Do, 14:14 Uhr
23.08.2001
Anonyme Anzeigen sind der Trend!
Nordhausen (nnz). Viel wurde in den zurückliegenden Tagen und Wochen über den Rettungsdienstzweckverband im Landkreis Nordhausen berichtet. Jetzt scheinen sich die Ereignisse zu überschlagen...
Nun wurde während der Sitzung des Rettungszweckverbandes am Montag nicht nur der Ausschluß der JUH aus dem Verband beschlossen. Eine anonyme Anzeige machte die Runde. Darin geht es um massive Anschuldigungen gegen den Ellricher Rettungsdienst. Der Text der Anzeige liegt der nnz-Redaktion vor. Sie ist überschrieben: Anzeige von Leistungsmissbrauch und weiterer illegaler Transaktionen zu Lasten der Krankenkassen bei der Rettungsdienst Ellrich gGmbH. Die Vorwürfe betreffen das gesamte Aufgabenspektrum des gemeinnützigen Unternehmens.
So sollen bei der Gesellschaft in Ellrich Teilzeitbeschäftigte eingesetzt werden, die ihre Entlohung am Monatsende bar auf die Hand erhalten. Namentlich aufgeführt wurden unter anderem Mitarbeiter des Südharz-Krankenhauses. Ist man in einem Unternehmen von Herrn Triftshäuser beschäftigt, sind 36-Stunden-Schichten mit anschließender Bereitschaft die Regel, schreibt der anonyme Anzeigenerstatter. Weiterhin sollen Notärzte des Nordhäuser Krankenhauses und vom Landkreis Nordhausen mit Reisen in die USA bedacht worden sein, ehemaligen leitende Mitarbeiter der Kreisverwaltung hätten diverse Geschenke zum Abschied erhalten, darunter ein Geschenk im Wert von 4.000 Mark.
Aus den weiteren Vorwürfen der Anzeige geht hervor, dass es sich bei dem Erstatter um einen Mitarbeiter des Ellricher Unternehmen handeln könne. Ich wähle den Weg der anonymen Anzeige, da die Arbeitsbelastung nicht mehr zu ertragen ist und ich auf Grund der umfangreichen Verstrickungen mit dem Träger des Rettungsdienstes, dem Landkreis Nordhausen, und dem DRK, sonst erhebliche Repressalien zu befürchten habe, schildert Anonymus.
Bis zum 1. September haben die Ellricher nun Zeit, die Vorwürfe zu entkräften. Das wurde in der Verbandssitzung am Montag festgelegt. Auch die Krankenkassen, die diese Anzeige erhalten hatten, fordern eine Aufklärung. Als vollkommen haltlos bezeichnete der Ellricher Bürgermeister Gerald Schröder, der gleichzeitig auch Verbandsrat ist, die Vorwürfe. Wer anonym eine Anzeige erstattet, der hat selbst etwas zu verbergen, so sein Kommentar. Nach Bekanntwerden der Anzeige habe man in Ellrich sofort eine Belegschaftsversammlung einberufen, dabei hätten sich die Mitarbeiter klar von den Vorwürfen distanziert.
Das Hauen und Stechen im Rettungszweckverband geht also munter weiter. Eigentlich haben die Mitglieder alle Hände voll zu tun. Neue Strukturen sollen bis zum 1. Januar 2002 geschaffen werden. Damit soll die Arbeit im Verband effektiver und übersichtlicher gestaltet werden. Einheitliche Abrechnungen und Anschaffungen von Technik sind dann nur einige Eckpfeiler der künftigen Arbeit. Auch das Gehaltsgefüge soll übersichtlicher werden. Mitarbeiter sollen für gleiche Leistungen bei allen Anbietern auch das gleiche Gehalt bekommen, bisherige Unterschiede sollen damit der Vergangenheit angehören. Viel schlimmer ist allerdings die Situation in der Mitarbeiterschaft. Emotional geladen beschreibt sie Schröder. Schlimm wäre es, wenn aus den Problemen, die sich zum großen Teil in den Leitungsebenen der Verbandsmitglieder abspielen, Konflikte zwischen den Mitarbeitern der einzelnen Anbieter im Rettungsdienst entstehen. Das kann weder der Verband, vor allem aber nicht der zu betreuende Patient gebrauchen.
Während der Sitzung des Nordhäuser Kreistages am Dienstag wurde Landrat Joachim Claus (CDU) von Barbara Rinke (SPD) gefragt, ob es Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mühlhausen gegen Mitglieder des Verbandes gebe? Der Landrat verneinte die Frage. Damit lag er auch richtig. Die Staatsanwaltschaft ermittelt aber dennoch und zwar gegen den Kreisverband Nordhausen der Johanniter Unfall Hilfe (JUH), konkret gegen dessen ehemaligen Chef, Stefan Nüßle. Nach nnz-Informationen ist die Mühlhäuser Behörde durch eine anonyme Anzeige eingeschaltet worden. Der Vorwurf lautet Betrug zum Nachteil des Arbeitsamtes Nordhausen. Stefan Nüßle wird für einen zum Teil zweckentfremdeten Einsatz von drei Arbeitnehmermaßnahmen verantwortlich gemacht. Mehr konnte Staatsanwalt Dirk Germerodt auf Grund der laufenden Ermittlungen nicht sagen. Allerdings, so die nnz-Informationen sollen die besagten Mitarbeiter über den zweiten Arbeitsmarkt in eine Festanstellung überführt worden sein.
