Sa, 09:26 Uhr
11.02.2017
SIND WIR DABEI, DAS SCHICKSAL ABZUSCHAFFEN?
Was unser Blut uns über unsere Zukunft verrät
Das Blut verrät uns, ob ein Kind mit einer Behinderung auf die Welt kommen wird, wir an einer Krebserkrankung leiden oder wie alt wir wahrscheinlich werden. Aber was bedeutet dieses Wissen für uns Menschen?
Ohne Blut könnten wir nicht existieren. Es ernährt und beschützt uns, es heilt unsere Wunden und es dient Tag und Nacht als Nachrichtendienst zwischen den vielen Organen und Geweben im Körper. Und es kann noch viel mehr: Das Blut spricht zu uns. Ulrich Bahnsen zeigt, welche Chancen und Risiken mit den neuen Bluttests verbunden sind.
Mütter und Väter sind bei der Geburt ihrer Kinder immer älter. Damit werden die Aussichten auf ein gesundes Kind nicht besser. Umso interessanter erscheinen die Fortschritte in der Pränataldiagnostik:
Die genetische Diagnostik wird in den kommenden Jahren immer weiter perfektioniert werden. Im Radar der Tests dürften sich dann genetische Störungen und Krankheiten aller Arten befinden. Die immer exakteren Bluttests werden bei werdenden Eltern neue moralische Fragen hervorrufen.
Jeder zweite Bundesbürger erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs, und fast jeder vierte stirbt schließlich daran:
Cover (Foto: Droemer)
Viel zu wenig Menschen nehmen die Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung in Anspruch. Bald könnte eine Blutabnahme beim Hausarzt genügen, um ein beginnendes Tumorleiden in seinem frühesten Stadium festzustellen - oder es sicher auszuschließen: Im Blut können die Spuren eines Tumors gelesen werden.
Das Altern ist nach der Entstehung des Lebens auf der Erde das größte Mysterium der Biowissenschaften:
Durch eine Blutprobe kann das Altern des Menschen objektiv gemessen werden. Wie alt sind seine Zellen und Organe biologisch, wie groß ist die Gefahr, dass dieser Mensch in den nächsten Jahren sterben könnte? Das Limit für unsere Lebensspanne ist mit dem Limit unserer Technologie verbunden. Verjüngende Therapien könnten möglich werden. Denn: Altes Blut macht alt, junges Blut macht jung.
Ulrich Bahnsen stellt sich den Verheißungen sowie den ethischen Konsequenzen der Forschungsfortschritte. Haben wir uns für eine biologisch normierte Gesellschaft entschieden? Streben wir ein Gemeinwesen ohne Behinderte an? Welche Auswirkungen hat beispielsweise die kommerzielle Vermarktung von Bluttests?
Ulrich Bahnsen ist Diplom-Biologe und wurde am Hamburger Uniklinikum im Bereich molekulare Neurogenetik promoviert. 1994 wechselte er in den Wissenschaftsjournalismus. Seit 2001 ist er Redakteur im Ressort Wissen der Zeit. Sein Buch ist das Ergebnis von fünf Jahren Recherche zum Thema Blutdiagnostik.
Ulrich Bahnsen wurde für seine journalistische Arbeit mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Best Cancer Reporter Award und dem Medienpreis Deutsche Gesellschaft für Neurologie.
Autor: redOhne Blut könnten wir nicht existieren. Es ernährt und beschützt uns, es heilt unsere Wunden und es dient Tag und Nacht als Nachrichtendienst zwischen den vielen Organen und Geweben im Körper. Und es kann noch viel mehr: Das Blut spricht zu uns. Ulrich Bahnsen zeigt, welche Chancen und Risiken mit den neuen Bluttests verbunden sind.
Mütter und Väter sind bei der Geburt ihrer Kinder immer älter. Damit werden die Aussichten auf ein gesundes Kind nicht besser. Umso interessanter erscheinen die Fortschritte in der Pränataldiagnostik:
Die genetische Diagnostik wird in den kommenden Jahren immer weiter perfektioniert werden. Im Radar der Tests dürften sich dann genetische Störungen und Krankheiten aller Arten befinden. Die immer exakteren Bluttests werden bei werdenden Eltern neue moralische Fragen hervorrufen.
Jeder zweite Bundesbürger erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs, und fast jeder vierte stirbt schließlich daran:
Cover (Foto: Droemer)
Viel zu wenig Menschen nehmen die Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung in Anspruch. Bald könnte eine Blutabnahme beim Hausarzt genügen, um ein beginnendes Tumorleiden in seinem frühesten Stadium festzustellen - oder es sicher auszuschließen: Im Blut können die Spuren eines Tumors gelesen werden.Das Altern ist nach der Entstehung des Lebens auf der Erde das größte Mysterium der Biowissenschaften:
Durch eine Blutprobe kann das Altern des Menschen objektiv gemessen werden. Wie alt sind seine Zellen und Organe biologisch, wie groß ist die Gefahr, dass dieser Mensch in den nächsten Jahren sterben könnte? Das Limit für unsere Lebensspanne ist mit dem Limit unserer Technologie verbunden. Verjüngende Therapien könnten möglich werden. Denn: Altes Blut macht alt, junges Blut macht jung.
Ulrich Bahnsen stellt sich den Verheißungen sowie den ethischen Konsequenzen der Forschungsfortschritte. Haben wir uns für eine biologisch normierte Gesellschaft entschieden? Streben wir ein Gemeinwesen ohne Behinderte an? Welche Auswirkungen hat beispielsweise die kommerzielle Vermarktung von Bluttests?
Ulrich Bahnsen ist Diplom-Biologe und wurde am Hamburger Uniklinikum im Bereich molekulare Neurogenetik promoviert. 1994 wechselte er in den Wissenschaftsjournalismus. Seit 2001 ist er Redakteur im Ressort Wissen der Zeit. Sein Buch ist das Ergebnis von fünf Jahren Recherche zum Thema Blutdiagnostik.
Ulrich Bahnsen wurde für seine journalistische Arbeit mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Best Cancer Reporter Award und dem Medienpreis Deutsche Gesellschaft für Neurologie.

