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Fr, 05:53 Uhr
16.12.2016
"Gelbe Reihe"

41. Band druckfrisch auf dem Markt

Der 195 Seiten starke Band, herausgegeben vom Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein, dem Museum Tabakspeicher und dem Stadtarchiv Nordhausen, enthält 13 sehr lesenswerte Beiträge zur Regionalgeschichte. Durch das breite Spektrum an Themen ist es den Herausgebern wieder gelungen, wohl für jedes für Geschichte höherschlagende Herz etwas Interessantes zu bieten. Marie-Luis Zahradnik hat vorab für die nnz-Leser darin geblättert...


Den Anfang macht Markus Wehmer mit seinem Bericht über die archäologischen Ausgrabungen von 2011 bis 2014 bei Windehausen. Die bei den Ausgrabungsarbeiten zum Vorschein getretenen Funde brachten Erkenntnisse über die Besiedlung des Südharzvorlandes.

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Im Detail wird der Fund einer Knochenpfeilspitze aus einer Siedlungsgruppe aus der Bronzezeit im Vergleich zu ähnlichen früheren Funden wie u. a. in Niederröblingen (Landkreis Mansfeld-Südharz) und Wennungen (Burgenlandkreis) vorgestellt.
Florian Michels Beitrag nimmt die Leserschaft mit in die jüngere vorrömische Eisenzeit, die Zeit der ersten Germanen und Siedlungsgruben südlich des Harzes.

Zunächst gibt er einen Überblick über die bekannte Funkenburg im Kyffhäuserkreis mit ihren baulichen, geografischen und meteorologischen Besonderheiten. Im Detail werden die an der Funkenburg liegenden Gruben sowie verschiedene Fundmaterialen von Wohnstätten aus der Latènezeit beschrieben und mit Abbildungen ergänzt. Zudem wird die Problematik der Datierung von Fundstücken thematisiert. Interessant ist das Ergebnis, zu dem der Autor kommt. So konnte durch die Analyse der Gruben und Fundstücke festgestellt werden, dass es eine Verbindung zu Fundstellen aus dem Raum Nordhausen aus derselben Zeit gibt.

Ebenso mit archäologischen Funden über die römische Präsenz im Südharz beschäftigt sich Marcus Hellwing. Mit dem Fund eines Marschlagers bei Hachelbich im Kyffhäuserkreis 2014 wurde die These, dass Römer sich nicht nur an der Mosel, sondern auch in Thüringen aufhielten, bestätigt. Mit dem Fund kamen nun grundlegende Fragen auf, z. B. warum marschierte die Legion durch Nordthüringen oder in welcher Verbindung stehen der Fund in Hachelbich mit anderen? Mithilfe von geografischen Beschreibungen, Fund- und Quellenarbeit geht der Autor diesen und anderen Fragen nach.

Mithilfe der Arbeiten von Johann Heinrich Kindervater, Richard Rackwitz und Karl Meyer sowie eigenen Erfahrungsberichten und Rechercheergebnissen gibt Heidelore Kneffel einen wissenswerten Einblick in die Geschichte der wertvollen Buchbestände der sogenannten „Himmelgarten-Bibliothek“ des Servitenklosters Himmelgarten und geht dabei auch auf die Rolle des Priors Johannes Huter ein. Mehr noch reflektiert sie anhand von Untersuchungsarbeiten den Stand der Forschung um die einmaligen Bestände. Der Text wird durch zahlreiche Fotografien u. a. von Einblattdrucken, Inkunabeln, Huterzeichnungen, Siegeln und zeitgenössischen Zeichnungen ergänzt.

Wie sich die Beziehungen des Adelsdorfes Großfurra zu Nordhausen in der frühen Neuzeit gestalteten, untersucht Carlies Maria Raddatz-Breidbach in ihrem Beitrag und stellt dabei wichtige Konstellationen zwischen der Burg Großfurra und dem Reichsschultheißenamt zu Nordhausen heraus. Sie zeigt nicht nur auf, wie sich die Beziehungen im Rahmen der Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges veränderten, sondern auch welche genealogischen und demografischen Bedingungen vor und nach dem Krieg herrschten.

Einen Blick in die kommende Veranstaltung des Mühlhäuser Arbeitskreises im Frühjahr 2017 zum Thema „Reichsstadt und Geld“ gibt Paul Lauerwald. Dabei werden die Besonderheiten der reichsstädtischen Münzgeschichte Nordhausens in einem historischen Überblick in den Mittelpunkt gerückt. Der Autor zeigt u. a. die herrschaftlichen Konstellationen und Konfliktbereiche um das Recht des Münzenprägens auf.