Autor: nnzNun wurde während der Sitzung des Rettungszweckverbandes am Montag nicht nur der Ausschluß der JUH aus dem Verband beschlossen. Eine anonyme Anzeige machte die Runde. Darin geht es um massive Anschuldigungen gegen den Ellricher Rettungsdienst. Der Text der Anzeige liegt der nnz-Redaktion vor. Sie ist überschrieben: Anzeige von Leistungsmissbrauch und weiterer illegaler Transaktionen zu Lasten der Krankenkassen bei der Rettungsdienst Ellrich gGmbH. Die Vorwürfe betreffen das gesamte Aufgabenspektrum des gemeinnützigen Unternehmens.
So sollen bei der Gesellschaft in Ellrich Teilzeitbeschäftigte eingesetzt werden, die ihre Entlohung am Monatsende bar auf die Hand erhalten. Namentlich aufgeführt wurden unter anderem Mitarbeiter des Südharz-Krankenhauses. Ist man in einem Unternehmen von Herrn Triftshäuser beschäftigt, sind 36-Stunden-Schichten mit anschließender Bereitschaft die Regel, schreibt der anonyme Anzeigenerstatter. Weiterhin sollen Notärzte des Nordhäuser Krankenhauses und vom Landkreis Nordhausen mit Reisen in die USA bedacht worden sein, ehemaligen leitende Mitarbeiter der Kreisverwaltung hätten diverse Geschenke zum Abschied erhalten, darunter ein Geschenk im Wert von 4.000 Mark.
Aus den weiteren Vorwürfen der Anzeige geht hervor, dass es sich bei dem Erstatter um einen Mitarbeiter des Ellricher Unternehmen handeln könne. Ich wähle den Weg der anonymen Anzeige, da die Arbeitsbelastung nicht mehr zu ertragen ist und ich auf Grund der umfangreichen Verstrickungen mit dem Träger des Rettungsdienstes, dem Landkreis Nordhausen, und dem DRK, sonst erhebliche Repressalien zu befürchten habe, schildert Anonymus.
Bis zum 1. September haben die Ellricher nun Zeit, die Vorwürfe zu entkräften. Das wurde in der Verbandssitzung am Montag festgelegt. Auch die Krankenkassen, die diese Anzeige erhalten hatten, fordern eine Aufklärung. Als vollkommen haltlos bezeichnete der Ellricher Bürgermeister Gerald Schröder, der gleichzeitig auch Verbandsrat ist, die Vorwürfe. Wer anonym eine Anzeige erstattet, der hat selbst etwas zu verbergen, so sein Kommentar. Nach Bekanntwerden der Anzeige habe man in Ellrich sofort eine Belegschaftsversammlung einberufen, dabei hätten sich die Mitarbeiter klar von den Vorwürfen distanziert.
Das Hauen und Stechen im Rettungszweckverband geht also munter weiter. Eigentlich haben die Mitglieder alle Hände voll zu tun. Neue Strukturen sollen bis zum 1. Januar 2002 geschaffen werden. Damit soll die Arbeit im Verband effektiver und übersichtlicher gestaltet werden. Einheitliche Abrechnungen und Anschaffungen von Technik sind dann nur einige Eckpfeiler der künftigen Arbeit. Auch das Gehaltsgefüge soll übersichtlicher werden. Mitarbeiter sollen für gleiche Leistungen bei allen Anbietern auch das gleiche Gehalt bekommen, bisherige Unterschiede sollen damit der Vergangenheit angehören. Viel schlimmer ist allerdings die Situation in der Mitarbeiterschaft. Emotional geladen beschreibt sie Schröder. Schlimm wäre es, wenn aus den Problemen, die sich zum großen Teil in den Leitungsebenen der Verbandsmitglieder abspielen, Konflikte zwischen den Mitarbeitern der einzelnen Anbieter im Rettungsdienst entstehen. Das kann weder der Verband, vor allem aber nicht der zu betreuende Patient gebrauchen.
Während der Sitzung des Nordhäuser Kreistages am Dienstag wurde Landrat Joachim Claus (CDU) von Barbara Rinke (SPD) gefragt, ob es Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mühlhausen gegen Mitglieder des Verbandes gebe? Der Landrat verneinte die Frage. Damit lag er auch richtig. Die Staatsanwaltschaft ermittelt aber dennoch und zwar gegen den Kreisverband Nordhausen der Johanniter Unfall Hilfe (JUH), konkret gegen dessen ehemaligen Chef, Stefan Nüßle. Nach nnz-Informationen ist die Mühlhäuser Behörde durch eine anonyme Anzeige eingeschaltet worden. Der Vorwurf lautet Betrug zum Nachteil des Arbeitsamtes Nordhausen. Stefan Nüßle wird für einen zum Teil zweckentfremdeten Einsatz von drei Arbeitnehmermaßnahmen verantwortlich gemacht. Mehr konnte Staatsanwalt Dirk Germerodt auf Grund der laufenden Ermittlungen nicht sagen. Allerdings, so die nnz-Informationen sollen die besagten Mitarbeiter über den zweiten Arbeitsmarkt in eine Festanstellung überführt worden sein.

