Sa, 10:00 Uhr
23.09.2017
EIN EREIGNISREICHER TAG
Jungfernfahrt mit 440 PS
Hat die Frau ein Mundwerk! Eingestellt auf Dauerbetrieb. Ein angenehmes ist es dennoch. Dieser Tage ein Jubiläum: Das zehnte Mal führte Elke Franke aus Stolberg die Landsenioren als Reiseleiterin durch den Harz. Die nnz war mit dabei...
Zisterzienserinnen Kloster zu Helfta (Foto: Kurt Frank)
Nordhausen/Harz. Die Südharzer mögen sie, Franke die Landsenioren. Beide Seiten hoffen auf weitere Jahre der Zusammenarbeit. Miteinander hatte man wieder Spaß. Und das auf der Jungfernfahrt mit dem neuen Reisebus Mercedes Tourismo mit 440 PS. Am Steuer Uwe Keitel vom gleichnamigen Unternehmen aus Hainrode. Erst vor 14 Tagen sei Tourismo in Dienst gestellt worden, versicherte der Steuermann.
Elke Franke wollte der hochmodernen neuen Reisekutsche einen Namen geben. Uwe, wir nennen ihn Anna, schlug sie vor. Der Name gefiel dem Fahrer nicht. Auch mit anderen Vorschlägen – von Paula bis Regina, Hans und Franz – konnte sich Uwe nicht anfreunden. So blieb es bei dem Versuch einer Taufe.
Über Mansfeld nach Eisleben. Wir wandeln auf Luthers Spuren, versicherte die Reiseleiterin. Die hatte sich in ein Gewand geworfen, das dem der Frauen vergangener Zeiten glich. Man hätte sie als Katharina von Bora durchwinken können. Ob Luthers Gemahlin auch so redselig war?
Zwischenstopp auf dem Parkplatz von Hotel und Gaststätte Rammelburgblick. Eine der markantesten und attraktivsten Punkte der bekannten Harzstraße B 242, auch Hochstraße genannt. Elke Franke reichte Lutherbrötchen. Ungleich den heutigen, aber mit Marmelade bestrichen. Dazu ein Lutherbier. Zum Nachspülen. Fünf Prozent für die Männer, alkoholfrei für die Damen. Hergestellt in der Brauerei Neunspringe der Worbis GmbH.
Mit an Bord der Reisegruppe Wolfgang Heinrici. Über 90 Jahre alt. 1968 gründete er mit Heino Reidemeister, der auch der Vereinigung der Landsenioren vorstand, die Schweinemastanlage in Uthleben. Er war deren langjähriger Produktionsleiter. Solange mich die Füße tragen und ich mit dem Rollator zurechtkomme, mache ich mit, ist er sich sicher. In der Gemeinschaft lebe er auf. Dieser Ansicht ist auch Rolf Lauer aus Görsbach. Im Februar 2018 wird er 90.
Aufenthalt in Mansfeld. Schule, Kirche und Elternhaus – historische Stätten, in denen der Reformator einst weilte und die heute Scharen von Touristen in die Stadt locken. So auch in das architektonisch sehenswerte Luther-Museum. Bei Ausgrabungen für den Bauplatz fanden sich archäologische Kostbarkeiten, allerlei Geschirr und anderes mehr, die im Museum zu sehen sind – auch eine Büste von ihm und seiner Frau - und Aufschluss über das Leben des Weltveränderers geben.
Die Funde belegen: Luther war weder ein armer Mann noch ein Kostverächter. Im Gegenteil. Schweinefleisch, Obst und Gemüse, Fisch, Geflügel, auch Singvögel, verfeinert mit orientalischen Gewürzen, standen auf dem Speiseplan. Er richtete sich nach den Jahreszeiten und den kirchlichen Vorschriften.
Neben dem Luther-Museum ist das Zisterzienserinnen Kloster zu Helfta ein Besucher-Muss. Im 13. Jahrhundert begründet, wurde es zu einem blühenden Zentrum der Frauenmystik, des Glaubens und der Bildung. Am 13. August 1999 begann Äbtissin M. Assumpta Schenkl mit einer Gruppe von Schwestern wieder mit dem klösterlichen Leben.
Schwester Crasia empfing die Gäste aus dem Landkreis, führte sie durch Räume, vor den Altar, Gemächer und an einen alten Brunnen. Eine kluge Frau. Aus Rumänien stammend, lebe sie seit 25 Jahren in Deutschland. Das Kloster Walkenried sei ihr gut bekannt. Vielleicht ist sie am Sonntag wieder dort.
Die Nonnen leben auch in unserer Zeit nach den Regeln des Heiligen Benedikt und folgen der Spiritualität ihrer Ordensväter: Um 5 Uhr in der Früh endet die Nachtruhe. Gebet, Frühstück, Gottesdienst, Arbeit, Mittag, Gebet, Arbeit und Geistliche Lesungen – das ist ihr Alltag.
Nach der Wende wurde das Umfeld des Klosters zu Stätten des Glaubens: Aus Viehställen wurden Gästehäuser, Wohnungen, kirchliche Einrichtungen, aus einer Jauchegrube ein ansehnlicher Teich, von Schilf umrandet.
