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Sa, 07:35 Uhr
08.04.2017
Manfred Querblick

Machtgerangel

Da legt ein Oberbürgermeister sein Amt nieder. Sein Arzt hatte ihm geraten, wenn sie noch ein bisschen mitspielen wollen auf diesem Globus, dann hören sie auf mit diesem aufreibenden Job. Und was macht er - er hört tatsächlich auf...

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Anständig wie er nun mal ist sagt er, bis dann kann ich noch, bis zum endgültigen Aufhören habt ihr mehr als drei Monate Zeit meine Nachfolge zu organisieren.
Bis dahin ging es ja noch vernünftig zu.

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Die Spitzen im Rathaus legten einvernehmlich mit den Fraktionen aus dem Stadtrat den schnellstmöglichen und praktikabelsten Wahltermin fest. Es sollte der 11. Juni sein. Zwei Wochen später dann die zu erwartende Stichwahl und dann kommen die Sommerferien.

Aber wenn der, der den Startschuss geben darf und den Termin genehmigen muss, selber mitmachen will, dann geht das natürlich nicht. "Wir" lassen erst einmal amtsärztlich feststellen, ob der zurückgetretene Oberbürgermeister auch wirklich krank genug ist, dass er zurücktreten darf. So ein bisschen Nachtreten, dass muss schon mal sein, denn man hatte ja mit keiner Dienstaufsichtsbeschwerde gegen ihn Recht bekommen. Das nennt man dann ein beamtenrechtliches Verfahren. So musste sich der Oberbürgermeister dem Amtsarzt vorstellen, eine Forderung aus dem Landratsamt also der Rechtsaufsicht. Der Landrat hat damit "bestimmt nichts zu tun," wenn doch, dann wäre das reiner Zufall. Man hat aber erst mal Zeit gewonnen.

Die taktischen Spielchen

Schauen wir uns nur die aussichtsreichsten Kandidaten an. Das wären Herr Jendricke (SPD) und Frau Klaan (CDU)! Gewinnt Frau Klaan bleibt Herr Jendricke Landrat. Gewinnt Herr Jendricke (SPD) steigt Herr Nüßle (CDU) zum Landrat auf (zumindest kommissarisch).

Spekulieren wir mal weiter, als CDU-Ortsvorsitzender hatte der stellvertretende Landrat die Möglichkeit Konkurrenten als Alternative zur Frau Klaan vorzuschlagen, also zum Beispiel, den Bürgermeister aus Neustadt oder den Herr Klante oder den Bürgermeister Rosteck. Mit diesen Kandidaten hätte Herr Jendricke mehr Chancen OB zu werden und sein Stellvertreter könnte richtiger Landrat werden. Aber diese Vorschläge konnten sich nicht durchsetzen, somit ist Frau Klaan gesetzt.

Die Verschleppungsstrategie des Wahltermins

Je später gewählt wird, desto unwahrscheinlicher wird es, dass ein neuer Landrat gewählt wird, denn die Gebietsreform steht unmittelbar vor der Tür. Damit und man darf vermuten, dass dies der Plan ist, wird Herr Jendricke der neue OB und Herr Nüßle zumindest kommissarisch der neue Landrat. Verpasst man den von der Stadt vorgeschlagenen Termin, dann verschiebt sich die Wahl wahrscheinlich in die Sommerferien oder noch später.

Eins ist sicher: keinem Kandidaten außer die beiden Spielführer aus dem Landratsamt haben vom Verschieben der Wahl einen Nutzen. Wenn man sich erinnert, wurde Herr Jendricke ist mit einer Wahlbeteiligung von unter 27 % also mit ungefähr 14 000 Stimmen zum Landrat gewählt. Eine hohe Wahlbeteiligung hätte mit Sicherheit nicht so einen Erfolg gehabt. Sind Wahlen in den Sommerferien, ist die Wahlbeteiligung deutlich geringer als außerhalb dieser Zeit.

Eine hohe Wahlbeteiligung ist aber nicht förderlich für einen Kandidaten der hauptsächlich gewinnen kann, weil seine Getreuen wählen gehen und den deutlich weniger sogenannter Wechselwähler wählen.

Jetzt müsste man annehmen, dass nur der stellvertretende Landrat den Wahltermin bestätigen kann, da ja der Landrat selbst nominiert werden soll, aber das ist ja noch nicht.

Im Moment bestimmt noch der Landrat, aber ab dem Tag an dem er bekannt gibt, dass er kandidieren will, hat sein Stellvertreter das Sagen. Ob Herr Nüßle nun unbedingt will, dass Frau Klaan die OB-Wahl gegen Herrn Jendricke gewinnt? Dann bliebe ja Jendricke Landrat!

Die Frage der Bürgermeisterin Frau Kraut, die es völlig unverständlich findet, ".... warum das Landratsamt so lange Zeit gebraucht hat, um zu antworten und dann keinen Termin festsetzt..." obwohl doch schon am 9. März bekannt war, dass der OB aufhören wird, ist nun beantwortet.

