Mo, 08:53 Uhr
30.01.2017
Gerichtsbesuch der 10. Klassen
Recht in echt
Vergangene Woche durften die 10. Klassen des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Bleicherode das etwas trockene Stoffgebiet Strafrecht, einmal anders erleben. Die Zehntklässler brachen im Rahmen eines Projekttages zum Amts- und Landesgericht nach Mühlhausen auf...
Hier erhielten sie die Möglichkeit, ihr zumeist aus Fernsehshows geprägtes Bild von Gerichtsverhandlungen zu überprüfen. 44 Schüler und ihre Lehrer Herr Eichhorn und Frau Wehr erlebten zunächst eine Verhandlung am Amtsgericht, bei der vor allem die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen wie am Flughafen und die Polizeipräsenz alle erstaunten. Der Prozess wegen Sachbeschädigung und Nötigung gegen einen jungen Mann wurde nach dessen Einspruch erneut ausgetragen.
Nach einer Zeugenbefragung wurde letztlich kein Urteil gesprochen, sondern der Einspruch des Angeklagten zurückgezogen, was jedoch die Spannung der Verhandlung nicht negativ beeinträchtigte. Vor allem das fragwürdige und respektlose Verhalten des Angeklagten gegenüber dem Richter, entsetzte die Schülerschaft. Die Möglichkeit, dem Richter nach der Verhandlung Fragen zu stellen, nutzten einige Schüler gern. Dabei wurde auch erklärt, dass es sich beim Angeklagten um einen sogenannten Reichsbürger handelte, was das Entsetzen der Zuhörer noch steigerte.
Recht in echt - die 10. Klassen des Bleicheröder Schillergymnasiums besuchten das Mühlhäuser Amtsgericht (Foto: privat)
Der zweite Prozess des Tages fand nach einer Mittagspause bei schönstem Sonnenschein im Mühlhäuser Landgericht statt. Vorsätzliches Fahren ohne Führerschein lautete in diesem Fall der Tatvorwurf gegen einen mehrfach vorbestraften jungen Mann. Diese Verhandlung zeigte den Jugendlichen sehr deutlich, dass es auch ernst werden kann und brachte ihnen sehr real die Rechtsprechung nahe. Im Prozess wurden Zeugen befragt, die teils widersprüchliche Angaben machten und spannende Details kamen ans Licht. Leider konnte das Urteil in diesem Fall von den Schülern nicht gehört werden, da zwei weitere Verhandlungstage nötig sind. Im Unterricht wird das Urteil aber diskutiert, sobald sich der zuständige Richter mit einem Ergebnis meldet.
Trotzdem war der Tag am Gericht für alle Zehntklässler sicher eine wertvolle Erfahrung und interessanter als von den meisten erwartet. Dass eine Gerichtsverhandlung keinesfalls so abläuft wie es Barbara Salesch oder Richter Alexander Holt im Privatfernsehen repräsentieren, haben alle Schüler gelernt. Der Projekttag war sicherlich ein Höhepunkt im Fach Wirtschaft und Recht.
Johannes Eichhorn, Lehrer für Wirtschaft/Recht und Sport am Friedrich-Schiller-Gymnasium
Autor: redHier erhielten sie die Möglichkeit, ihr zumeist aus Fernsehshows geprägtes Bild von Gerichtsverhandlungen zu überprüfen. 44 Schüler und ihre Lehrer Herr Eichhorn und Frau Wehr erlebten zunächst eine Verhandlung am Amtsgericht, bei der vor allem die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen wie am Flughafen und die Polizeipräsenz alle erstaunten. Der Prozess wegen Sachbeschädigung und Nötigung gegen einen jungen Mann wurde nach dessen Einspruch erneut ausgetragen.
Nach einer Zeugenbefragung wurde letztlich kein Urteil gesprochen, sondern der Einspruch des Angeklagten zurückgezogen, was jedoch die Spannung der Verhandlung nicht negativ beeinträchtigte. Vor allem das fragwürdige und respektlose Verhalten des Angeklagten gegenüber dem Richter, entsetzte die Schülerschaft. Die Möglichkeit, dem Richter nach der Verhandlung Fragen zu stellen, nutzten einige Schüler gern. Dabei wurde auch erklärt, dass es sich beim Angeklagten um einen sogenannten Reichsbürger handelte, was das Entsetzen der Zuhörer noch steigerte.
Recht in echt - die 10. Klassen des Bleicheröder Schillergymnasiums besuchten das Mühlhäuser Amtsgericht (Foto: privat)
Der zweite Prozess des Tages fand nach einer Mittagspause bei schönstem Sonnenschein im Mühlhäuser Landgericht statt. Vorsätzliches Fahren ohne Führerschein lautete in diesem Fall der Tatvorwurf gegen einen mehrfach vorbestraften jungen Mann. Diese Verhandlung zeigte den Jugendlichen sehr deutlich, dass es auch ernst werden kann und brachte ihnen sehr real die Rechtsprechung nahe. Im Prozess wurden Zeugen befragt, die teils widersprüchliche Angaben machten und spannende Details kamen ans Licht. Leider konnte das Urteil in diesem Fall von den Schülern nicht gehört werden, da zwei weitere Verhandlungstage nötig sind. Im Unterricht wird das Urteil aber diskutiert, sobald sich der zuständige Richter mit einem Ergebnis meldet.
Trotzdem war der Tag am Gericht für alle Zehntklässler sicher eine wertvolle Erfahrung und interessanter als von den meisten erwartet. Dass eine Gerichtsverhandlung keinesfalls so abläuft wie es Barbara Salesch oder Richter Alexander Holt im Privatfernsehen repräsentieren, haben alle Schüler gelernt. Der Projekttag war sicherlich ein Höhepunkt im Fach Wirtschaft und Recht.
Johannes Eichhorn, Lehrer für Wirtschaft/Recht und Sport am Friedrich-Schiller-Gymnasium

