Do, 13:00 Uhr
28.10.2004
Aufträge angedroht
Nordhausen (nnz). In der Nobas liegen die Nerven blank. Sowohl auf der Seite der Geschäftsführung als auch bei den Arbeitnehmern. Doch dieser gegenwärtige Zustand schadet letztlich nur dem Unternehmen selbst.
Die Beschäftigten, die nicht auf die Angebote des Arbeitgebers (siehe nnz-Archiv) eingehen wollen, die sollen in dieser Woche den blauen Brief erhalten. So einfach ist das für die Herren Kupsch und Co. Doch so einfach ist das überhaupt nicht. Jede Kündigung, zu welcher der Betriebsrat nicht im Vorfeld angehört wurde, ist rechtswidrig. So steht es im Betriebsverfassungsgesetz, so wissen es auch die Unternehmenslenker – sollte man meinen. Sie handeln wider besseres Wissen. Bleibt doch nur die Frage nach dem Motiv.
Vermutlich kommen die Nobas-Lenker mit der gegenwärtigen Situation nicht mehr zurecht. Es sind Aufträge da, das wurde der nnz erst in dieser Woche bestätigt. So ist es auch im Bericht einer Beratungsfirma nachzulesen. Da sollen in diesem Jahr insgesamt 170 Grader gebaut werden, 60 davon sollen noch ausgeliefert werden. Und genau da liegt das Problem. Das Gutachten aus Frankfurt am Main konstatiert eine dringliche Engpaß-Situation, da die Produktionskapazität überhaupt nicht ausreiche. Was aber geschieht, wenn nun 20, 30 oder vielleicht 40 Mitarbeiter entlassen werden sollen?
Anstatt den Produktionsablauf zu optimieren, droht man in Nordhausen mit der altbekannten Keule der Entlassungen. In Zeiten der Auftrags-Mangelwirtschaft - wie zum Beispiel in den Jahren 2002 und 2003 – da hörte man aus der Nobas bis August 2003 nicht viel. Da war es ruhig – zumindest für die Öffentlichkeit. Jetzt, wo Arbeit da ist, da wird es kompliziert.
Das Gutachten von EWR muß für den Eigentümer der Unternehmens, Günter Papenburg, doch wie ein Schlag ins Gesicht gewesen sein. Kann er seiner Leitung vor Ort überhaupt noch trauen? Vielleicht auch deshalb wollen die Arbeitnehmervertreter nur noch mit Papenburg selbst verhandeln. In einem Fax an ihn, hatten sie Papenburg gebeten, jegliche Produktionsstörung durch die Betriebsleitung zu untersagen.
Für Günter Papenburg ist der Standort Nordhausen immer noch interessant. Er soll in dieser Woche in der Thüringer Staatskanzlei erneut verhandelt haben. Da ging es noch einmal um Fördermittel für Forschung und Entwicklung und für ein neues Projekt in Nordhausen. Die Spatzen pfeifen es seit Tagen von der Dächern: Papenburg will an der Rothenburgstraße eventuell ein Asphalt-Mischwerk bauen, auch deshalb ein Flächentausch mit der Stadt Nordhausen. Und die Stadt macht mit, schließlich könnten neue Arbeitsplätze entstehen.
Wie viele in Nobas in den kommenden Tagen wegfallen, das steht momentan noch in den Sternen. Jetzt wird gedroht, die Stahlbau GmbH ins Ausland auszulagern, in der vergangenen Woche noch sollten all jene Abteilungen aus Nordhausen ausgelagert werden, die nichts mit der Produktion zu tun haben. Vielleicht aber ist es besser, in den kommenden Tagen über die Auslagerung der Geschäftsleitung nachzudenken, denken viele der 140 Nobas-Beschäftigten.
Autor: nnzDie Beschäftigten, die nicht auf die Angebote des Arbeitgebers (siehe nnz-Archiv) eingehen wollen, die sollen in dieser Woche den blauen Brief erhalten. So einfach ist das für die Herren Kupsch und Co. Doch so einfach ist das überhaupt nicht. Jede Kündigung, zu welcher der Betriebsrat nicht im Vorfeld angehört wurde, ist rechtswidrig. So steht es im Betriebsverfassungsgesetz, so wissen es auch die Unternehmenslenker – sollte man meinen. Sie handeln wider besseres Wissen. Bleibt doch nur die Frage nach dem Motiv.
Vermutlich kommen die Nobas-Lenker mit der gegenwärtigen Situation nicht mehr zurecht. Es sind Aufträge da, das wurde der nnz erst in dieser Woche bestätigt. So ist es auch im Bericht einer Beratungsfirma nachzulesen. Da sollen in diesem Jahr insgesamt 170 Grader gebaut werden, 60 davon sollen noch ausgeliefert werden. Und genau da liegt das Problem. Das Gutachten aus Frankfurt am Main konstatiert eine dringliche Engpaß-Situation, da die Produktionskapazität überhaupt nicht ausreiche. Was aber geschieht, wenn nun 20, 30 oder vielleicht 40 Mitarbeiter entlassen werden sollen?
Anstatt den Produktionsablauf zu optimieren, droht man in Nordhausen mit der altbekannten Keule der Entlassungen. In Zeiten der Auftrags-Mangelwirtschaft - wie zum Beispiel in den Jahren 2002 und 2003 – da hörte man aus der Nobas bis August 2003 nicht viel. Da war es ruhig – zumindest für die Öffentlichkeit. Jetzt, wo Arbeit da ist, da wird es kompliziert.
Das Gutachten von EWR muß für den Eigentümer der Unternehmens, Günter Papenburg, doch wie ein Schlag ins Gesicht gewesen sein. Kann er seiner Leitung vor Ort überhaupt noch trauen? Vielleicht auch deshalb wollen die Arbeitnehmervertreter nur noch mit Papenburg selbst verhandeln. In einem Fax an ihn, hatten sie Papenburg gebeten, jegliche Produktionsstörung durch die Betriebsleitung zu untersagen.
Für Günter Papenburg ist der Standort Nordhausen immer noch interessant. Er soll in dieser Woche in der Thüringer Staatskanzlei erneut verhandelt haben. Da ging es noch einmal um Fördermittel für Forschung und Entwicklung und für ein neues Projekt in Nordhausen. Die Spatzen pfeifen es seit Tagen von der Dächern: Papenburg will an der Rothenburgstraße eventuell ein Asphalt-Mischwerk bauen, auch deshalb ein Flächentausch mit der Stadt Nordhausen. Und die Stadt macht mit, schließlich könnten neue Arbeitsplätze entstehen.
Wie viele in Nobas in den kommenden Tagen wegfallen, das steht momentan noch in den Sternen. Jetzt wird gedroht, die Stahlbau GmbH ins Ausland auszulagern, in der vergangenen Woche noch sollten all jene Abteilungen aus Nordhausen ausgelagert werden, die nichts mit der Produktion zu tun haben. Vielleicht aber ist es besser, in den kommenden Tagen über die Auslagerung der Geschäftsleitung nachzudenken, denken viele der 140 Nobas-Beschäftigten.