Der ereignisreiche Tag endete im Cafe Siebenhüner in Pölsfeld. Zufrieden mit der Fahrt waren alle: Uwe Keitel mit dem Bus neuester Bauart, die 43 Insassen an Bord, Elke Franke, Herbert Weschcke, Chef der Landsenioren, und Marina Döring, die Reise-Managerin.
Kurt Frank
Autor: red
Zisterzienserinnen Kloster zu Helfta (Foto: Kurt Frank)
Nordhausen/Harz. Die Südharzer mögen sie, Franke die Landsenioren. Beide Seiten hoffen auf weitere Jahre der Zusammenarbeit. Miteinander hatte man wieder Spaß. Und das auf der Jungfernfahrt mit dem neuen Reisebus Mercedes Tourismo mit 440 PS. Am Steuer Uwe Keitel vom gleichnamigen Unternehmen aus Hainrode. Erst vor 14 Tagen sei Tourismo in Dienst gestellt worden, versicherte der Steuermann.
Elke Franke wollte der hochmodernen neuen Reisekutsche einen Namen geben. Uwe, wir nennen ihn Anna, schlug sie vor. Der Name gefiel dem Fahrer nicht. Auch mit anderen Vorschlägen – von Paula bis Regina, Hans und Franz – konnte sich Uwe nicht anfreunden. So blieb es bei dem Versuch einer Taufe.
Über Mansfeld nach Eisleben. Wir wandeln auf Luthers Spuren, versicherte die Reiseleiterin. Die hatte sich in ein Gewand geworfen, das dem der Frauen vergangener Zeiten glich. Man hätte sie als Katharina von Bora durchwinken können. Ob Luthers Gemahlin auch so redselig war?
Zwischenstopp auf dem Parkplatz von Hotel und Gaststätte Rammelburgblick. Eine der markantesten und attraktivsten Punkte der bekannten Harzstraße B 242, auch Hochstraße genannt. Elke Franke reichte Lutherbrötchen. Ungleich den heutigen, aber mit Marmelade bestrichen. Dazu ein Lutherbier. Zum Nachspülen. Fünf Prozent für die Männer, alkoholfrei für die Damen. Hergestellt in der Brauerei Neunspringe der Worbis GmbH.
Mit an Bord der Reisegruppe Wolfgang Heinrici. Über 90 Jahre alt. 1968 gründete er mit Heino Reidemeister, der auch der Vereinigung der Landsenioren vorstand, die Schweinemastanlage in Uthleben. Er war deren langjähriger Produktionsleiter. Solange mich die Füße tragen und ich mit dem Rollator zurechtkomme, mache ich mit, ist er sich sicher. In der Gemeinschaft lebe er auf. Dieser Ansicht ist auch Rolf Lauer aus Görsbach. Im Februar 2018 wird er 90.
Aufenthalt in Mansfeld. Schule, Kirche und Elternhaus – historische Stätten, in denen der Reformator einst weilte und die heute Scharen von Touristen in die Stadt locken. So auch in das architektonisch sehenswerte Luther-Museum. Bei Ausgrabungen für den Bauplatz fanden sich archäologische Kostbarkeiten, allerlei Geschirr und anderes mehr, die im Museum zu sehen sind – auch eine Büste von ihm und seiner Frau - und Aufschluss über das Leben des Weltveränderers geben.
Die Funde belegen: Luther war weder ein armer Mann noch ein Kostverächter. Im Gegenteil. Schweinefleisch, Obst und Gemüse, Fisch, Geflügel, auch Singvögel, verfeinert mit orientalischen Gewürzen, standen auf dem Speiseplan. Er richtete sich nach den Jahreszeiten und den kirchlichen Vorschriften.
Neben dem Luther-Museum ist das Zisterzienserinnen Kloster zu Helfta ein Besucher-Muss. Im 13. Jahrhundert begründet, wurde es zu einem blühenden Zentrum der Frauenmystik, des Glaubens und der Bildung. Am 13. August 1999 begann Äbtissin M. Assumpta Schenkl mit einer Gruppe von Schwestern wieder mit dem klösterlichen Leben.
Schwester Crasia empfing die Gäste aus dem Landkreis, führte sie durch Räume, vor den Altar, Gemächer und an einen alten Brunnen. Eine kluge Frau. Aus Rumänien stammend, lebe sie seit 25 Jahren in Deutschland. Das Kloster Walkenried sei ihr gut bekannt. Vielleicht ist sie am Sonntag wieder dort.
Die Nonnen leben auch in unserer Zeit nach den Regeln des Heiligen Benedikt und folgen der Spiritualität ihrer Ordensväter: Um 5 Uhr in der Früh endet die Nachtruhe. Gebet, Frühstück, Gottesdienst, Arbeit, Mittag, Gebet, Arbeit und Geistliche Lesungen – das ist ihr Alltag.
Nach der Wende wurde das Umfeld des Klosters zu Stätten des Glaubens: Aus Viehställen wurden Gästehäuser, Wohnungen, kirchliche Einrichtungen, aus einer Jauchegrube ein ansehnlicher Teich, von Schilf umrandet.
Der ereignisreiche Tag endete im Cafe Siebenhüner in Pölsfeld. Zufrieden mit der Fahrt waren alle: Uwe Keitel mit dem Bus neuester Bauart, die 43 Insassen an Bord, Elke Franke, Herbert Weschcke, Chef der Landsenioren, und Marina Döring, die Reise-Managerin.
Kurt Frank












