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Mi, 16:00 Uhr
28.06.2017
NACH DER OB-WAHL KÖNNTE ES SEIN:

Frauenpower im Rathaus

Ihre Partei, die SPD, nominierte Jutta Krauth als Kandidatin für die Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Nordhausen. Das tat vordem schon die CDU, die Inge Klaan als ihre Kandidatin in das Rennen schickt. Beide seien keine "dritte Wahl", meint Kurt Frank...

Krauth und Klaan - keine "dritte Wahl" (Foto: Angelo Glashagel) Krauth und Klaan - keine "dritte Wahl" (Foto: Angelo Glashagel)


Jutta Krauth hat die erste Hürde genommen. Was aber mag die 55-Jährige veranlasst haben, in den Ring zu treten? Auch als Bürgermeisterin trägt sie Verantwortung für die Stadt. Oder will sie ihrer Partei zeigen, ein Siegertyp zu sein?

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Wir erinnern uns: Ohne vorherige Absprache mit ihrer Partei brachte sie sich seinerzeit voreilig ins Spiel für den Posten des Landrates. Auch die Landtagsabgeordnete Dagmar Becker favorisierte sie. Die SPD setzte aber auf Matthias Jendricke. Und gewann. Jendricke setzte sich gegen den CDU-Kandidaten Stefan Nüßle durch.

Nach dem Chaos bei der Gebietsreform sieht sich Jendricke im Landratsamt gut aufgehoben und steht nicht zur Wahl. Womöglich hätte er gegenüber Jutta Krauth die besseren Karten gehabt. Die Chance kam für die Bürgermeisterin. Wer sonst stünde für die SPD noch zur Verfügung?

Aus einer Niederlage können Mut und Kraft neu erstarken. Das gilt auch für Inge Klaan. Nicht sie, Katja Mitteldorf sitzt heute im Landtag. Diese Niederlage mag Klaan geschmerzt haben. Heute ist sie Chefin der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Eine Lebensaufgabe für die über 50-Jährige. Der Tagesablauf ruhiger als der eines OB, von Stress und Ärger ganz zu schweigen. Warum nur?

Ist es bei ihren Erwägungen vielleicht auch weibliche Eitelkeit, noch mehr Macht und Ansehen erlangen zu wollen? War sie der CDU letzte Option?

Jutta Kraut und Inge Klaan sind keine dritte Wahl. Im Gegenteil! Krauth bemüht sich um die Konsolidierung der städtischen Finanzen, Klaan bewies unter anderem bei der Gestaltung der Landesgartenschau, was sie drauf hat. So wird es wohl eine Frauen-Power im Rathaus geben. Beide versprechen, die Stadt voranbringen zu wollen. Wie das andere vor ihnen auch versicherten. Das Programm der beiden Damen unterscheidet sich indes nicht wesentlich.

Während die Euphorie bei der CDU für Inge Klaan groß ist, bleibt sie bei der SPD für Jutta Krauth eher verhalten. Wieder war sie unabgesprochen vorgeprescht, hatte sich selbst als Kandidatin aufgestellt. Die Sozialdemokraten sollten erst einmal zu sich selbst und zu mehr Respekt zueinander finden.

Doch da ist doch noch Kai Buchmann, der 41-Jährige aus der Geschäftsführung des Südharz-Krankenhauses. Er will auch Oberbürgermeister werden. Ohne eine Partei im Rücken. Das wird schwer. Vielleicht aber ist Buchmann ein kleiner Macron. Der brachte es fertig, die ehemals etablierten Parteien, Sozialisten und Konservativen, in Frankreich derart abzustrafen, dass sie heute politisch bedeutungslos geworden sind. Vordem lösten sich Konservative und Sozialisten in der Regierung gegenseitig ab. Wie nach der Wende CDU und SPD im Nordhäuser Rathaus.

Leicht wird es Buchmann, falls er auf die Liste kommt, nicht haben. Über sein Programm (nnz von 23. Juni) mag jeder selbst befinden. Vielleicht wartet jetzt noch die Linke mit einem Kandidaten auf. Oder sie favorisiert Jutta Krauth. Man darf gespannt sein, meint
Kurt Frank
Autor: red

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Kommentare
Nörgler
28.06.2017, 20:59 Uhr
Programm
Herr Buchmann hat ein Programm, dass müssen die anderen erst mal liefern. Die Unterschiede der Programme können nicht so groß sein. Überall wird zu finden sein, Finanzen in Ordnung bringen, investieren, Geld für die Jugendarbeit usw.

