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Fr, 13:20 Uhr
27.01.2017
Kranzniederlegung am Ehrenfriedhof

Symbol des Völkermords

Am 27. Januar 1945 erreichte die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Was sie vorfanden hat Auschwitz zum Inbegriff des Völkermords gemacht. Heute wurde der Befreiung des Lagers auch in Nordhausen gedacht...

Als die Rote Armee im Lager eintraf, da fanden sie nur noch rund 600 ausgemergelte Häftlinge, von ihren Bewachern zurück gelassen. Verblieben waren auch tausende Leichen und einiges Inventar das man den Häftlingen abgenommen hatte: 843.000 Herrenanzüge, 837.000 Damenmäntel, 40.000 Paar Schuhe, 7,7 Tonnen menschliches Haar und jede Menge Kinderspielzeug.

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Diejenigen Häftlinge, die nicht zu schwach oder zu krank für den Transport waren, wurden von den Nazis vor der Ankunft der russischen Armee gen Westen getrieben, auf andere Lager verteilt. Auch in Nordhausen kamen wieder Transporte aus Auschwitz an. Die erste Welle der "Evakuierungen" hatte schon im Herbst 1944 begonnen, zwischen Januar und Ende März 1945 trafen noch einmal rund 16.000 neue Häftlinge aus dem Osten am Kohnstein ein.

Auschwitz ist damit nicht nur ein Teil der deutschen Vergangenheit, sondern auch Teil der Nordhäuser Geschichte. Heute Mittag traf man sich erneut am Mahnmal auf dem Ehrenfriedhof um den Opfern das Nationalsozialismus zu Gedenken. Routine sollte man meinen. Was die Gedenkveranstaltung dieser Tage von denen vergangener Jahre abhebt ist der Umstand das sie im Umfeld des Aufstiegs rechtsnationaler Kräfte stattfinden, die sich die Vergangenheit gerne ganz anders hinbiegen würden.

Kranzniederlegung am Nordhäuser Ehrenfriedhof (Foto: Angelo Glashagel) Kranzniederlegung am Nordhäuser Ehrenfriedhof (Foto: Angelo Glashagel)

Eine Missdeutung der Geschichte, die man nicht stehen lassen könne, mahnte Oberbürgermeister Klaus Zeh in seiner Ansprache. Neben den üblichen Gästen waren diesmal auch eine Klasse der Regelschule am Förstemannweg vor Ort. Zusammen mit Dr. Cornelia Klose hatte man sich im Vorfeld mit dem KZ-Auschwitz auseinandergesetzt. Die Gedenkstätte Mittelbau-Dora würden sie kennen und auch von Auschwitz habe man natürlich schon gehört, auf dem Lehrplan stand der Holocaust bisher aber noch nicht, erzählten die Schüler im Gespräch mit der nnz. Vor allem die Opferzahlen hätten sie überrascht, "das will man so erst einmal gar nicht realisieren", sagte ein Mädchen. Man hoffe das sich so etwas wie Auschwitz nicht noch einmal wiederholen könne, verfolge man die Nachrichten könne man aber schon manchmal Angst bekommen, so die Schülerinnen und Schüler.

Kranzniederlegung am Nordhäuser Ehrenfriedhof (Foto: Angelo Glashagel)
Kranzniederlegung am Nordhäuser Ehrenfriedhof (Foto: Angelo Glashagel)
Kranzniederlegung am Nordhäuser Ehrenfriedhof (Foto: Angelo Glashagel)
Kranzniederlegung am Nordhäuser Ehrenfriedhof (Foto: Angelo Glashagel)

Auf dem Ehrenfriedhof wurden im April 1945 die Opfer des nationalsozialistischen Lagersystems beerdigt, das man direkt vor der eigenen Haustür und in der Stadt selbst finden konnte. Sowohl aus dem KZ-Mittelbau wie auch aus den Trümmern der Boelke-Kaserne wurden damals die Toten geborgen und auf Befehl des US-Kommandanten von der Nordhäuser Bürgerschaft beerdigt.

