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Sa, 10:55 Uhr
10.12.2016
Greenpeace-Studie

Kaufprämie für E-Autos lenkt Verkehrswende in Sackgasse

Die staatliche Kaufprämie für E-Autos verhindert eine Verkehrswende, indem sie den Kauf privater PKW subventioniert, statt nachhaltige Mobilitätsangebot zu stärken. Dies zeigt eine heute veröffentlichte Studie des Berliner Verkehrsinstituts InnoZ im Auftrag von Greenpeace...


Sie untersucht, wie E-Mobilität künftig eine nachhaltige Rolle im Verkehr spielen kann. Dazu muss die Bundesregierung als Teil einer Verkehrswende konsequent E-Autos im Sharing-Betrieb fördern und beschließen, ab dem Jahr 2025 keine weiteren Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen.

Derzeit fördert die Bundesregierung den Kauf privater E-Autos. Bislang ohne Erfolg: In den ersten vier Monaten nach Einführung der Kaufprämie für E-Autos in diesem Sommer sind nach offiziellen Zahlen weniger als 6000 Anträge eingegangen. „Das beste E-Auto ist nicht das eigene, sondern das geteilte“, sagt Greenpeace-Verkehrsexperte Tobias Austrup. „Kluge Verkehrspolitik versteht Mobilität als attraktive Dienstleistung, nicht als eigenes Auto vor der Tür. Die Bundesregierung will bislang mit der teuren und erfolglosen Kaufprämie nur den Motor tauschen.“

Mit dem Anfang November beschlossenen Klimaschutzplan 2050 verpflichtet sich die Bundesregierung, den Ausstoß an Treibhausgasen im Verkehr bis zum Jahr 2030 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Das Ziel lässt sich nur mit einer grundsätzlich anderen Form von Mobilität erreichen. In den 25 Jahren seit 1990 hat der Verkehr seine CO2-Emissionen um gerade einmal zwei Prozent gesenkt – nun muss er in deutlich weniger Zeit 20 Mal so viel einsparen. „Diesel- und Benzinmotoren haben keine Zukunft. Das muss die Bundesregierung jetzt klar aussprechen, damit Verbraucher und Autobauer Sicherheit haben“, so Austrup.

E-Autos im Flottenbetrieb fördern

E-Mobilität kann eine zentrale Rolle in der Verkehrswende spielen. Dazu muss der Ausbau einer neuen Mobilität gefördert und das Auslaufen der alten beschleunigt werden, so die Erkenntnisse der Studie . Die Bundesregierung kann mehr Menschen ermöglichen, ohne Einschränkung ihrer Mobilität auf das eigene Auto zu verzichten, indem sie ausschließlich E-Autos im Flottenbetrieb fördert. Die öffentlichen Busflotten müssen rasch vollständig elektrifiziert werden. Finanzieren lässt sich dieser Teil der Verkehrswende, indem die bislang geltenden Steuervergünstigungen für Diesel abgebaut und die Energiesteuer für fossile Kraftstoffe dann schrittweise angehoben wird. Auch muss öffentlicher Parkraum künftig konsequent bewirtschaftet werden.

Weniger Autos in Städten erhöhen die Lebensqualität. Private Autos parken gut 23 Stunden am Tag. Car-Sharing konsequent zu fördern, senkt die Zahl der Autos und damit auch den Platzbedarf. Die frei werdenden Flächen können bislang benachteiligten Verkehrsteilnehmer wie Radfahrern zugeschlagen werden und teilweise für den den Bau neuer Wohnungen genutzt werden.
Autor: red