Frau Klaan hat die Landesgarenschau nicht allein ausgeführt. Da gab es viele Helfer. Planungsbüros sowie die Fördergesellschaft für Hessen/ Thüringen usw. Als Oberbürgermeisterin qualifiziert man sich nicht, weil man eine Landesgarenschau mitgestaltet hat oder weil man besonders gut mit Finanzen umgehen kann, dafür gibt es Fachleute. Eine Oberbürgermeisterin muss nicht ihr Ego befriedigen, sondern kommunizieren, Vorgänge transparent machen, Bürger in Entscheidungen mit einbinden und Mitarbeiter, nicht wenige, führen.
abc123
29.06.2017, 11:16 Uhr
@Nörgler
Er hat ein absolutes lachhaftes Programm. Ich hoffe nach wie vor, dass irgendwann der Postillon daherkommt und sagt "haha da stecken wir dahinter". Denn anders als mit Satire kann man sich dieses Programm schlecht erklären. Warum die anderen Kandidaten ähnlichen Stuss abliefern sollen bleibt wohl ihr Geheimnis.

Zum Glück kennt kaum jemand diesen Mann sodass seine Chancen gleich Null betragen.
Treuhänder
29.06.2017, 12:25 Uhr
Unterstützung für @ Nörgler
Hallo @ abc123, glauben Sie, dass Frau Mitteldorf groß jemand von den Bürgern gekannt hat? Ich glaube das nicht. Und dennoch ist sie in den Landtag gewählt worden, ohne Ausbildung oder Studium, nur mit eiinem Schulabschluss. Glauben sie, das das jemand wusste?

Also, es ist alles offen. Warum müssen immer Leute gewählt werden, die nur durch die Mitgliedschaft in einer Partei etwas geworden sind? Im "normalen" Leben haben diese Personen null Chancen.
Paulinchen
29.06.2017, 12:48 Uhr
@Gretchen80
Da bin ich doch ganz Ihrer Meinung! Siehe Claudia Roth, K.Göring-Eckardt und Joschka Fischer. Man könnte noch viele andere Beispiele aus der Unterhalungbranche von Funk und Fernsehen anfügen. Früher galt das Sprichwort: Wer nichts wird, wird Wirt. Die Gastronomen mögen es mir bitte verzeihen, es ist ja nicht von mir! Nur heute kann man getrost sagen, haste nichts gelernt, reichts immer noch für die Politik!
Günther Hetzer
29.06.2017, 15:05 Uhr
@Nörgler
"...Herr Buchmann hat ein Programm, dass müssen die anderen erst mal liefern..."
für mich liest sich dieses "Programm" eher so, als hätte er in Bierlaune VERSUCHT irgendwelchen Stuss zu jedem Buchstaben im Alphabet zu finden...seeeehr beeindruckend!
abc123
29.06.2017, 15:07 Uhr
@Gretchen
Ein schlechtes Beispiel denn ja, ich glaube das Frau Mitteldorf genug Leute kannten, sonst hätte sie Frau Klaan nicht geschlagen. Sie war vor der Wahl schon viele Jahre bei den Linken, Mitglied im Stadtvorstand, hat als Referentin für die Partei gearbeitet usw. Das sie keine Berühmtheit war bzw. Ist ist klar, eine gewisse Bekanntheit war aber durchaus vorhanden. Einen Herrn Buchmann kannten vor dem Artikel am 23.06. aber wohl nur die wenigsten.

Achja, ich habe nie etwas davon geschrieben, dass nur Leute aus Parteien gewählt werden können. Ich sprach lediglich von einer notwendigen Bekanntheit. Bei solchen Wahlen wird nunmal vorrangig eine Person gewählt, keine Partei (auch wenn es natürlich noch genug Leute gibt die immer die gleiche Partei wählen, egal wer deren Spitzenkandidat ist).
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