Di, 11:00 Uhr
25.10.2016
Seelische Gesundheit geht (auch) durch den Magen
Sag, wie hälst du's mit dem Darm?
Liebe geht durch den Magen, sagt man. In Anlehnung an das alte Sprichwort könnte man auch sagen, Gesundheit geht durch den Darm. Das gilt nicht nur für das körperliche Wohlbefinden, sondern auch für die geistige Gesundheit, meint Naturheilpraktikerin Daniela Winkelmann...
Was eigentlich so mit dem passiert, was wir essen, daran verschwenden die meisten Menschen möglichst wenig Zeit, zumindest so lange es im Untergeschoss nicht zu rumoren anfängt. Dabei kann die Ursache für so manche Beschwerde im Darm gefunden werden, sagt Daniela Winkelmann.
Die Heilpraktikerin hat sich auf Darmgesundheit und Ernährungsoptimierung spezialisiert. Zum 3. Nordhäuser Tag der seelischen Gesundheit, der morgen ab 16 Uhr in der Petersbergschule stattfinden soll, wird sie als eine von insgesamt fünf Referenten über den Zusammenhang zwischen Verdauungsapparat und Psyche sprechen.
"Der Darm ist unser größtes sensorisches Organ, hier gibt es mehr Nervenzellen als im Rest des Körpers, der kriegt eine Menge mit", erklärt Winkelmann, und der Darm verfügt mit dem "nervus vagus", dem größte Nerv des Parasympathikus, über einen direkten Draht zum Gehirn. "Früher hat man die Ursache für chronische Erkrankungen dort gesucht, wo sie zu finden waren und psychische Gebrechen dem Gehirn zugeschrieben. Heute darf man den Darm bei der Ursachensuche auf keinen Fall vernachlässigen", so die Heilpraktikerin, das Forschungsfeld sei in den letzten Jahren enorm gewachsen, zahlreiche Studien befassen sich mit dem Thema Darmgesundheit.
Für Winkelmann steht vor allem das Gleichgewicht der "Darmflora" im Vordergrund. Im Dickdarm siedeln fast 100 Billionen verschiedene Bakterientypen wenn die Mikrobiota im Gleichgewicht sind, erläutert die Heilpraktikerin, auf der Waage entspräche das rund zwei Kilogramm Biomasse. "Sind die Bakterien im Takt machen sie tolle Sachen, sie spalten natürlich unsere Nahrung aber sie sorgen auch für die Entgiftung des Körpers, tragen zum Energiehaushalt bei und peppeln das Immunsystem auf". Wenn sie denn im Gleichgewicht sind.
Das ist laut Winkelmann immer seltener der Fall: der Griff in den Medikamentenschrank, Abführmittel, einseitige Ernährung, zuviel Zucker oder auch anhaltender Stress und andere Faktoren können dazu führen, das die Balance aus den Fugen gerät. "Ein Antibiotikum etwa macht erst einmal alles platt. Die Krankheitserreger, aber eben auch die Darmbakterien. Danach gewinnen die Bakterienstämme die Oberhand, die am schnellsten wieder nachwachsen. Die Folgen äußern sich auf verschiedenste Weise, Blähungen, das Gefühl einen "Stein im Bauch" zu haben, ständige Müdigkeit, Reizbarkeit, Leistungseinbrüche. Hält der Zustand länger an, kann es auch zu depressiven Verstimmungen und Angstzuständen kommen. Der Mensch bemerkt meist, das etwas nicht stimmt, nur die Ursache kann nicht immer benannt werden"
Die Heilpraktierin begegnet derlei Problemen mit Stuhlanalysen und "Darmsanierungen", sprich dem gezielten Wiederaufbau der Darmflora. Dazu gehört häufig auch die Umstellung der eigenen Lebensweise, besonders in Bezug auf die Ernährung. "Man muss da auf jeden Patienten indviduell eingehen, jeder hat seine Eigenheiten, auch was den Darm betrifft.", sagt Winkelmann, für viele seien vor allem die ersten zwei bis drei Wochen einer Therapie schwierig, vor allem auch deswegen weil man sich entgegen dem allgemeinen Alltagstrend zur Geschwindigkeit Zeit nehmen muss. "Vorrang haben heute die Arbeit und das Zeitmanagement, nicht die Ernährung. Wie alles was man lange und extrem betreibt, macht das auf Dauer krank. Von der Medizin erwarten wir dann, dass wir ein Medikament bekommen und es uns schnell wieder besser geht, damit es weitergehen kann. Dabei liegt es in unserer Verantwortung, für unseren Körper zu sorgen. Das haben wir lange Zeit völlig aus der Hand gegeben", so die Heilpraktikerin.
Wer sich mehr Zeit nimmt bewusst mit guten Zutaten zu kochen, und das Essen dann auch in Ruhe zu genießen, der lebt auf Dauer nicht nur gesünder, sondern auch glücklicher. Der Weg dahin ist für viele nicht ganz einfach mit dem Alltag zu vereinen, gesteht Winkelmann, aber wenn der Anfang einmal gemacht ist, kommt irgendwann eins zum anderen. Und dann klappt's auch mit der Darmbalance.
