eic kyf msh nnz uhz tv nt
Di, 09:00 Uhr
20.03.2018
Bürgermeisterwahlen 2018

Henry Pasenow im Interview

Am 15. April werden im Landkreis Nordhausen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister gewählt. In Ellrich haben die Wahlberechtigten wenigstens eine Wahl. Wir stellen Ihnen die beiden Kandidaten vor und beginnen mit dem Herausforderer Henry Pasenow...

Henry Pasenow (39), CDU (Foto: S. Schedwill) Henry Pasenow (39), CDU (Foto: S. Schedwill)
nnz: Sie haben Politikwissenschaften studiert, waren viele Jahre Zeitsoldat, arbeiten jetzt seit gut fünf Jahren als Referatsleiter beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen in Weimar. Warum wollen Sie Bürgermeister in Ellrich werden?

Henry Pasenow: (lacht)…Meine Arbeit ist toll, ich habe gute Kollegen und ein tolles Team. Aber als Ellricher will ich jetzt gemeinsam mit den Menschen die Zukunft der Gemeinde gestalten. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und den Vereinen ist mir wichtig. Ich will für die Menschen da sein und zuhören. Denn Probleme, die es zu lösen gibt, ergeben sich meist aus den Gesprächen mit den Menschen. Ziele erreicht man nur zusammen mit den Bürgern.

nnz: Was sind die drei drängendsten Probleme in der Einheitsgemeinde, die sie lösen wollen?

Pasenow: Ganz wichtig ist es mir, den Schulstandort Ellrich zu sichern. Das geht nur gemeinsam mit den Schulleitungen und den Eltern. Und, indem wir als Stadt unser politisches Gewicht über die Kreistagsmitglieder in die Schulnetzplanung einbringen. Auch der Lehrermangel treibt viele Eltern um. Dieses Problem kann ich als Bürgermeister nicht allein lösen. Die Lehrerausbildung und deren Verteilung ist Landessache. Die Verantwortlichen dort an ihre Verantwortung erinnern, das muss gelingen.


Darüber hinaus gilt es, die geschaffene Infrastruktur zu erhalten. In Ellrich hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Wir haben gute Voraussetzungen, es gibt ausreichend Einkaufsmöglichkeiten, wir haben Ärzte, Schulen und Kindergärten. Jetzt gilt es, die Stadt zu einer Mehrgenerationenstadt zu entwickeln. Es muss uns gelingen, dass in der Einheitsgemeinde Jung und Alt gern lebt. Und dass wieder mehr junge Menschen zu uns ziehen.


Wichtig ist mir auch, dass die Kameradinnen und Kameraden in den Feuerwehren der Einheitsgemeinde sich gut unterstützt fühlen. Sie brauchen eine angemessene Infrastruktur und gutes Feuerwehrgerät als Voraussetzung dafür, dass sie ihre Aufgaben erfüllen können.

nnz: Was würden Sie anders machen als der Amtsinhaber?

Pasenow: (überlegt) … Ich würde die Menschen in Entscheidungen mehr einbinden und mit den Ortsteilräten und Ortsteilbürgermeistern die Gemeinde zusammen weiterentwickeln. Politik sollte transparent, verbindlich und fair sein.

nnz: Welche Chance rechnen Sie sich aus, die Wahl am 15. April zu gewinnen?

Pasenow: Zu meinen Chancen kann ich nichts sagen. Ich würde es eher so formulieren: Mit meiner Kandidatur haben die Menschen eine Möglichkeit, eine Wahl zu treffen. Ich werde darum kämpfen, dass diese auf mich und meinen Politikansatz fällt.

nnz: Wie stehen Sie zur Gipsindustrie?

