Mo, 17:01 Uhr
09.10.2000
"Preuße" stand vor Nordhäuser Amtsgericht - Geldstrafe wegen Beleidigung
Nordhausen (nnz). Für BILD-Reporter Hans-Peter Wolff war der heutige Montag ein ganz besonderer Tag. Er fotografierte vor dem Nordhäuser Amtsgericht eine fast komplette Regierungsmannschaft. Zwar nicht die aktuelle Bundesregierung, dafür aber die fast vollständige Riege der "Preußischen Reichsregierung".
Hintergrund dieses wohl einmaligen Fototermins war eine Verhandlung am Amtsgericht Nordhausen gegen den "Staatssekretär und Sonderbevollmächtigten der preußischen Regierung", Carsten B. Der "hohe Beamte" aus Berlin mußte sich vor dem Gericht wegen plumpen Siegelbruchs und simpler Beleidigung verantworten. Er und seine Kumpane treiben seit einiger Zeit ihr "regierungstechnisches Unwesen" im Landkreis, da sie die Region um Rothesütte als preußischen Besitz betrachten. Da wurden Baugenehmigungen erteilt und - der Aberwitz daran - nach diesen Genehmigungen wurde auch um- und ausgebaut.
Das allerdings konnte das Landratsamt nicht hinnehmen und versiegelte die Gebäude. Bei einer Nachkontrolle wurde einer der Mitarbeiter des Landratsamtes von Carsten B. als "Stasi-Spitzel" beschimpft. Hierauf stellte dieser Strafantrag, über den heute verhandelt wurde. Gleichzeitig wurde auch wegen Siegelbruch verhandelt. In diesem Punkt mußte der Angeklagte freigesprochen werden, da ihm die unmittelbare Mitwirkung nicht nachgewiesen werden konnte. Für den "Stasi-Spitzel" sprach das Amtsgericht ein Geldstrafe von 1.200 Mark aus.
Das Urteil wurde vom Angeklagten nicht anerkannt, weil für ihn "einzig das Landgericht Großberlin" zuständig sei. Das Verfahren vor dem Amtsgericht wurde von einem Polizeiaufgebot sekundiert, im Verhandlungsraum nahm eine Schulklasse Platz, aber auch die "Preußische Regierung" war zugegen. Ein Bild, das eigentlich an Komik kaum zu überbieten ist, das aber doch unter einem mittlerweile ernst zu nehmenden Hintergrund betrachtet werden muß. So wurde der Landrat des Landkreises Nordhausen in jüngster Zeit mehrfach aufgefordert, sich in einem Internierungslager zu melden. Auch ein Todesurteil soll es gegen Joachim Claus schon gegeben haben. Seit dieser Zeit werden "merkwürdige" Besucher des Landratsamtes unter die Lupe genommen und wird eingehende Post genau kontrolliert.
BILD-Fotoreporter Hans-Peter Wolff hat sein "Staatsfoto" längst der digitalen Kamera entlockt. Und wer sich die Preußische Regierung in ihrer vollständigen Borniertheit ansehen will, der kann das morgen auf der Thüringen-Seite von BILD tun.
Autor: psgHintergrund dieses wohl einmaligen Fototermins war eine Verhandlung am Amtsgericht Nordhausen gegen den "Staatssekretär und Sonderbevollmächtigten der preußischen Regierung", Carsten B. Der "hohe Beamte" aus Berlin mußte sich vor dem Gericht wegen plumpen Siegelbruchs und simpler Beleidigung verantworten. Er und seine Kumpane treiben seit einiger Zeit ihr "regierungstechnisches Unwesen" im Landkreis, da sie die Region um Rothesütte als preußischen Besitz betrachten. Da wurden Baugenehmigungen erteilt und - der Aberwitz daran - nach diesen Genehmigungen wurde auch um- und ausgebaut.
Das allerdings konnte das Landratsamt nicht hinnehmen und versiegelte die Gebäude. Bei einer Nachkontrolle wurde einer der Mitarbeiter des Landratsamtes von Carsten B. als "Stasi-Spitzel" beschimpft. Hierauf stellte dieser Strafantrag, über den heute verhandelt wurde. Gleichzeitig wurde auch wegen Siegelbruch verhandelt. In diesem Punkt mußte der Angeklagte freigesprochen werden, da ihm die unmittelbare Mitwirkung nicht nachgewiesen werden konnte. Für den "Stasi-Spitzel" sprach das Amtsgericht ein Geldstrafe von 1.200 Mark aus.
Das Urteil wurde vom Angeklagten nicht anerkannt, weil für ihn "einzig das Landgericht Großberlin" zuständig sei. Das Verfahren vor dem Amtsgericht wurde von einem Polizeiaufgebot sekundiert, im Verhandlungsraum nahm eine Schulklasse Platz, aber auch die "Preußische Regierung" war zugegen. Ein Bild, das eigentlich an Komik kaum zu überbieten ist, das aber doch unter einem mittlerweile ernst zu nehmenden Hintergrund betrachtet werden muß. So wurde der Landrat des Landkreises Nordhausen in jüngster Zeit mehrfach aufgefordert, sich in einem Internierungslager zu melden. Auch ein Todesurteil soll es gegen Joachim Claus schon gegeben haben. Seit dieser Zeit werden "merkwürdige" Besucher des Landratsamtes unter die Lupe genommen und wird eingehende Post genau kontrolliert.
BILD-Fotoreporter Hans-Peter Wolff hat sein "Staatsfoto" längst der digitalen Kamera entlockt. Und wer sich die Preußische Regierung in ihrer vollständigen Borniertheit ansehen will, der kann das morgen auf der Thüringen-Seite von BILD tun.

