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Mo, 08:30 Uhr
27.03.2017
Sanierung Albert-Kuntz-Sportpark

Die Zeit läuft davon

Nur noch wenige Tage sind Zeit, um die geplante Sanierung des Hartplatzes im AKS in Gang zu bringen. Der Blick in die schier unendliche Geschichte einer behördlichen Dreiecksbeziehung...

Die Zeit läuft davon (Foto: nnz) Die Zeit läuft davon (Foto: nnz)

Das Dreieck ist zwischen Rathaus, Landratsamt und Erfurt auszumachen. Wir starten unsere komplizierte Verwaltungstour in Nordhausen. Im dortigen Rathaus wurde Anfang dieses Monats ein Schreiben an die Kommunalaufsicht des Landratsamtes geschickt. Darin begründet die Stadt Nordhausen noch einmal ausführlich auf knapp zehn Seiten, dass sie in der Lage ist Eigenmittel in Höhe von 444.000 Euro für den "Umbau des Tennenplatzes in einen Naturrasenplatz mit Regelspielmaßen" aufzubringen. Soweit, so gut.

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Nun aber beginnt die Komplexität, die naturgemäß eine Verwaltungs- und damit vielleicht auch eine Politkomponente zu besitzen scheint. Es geht um 278.000 Euro Fördermittel, die das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport reserviert hat. Die Reservierung endet allerdings am 31. März. Voraussetzung für die Freigabe ist ein positives Votum der Rechtsaufsichtsbehörde, die im Landratsamt zu finden ist.

Dieser Behörde teilte die Stadt mit, dass sie eben nicht nur in der Lage ist, die Eigenmittel aufzubringen, sondern die Stadt-Verwalter vertreten den Standpunkt, dass die AKS-Sanierung eine Pflichtaufgabe sei. In ihrem Schreiben an die Kommunalaufsicht legt die Stadt ihre Bemühungen hinsichtlich des AKS dar, die bereits im September 2015 beginnen und die unter anderem drei Anträge auf eine rechtsaufsichtliche Würdigung beinhalten.

Die Aufseher des kommunalen Rechts an der Grimmelallee haben nun in der vergangenen Woche geantwortet. Sie verweisen ihrerseits auf vier Seiten, dass die Stadt über keinen genehmigten Haushalt, aber über ein genehmigten Haushaltssicherungskonzept verfügt. Dann der eigentlich entscheidende Satz: "Ob die im Zuwendungsantrag als dringlich begründete Sanierung des Tennenplatz ein notwendiges Vorhaben ist, dessen Durchführung im Jahr 2017 unabweisbar im Sinne der Vorgabe der Verwaltungsvorschriift-Haushaltssicherug und als Ausnahmefall auch noch im Hinblick auf die Vorschrift... zulässig ist, kann die Rechtsaufsichtsbehörde nicht beurteilen.

Auch wird seitens der Aufsicht der AKS als Pflichtaufgabe der Stadt infrage gestellt. Sie gibt aber den Hinweis, dass eine Entscheidung in Erfurt auf ministerieller Ebene möglich sei. Hierzu müssten sich das zuständige Sportministerium und die Staatskanzlei abstimmen. Der Ball wird also wieder nach Erfurt gespielt, Entscheidungen werden in der kommunalen Aufsicht nicht getroffen.

Wie geschrieben, es sind nur noch Tage. Deadline ist der Freitag. Nun muss die Politik entscheiden. Sie könnte es in Erfurt, ob sie es will, bleibt abzuwarten. Hilfe von Landtagsabgeordneten der Region ist nicht zu erwarten. Schließlich geht es hier "nur um Fußball".
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
NDHler
27.03.2017, 09:13 Uhr
Den letzten Satz ...
... kann man so unterschreiben!
Gut, dass die Sachlage hier noch einmal veröffentlicht wurde!
Danke dafür!
M0g3lNicht
27.03.2017, 14:10 Uhr
Nur um Fußball
Das ist richtig. Es gibt wichtigere Baustellen in NDH. Wenn der Verein ein neues Stadion will, kann er sich doch eins bauen.
Zukunft
27.03.2017, 14:22 Uhr
@M0g3lNicht
In Ordnung, dann können die Handballer des NSV ja auch gleich noch die drei Millionen Euro für die Ballspielhalle zahlen und die Theaterbesucher jährlich zehn Millionen Euro für ihren Spaß zahlen. Da hätten wir dann in Nordhausen genug Geld für Straßen und Brücken.
NDHler
27.03.2017, 14:24 Uhr
M0g3lNicht
Zum 100. mal, es geht hier nicht um ein neues Stadion sondern um den Trainingsplatz. Es geht auch nicht nur darum was der Verein "will" sondern auch darum was die Stadt möchte und dem Verein ständig verspricht.
Aber sei es drum, an anderer Stelle ist heute zu lesen, dass zumindest das Land zu seiner Zusage steht!
M0g3lNicht
27.03.2017, 14:52 Uhr
@Zukunft
Da vergleichen Sie Äpfel mit Birnen, denn das Theater ist eine kulturelle Einrichtung und wird nicht von einem Verein gepachtet. Außerdem hängen am Theater mehr Arbeitsplätze als am Stadion. Und die Musicals, die vom Theater produziert werden, locken auch andere nach Nordhausen. Beim neuen Musical "Dracula", das am Freitag Premiere hat, kommen auch viele von außerhalb. So kommen wenigstens ein paar Touristen nach NDH.
NDHler
27.03.2017, 15:04 Uhr
M0g3lNicht
Zumindest bei den auswärtigen Besuchern kann Wacker sicher locker mithalten! Und da meine ich nicht die Gästefans! Zu den Heimspielen des FSV Wacker 90 kommen auch viele Zuschauer aus allen Nachbarkreisen und darüber hinaus. Ich würde mir aber hier nicht anmaßen, diese Besucher als Touristen zu bezeichnen wie sie es beim Theater getan haben. Sowohl beim Theater als auch bei Wacker sind das Besucher und bei weitem keine Touristen!
weste
27.03.2017, 15:37 Uhr
Schlimm
dieser ständige Kampf zwischen Theater- und Fußballfreunden!

