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Mi, 11:16 Uhr
03.05.2017
Gesichter der Reformationszeit

Mit Holzschnittporträts im Gespräch

Im stadtgeschichtlichen Museum Flohburg läuft noch bis zum 14. Mai eine Ausstellung von Porträts des Künstlers Peter Genßler. Die Dargestellten repräsentieren eine Epoche, die zur Zeit Konjunktur hat, die Reformation. Genßler setzt die Holzschnittkunst in lebendiger Weise fort, die im 16. Jahrhundert durch große Renaissancekünstler eine Blüte erlebte...

Ihr Schöpfer gab ihr den Titel: „Gesichter der Reformationszeit – Holzschnitte von Peter Genßler nach historischen Abbildungen“.

Der Bildhauer, Grafiker und Maler aus Bleicherode zeigt dem Besuchern aus einer insgesamt 33 Porträts umfassenden Serie eine ansprechende Auswahl. Die Schnitte umfassen die Größen von 38 x 36 cm bis 54 x 44 cm. Der grüne Salon in der Flohburg, im historischen Teil des Hauses zu finden, nimmt sie kongenial in seine vier Wände auf.

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Um Martin Luther versammeln sich z. B. sein engster Berater Philipp Melanchthon, der befreundete Justus Jonas, Johann Bugenhagen, Georg Spalatin, die um ihn auch im berühmten Epitaph des Nordhäuser Bürgermeisters Michael Meyenburg in der Blassikirche, von Lucas Cranach dem Jüngeren ins Bild gesetzt, versammelt sind. Aber auch Gegner der Reformation wie der berüchtigte Ablasskrämer Tetzel, Johann Eck und natürlich der Papst Leo X. zeigen ihr Gesicht.

Melanchton im Holzschnitt von Peter Genßler (Foto: Heidelore Kneffel) Melanchton im Holzschnitt von Peter Genßler (Foto: Heidelore Kneffel)

In Peter Genßlers Atelier, in der Burgstraße 29 am Bergeshang unweit des Waldes gelegen, also zur künstlerischen Inspiration wie geschaffen, fuhren Karin Kisker und ich, um Atelieratmosphäre zu schnuppern.

Vor dem Haus begrüßten uns ein Skulpturengarten, mit Kirschbäumen bestanden und Himmelschlüsselchen überseht, dahinter warteten Apfelbäume auf ihr Blühen. Im Inneren sahen uns von den Wänden die Bildnisse an. Wir suchten uns beide nach reiflicher Überlegung Philipp Melanchthon zum Mitnehmen aus. Dabei entstand zwischen uns Dreien ein aufschlussreiches Gespräch über diese beeindruckende Persönlichkeit. Wenn man sich der Reformation in Nordhausen zuwendet, ist dieser vom Humanismus eines Erasmus von Rotterdam beeinflusste Gelehrte und von Luthers Ideen zur Erneuerung der christlichen Kirche sehr angetane Mann unübersehbar. Er stand mit dem Nordhäuser Bürgermeister in enger geistiger und familiärer Verbindung, wie es ein reger Briefwechsel überliefert und auch ein längerer Aufenthalt der gesamten Familie 1547 in Nordhausen ist erforscht.

Auch nach Luthers Tod kümmerte er sich um die Reformation in dieser Stadt. Und, die Frage muss gestellt werden: Wo begegnet man dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit in der Südharzstadt? Auf einer Glocke in einem Glockenstuhl vor der Frauenbergkirche von 1927 ist sein Antlitz abgebildet aber von unten kaum zuerkennen und auf dem erwähnten Cranachgemälde in der Blasiikirche. Als Skulptur oder Relief im Straßenbild trifft man ihn nicht, auch keine Straße erinnert an ihn. Dass Genßler diese Person gründlich studiert hat, sieht man dem Holzschnitt an, uns gefiel sie ausnehmend.

Übrigens erkennt man an seiner Bibliothek, wie intensiv er sich den Zeitumständen und Persönlichkeiten dieser von Luther 1517 eingeläuteten Zeitepoche genähert hat. Zahlreiche Publikationen haben sich angesammelt – breit gefächert. Diese Porträtserie gehört auch zu der Auseinandersetzung Genßlers mit dieser bewegenden Zeit, denn er ist ja vor allem auch damit beschäftigt, für Nordhausen eine neue Lutherstatue zu erdenken, zu erfühlen. Wir konnten die in Gips geformte Figur ansehen, die vom Podest steigt.

Auch einer kleinen Keramikausführung begegneten wir. Nordhäuser und Gäste dürfen darauf gespannt sein. Also, Genßler sei dank, dass wir der Reformation mit seinen Holzschnitten in der Flohburg sehr nahe sein können.
Autor: red

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