Fr, 20:20 Uhr
10.03.2017
Oberbürgermeisterwahl in Nordhausen
Kandidaten in Lauerstellung
In diesem Jahr soll in Nordhausen ein Nachfolger für Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh gewählt werden. Der will Mitte Juni aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen. Die nnz sprach mit zwei potentiellen Kandidaten...
Vorab: Ob die Wahl bis zum 18. Juni, also dem dritten Sonntag dieses Monats stattfindet, ist noch nicht geklärt. Dieser Sonntag wäre dann der Tag der möglichen Stichwahl. Zieht man davon 14 Tage ab, landet man beim ersten Wahltag am 4. Juni - Pfingstsonntag. Ausgeschlossen.
Noch eine Woche zurück, das wäre das Himmelfahrtswochenende. Die Wähler zu mobilisieren wäre vermutlich nicht das Problem, wohl aber die Wahlvorstände in den Wahllokalen. Viele Menschen, natürlich auch die in den Verwaltungen, haben dieses Brückenwochenende vermutlich schon verplant. Bei allen möglichen Planspielen bliebe wohl nur noch der 24. September, also zusammen mit der Bundestagswahl. Auch der Kosten wegen.
Als die beiden aussichtsreichsten Parteien, die ihre Kandidaten "durchbekommen" könnten, zählen die CDU und die SPD. Bei den Sozialdemokraten gibt es eigentlich nur einen Favoriten - Matthias Jendricke. Dem macht sein Job als Landrat sehr viel Spaß, wie er immer wieder verkündet, so auch heute im Gespräch mit der nnz. Doch er steckt vermutlich in einer Zwickmühle.
In den nächsten Wochen müsste er offiziell verkünden, dass er nicht mehr Landrat sein will, sondern OB werden will. Mögliches Argument wäre der Verweis auf die eventuelle Neugliederung der Landkreise. Bekannterweise gilt innerhalb der Thüringer SPD die Landrätin des Kyffhäuserkreises, Antje Hochwind, als die gesetzte Kandidatin.
"Ich will nicht verhehlen, dass die Entscheidung des Oberbürgermeisters, sein Amt niederzulegen, für mich zur Unzeit kommt. Die Situation ist nun eine grundsätzlich andere als sie im nächsten Jahr wäre, aber wir müssen nun mal damit umgehen. Ich sehe aber auch, dass ein Wahltermin bis Mitte Juni nicht zu halten ist", sagte Matthias Jendricke.
In der kommenden Woche kommt der Ortsvorstand der Nordhäuser SPD zu einer Sitzung zusammen, wo man diskutieren will, wie man mit der veränderten Situation umgeht. Eine abschließende Entscheidung will Matthias Jendricke noch nicht getroffen haben, sagt er offiziell, obwohl viele, die ihn kennen, ihm das nicht abnehmen.
Während der Noch-Landrat den Wahltag eher in Richtung Ende September sieht, favorisiert Inge Klaan einen frühestmöglichen Termin für den ersten Urnengang. Auch sie hat sich noch nicht entschieden, obwohl sie innerhalb und außerhalb der CDU als die Favoritin gehandelt wird. Auch in den Parteigremien habe man noch nicht detailliert und intensiv gesprochen. "Was mich überrascht hat, ist die Tatsache, dass bereits viele Menschen mich auf eine Kandidatur hin angesprochen haben. Doch das soll mich nicht vordergründig beeinflussen", sagt die SWG-Geschäftsführerin, die auch zugibt, ungern diesen Job nach eineinhalb Jahren wieder an den Nagel zu hängen. Und da ist noch die Familie, die ein entscheidendes Wort mitzureden habe.
"Ich habe aber auch keine Angst vor der Herausforderung, die eine neue Funktion mit sich bringen würde. In den vielen Stationen, an denen ich für die Stadt tätig war, habe ich gezeigt, wie sehr Nordhausen für mich Heimat geworden ist." In den Jahren mit Barbara Rinke und Dietrich Beyse habe sie viel mitgestalten können. Das solle sich fortsetzen.