Wäre es nicht toll wenn jeder sein Stück vom Kuchen abbekäme!?
Aber hier in Nordhausen gönnt der eine den anderen nicht die Butter auf's Brot.

Ihr seid schon ein merkwürdiges Volk! :-)
abc123
27.03.2017, 17:00 Uhr
@Zukunft
Beiden Vereinen wird die Möglichkeit gegeben eine Sporteinrichtung zu benutzen. Daran hat sich ja auch nichts geändert. Wacker will das nun nur nicht mehr in der aktuellen Form. Nennen sie doch bitte ihre Quellen dafür dass die Handballer ständig verlangen, dass eine Hohe sechsstellige Summe in die Ballspielhalle investiert wird denn nur dann ließe sich die Situation ja vergleichen.

Ansonsten bin ich da ganz bei MOg3lNicht. Wenn Herr Kleofas ein schickes neues oder zumindest modernisiertes Stadion will dann soll er den Spaß auch finanzieren. Es zwingt ihn ja niemand im aktuell maroden AKS zu spielen.
W90M
27.03.2017, 19:39 Uhr
Herr Kleofas?
Es sind leider sehr armselige Kommentare, die hier abgegeben werden. Wer nicht begreifen will, dass Wacker eines der besten Aushängeschilder für diese nach wie vor touristenfeindliche Stadt ist, der denkt entweder bösartig oder gar nicht.
Der Herr Kleofas will sich kein Stadion bauen, er will würdige Bedingungen für mitteldeutschlandweit anerkannte Spitzensportler schaffen. Traurig genug, dass es unseren Stadtvätern egal ist, wie es im AKS aussieht und was zukünftig aus dem Verein wird.
Der Handballverein wird jedenfalls in Hundert Jahren und auch mit drei Ballspielhallen nicht die Popularität erreichen, die ein erfolgreicher Fußballverein nun einmal genießt.
geloescht.otto
27.03.2017, 22:00 Uhr
Es
Ist nur Fussball,
So ein Theater, habt ihr keine anderen Sorgen??
Da koennen sich doch bestimmt wieder einige die eigenen Taschen so richtig fuellen, na dann man los!!!
Alanin
28.03.2017, 07:16 Uhr
es ist aber schon aufgefallen...
dass die Stadt ihre Hausaufgaben gemacht hat. Sie sieht für sich in der Diskussion die Sanierung des Platzes als Pflichtaufgabe an, um in der Haushaltssicherung die Ausgaben tätigen zu können.

Die Stadt will Geld ausgeben und es stehen Fördermittel bereit. Die Stelle an der hier quer geschossen wird ist das Landratsamt, dort wird gesagt, dass dies keine Pflichtaufgabe ist.

Bedeutet im Umkehrschluss, dass hier nicht die Stadt verhindert, sondern der Landkreis. Und ich sehe es schon kommen, am Freitag haben wir dann ein tolles Bild von Landrat Klare Kante, der stolz in die Kamera grinst und seine ach so tollen Kontakte nach Erfurt nutzte um der Stadt, ach nein dem Verein einen neuen Platz verschafft hat.

Es ist einfach nur schlimm, wie sich der Verein einen solchen Schwachsinn vereinnahmen lässt und auch noch schön mitstichelt.

Aber bitte, der Verein soll seinen Platz haben. Vielleicht bringt Mr. Klare Kante ja auch bald noch die Jendrike Arena auf den Weg. Die Wacker-Anhänger sind bestimmt froh, wenn Klare Kante endlich wieder im Rathaus sitzt. Leider wird sich dann zeigen, dass am Ende nur ein neues Denkmal und ein weiteres Finanzloch auf der Bilanz stehen werden...
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