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Fr, 14:20 Uhr
02.02.2018
in kleinen Schritten zur E-Mobilität

Strom gibt es genug

Ein weiterer, kleiner Schritt in Sachen Elektro-Mobilität: das Autohaus Albertsmeyer weiht eine neue Ladesäule für die eigenen Volkswagen im Angebot ein. Es wird langsam Ernst mit den elektrischen Fahrzeugen auf Deutschlands Straßen. Bei der Infrastruktur müsse aber weiter nachgezogen werde, mahnen der Händler und die Elektrofachleute. Strom gebe es genug, nur eben nicht überall...


Und wieder eine Ladesäule mehr, die Elektromobilität kommt langsam an im Land der Autoliebhaber. Am Vormittag weihten das Autohaus Albertsmeyer und die Firma Heldele auf dem Firmengelände die zweite und dritte Ladesäule für Elektrofahrzeuge ein.

Die neuen Stationen wird das Autohaus vor allem für seine eigenen Angebote nutzen, die dritte Säule, die ebenfalls von Heldele geliefert wurde, ist öffentlich und kann von jedem genutzt werden. Die Vorgaben kommen aus Wolfsburg, VW will bald mehr Elektromobilität auf Deutschlands Straßen bringen, die Autohäuser dementsprechende Ladetechnik vorhalten.

Hier sieht Sascha Albertsmeyer im Moment noch den größten Nachholbedarf. "Die Fahrzeuge werden schneller kommen als die Ladeinfrastruktur", insbesondere im öffentlichen Raum müsse hier mehr getan werden und der Aufbau vom Staat gefördert werden. Wer privat wirtschaftlich auf Elektrobetrieb umsteigen wolle, der müsse schon seinen eigenen Strom produzieren und das Fahrzeug zu Hause laden können, so der Autohändler weiter, für Privatkunden sei die neue Technologie bisher weniger von Interesse. "Bei aller Euphorie muss man realistisch bleiben, die Technik steckt noch in den Kinderschuhen".

Beliebter sind aktuell Hybridfahrzeuge mit klassischem Verbrennungsmotor und Elektroantrieb. Ein VW Hybrid wird demnächst auch die Fahrzeugflotte der Firma Heldele in Nordhausen verstärken. Seit 2009 entwickelt der Sarlacher Traditionsbetrieb eigenen Ladesäulen, sogenannte "Wallboxes" mit eigener Technik und eigenem Design. "Wir verstehen uns als Dienstleister in Sachen E-Mobilität, wir liefern die Technik, bieten bei Interesse aber auch den Betreuungs- und Wartungsservice an", sagt Uwe Richter, der in der Nordhäuser Niederlassung für die Stromtankstellen zuständig ist. Das Angebot reicht von der Machbarkeitsprüfung über die einfache Box mit individueller Farbgestaltung bis zur Säule mit Digitaldisplay.


"Elektronisch fahren ist hip und macht Spaß", sagt Sascha Albertsmeyer, aber es seien Firmen wie Heldele, Betriebe die viel lokal unterwegs sind, ihre Fahrten planen können und die nötigen Vorraussetzungen für den Aufbau der Ladeinfrastruktur vor Ort mitbringen, für die Elektromobilität auch schon heute interessant werde. Einen signifikanten Schub für die Elektromobilität in der Breite erwartet der Autohändler dann, wenn die Fahrzeugkommunikation und zunehmend autonome Lösungen auf den Markt drängen.

Der Strom an sich sei indes nicht das Problem, sagt Richter, Deutschland produziere viel Strom, soviel das er ins Ausland verkauft oder ganze Windparks abgeschaltet werden müssen weil die Menge im System keine Abnahme finde. Die Herausforderung heute sei es den Strom von dort, wo er produziert wird, dorthin zu bekommen, wo er vornehmlich verbraucht wird.

Die Standortfrage betrifft letztlich auch die Elektromobilität, nicht überall geben die Leitungen auch die gleiche Leistung. Schnellladestationen an Autobahnen könnten nicht einfach in einem kommunalen Umfeld umgesetzt werden, so die Elektro-Experten.

Vorerst dürfte also die Mehrheit der Autofahrer noch mit dem guten, alten Benziner oder Diesel unterwegs sein. Dessen Ende ist nicht in Sicht, im Gegenteil: im Hause Albertsmeyer plant man derzeit sich zu vergrößern. Seit November vergangenen Jahres hat man auch SEAT-Modelle im Angebot, in den kommenden Monaten sollen die Neuzugänge einen eigenen Ausstellungsraum bekommen. 400.000 Euro will das Autohaus dafür investieren.

