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Mi, 07:00 Uhr
22.11.2017
Finanzausschussvorsitzende Tilly Pape:

"Fröhlich sieht das nicht aus"

Die Aufstellung, die Beratung und die Beschlussfassung zum Haushalt gehört auf nahezu allen politischen Ebenen zur sogenannten Königsdisziplin. In Nordhausen ist das ein wenig anders...


In der vergangenen Woche stellte die nnz eine Anfrage zum Stand der Haushaltsvorbereitungen, wohl wissend, dass es dazu eine Klausur gegeben hatte, an der Stadträte und Verwaltung teilnahmen.

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Die Antwort 24 Stunden später las sich wie folgt: "Am 13. November gab es eine gemeinsame Klausur der Stadtverwaltung mit den Mitgliedern des Stadtrates. Thema war die Haushaltsplanung. Die Stadt beabsichtigt zum jetzigen Stand einen Entwurf für einen Doppelhaushalt für die Jahre 2018 und 2019. Der Haushaltsentwurf befindet sich derzeit zur Erörterung in den Stadtratsfraktionen."

Na gut, derartig knappe Infos ist man aus dem Haus der Räte gewöhnt, also könnte doch die gestrige Sitzung des Finanzausschusses Erhellung bringen. Doch - wie meistens - Fehlanzeige. Entweder, es interessiert in diesem Gremium niemand, oder: es soll verheimlicht werden. In einer Kurstadt im östlichen Kyffhäuserkreis versteht man Bürgernähe ganz anders: dort wird in wenigen Tagen zu einer Einwohnerversammlung geladen, um mit den Menschen, die man verwaltet und für die man beabsichtigt Politik zu machen, zu diskutieren über den Haushalt und die kommenden Aufgaben. Nicht so in Nordhausen, was übrigens hier bereits Tradition hat.

Grund also, noch weiter zu bohren. Zum Beispiel bei der Vorsitzenden des Finanzausschusses, die da mit Blick in das vorliegende Zahlenwerk konstatiert, dass es nicht "fröhlich" aussieht. Es fehlen schlicht und ergreifend rund sieben Millionen Euro im Entwurf und mit den Vorschlägen sei man am Ende der Fahnenstange angekommen.

Was Pape umtreibt, dass ist die Situation der Theaterfinanzierung. Die gehört immer noch - auch wenn sich viele kulturbeflissene Menschen im Stadtrat das anders wünschen - zu den freiwilligen Ausgaben. Und so sind eben die jährlichen drei Millionen Euro freiwillig zu zahlen. Eigentlich kein Problem - die kann man woanders einsparen, nur wo? Bei Jugendarbeit, bei Volksfesten, bei Zuschüssen für Vereine. Die drei Millionen Euro für das laufende Theater würden alle anderen freiwilligen Ausgaben auffressen.

Vielleicht haben die Fraktionen im Stadtrat in den kommenden Tagen ein wenig politischen Mut und stellen zusammen mit der Verwaltung eine Streichliste auf.

