Mo, 10:21 Uhr
04.12.2017
Kulturen- und Generationentheater 6/71
Spiel mit dem Tod
Ein Theaterstück namens Hinterhältig zum Weltaidstag führte das Kulturen- und Generationentheater 6/71, angesiedelt bei LIFT, am zurückliegenden Wochenende in der Cyriaci-Kapelle der Kreismusikschule auf...
Premiere in der Cyriaki-Kapelle (Foto: privat)
Zwölf Laiendarsteller probten unter der Leitung von Eva Maria Wiegand wochenlang für diese beiden Auftritte und brachten beherzt ein engagiertes Werk über Selbstsucht, Ehrgeiz und Enttäuschungen auf die improvisierte Bühne.
Frau Wiegand hatte die Stückvorlage bereits vor Jahren geschrieben und sie nun mit ihrem interessant gemischten Ensemble für das Jahr 2017 angepasst. Nicht nur unterschiedliche Generationen waren beteiligt mit zwei Kindern, einer Handvoll Studenten, gestandenen Männern und einer Seniorin, sondern die Darsteller kamen auch aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen.
Der Syrer Sameh Qaddura ist erst seit 2015 in Deutschland, spricht unsere Sprache aber schon so gut, dass er als skrupelloser und machtbesessener Virologe Lennard eine Hauptrolle übernehmen konnte. Sein Kollege im Forschungslabor ist der Professor Ambrosius, dargestellt vom Eritreer Kiflu Tesfamichael, der im richtigen Leben als Sprachmittler arbeitet. In ihren Rollen beschäftigen sie sich in geheimen Versuchen mit Virenstämmen und werden vom äußerst verhaltensauffälligen Assistenten Jasper (gespielt von Louis* Kriener) unterstützt.
Schon bald wird es für Lennard lebensbedrohlich, denn er hat sich mit dem HIV-Virus angesteckt und gibt es weiter - beispielsweise an eine Prostituierte (gespielt von der Kolumbianerin Paula Schuster Pérez).
In einer zweiten Handlungsebene begegnet Lennards Sohn (Johannes Schumann) seiner Fee (Juliane Rösch), aber auch das schlechte Gewissen (Clemens Neubert), die Gier (Lotte Urban), das Aidsvirus (Leni Fullmann) und die Weisheit (Katharina Gries und Celine Theuerkauf) treten personifiziert auf. Die mongolische Germanistin Khongor Oyuntsetseg spielt die Ärztin und den Tod und alle Schauspieler tanzen am Ende den Kampf der Aidsviren gegen die Antikörper.
Ein berührender, nachdenklich machender Theaterabend einer frischen und spielfreudigen Hobbytruppe fand an beiden Abenden regen Applaus. Nun hoffen die Teilnehmer des Projektes auch im nächsten Jahr wieder als Kulturen- und Generationentheater eine Chance für Proben und Aufführungen eines neuen Stückes zu bekommen.
Olaf Schulze
Autor: red
Premiere in der Cyriaki-Kapelle (Foto: privat)
Zwölf Laiendarsteller probten unter der Leitung von Eva Maria Wiegand wochenlang für diese beiden Auftritte und brachten beherzt ein engagiertes Werk über Selbstsucht, Ehrgeiz und Enttäuschungen auf die improvisierte Bühne.
Frau Wiegand hatte die Stückvorlage bereits vor Jahren geschrieben und sie nun mit ihrem interessant gemischten Ensemble für das Jahr 2017 angepasst. Nicht nur unterschiedliche Generationen waren beteiligt mit zwei Kindern, einer Handvoll Studenten, gestandenen Männern und einer Seniorin, sondern die Darsteller kamen auch aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen.
Der Syrer Sameh Qaddura ist erst seit 2015 in Deutschland, spricht unsere Sprache aber schon so gut, dass er als skrupelloser und machtbesessener Virologe Lennard eine Hauptrolle übernehmen konnte. Sein Kollege im Forschungslabor ist der Professor Ambrosius, dargestellt vom Eritreer Kiflu Tesfamichael, der im richtigen Leben als Sprachmittler arbeitet. In ihren Rollen beschäftigen sie sich in geheimen Versuchen mit Virenstämmen und werden vom äußerst verhaltensauffälligen Assistenten Jasper (gespielt von Louis* Kriener) unterstützt.
Schon bald wird es für Lennard lebensbedrohlich, denn er hat sich mit dem HIV-Virus angesteckt und gibt es weiter - beispielsweise an eine Prostituierte (gespielt von der Kolumbianerin Paula Schuster Pérez).
In einer zweiten Handlungsebene begegnet Lennards Sohn (Johannes Schumann) seiner Fee (Juliane Rösch), aber auch das schlechte Gewissen (Clemens Neubert), die Gier (Lotte Urban), das Aidsvirus (Leni Fullmann) und die Weisheit (Katharina Gries und Celine Theuerkauf) treten personifiziert auf. Die mongolische Germanistin Khongor Oyuntsetseg spielt die Ärztin und den Tod und alle Schauspieler tanzen am Ende den Kampf der Aidsviren gegen die Antikörper.
Ein berührender, nachdenklich machender Theaterabend einer frischen und spielfreudigen Hobbytruppe fand an beiden Abenden regen Applaus. Nun hoffen die Teilnehmer des Projektes auch im nächsten Jahr wieder als Kulturen- und Generationentheater eine Chance für Proben und Aufführungen eines neuen Stückes zu bekommen.
Olaf Schulze