Pasenow: Ich stehe ganz klar zur Gipsindustrie, sofern diese die gesetzlichen Vorgaben beachtet. Als Bürgermeister will ich mit der Gipsindustrie, und übrigens auch mit allen anderen Gewerbetreibenden, konstruktiv zusammenarbeiten. Die Verwaltung muss für die Gewerbetreibenden da sein. Casea zum Beispiel gibt einer Menge Menschen aus Ellrich und Umgebung Arbeit. Wir leben in Ellrich schon seit über 100 Jahren mit der Gipsindustrie. Dieser Wirtschaftszweig gehört einfach zu unserer Region.

nnz: Braucht der Südharz ein Biosphärenreservat? Und wie ist Ihre persönliche Meinung zu diesem Thema?

Pasenow: Nein. Der Südharz braucht kein Biosphärenreservat. Wer, wenn nicht die Menschen, die seit Jahrhunderten in dieser Kulturlandschaft leben und sie entwickeln, könnten sich besser darum kümmern? Wir brauchen keine weiteren Reglementierungen, die uns vorschrieben, wie wir in unserer Heimat leben sollen.

Ich bin der Meinung, die Menschen im Südharz wissen viel besser, wie sie die Einzigartigkeit dieser Region schützen müssen, als es eine Reservatleitung jemals tun könnte. Ich denke da nur an die Pflegeverbände, die sich um den Erhalt der Trockenrasenlandschaften kümmern. Wir verdienen hier im Südharz unser Geld in ganz anderen Branchen als im Tourismus. Und das wird auch ein Biosphärenreservat nicht ändern. Auch in der Rhön hat sich gezeigt, dass die Marke Biosphärenreservat nicht den gewünschten Effekt auf die Tourismuszahlen gebracht hat.

nnz: Die Gebietsreform ist faktisch abgesagt, es werden nur freiwillige Zusammenschlüsse von Kommunen per Gesetz erfolgen. Ellrich konnte weder Harztor noch Hohenstein überzeugen, freiwillig zu einer großen Kommune zusammenzugehen. Wie stehen Sie zur Gebietsreform?

Pasenow: Die gescheiterte Gebietsreform hat ja gezeigt, dass die Leute genau das nicht wollen: eine Reform, die von oben nach unten durchgedrückt wird. Ich würde auf jeden Fall mit Harztor, Hohenstein und Werther den Dialog suchen. Wichtiger wäre mir in einem ersten Schritt die interkommunale Zusammenarbeit, um Synergieeffekte zu erzeugen.

nnz: Beschreiben Sie bitte den Menschen Pasenow.

Pasenow: Ich lebe mit meiner Frau und unserem acht Monate alten Sohn in Werna. Ich bin fleißig, verbindlich und kann gut zwischen Menschen mit verschiedenen Meinungen moderieren. In dem was ich tue, bin ich fachlich gut. Wenn ich etwas nicht weiß, lasse ich mich beraten. Ich kann Entscheidungen treffen. Das ist wichtig für einen Bürgermeister. Ich verspreche nichts, was ich nicht halten kann.

nnz: Wobei können Sie entspannen?

Pasenow: Beim Schwimmen, beim Lesen und natürlich im Kreise meiner Familie.
Das Interview führt Susanne Schedwill
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
dicker
22.03.2018, 14:48 Uhr
Auf ins Rathaus!
Make Ellrich great again! - so könnte der Slogan heißen.
Das Zitat bezieht sich nicht so sehr auf den derzeitigen amerikanischen Präsidenten, sondern eher darauf wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass dieser Mann diese Position besetzt - das liegt an der Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten auf zwei Wahlperioden.
Dies sollte man für Wahlbeamte in Deutschland auch so einführen.
Zwei Amtsperioden sind genug. Es muss frischer Wind in das Ellricher Rathaus.
Es bedarf neuer Visionen, erweiterter Blickwinkel und einer neuen Persönlichkeit um die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft für die Einheitsgemeinde bewältigen zu können.
Mit dem klaren "Nein" zum Biosphärenreservat haben Sie sicherlich schon einige Unterstützer mobil machen können.
Das es allerdings keinen Bewerber aus der Kernstadt gibt, spricht meines Erachtens Bände...
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)