Di, 15:23 Uhr
03.08.2004
Wer hat Fotos?
Wer hat Fotos? (Foto: nnz)
Nordhausen (nnz). Der Tag des offenen Denkmals wird in Deutschland seit 1993 begangen. In diesem Jahr heißt das Motto: Wie läuft’s? Schwerpunktthema Wasser. Hierbei spielt besonders der kulturpolitische Aspekt eine Rolle. Und dazu sucht das Landratsamt alte Fotos.Selbstverständlich sind auch alle anderen Denkmale des Sehens wert, da gibt es keine Einschränkung an diesem Tag. Für den Landkreis Nordhausen findet die Eröffnungsveranstaltung auf der Ebersburg statt. Die Burgruine liegt rund eine halbe Stunde nördlich von Herrmannsacker. In der Legende des heiligen Bonifacius wird dieser Bau der Thüringer Landgrafen, ca. 1181 erbaut, der linke Arm des Landes Thüringen genannt.
Zu Füßen des Höhenzuges, auf dem die Ruine steht, fließt der Krebsbach, ein Gewässer 2. Ordnung. Er entspringt bei den Dreiherrensteinen in mehreren Rinnsalen und mündet bei Rottleberode in die Thyra. Laut Aussage von Helmut Mund aus Neustadt hieß dieser Bachlauf z. B. in einem Lehensbrief von 1590 Thyra oder aber er wird als Tiefes Talwasser bezeichnet. Thyra ist keltischen Ursprungs und bedeutet: klarer, schnellfließender Gebirgsbach. Erst ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts taucht die Bezeichnung Krebsbach auf. Er fließt zur Nordhäuser Talsperre, dann durch mehrere Täler, z. B. durch das Wetzeltal, das auch unterhalb des Höhenzuges verläuft, auf dem sich die Ebersburg erhebt.
Im Harzvorland fließt der Krebsbach hin zur Ibergtalsperre, von dort nach Stempeda immer am Nordhang des Alten Stolberg entlang bis nach Rottleberode, wo er Teil der Thyra wird. Wie die Wasserversorgung auf der Ebersburg vonstatten ging, muss noch erforscht werden. Bis jetzt wurde ein Brunnen nicht entdeckt, wie er sich z. B. auf dem Hohnstein befindet.
Die Gästeführergilde wird am 12. September 3 Wanderungen zur Ebers-burg anbieten, und um 11.00 Uhr wird Landrat Joachim Claus dort den Denkmalstag im Landkreis symbolisch eröffnen. Nachdem der Hohnstein oberhalb Neustadts mehr und mehr zum Schmuckstück unter den Burgruinen der Harzregion geworden ist, steht jetzt die Ebersburg zur Sanierung an. Im Juli 2004 erhielt Landrat Joachim Claus – die Ebersburg ist Eigentum des Landratsamtes – einen Zuwendungsbescheid des Thüringer Landesverwaltungsamtes, der die Sanierung des Torturmes (Kammertor) möglich macht. Der Bescheid wurde vor allem auf der Grundlage der Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen nach der Gemeinschaftsinitiative für die Entwicklung des ländlichen Raumes Leader + erlassen. Der Zuwendungszeitraum gilt vom 13.7.2004 bis zum 30.11.2005.
Für das Landratsamt Nordhausen stellt sich die Frage, ob es alte Fotografien des Kammertores gibt, die bei der Ausführung der Sanierung hilfreich sein könnten. Es wird berichtet, dass sich in den 50er, 60er Jahren noch ein hölzerner Aufbau auf dem Tor befunden habe. Wer solche Fotografien besitzt, möchte sich bitte im Landratsamt Nordhausen, Grimmelallee 23, Öffentlichkeitsarbeit/Kultur, Heidelore Kneffel, melden (Tel. 03631/911222).


