So, 10:08 Uhr
17.10.2004
Schlechte Noten für Agentur
Nordhausen (nnz). Der Bundesrechnungshof hat einem Zeitungsbericht zufolge die Vermittlungstätigkeit der Bundesagentur für Arbeit scharf kritisiert. Nach einem internen Bericht an den Vorstand der Nürnberger Behörde seien von 605 überprüften Vermittlungsvorschlägen nur 4,6 Prozent erfolgreich gewesen...
Nicht einmal jeder 20. Vermittlungsvorschlag der Agentur hätte zur Arbeitsaufnahme geführt. "Die sehr geringe Erfolgsquote beweist, dass die Vermittlungsarbeit bei den geprüften Agenturen nicht effektiv war." Trotz der eingeleiteten Vermittlungsoffensive unterscheide sich das Prüfergebnis nicht wesentlich von dem aus dem Jahr 1997. Dem Rechnungshof zufolge schicke die Agentur auch zu viele Bewerber auf eine offene Stelle. Die Gründe für eine vergebliche Vermittlung würden zu spät erfragt. So hätten Arbeitsvermittler bis zu 65 Bewerber für eine Stelle vorgeschlagen, ohne dass nach den ersten erfolglosen Vermittlungsversuchen mit dem Arbeitgeber über dessen Erwartungen und das weitere Vorgehen gesprochen worden sei. Fast jede vierte angebotene Stelle durch die Agentur sei von arbeitslosen Leistungsempfängern trotz Androhung von Sperrzeiten entweder nicht angenommen oder nicht angetreten worden. In einem Drittel der Fälle verhängten die Agenturen anschließend dennoch keine Sperrzeiten.
Eine bessere Vermittlung von Arbeitslosen gehört zu den zentralen Zielen der rot-grünen Arbeitsmarkreformen. Vor zwei Jahren hatte der Bundesrechnungshof nach Untersuchungen in fünf Arbeitsämtern festgestellt, dass dort weit weniger Arbeitssuchende vermittelt wurden, als die Statistiken dies auswiesen. Diese Ergebnisse lösten einen Skandal um die damalige Bundesanstalt für Arbeit aus, der den Umbau zur Bundesagentur mit angestoßen hat.
Milliardenloch durch Hartz-IV-Umstellung erwartet
Die Arbeitsmarktreform Hartz IV könnte im kommenden Jahr ein neues Milliardenloch bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) reißen. Das hätten neue Berechnungen der agentureigenen Haushaltsabteilung für den Verwaltungsrat ergeben, schreibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag vorab. Ursache seien die komplizierten Bestimmungen, mit denen der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat den Übergang vom heutigen System auf das neue Arbeitslosengeld II geregelt habe.
Danach muss die Agentur im kommenden Jahr eine Reihe von Weiterbildungsmaßnahmen für Arbeitslosenhilfebezieher finanzieren, die bereits in diesem Jahr begonnen wurden. Zusätzliche Kosten entstünden zudem für Tausende Ein-Euro-Jobs, die im Vorgriff auf die Reform ebenfalls bereits in diesem Jahr starten. Eigentlich sollten diese Ausgaben komplett dem Bund übertragen werden, berichtet das Blatt.
Autor: nnzNicht einmal jeder 20. Vermittlungsvorschlag der Agentur hätte zur Arbeitsaufnahme geführt. "Die sehr geringe Erfolgsquote beweist, dass die Vermittlungsarbeit bei den geprüften Agenturen nicht effektiv war." Trotz der eingeleiteten Vermittlungsoffensive unterscheide sich das Prüfergebnis nicht wesentlich von dem aus dem Jahr 1997. Dem Rechnungshof zufolge schicke die Agentur auch zu viele Bewerber auf eine offene Stelle. Die Gründe für eine vergebliche Vermittlung würden zu spät erfragt. So hätten Arbeitsvermittler bis zu 65 Bewerber für eine Stelle vorgeschlagen, ohne dass nach den ersten erfolglosen Vermittlungsversuchen mit dem Arbeitgeber über dessen Erwartungen und das weitere Vorgehen gesprochen worden sei. Fast jede vierte angebotene Stelle durch die Agentur sei von arbeitslosen Leistungsempfängern trotz Androhung von Sperrzeiten entweder nicht angenommen oder nicht angetreten worden. In einem Drittel der Fälle verhängten die Agenturen anschließend dennoch keine Sperrzeiten.
Eine bessere Vermittlung von Arbeitslosen gehört zu den zentralen Zielen der rot-grünen Arbeitsmarkreformen. Vor zwei Jahren hatte der Bundesrechnungshof nach Untersuchungen in fünf Arbeitsämtern festgestellt, dass dort weit weniger Arbeitssuchende vermittelt wurden, als die Statistiken dies auswiesen. Diese Ergebnisse lösten einen Skandal um die damalige Bundesanstalt für Arbeit aus, der den Umbau zur Bundesagentur mit angestoßen hat.
Milliardenloch durch Hartz-IV-Umstellung erwartet
Die Arbeitsmarktreform Hartz IV könnte im kommenden Jahr ein neues Milliardenloch bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) reißen. Das hätten neue Berechnungen der agentureigenen Haushaltsabteilung für den Verwaltungsrat ergeben, schreibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag vorab. Ursache seien die komplizierten Bestimmungen, mit denen der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat den Übergang vom heutigen System auf das neue Arbeitslosengeld II geregelt habe.
Danach muss die Agentur im kommenden Jahr eine Reihe von Weiterbildungsmaßnahmen für Arbeitslosenhilfebezieher finanzieren, die bereits in diesem Jahr begonnen wurden. Zusätzliche Kosten entstünden zudem für Tausende Ein-Euro-Jobs, die im Vorgriff auf die Reform ebenfalls bereits in diesem Jahr starten. Eigentlich sollten diese Ausgaben komplett dem Bund übertragen werden, berichtet das Blatt.