Interessant wird das Kandidatenkarussell, wenn die SPD Frau Kraut nominiert und nicht Herrn Jendricke. Dann geraten alle Spekulationen außer Kontrolle und selbst für Frau Klaan wird es dann eng. Denn Frau Kraut war bereits in den Schlagzeilen und dies stets positiv.

Warten wir es ab!

In der kleinen Politik ist das Interessenspiel doch halbwegs überschaubar und man findet mit der Mischung von Vermutungen und logischen Verknüpfungen dann doch schon mal so manche Erklärung.

Also in diesem Sinne: immer schön beobachten und mitdenken, auch wenn es besser wäre, Mann oder Frau irrt sich.
Ihr Manfred Querblick
Autor: red

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Kommentare
Sparer
08.04.2017, 08:06 Uhr
Was wäre wenn,
1. Es nach Leistung und Können geht!
2. Die Bürger endlich von dem Posten-Gerangel die Nase
voll haben.
3. Es mal um Nordhausen und die eingemeindeten Dörfer
geht.
4. Herr Jendricke kein OB wird und auch Nordhausen nach
der Gebietsreform kein Landratsamt mehr hat.
Stellen ihn die Nordhäuser Unternehmer dann ein und
zahlen ihm ein Gehalt nach der echten Leistung ?
A-?)Wird er Verkäufer bei der Nobelmarke, in dessen
Salon er ja regelmäßig tanzt?
B-?)Wird er Kreditvermittler-mit Krediten und Geld kennt
er sich ja aus.
C-?)Wird er Schuldenberater?
Ich glaube seine Zukunft ist auch ohne Posten im
öffentlichen Bereich gesichert.
5. Es wirklich um Nordhausen und die Menschen geht-das
wäre sinnvoll und wunderbar.
Treuhänder
08.04.2017, 08:49 Uhr
Soll doch
Soll doch Frau Krauth Oberbürgermeisterin werden, sie setzt sich für die Stadt ein, will was erreichen. Die Finanzen können nur durch Personalreduzierung und nicht durch Personalaufstockung saniert werden. Der Bürger kann nicht immer durch mehr Steuern das jahrelang versäumte , ein Finanzpolster zu schaffen, belastet werden.
----4
08.04.2017, 09:30 Uhr
6. Punkt vom Schlamassel
Herr Jendricke wird Sidekick vom Restauranttester Rach und testet dann die Hotelduschen. Eignung bereits bewiesen.
Waldemar Ceckorr
08.04.2017, 10:46 Uhr
personalreduzierung zum schuldenabbau,
dürfte kaum die lösung sein.
ich übertreibe mal etwas.
das bürgerbüro wird geschlossen, personal entlassen.
die anderen abteilungen ebenso, übrig bleibt der / die OB + eventuell noch jemand im vorzimmer.
na gretchen80 wo wollen sie dann z.b. ihren neuen ausweis beantragen ?
dieser vorschlag ist schwachsinn.

so sieht's der waldi
Kilian Baltres
08.04.2017, 10:57 Uhr
Man kann den Namen Jendricke nicht mehr hören
Man kann den Namen Jendricke nicht mehr hören. Auch persönliche Begegnungen wie letzt bei der Crosslauf Eröffnung im Gehege sind unangenehm. Er hat sich beim Startschuss wohl von einer Mitarbeiterin aus verschiedenen Seiten fotografieren und sogar filmen lassen. Es war peinlich. Es geht ihm wohl nur um sich und nicht um die Sache oder die Bürger. K. Baltres
geloescht.20250302
09.04.2017, 15:37 Uhr
Wenn man das so liest...
...und das seit Wochen...

Die AfD versucht krampfhaft, Björn Höcke loszuwerden.

Die SPD hat das erfolglos mit Thilo Sarrazin versucht.

Warum? Weil sie sagen und schreiben, was als Hate Speed und parteischädigend gilt. Weil das Volk das entweder versteht oder zu verstehen beginnt, was ihm in Zukunft noch blüht in der bunten Republik.

Verhält sich Jendricke anders als wirklich partei- und ansehensschädigend? Selbst Menschen aus den Nachbarkreisen und Nicht-Nordhäuser wie ich greifen sich an den Kopf über sein Verhalten!

Hass und nichts anderes gegen Zeh und sonstige politischen Gegner...das sind keine normalen politischen Spielchen mehr.

Und parteischädigendes Verhalten ist das auch...warum?

Weil mich und jeden denkenden Menschen ankotzt, dass solche Genossen dann auch über mich mitbestimmen werden, sollte der Grosskreis in der geplanten Form kommen und die SPD mit Jendricke, Frau Hochwind und den Statisten im Kreistag und Sondershäuser Stadtrat so tun, als wären Verteilung von Landrats- und Bürgermeisterposten sowie Kreisstadtsitz nur lästige im Vorbegehen dem Bürger aufzuzwingende Unabänderlichkeiten.
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