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Di, 18:38 Uhr
31.08.2004

Zurückgekehrt?

Nordhausen (nnz). Etwas weiter hinten auf der Tagesordnung, doch nicht minder interessant, war im heutigen Kreistag die Wahl des ehrenamtlichen Beigeordneten der Kreisverwaltung. Da gab es mit Klaus Hummitzsch zwar einen Favoriten, doch der PDS-Mann erhielt Konkurrenz – von einer CDU-Frau...


Birgit Scholz wurde von der CDU-Fraktion für dieses Ehrenamt nominiert. Die junge Frau hatte sich vor allem in der letzten Legislatur einen Namen als Chefin des Finanzausschusses des Kreistages gemacht. Großes Lob gab es denn für sie auch beim letzten Kreistag der zurückliegenden Legislatur. Birgit Scholz hatte sich nicht nur als Finanzfachfrau etabliert, sie bot auch schon mal den Verwaltern des Landkreises in Sachen Sparsamkeit die Stirn.

Was sollte also die Kreistagsmitglieder daran hindern, Birgit Scholz als ehrenamtliche Beigeordnete zu wählen? Ganz einfach – die junge Frau ist in der falschen Partei, nämlich in der CDU. Weil auch im aktuellen Kreistag die SPD und die PDS das Sagen haben war klar, dass Klaus Hummitzsch – so fern er denn wollte – das Ehrenamt erhalten würde. Und Klaus Hummitzsch wollte, vielleicht genoß er diesen Augenblick mehr als seine Wiederwahl zum Bürgermeister von Werther. Im übertragenen Sinne ist der PDS-Mann nun dorthin zurückgekehrt, wo er 1990 das politische Feld verlassen musste. Damals war es Hummitzsch, der in der falschen Partei war, die heute die richtige ist.

Nichts, aber auch gar nichts ist gegen die Verwaltungs- und Politerfahrung eines Klaus Hummitzsch zu sagen oder zu schreiben, doch hätte es dem gesamten Kreistag vielleicht gut zu Gesicht gestanden, wenn man gemeinsam die Jugend gewählt hätte, statt eines Mannes, fast im Rentenalter. Doch diese Weitsicht ist eben nicht möglich in der Politik, weder in der großen noch in der kleinen.

Interessant ist nun an dem Wahlergebnis, dass es in der Vierer-Spitze der Kreisverwaltung zwei Menschen gibt, die ein Parteibuch der PDS in der Tasche haben, für die beiden großen Volksparteien bleibt dann jeweils nur noch ein Platz übrig. Aber letztlich haben ja Grünwald, Claus, Jendricke und nun auch Hummitzsch fast den gleichen Amtseid abgeleistet. Sie wollen den Menschen im Landkreis Nordhausen dienen. Und mal ehrlich: Bei einer solch großen Aufgabe, da muß die Farbe des Parteibuches doch eine zweirangige Rolle spielen – oder??´
Übrigens: Der Korrektheit halber: Klaus Hummitzsch erhielt 28 Stimmen, Birgit Scholz 11.
Autor: nnz

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