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Do, 13:59 Uhr
30.03.2017
72. Jahrestag der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora

Gedenken, erinnern, mahnen

Vor 72 Jahren wurde das Konzentrationslager Mittelbau-Dora bei Nordhausen von US-amerikanischen Truppen befreit. Zu den Veranstaltungen am 10. April 2017 in Nordhausen und Ellrich werden ehemalige Häftlinge und ihre Familien, Angehörige und Hinterbliebene aus West- und Osteuropa und den USA sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft erwartet...

Gedenkfeier im vergangenen Jahr (Foto: Gedenkstätte Mittelbau-Dora) Gedenkfeier im vergangenen Jahr (Foto: Gedenkstätte Mittelbau-Dora)

Die zentrale Gedenkveranstaltung mit anschließender Kranzniederlegung findet am 10. April 2017, um 11.00 Uhr in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora statt. Am Nachmittag wird um 14.30 Uhr mit einer Kranzniederlegung am Gedenkort Ellrich-Juliushütte an die mindestens 4.000 Menschen erinnert, die an den Folgen der mörderischen Arbeits- und Lebensbedingungen im größten Außenlager des KZ Mittelbau starben.

Am Abend des 10. April laden die Stadt Nordhausen und die Gedenkstätte die KZ-Überlebenden und ihre Familien sowie die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Nordhausen um 20.00 Uhr zu einem öffentlichen Konzert in der St. Blasii-Kirche ein. Der Eintritt ist kostenfrei.

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Inhaltlich widmet sich der diesjährige Jahrestag dem Thema „Frauen im KZ-System“. Das KZ Mittelbau-Dora war bis Ende Januar 1945 ausschließlich mit männlichen Häftlingen belegt. Erst mit Ankunft der Räumungstransporte aus den KZ-Komplexen Auschwitz und Groß-Rosen kamen auch weibliche Gefangene in das KZ Mittelbau. Ein großer Teil von ihnen wurde nach wenigen Tagen in das KZ Bergen-Belsen abgeschoben.

Die im KZ Mittelbau verbliebenen Frauen verschleppte die SS in ein improvisiertes Außenlager in der Gemeinde Groß-Werther. Bis zur Befreiung am 11. April 1945 waren 850 Frauen in das KZ Mittelbau deportiert worden. Insgesamt zählte das KZ-System Ende Januar 1945 über inhaftierte 200.000 Frauen. Über 3.500 Frauen dienten als Aufseherinnen der SS. Ein Vortrag der Historikerin Dr. Andrea Rudorff thematisiert am 4. April 2017 um 19:00 Uhr im Bürgerhaus der Stadt Nordhausen die spezifischen Bedingungen von Frauen in Konzentrationslagern. Eine Sonderausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora beleuchtet die Aktivitäten von Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Veranstaltungen im Rahmen des 72. Jahrestags der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora

Montag, 3. April 2017
18.00 Uhr
Eröffnung der Sonderausstellung „Nichts war vergeblich – Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“
KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Museumsgebäude

Dienstag, 4. April 2017
19.00 Uhr
Vortrag von Dr. Andrea Rudorff
„Die spezifischen Bedingungen von Frauen in Konzentrationslagern“
Bürgerhaus, Nikolaiplatz 1, Nordhausen

Montag, 10. April 2017
11.00 Uhr
Gedenkveranstaltung
KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, rekonstruierte Baracke

14.30 Uhr
Gedenkveranstaltung am ehemaligen Außenlager Ellrich-Juliushütte
Ellrich, Gedenkort Ellrich-Juliushütte

20.00 Uhr
Konzert in der St. Blasii-Kirche
Elisabeth Wimmer, Berlin – Sopran
Michael Heinrich, Weimar – Trompete
Jürgen Härtig, Erfurt – Orgel
St. Blasii, Barfüßerstraße 2, Nordhausen
Autor: red

Kommentare
H.Freidenker
30.03.2017, 21.19 Uhr
Verbrechen, und ihre unterschiedliche Bewertung,
Am 10.April 1945 wurden die Insassen des KZ-Lager Dora von den Alleierten befreit. An diesem schlimmen Ort der Geschichte sind viele tausend Tote zu beklagen.
Ja, dort wurde ein unsägliches Verbrechen begangen.

Die im Artikel genannten umfangreichen Veranstaltungen
sind ein würdiges Maß des Gedenkens.

Am 3.und 4. April 1945, nur 6 Tage vorher,wurde Nordhausen von alleierten Bombern platt gemacht. Eine sinnlose Zerstörungswut und die einher gehende Tötung von über acht tausend zivielen Personen,an nur 2 Tagen,sprechen für sich!
(dieses Verbrechen überlebten meine Großeltern und die meiner Frau nicht)
Ja,auch das war ein unsägliches Verbrechen.

Zum Gedenkens an diese 8 tausend Opfer gibt es auch einen Veranstaltungsplan,nur sieht der anders aus.

Opfer ist eben nicht gleich Opfer, Schuldiger ist auch nicht gleich Schuldiger, da muß schon ein Unterschied sein.

Die Sieger sind die Guten und die Verlierer sind die Bösen.
Alles ist eine Frage der Deutung.
Deshalb werfen auch heute die Russen in Syrien die bösen Bomben und die Amerikaner werfen die Guten.
Das Spiel mit den Emotionen der Trauer verkommt für mich zum Trauerspiel !
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