Angelo Glashagel
Autor: redWas eigentlich so mit dem passiert, was wir essen, daran verschwenden die meisten Menschen möglichst wenig Zeit, zumindest so lange es im Untergeschoss nicht zu rumoren anfängt. Dabei kann die Ursache für so manche Beschwerde im Darm gefunden werden, sagt Daniela Winkelmann.
Die Heilpraktikerin hat sich auf Darmgesundheit und Ernährungsoptimierung spezialisiert. Zum 3. Nordhäuser Tag der seelischen Gesundheit, der morgen ab 16 Uhr in der Petersbergschule stattfinden soll, wird sie als eine von insgesamt fünf Referenten über den Zusammenhang zwischen Verdauungsapparat und Psyche sprechen.
"Der Darm ist unser größtes sensorisches Organ, hier gibt es mehr Nervenzellen als im Rest des Körpers, der kriegt eine Menge mit", erklärt Winkelmann, und der Darm verfügt mit dem "nervus vagus", dem größte Nerv des Parasympathikus, über einen direkten Draht zum Gehirn. "Früher hat man die Ursache für chronische Erkrankungen dort gesucht, wo sie zu finden waren und psychische Gebrechen dem Gehirn zugeschrieben. Heute darf man den Darm bei der Ursachensuche auf keinen Fall vernachlässigen", so die Heilpraktikerin, das Forschungsfeld sei in den letzten Jahren enorm gewachsen, zahlreiche Studien befassen sich mit dem Thema Darmgesundheit.
Für Winkelmann steht vor allem das Gleichgewicht der "Darmflora" im Vordergrund. Im Dickdarm siedeln fast 100 Billionen verschiedene Bakterientypen wenn die Mikrobiota im Gleichgewicht sind, erläutert die Heilpraktikerin, auf der Waage entspräche das rund zwei Kilogramm Biomasse. "Sind die Bakterien im Takt machen sie tolle Sachen, sie spalten natürlich unsere Nahrung aber sie sorgen auch für die Entgiftung des Körpers, tragen zum Energiehaushalt bei und peppeln das Immunsystem auf". Wenn sie denn im Gleichgewicht sind.
Das ist laut Winkelmann immer seltener der Fall: der Griff in den Medikamentenschrank, Abführmittel, einseitige Ernährung, zuviel Zucker oder auch anhaltender Stress und andere Faktoren können dazu führen, das die Balance aus den Fugen gerät. "Ein Antibiotikum etwa macht erst einmal alles platt. Die Krankheitserreger, aber eben auch die Darmbakterien. Danach gewinnen die Bakterienstämme die Oberhand, die am schnellsten wieder nachwachsen. Die Folgen äußern sich auf verschiedenste Weise, Blähungen, das Gefühl einen "Stein im Bauch" zu haben, ständige Müdigkeit, Reizbarkeit, Leistungseinbrüche. Hält der Zustand länger an, kann es auch zu depressiven Verstimmungen und Angstzuständen kommen. Der Mensch bemerkt meist, das etwas nicht stimmt, nur die Ursache kann nicht immer benannt werden"
Die Heilpraktierin begegnet derlei Problemen mit Stuhlanalysen und "Darmsanierungen", sprich dem gezielten Wiederaufbau der Darmflora. Dazu gehört häufig auch die Umstellung der eigenen Lebensweise, besonders in Bezug auf die Ernährung. "Man muss da auf jeden Patienten indviduell eingehen, jeder hat seine Eigenheiten, auch was den Darm betrifft.", sagt Winkelmann, für viele seien vor allem die ersten zwei bis drei Wochen einer Therapie schwierig, vor allem auch deswegen weil man sich entgegen dem allgemeinen Alltagstrend zur Geschwindigkeit Zeit nehmen muss. "Vorrang haben heute die Arbeit und das Zeitmanagement, nicht die Ernährung. Wie alles was man lange und extrem betreibt, macht das auf Dauer krank. Von der Medizin erwarten wir dann, dass wir ein Medikament bekommen und es uns schnell wieder besser geht, damit es weitergehen kann. Dabei liegt es in unserer Verantwortung, für unseren Körper zu sorgen. Das haben wir lange Zeit völlig aus der Hand gegeben", so die Heilpraktikerin.
Wer sich mehr Zeit nimmt bewusst mit guten Zutaten zu kochen, und das Essen dann auch in Ruhe zu genießen, der lebt auf Dauer nicht nur gesünder, sondern auch glücklicher. Der Weg dahin ist für viele nicht ganz einfach mit dem Alltag zu vereinen, gesteht Winkelmann, aber wenn der Anfang einmal gemacht ist, kommt irgendwann eins zum anderen. Und dann klappt's auch mit der Darmbalance.
Angelo Glashagel


