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So, 07:00 Uhr
05.03.2017
Tagesstätte für Suchtkranke weiht Begegnungscafé ein

Gemeinsam statt einsam

Seit über 12 Jahren betreut man in der Tagesstätte des Suchthilfezentrums Menschen, die auf dem Weg sind ihrer Sucht zu entkommen, immer von Montags bis Freitags. Seit gestern öffnet die Tagesstätte ihre Türen auch am Wochenende. Im Vordergrund steht das Zusammensein...

Begegnungscafé in der Tagesstätte der Suchthilfe eröffnet (Foto: Angelo Glashagel) Begegnungscafé in der Tagesstätte der Suchthilfe eröffnet (Foto: Angelo Glashagel)

An fünf Tagen in der Woche bietet die Tagesstätte der Suchtberatung ihren Teilnehmern Tagesstruktur, Beratung, Belgeitung und natürlich Therapiemöglichkeiten. In der Einrichtung der Nordhäuser Diakonie trifft sich eine feste Suchtgruppe, es gibt einen Spielenachmittag, kognitive Trainings, Entspannungsübungen und Rückfallpräventionsprogramme.

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Am Wochenende, wenn die Tagesstätte geschlossen hat, sind viele Teilnehmer sich selbst überlassen, allein, ohne soziale Kontakte. Das erhöhe auch das Rückfallrisiko, sagt Andrea Poppendick, Leiterin der Tagesstätte. In Zusammenarbeit mit der Hochschule hat man jetzt ein Konzept für ein Begegnungscafé erarbeitet und umgesetzt. Immer Samstags zwischen 11 und 16 Uhr wird es für Suchtkranke und ihre Angehörigen und Freunde die Möglichkeit geben, in der Tagesstätte zusammenzukommen und Kaffee, Kuchen und vor allem die gegenseitige Anwesenheit zu genießen. Auch eine Spieleecke für Kinder konnte man einrichten.

Den Wunsch für eine solche Möglichkeit hatten die Teilnehmer der Tagesstätte im vergangenen Jahr geäußert. Insgesamt sind zur Zeit 15 Männer und Frauen hier in Betreuung. Die meisten kommen drei bis vier Jahre regelmäßig, sagt Poppendick, selten aber manchmal sind es auch nur zwei Jahre. In jedem Fall braucht Heilung Zeit.

Auch am Wochenende etwas bieten - Andrea Poppendick leitet die Tagesstätte (Foto: Angelo Glashagel) Auch am Wochenende etwas bieten - Andrea Poppendick leitet die Tagesstätte (Foto: Angelo Glashagel) Zeit die auch Geld kostet. Die Mehrzahl der Menschen die hierherkommen wird geschickt, vom Landratsamt etwa, Eingliederungshilfe nennt sich das dann. Mit der Verwaltung und Institutionen wie dem Jobcenter pflege man gute Zusammenarbeit, sagt Leiterin Poppendick. Zur Eröffnung war denn auch Stefan Nüßle gekommen, erster Beigeordneter des Landratsamtes und Zuständig für Einrichtungen wie die Suchthilfe. Man werde die Tagesstätte demnächst auch in den Sozialausschuss einladen um ihre Arbeit hier vorzustellen. Außerdem sei man auch dabei Beratungsprojekte für Asylbewerber in Sachen Suchtproblematik zu etablieren.

Die meiste Zeit des Jahres bleibt man bei der Suchthilfe unter sich, mit Außnahmen wie dem Sommerfest und dem Öffentlichkeitstag. Letzterer findet wieder am 9. April im St. Jakobhaus statt. Im Mittelpunkt wird dieses Mal das Thema Beziehungslosigkeit und ihre Folgen stehen. Als Hauptreferent konnte dafür Herr Dr. Hans-Joachim Maaz gewonnen werden.
Angelo Glashagel
Autor: red

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