Kommentare
U. Alukard
10.12.2016, 11.30 Uhr
Das Verkehrsaufkommen ist zu hoch.
Weniger Pendler, Arbeitsplätze vor Ort, keine Milchprodukte aus dem Süden im Norden verkaufen und so weiter.
Nicht zuletzt die Globalisierung sorgt für ein riesiges, unnötiges Verkehrsaufkommen. Wenn z.B. jeder Ort wieder seinen Milchhof hat und die Produktion dezentralisierter ist, dann reduzieren sich auch die Warenbewegungen, es wird leerer auf den Straßen, die Luft wird sauberer, das Fahrrad wird wieder wichtig und Elektroautos benötigt keiner mehr.
Die wenigen wichtigen Transporte kann dann die Bahn auf weiten Strecken übernehmen, den Urlaubsverkehr auch!
Da muß die Politik ansetzen.
Nehmt euch ein Beispiel an den vielen Flüchtlingen auf der Welt, die laufen auch hauptsächlich.
Hier fahren sie dann Rad! Als Folge werden nun auch Fahrräder begehrter, wie fast täglich im Polizeibericht zu lesen ist.
Paulinchen
10.12.2016, 15.26 Uhr
Hatten wir das...
...nicht schon zu tiefen DDR-Zeiten, in denen sich jeder Bezirk selbst ernähren musste. Außer natürlich die Hauptstadt.
Es durfte kein LKW ohne Ausnahmegenehmigung den Bezirk verlassen, in dem er zugelassen war. Aber - wir hatten Obst und Gemüse (teilweise mit etwas Geruch) Molkereikombinat usw. Vielleicht wäre die Qualität heute durchaus besser.

Aber zurück zum sparsamen E-Auto! Da hätte ich mal eine Frage zum Verbrauch von natürlichen Rohstoffen, speziell zum Kautschuk. Bei der Reifenherstellung wird bekanntlich nicht nur dieser kostbare Rohstoff benötigt, nein auch eine Menge Elektroenergie zu Erzeugung der Temperaturen, welche unumgänglich sind, weil ja sonst kein Reifen entsteht.

In einer Fachzeitschrift konnte ich kürzlich lesen, dass bewusst bislang verschwiegen wird, dass die E-Autos einen hohen Reifenverschleiß haben. Dieser liege daran, dass die E-Motoren ein höheres Drehmoment haben, als die Verbrennungsmotoren. Auch sei das Kurvenverhalten ein Anderes, wie beim herkömmlichen Auto, was den Verschleiß auch erhöht. Gegenwärtig sucht man nach Lösungen, wie etwa nur schmale Reifen zu verwenden, was aber dann nur gemäßigte Geschwindigkeiten zulassen würde.

Herr BM Gabriel gab bei Fau Illner zu bedenken, dass beim schnellen Umsteigen auf das E-Auto, die Hälfte aller Beschäftigten der Automobilindustrie und auch der Zuliefere nach Hause gehen müssten. Das aber, so Gabriel, verkraftet die Deutsche Industrie niemals. Deshalb sei es wichtig, beim Umstieg auf E-Mobilität alle Arbeiter (!) irgendwie im Berufsleben "mitzunehmen". Somit sollten die Umweltschützer mal brav, nett und ruhig sein, sonst liegt am Ende alles am Boden, was wir zum Leben brauchen, DAS GELD. Woher nehmen, wenn nicht stehlen. Keine Arbeit - kein Geld. Schenken uns dann die Umweltschützer unser täglich Brot?
Bonefatius K.
10.12.2016, 16.49 Uhr
E-Autos
@Paulinchen
Wo haben Sie denn den Quatsch her, daß kein LKW ohne Sondergenehmigung den Zulassungsbezirk verlassen durfte?Ich selbst und meine Kollegen konnten es jedenfalls immer tun!
Zukunft
11.12.2016, 08.45 Uhr
Bild
Wer kann sich heute schon ein richtiges Bild über einen Sachverhalt machen? Wahrscheinlich keiner. Es wird nur das publiziert, was publiziert werden soll um eine bestimmte Richtung des Denkens vorzugeben und um bestimmte Interessen durchzusetzen. Das ist bei Studien die durchgeführt werden nicht anders, wer diese in Auftrag gibt und bezahlt bestimmt nach meiner Meinung auch das Ergebnis. Was oder wer ist schon unabhängig?
Jan Franzisko
11.12.2016, 11.39 Uhr
Scherzkeks U. Alukard
"Nehmt euch ein Beispiel an den vielen Flüchtlingen auf der Welt,..." lasst Eure Infrastruktur kaputt bomben und flieht ohne Eure geliebten Fahrräder, um diese begehrten Verkehrsmittel anderenorts zu klauen!
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