Allgemein bekannt ist das heute anscheinden nicht mehr. Viele wüssten nicht, das es sich bei dem Gelände am Stresemannring überhaupt um einen Friedhof handele, sagte Oberbürgermeister Zeh. Der Friedhof habe über die Jahre immer wieder seine Gestalt verändert, im Rahmen der historischen Aufarbeitung der Bombardierung Nordhausens sei eine Neugestaltung des Ortes auch dieser Tage vorstellbar.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Röhrich2
27.01.2017, 18:51 Uhr
Geschichtlich übermittelt,
sind die Bestatteten auf dem Ehrenfriedhof zum überwiegenden Teil Opfer anglo-amerikanischer Luftangriffe am 3. und 4. April 1945 gewesen. Hier werden Tatsachen verbogen- Zitat Opfer NS Lagersystem. Das macht die Sache natürlich nicht besser, aber von Journalisten erwarte ich eine objektive Betrachtung der Geschehnisse und nicht eine politisch motivierte...
scottiie
27.01.2017, 23:54 Uhr
Belege bitte ...
Lieber User Röhrich2, sie sprechen von verbogenen Tatsachen, führen aber selbst keine Quellen für ihre Behauptungen (außer ihre eigene) an. Würde Sie diese bitte nennen?
Don R. Wetter
28.01.2017, 10:10 Uhr
@scottie: Geschichte ist kein Geheimnis !
Bei Interesse kann man hier nachlesen. Also - "Ball flach halten" !https://de.wikipedia.org/wiki/Nordhausen#Zweiter_Weltkrieg
Röhrich2
28.01.2017, 16:40 Uhr
@scottie
leider mußten meine Großeltern diese unschöne Zeit live und in Farbe miterleben und konnten mir davon quasi einen Augenzeugenbericht abgeben. Auch wurden die Opfer bzw. deren Überreste von Nordhäusern auf den heutigen Ehrenfriedhof verbracht und in Massengräbern bestattet.
Beleg genug?
Sinz2000
28.01.2017, 17:17 Uhr
scottiie, fragen sie Zeitzeugen
Meine Oma musste zur damaligen Zeit bei der Bergung und Abtransport der tausenden Bombenopfer helfen. Sie zeigte mir als Kind schon den Platz und erzählte von den vielen Toten, zerfetzten Leichenteilen und all dem Gräuel der damaligen Zeit. Ja es waren auch Bombenopfer aus der Boelke Kaserne dabei, sowohl Häftlinge als auch Wachmannschaft. Ebenso die vielen Toten aus dem Lazarett am Weinberg. Man möge einfach den Toten gedenken und es nicht politisch ausschlachten.
scottiie
28.01.2017, 23:48 Uhr
Aktualität vs. persönlich gesehen
@Don R Wetter
Soso, gerade bei einem solchen komplexen Thema wird einem dann so ein Wikipedia-Artikel vorgelegt, der teilweise Quellen aus dem Jahre 1988 und früher verwendet, die ja so gar nicht politisch motiviert sind. Hier wird die Boelke-Kaserne doch allen Ernstes als eine Sanatorium für Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora bezeichnet. Nachweislich war sie ein Sterbelager, was gerade die Publikationen der Gedenkstätte der letzten Jahre belegen.

@ alle anderen
Ich stelle die Erlebnisse der Zeitzeugengeneration in keinster Weise in Frage. Das, was ihre Angehörigen damals erlebt haben, mag man sich nicht ausmalen. Sich hier aber einzustellen, wie Herr Röhrich, und die Toten eines Konzentrationslagers, ja eines Sterbelagers, das in den wenigen Monaten seines Bestehens mehrere tausend Opfer zur Folge hatte, einfach als Folge eines Bombardierung einzustellen, DAS nennt man eine Verbiegen von Tatsachen. Für die Anwesenheit des Lagers sind bestimmt auch andere verantwortlich gewesen, ausländische Mächte sicherlich. Da ist es natürlich nur klar, dass eine Erinnerung an die Opfer völlig obsolet ist. Ist ja nicht unsere Geschichte.

Beschämend.
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