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Do, 16:00 Uhr
21.10.2004

Pilz-Köpfe

Woffleben (nnz). Seit 2003 sind es keine hellen Köpfchen mehr, die in Woffleben zu Hause sind. Jetzt sind es dunkle, und die schmecken sowieso kräftiger. Was die Pilzköpfe in der nnz zu suchen haben, wissen Sie mit einem Klick auf mehr.


Pilz-Köpfe (Foto: nnz) Pilz-Köpfe (Foto: nnz) Auf nicht einmal hundert Quadratmetern leben die braunen Champions. Fünf bis sechs Tonnen von ihnen kann Manfred Lischke pro Woche ernten. 22 Mitarbeiter, darunter nur ein Mann, kümmern sich um die Pilze. Kaufen kann man sie direkt beim Erzeuger am Sportplatz in Woffleben. In verschiedenen Restaurants in der Region gibt´s ebenfalls Gerichte mit den Champions. Das Meiste nimmt der Großhändler Wiesenhof ab. Er legt großen Wert auf Qualität und hat nur Produkte aus Deutschland in seinem Sortiment. Drei Mal pro Woche liefert Lischke seine Pilze in der Nähe von Bremen ab. Von dort geht es dann in Geschäfte in ganz Deutschland.

Die Zusammenarbeit mit dem Großhändler bezeichnet Manfred Lischke als sehr gut. Schließlich ist es ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Jede Woche nimmt der Pilzzüchter 24 Tonnen Substrat ab, aus dem die Champions wachsen. Sechs Wochen verbleibt es in Woffleben. Zwei brauchen die Pilze um sich zu entwickeln, dann kann vier Wochen geerntet werden. Im Anschluß wird das ausgelaugte Substrat zur Kompostierung nach Appenrode gebracht.

Seit 1999 erhielten die Woffleber Pilze immer wieder das CMA Gütesiegel. Damals waren es zwar noch die bekannten weißen Champions, aber der braune Pilz ist ein ebenso schmackhafter Geselle. Im November soll die neue Zertifizierung zum QS Siegel stattfinden, wie Manfred Lischke stolz berichtet.

Seine Pilze wachsen ganz biologisch, so der Landwirt. Er verwendet keinerlei Pflanzenschutzmittel, auch keine erlaubten. Desinfiziert werden die sechs Pflanzräume mit Dampf. Für die Maschinen verwendet er einen Hochdruckreiniger statt Chlor. Mögliche Bakterien werden ganz natürlich weggespült. Damit machte Manfred Lischke sehr gute Erfahrungen. Warum er früher scharfe Mittel und Desinfektionsmatten vor jeder Tür verwendete, versteht er inzwischen selbst nicht mehr.

Ein wenig problematisch schätzt er die Situation der Nachwuchsgewinnung ein. Lehrlinge ausbilden kann er nicht, da der Pilzzüchter kein Lehrberuf ist. Gern hätte der Landtagsabgeordnete Egon Primas, der ihn gemeinsam mit Volker Beiersdorf vom Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft besuchte, ihn von der Berufsausbildung überzeugt. Praktikanten aus landwirtschaftlichen Betrieben will Manfred Lischke in Zukunft in seine Zuchtanlagen einladen.

Seine derzeitigen Mitarbeiterinnen kommen alle aus der Region, erzählt der Pilzzüchter weiter. Sie erhalten keinen Grundlohn sondern nur eine Bezahlung pro Kilo. Manche Frauen würden 30 kg pro Stunde schaffen, andere nur die Hälfte. Neue Mitarbeiter zu gewinnen wäre auch nicht so einfach. Manche kämen bloß um sich einen Stempel fürs Arbeitsamt zu holen oder sie blieben nicht lange. "Man muß die Pilze lieben und sich ihrem Wachstumsrhythmus anpassen." meint der begeisterte Landwirt. Auch Abends um 20.00 Uhr schaut er noch mal nach seinen Champions.

Montag ist Hauptarbeitstag von 7.00 bis 20.00 Uhr, an den anderen Tagen geht es ruhiger zu. "Viele Frauen schätzen es, daß sie auch unter der Woche mal frei haben oder nur wenige Stunden am Vormittag arbeiten müssen." weiß Lischke. Dafür kommen sie auch sechs bis zehnmal jährlich am Sonntag in die Zuchtanlage.

Mit den braunen Champions kann man übrigens genau das selbe machen wie mit den weißen. Sie eignen sich zum Braten, Dünsten, Grillen und Füllen oder roh als Salat. Wer jetzt Hunger hat, sollte schnell nach Woffleben fahren und ein paar braune Pilz-Köpfe kaufen.
Autor: wf

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