Ähnliche Probleme sieht Tilly Pape in der Finanzierung der Kitas aufziehen. Beschlossen sind die Schaffung von 70 zusätzlichen Kita-Plätzen. Kosten ja nur mehrere Millionen Euro, doch im Haushalt für die nächsten zwei Jahre sei davon nichts zu finden. Und was nach 2019 kommt, dazu können die Verantwortlichen ja mal die Glaskugel befragen. Bis das Bild darin klar wird, kann im Stadtrat weiter von einer Kulturhauptstadt Nordthüringens geträumt werden. Alternativ sollten vielleicht schon mal zusätzliche Schilder mit Tonnage-Begrenzungen für diverse Brücken in der Kernstadt und in den Ortsteilen angeschafft werden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
murmeltier
22.11.2017, 09:51 Uhr
Ich
Ich würde vorschlagen, hebt doch die Steuern an, dann ist das Defizit schnell weg. Der Bürger wird es schon richten.
pumpnC
22.11.2017, 14:35 Uhr
Gibt nur ein drastischen Schritt
Gewerbesteuer drastisch senken, so dass es für viele Firmen attraktiver ist sich hier anzusiedeln, als in Erfurt Leipzig und Co. Das beste Beispiel lieferst wohl du Monheim in NRW die wohl gemerkt auchg ca. 43.000 Einwohner wie auch Nordhausen zählt. Vielleicht sollte sich uner Bürgermeister mal diese unglaubliche aber auch simple Geschichte durchlesen und nicht so weiter machen wie unsere alten Politgenossen..Der Weg zu Reichtum ist manchmal genau der, den niemand gerne gehen möchte...
Ratsknecht
23.11.2017, 13:24 Uhr
Erfolge der zurückliegenden Jahre
Die Finanzen der Stadt sahen, wie auch in anderen Städten, noch nie wirklich gut aus. Völlig vor die Wand gefahren wurden sie aber unter OB Zeh und Finanzauschussvorsitzende Pape. Von was hat sich die Stadt in den letzten Jahren nicht alles verabschiedet. Kulturelle und soziale Verantwortung, sowie Förderung von Wirtschaft, Handel und Tourismus, Fehlanzeige. Paradigmenwechsel und Haushaltsgesundung waren große Worte! Wohin der Erlös vom Verkauf der VNG Aktien geflossen geflossen sind bleibt ein Geheimnis. Gutachten, Rechtsstreitigkeiten und Beauftragungen externer Berater haben ihre Spuren im Stadtsäckel hinterlassen. Offen ist auch die Frage nach der dreiviertel Millionen Euro, die bisher und ohne Genehmigung für Planungen der neuen Feuerwache ausgegeben wurden.

Die unterschwellige Ankündigung, wir sollten uns von Kinderbetreuung und Theater verabschieden kommt daher nicht zufällig von der Ausschussvorsitzenden und CDU Mitglied, die damit dem neuen OB versucht die Verantwortlichkeit für das Desaster und damit den Schwarzen Peter zuzuschieben.
T.Gruber
24.11.2017, 08:27 Uhr
@Ratsknecht
Wenn mich meine Erinnerung nicht gänzlich täuscht, war es doch das Gespann Rinke/Jendricke das mit ihren Prunkbauten und sonstigen Eskapaden die Stadt finanziell arg gebeutelt hat.

Durch die Einschränkung des finanziellen Handlungsspielraumes der Stadt gegen Null blieb Herrn Dr. Zeh gar nichts anderes übrig, als die Konsolidierung des Haushaltes vorzunehmen.

Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung stehen dann auch erst mal die freiwilligen Leistung in Frage (Zitat Ratsknecht: "Von was hat sich die Stadt in den letzten Jahren nicht alles verabschiedet. Kulturelle und soziale Verantwortung, sowie Förderung von Wirtschaft, Handel und Tourismus, ...").

Mit dem Verkaufserlös der VNG-Aktien wird möglicherweise der Kassenkredit gesenkt worden sein. Ein Blick in den entsprechenden Jahresabschluss der Stadt könnte ihre Frage sehr schnell und einfach klären.
Treuhänder
24.11.2017, 13:34 Uhr
Verantwortung
Ich höre immer Politiker haben Verantwortung. Was heißt Verantwortung? Verantwortung ist die Pflicht, dafür zu sorgen, dass das Notwendige und Richtige getan wird und kein Schaden entsteht. Und weiter? Ist je einen Politiker die Verantwortung für einen Schaden nachgewiesen worden? Ich kann mich nicht erinnern. Für Fehleinschätzungen tragen nicht die Verantwortlichen Verantwortung, sondern andere. Wenn es darauf ankommt, ducken sie sich weg und schieben Verantwortung elegant weg. Politiker irren nie.
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