Dem tumultuarischen Grenz- und Flurumzug der freien Reichsstadt im Oktober 1715, ein bisher eher unbeachtetes Ereignis in der reichsstädtischen Geschichte, widmet sich Peter Kuhlbrodt. Nach den Kriegswirren, dem Abzug der preußischen Truppen aus der Stadt und der politisch wie auch wirtschaftlich erlangten Freiheit, galt es nun, die Stadtgrenzen zu überprüfen und zu sichern. Im Beitrag wird ausführlich auf die Bedeutung des Umzuges und letztendlich der Grenzsicherung sowie die mentale Wirkung auf die städtische Gesellschaft sowie auftretende Konflikte mit „Grenznachbarn“ eingegangen.

Nordhausen hatte auch im ökonomischen Bereich eine bedeutende Stellung. So bildete die Nordhäuser rauchende Schwefelsäure einen nicht unbedeutenden Produktionszweig vom 16. bis 19. Jahrhundert. Dem geht Hans-Jürgen Grönke in seinem Beitrag nach. Anhand von literarischen Quellen, Akteneinsicht, Ausgrabungsfunden und Fotomaterial wird die Geschichte der Vitriolherstellung skizziert.

Ebenso gibt es auch fünf Aufsätze zu zeit- und gegenwartgeschichtlichen Themen. Das nahe gelegene Ilfeld war ein wichtiger Produktionsort für medizinische Gipsprodukte in den Jahren 1893 bis 1991. So stellt Klaus Liebenrodt nicht nur die Bedeutung der Karstlandschaft für die Gipsgewinnung und die Verarbeitung von Alabaster heraus, sondern zeigt auch, welche Verwendung die Produkte in der Medizin finden. Einen lesenswerten Einblick erhält man dabei in die Firmengeschichte der „Ilfelder-Alabaster-Schleiferei“ und ihrer Gründerfamilie Vogel.

Auch der Aufsatz von Dietrich Quast gewährt einen interessanten Einblick in die DDR-Wirtschaftsgeschichte. Der VEB Hydrologie wird in einer chronologischen Abhandlung und mit zahlreichen Fotografien detailhaft beleuchtet.

Jeder kennt es, und es gehört zum Nordhäuser Stadtbild: das Hallenschwimmbad in der Grimmelallee. Nun will Dirk Suckow mit seinem Beitrag auch die geschichtliche Bekanntheit des Stadtbades unterstützten, mit einer abbildungsreichen und chronologische Darstellung von der Erbauung bis zur Sanierung.

Einen Beitrag zum Nordhäuser Vereinswesen leistet die Autorin dieser Rezension, Marie-Luis Zahradnik. Bei Recherchearbeiten im Archiv Centrum Judaicum in Berlin ist sie auf Dokumente aus der Gründungszeit des bisher in der Nordhäuser Vereinsgeschichte unbekannten „Verein der weiblichen jüdischen Jugend“ gestoßen. Die wenigen erhalten gebliebenen Archivalien gewähren einen Einblick in die Vereinsgründung, in die Statuten des Vereins und seine Aktivitäten in den Jahren 1911 bis 1915.

Cover (Foto: privat) Cover (Foto: privat) Die Bombardements über Nordhausen im April 1945 zerstörten einen Großteil der Stadt. Dieses für viele Zeitzeugen unvergessliche dramatische Ereignis bedeutete zugleich einen Neuanfang für die Stadtbebauung und Infrastruktur. Über die Wiederaufbauprogramme, Instandsetzung und bauliche Entwicklung, über eintretende oft unerwartete Probleme bei Bauvorhaben sowie über beteiligte Personen schreibt ausführlich Leni Arnold.

Die aktuellen Aufsätze sind im 41. Band der „Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis“ u. a. im Buchhause Rose in Nordhausen erhältlich.

Ein Wort des herzlichen Dankes gilt allen Mitwirkenden und Unterstützern dieser aktuellen Ausgabe. Die Herausgeberschaft möchte den genannten Autorinnen und Autoren für ihr Engagement danken und ebenso, dass Sie die Leserschaft an ihren Recherchen und Ergebnissen teilhaben lassen und somit die Geschichte in und um Nordhausen und dem Landkreis weitergeben.
Marie-Luis Zahradnik
Autor: red

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Kommentare
downton
16.12.2016, 11:24 Uhr
41. Band druckfrisch auf dem Markt "Gelbe Reihe"
Werbung für das Buch ist das Eine....
Wäre schön, wenn es auch erhältlich ist. Im benannten Buchhaus ist es nicht erhältlich :-(
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