Elektrofahrzeuge wird man hier vergebens suchen, das jüngste Pferd im VW-Stall setzt noch voll auf den Verbrennungsmotor. Alternative Antriebe seien aber zwar auch hier in der Entwicklung, die Vorreiter in Sachen Elektro-Mobilität blieben hierzulande aber erst einmal Audi und VW.
Angelo Glashagel
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Kommentare

02.02.2018, 16.07 Uhr
Fritz12 | "Elektronisch...
...fahren ist hip und macht Spaß"

Elektronisch fahren PKW seit der Erfindung der Kraftstoffeinspritzung in den 90er Jahren.

Aber mal die Spitzfindigkeit beiseite...

"Hip" ist das bei weitem nicht! Mir fallen eher Adjektive, wie "exotisch", "speziell" oder beim besten Willen "bemerkenswert" ein. Mehr aber nicht. Rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden eine Nische bleiben!

Spaß? Nun, sicher machen elektrisch betriebene Fahrzeuge Spaß. Wie sonst erklärt man sich seit Jahrzenten die Beliebtheit eines Autoscooter-Fahrgeschäfts auf jedem Rummelplatz?

VW oder Audi haben mit Spaß an dieser Stelle allerdings nichts zu tun!

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02.02.2018, 20.35 Uhr
Pe_rle | E Mobilität
eine Elektozapfsäule überzeugt mich aber noch nicht ein Auto zu kaufen welches auf dieser Basis fährt.
Man macht aus dem Bau einer solchen Säule ein Hype als ob
es ein Weltwunder wäre,und das noch auf Firmengelände welches für Normalos nicht erreichbar ist.
Wo sind die Zapfsäulen in den Straßen von Nordhausen ???
Wie viele Fahrzeuge Herr Albertsmeyer ,haben Sie schon an Nordhäuser verkauft.

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03.02.2018, 09.18 Uhr
HolRic | Ladesäulen
Pe_rle, Sie fragen, wo die Ladesäulen in den Nordhäuser Straßen sind. Z. B. an folgenden Standorten:
- alter Busbahnhof,
- Engelsburg,
- Rautenstraße,
- Karl-Meyer-Straße,
- Robert-Blum-Straße,
- Dr.-Robert-Koch-Straße
- Helmestraße und An der Helme
- Grimmelallee
Zusätzlich gibt es dann noch die Ladesäulen an den CarSharing-Standorten, die allerdings nur für die Sharing-Flotte nutzbar sind.

freundliche Grüße H. Richter

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03.02.2018, 10.07 Uhr
Kritiker86 | Na ..
da kann ich nur sagen kauft euch alle Elektroautos. Genug Ladesäulen gibt es ja in NDH für die paar Autos die rumfahren. Sag nur es wird Ernst mit den elektrischen Autos in Deutschland. Noch eine Anmerkung die LADesäulen sind fast alle für ihre eigenen Unternehmen in NDH gedacht nicht für fremde Autos. Lach mich Schrott über den Artikel. Das Autohaus Albertsmeyer glaubt doch nicht selbst daran was es erzählt. Die Elektroautos sind noch keine Alternative momentan. Vielleicht aber in den nächsten Jahrzehnten.

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03.02.2018, 12.25 Uhr
HolRic | Stimmt nicht, Kritiker
Ihr dritter Satz entspricht leider nicht den Tatsachen. Die von mir aufgezählten Ladesäulen sind alle öffentlich zugänglich. Das kann auch in den gängigen E-Mobilitätsportalen wie goingelectric.de o.ä. nachgelesen werden.
Auf Firmengrund stehen von den aufgezählten Säulen nur die in der Helmestraße und An der Helme. Aber auch diese sind mit gängigen Ladekarten nutzbar.

Dazu gibt es sicher Firmeneigene Ladesäulen, diese habe ich allerdings nicht aufgezählt.

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04.02.2018, 11.45 Uhr
Paulinchen | Frage mich,...
...weshalb sagt der oberste Chef von Bosch, dass sich sein Unternehmen keine Gedanken darüber macht , in Deutschland bzw. Europa eine Batterieproduktionsstätte zu errichten? Vielmehr appeliert er, dass endlich Schluss damit sein sollte, dass der Dieselmotor so verteufelt wird. Denn allein bei Bosch, hängen weltweit nur für die Dieselbranche 400.000 Arbeitsplätze dran. Weshalb bieten die Hersteller für Anhängerzugvorrichtungen (AZV) keine solchen für E-Autos an? Jetzt haben wir ja ein neues Steckenperd, was wir reiten können. Es hat den schönen Namen Digitalisierung. Die Industriebosse geben schon zu bedenken, dass bei einem so unüberlegten Herangehen, wie bei der Energieumstellung, etwa jeder 10 Arbeitsplatz in Deutschland verloren gehen wird.

Na - wenn das mal keine guten Nachrichten sind.

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