Fazit: Sowohl Klaan als auch Jendricke zögern noch mit einem klaren Bekenntnis. Doch das ist diese Zeremonie, die es selbst auf der kommunalen Ebene einzuhalten gilt. Man will gefragt und gebeten werden, ehe man sich entscheidet.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redVorab: Ob die Wahl bis zum 18. Juni, also dem dritten Sonntag dieses Monats stattfindet, ist noch nicht geklärt. Dieser Sonntag wäre dann der Tag der möglichen Stichwahl. Zieht man davon 14 Tage ab, landet man beim ersten Wahltag am 4. Juni - Pfingstsonntag. Ausgeschlossen.
Noch eine Woche zurück, das wäre das Himmelfahrtswochenende. Die Wähler zu mobilisieren wäre vermutlich nicht das Problem, wohl aber die Wahlvorstände in den Wahllokalen. Viele Menschen, natürlich auch die in den Verwaltungen, haben dieses Brückenwochenende vermutlich schon verplant. Bei allen möglichen Planspielen bliebe wohl nur noch der 24. September, also zusammen mit der Bundestagswahl. Auch der Kosten wegen.
Als die beiden aussichtsreichsten Parteien, die ihre Kandidaten "durchbekommen" könnten, zählen die CDU und die SPD. Bei den Sozialdemokraten gibt es eigentlich nur einen Favoriten - Matthias Jendricke. Dem macht sein Job als Landrat sehr viel Spaß, wie er immer wieder verkündet, so auch heute im Gespräch mit der nnz. Doch er steckt vermutlich in einer Zwickmühle.
In den nächsten Wochen müsste er offiziell verkünden, dass er nicht mehr Landrat sein will, sondern OB werden will. Mögliches Argument wäre der Verweis auf die eventuelle Neugliederung der Landkreise. Bekannterweise gilt innerhalb der Thüringer SPD die Landrätin des Kyffhäuserkreises, Antje Hochwind, als die gesetzte Kandidatin.
"Ich will nicht verhehlen, dass die Entscheidung des Oberbürgermeisters, sein Amt niederzulegen, für mich zur Unzeit kommt. Die Situation ist nun eine grundsätzlich andere als sie im nächsten Jahr wäre, aber wir müssen nun mal damit umgehen. Ich sehe aber auch, dass ein Wahltermin bis Mitte Juni nicht zu halten ist", sagte Matthias Jendricke.
In der kommenden Woche kommt der Ortsvorstand der Nordhäuser SPD zu einer Sitzung zusammen, wo man diskutieren will, wie man mit der veränderten Situation umgeht. Eine abschließende Entscheidung will Matthias Jendricke noch nicht getroffen haben, sagt er offiziell, obwohl viele, die ihn kennen, ihm das nicht abnehmen.
Während der Noch-Landrat den Wahltag eher in Richtung Ende September sieht, favorisiert Inge Klaan einen frühestmöglichen Termin für den ersten Urnengang. Auch sie hat sich noch nicht entschieden, obwohl sie innerhalb und außerhalb der CDU als die Favoritin gehandelt wird. Auch in den Parteigremien habe man noch nicht detailliert und intensiv gesprochen. "Was mich überrascht hat, ist die Tatsache, dass bereits viele Menschen mich auf eine Kandidatur hin angesprochen haben. Doch das soll mich nicht vordergründig beeinflussen", sagt die SWG-Geschäftsführerin, die auch zugibt, ungern diesen Job nach eineinhalb Jahren wieder an den Nagel zu hängen. Und da ist noch die Familie, die ein entscheidendes Wort mitzureden habe.
"Ich habe aber auch keine Angst vor der Herausforderung, die eine neue Funktion mit sich bringen würde. In den vielen Stationen, an denen ich für die Stadt tätig war, habe ich gezeigt, wie sehr Nordhausen für mich Heimat geworden ist." In den Jahren mit Barbara Rinke und Dietrich Beyse habe sie viel mitgestalten können. Das solle sich fortsetzen.
Fazit: Sowohl Klaan als auch Jendricke zögern noch mit einem klaren Bekenntnis. Doch das ist diese Zeremonie, die es selbst auf der kommunalen Ebene einzuhalten gilt. Man will gefragt und gebeten werden, ehe man sich entscheidet.
Peter-Stefan Greiner


