. Der Pogrom hat überall stattgefunden.

Auf das den Opfern in jeder Stadt und jedem Dorf ein Denkmal gebaut wird und sie nicht vergessen werden! Diese Anerkennung haben sie verdient! Und nicht nur das deutsche Volk hat diese Mahnung nötig!!!
Boris Weißtal
19.03.2018, 12:08 Uhr
Danke Blueman
für diese richtigen Worte, lassen Sie mich nur noch eines ergänzen:

Die Aktion Stoppersteine bezeugt, dass die Opfer ganz normale Mitglieder unserer Gesellschaft waren, die (und ihre nicht existenten Nachfahren) uns heute schmerzlich fehlen. Sie widerlegt damit die Mär von der jüdischen Weltverschwörung, welche unterschwellig leider auch heute noch hochgekocht wird.
Heimdall
19.03.2018, 12:48 Uhr
…wenig Verständnis
Auch auf die Gefahr hin, hier verbal gesteinigt zu werden, kann ich für derlei Aktionen recht wenig Verständnis aufbringen. Der Normalbürger wohl genauso…
Vergewaltigte, Gequälte und Ermordete der Gegenwart finden kaum Erwähnung in den Medien, oder werden bewusst verschwiegen, aber eine über 70-jährige Geschichte wird immer wieder aufs Neue aufgebrüht um die Deutschen weiterhin zur Demut zu zwingen.
Die damals Verantwortlichen haben sich der biologischen Selbstentsorgung ergeben und die heutigen Generationen haben teilweise sehr existenzielle Probleme.

Wem nutzen diese Pflastersteine, ausser womöglich dem Künstler!?
Sollten in Summe etwa 6 Millionen Steine anvisiert sein, erscheint es aber zumindest mir als ein recht lukratives Geschäft. Die meisten Mitbürger dürften von solche Aktionen aber wahrscheinlich nicht einmal Kenntnis erhalten. Und wenn, dann eher als uninteressante Randnotiz…

... ist natürlich nur (m)eine Meinung!
Altstadtfan
19.03.2018, 15:23 Uhr
Hoffentlich ein Einzelfall !
Was Heimdall da schreibt ist soviel Mist ,dass ich glaube der wählt auch AfD .
Er sollte mal nachdenken wieviel Juden von Deutschen umgebracht wurden .
Ich danke jedenfalls den Jugendlichen des Herder Gymnasium für ihren Einsatz und macht weiter so .
henry12
19.03.2018, 17:18 Uhr
Stolpersteine
Drei der vier genannten waren Juden, ist das richtig ?
Wenn nur Juden Recht auf Erinnerungskultur in diesem Lande
haben, dann bin ich strikt gegen Stolpersteine. Denn das
ist für mich eine Fokussierung auf nur eine Opfergruppe und
eine Ausgrenzung aller anderen Opfer der NS Zeit .
Also Diskriminierung !
Blueman
19.03.2018, 17:44 Uhr
alle waren Menschen!
Alle genannten waren in erster Linie Menschen!

Stolpersteine werden für alle Opfer des Nationalsozilismus verlegt. Lieber fünf mal Nachgefragt, als einmal selbst nachgeschaut.
Heimdall
20.03.2018, 08:14 Uhr
verschobene Gedenkkultur
@Altstadtgroupie
Dieser Mist ist (m)eine Meinung. Halten sie es einfach aus! Es gibt bereits zahlreiche Gedenk- und Mahnmale, die an diese Opfer erinnern. Es gibt aber nicht annähernd vergleichbare Orte, welche den deutschen Opfern gewidmet sind. Meine Grosseltern sind mir aber nun mal näher, als der Rest der Welt.
Oder sind diese Menschen vllt. doch Opfer 2.Klasse?
(... und werden von ihnen diskriminiert!?)

Ob sie auf Grund meines Beitrages auf mein Wahlverhalten schliessen wollen, überlasse ich ihnen, aber ich wähle Tatsache national. Ich vertrete die irrwitzige Annahme, dass auch das deutsche Volk zuerst an sich denken sollte. Vllt. gäbe es dann auch weniger Fremdenhass und unsere Politikerkaste würde sich wieder unters Volk trauen…
Sonntagsradler 2
20.03.2018, 08:44 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
Glaskugel
20.03.2018, 08:53 Uhr
Gedenkgeschädigte in Parallelwelt
Man muss schon in einer aberwitzigen Parallelwelt leben, um zu der Feststellung zu kommen, dass nur Juden Recht auf Erinnerungskultur in diesem Lande haben, wie Kommentator Henry12 behauptet. In Deutschland sind tausende Schulen, Straßen, Plätze, Einrichtungen nur nach nichtjüdischen Opfern des NS Regimes benannt. Als Beispiel stellvertretend seinen hier nur die Geschwister Scholl genannt.

Die Stolpersteine werden durch private Spenden finanziert. Wenn ein Kommentator Heimdall und ein Henry12 mehr Gedenken für Nichtjuden einfordern, könnten sie das mit der Patenschaft für einen Stolperstein oder Ähnliches tun. Das tun sie aber offensichtlich nicht. Vielmehr regen sie sich über Andere auf, die es tun.
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