Fr, 15:16 Uhr
07.10.2016
Besuch am Humboldtgymnasium
Menschen brauchen Menschen
Schülerinnen und Schüler der Petersbergschule besuchten heute das Humboldt-Gymnasium. Fremdsprachen müssen sie alle lernen, der große Unterschied lag dabei nicht allein in der Schulform, sondern darin das die Fremdsprache für die Besucher Deutsch ist...
Ihr Vater ist Ingenieur, die Mutter Malerin. Die Familie besitzt zwei Autos, lebt in einem Mehrfamilienhaus. Einer ihrer beiden Brüder lernt Französisch, der andere verdient bereits seinen eigenen Lebensunterhalt. Ein Leben im gehobenen Mittelstand, würde man sagen, wenn diese Geschichte denn in Deutschland spielen würde.
Das Haus aber ist längst zerstört. Auto, Ausbildung und Berufstätigkeit - dieses geregelte scheinbar so sichere Leben, sind nur noch Erinnerung. Das Mädchen das von diesem Leben erzählt, heißt Afra, ist heute 15 Jahre alt und hat bis vor einem Jahr in der syrischen Metropole Homs gelebt.
Heute sitzt sie in einem Klassenzimmer des Humboldt-Gymnasiums und beantwortet, so gut es ihr möglich ist, die Fragen der Schülerinnen und Schüler. Afra selbst geht am Petersberg zur Schule. Hier besucht sie inzwischen den Fortgeschrittenen Kurs der Sprachklasse. Das bedeutet das sie immer wieder am normalen Unterricht der 8. Klasse teil nimmt, aber auch jeden Tag vier Stunden Deutsch lernt. Leicht ist das nicht, die Erfolge sind nach den ersten Monaten aber deutlich zu hören.
Am Humboldt-Gymnasium besuchten Afra und ihre Mitschüler heute zwei sechste Klassen. Im Ethik Unterricht sprach man nach einer kurzen Vorstellungsrunde über Einfühlungsvermögen, Empathie und darüber, wie man mit Missverständnissen und Enttäuschungen umgehen kann. "Menschen brauchen Menschen", so dass Thema des Tages. Bei dem Besuch gehe es darum Kontakte zu schaffen, miteinander ins Gespräch zu kommen, sagte Dirk de Goojier, der die Flüchtlingskindern über den Verein Schrankenlos unterstützt.
Im evangelischen Religionsunterricht hatte sich die Klasse mit Fragen auf den Besuch vorbereitet. Wie war das Leben vor dem Krieg? Wie verlief die Flucht? Wollen sie bleiben? Was vermissen sie? Was wollen sie werden, wenn sie "groß" sind?
Besuch am Humboldt-Gymnasium (Foto: Angelo Glashagel)
Sie möchte gerne in Deutschland bleiben, erzählt Afra, "Syrien ist Schmerzen und Krieg, jeden Tag". Sie will die Sprache noch besser beherrschen und einmal Krankenschwester werden. Ihre Mitschüler aus der Sprachklasse haben sich nicht minder hohe Ziele gesteckt: studieren wollen sie einmal, Ärzte werden. Der Weg dahin kann nur über die Sprache, die schulische Leistung und letztlich das Gymnasium führen.
Das der Weg hierhin nicht unmöglich ist, dass zeigt die Geschichte Martins. Er kam mit seiner Familie einst aus Russland, musste ähnlich wie die Petersberg-Schüler, Sprachkurse belegen und saß heute in den Reihen der jungen Gymnasiasten.
Angelo Glashagel
Autor: redIhr Vater ist Ingenieur, die Mutter Malerin. Die Familie besitzt zwei Autos, lebt in einem Mehrfamilienhaus. Einer ihrer beiden Brüder lernt Französisch, der andere verdient bereits seinen eigenen Lebensunterhalt. Ein Leben im gehobenen Mittelstand, würde man sagen, wenn diese Geschichte denn in Deutschland spielen würde.
Das Haus aber ist längst zerstört. Auto, Ausbildung und Berufstätigkeit - dieses geregelte scheinbar so sichere Leben, sind nur noch Erinnerung. Das Mädchen das von diesem Leben erzählt, heißt Afra, ist heute 15 Jahre alt und hat bis vor einem Jahr in der syrischen Metropole Homs gelebt.
Heute sitzt sie in einem Klassenzimmer des Humboldt-Gymnasiums und beantwortet, so gut es ihr möglich ist, die Fragen der Schülerinnen und Schüler. Afra selbst geht am Petersberg zur Schule. Hier besucht sie inzwischen den Fortgeschrittenen Kurs der Sprachklasse. Das bedeutet das sie immer wieder am normalen Unterricht der 8. Klasse teil nimmt, aber auch jeden Tag vier Stunden Deutsch lernt. Leicht ist das nicht, die Erfolge sind nach den ersten Monaten aber deutlich zu hören.
Am Humboldt-Gymnasium besuchten Afra und ihre Mitschüler heute zwei sechste Klassen. Im Ethik Unterricht sprach man nach einer kurzen Vorstellungsrunde über Einfühlungsvermögen, Empathie und darüber, wie man mit Missverständnissen und Enttäuschungen umgehen kann. "Menschen brauchen Menschen", so dass Thema des Tages. Bei dem Besuch gehe es darum Kontakte zu schaffen, miteinander ins Gespräch zu kommen, sagte Dirk de Goojier, der die Flüchtlingskindern über den Verein Schrankenlos unterstützt.
Im evangelischen Religionsunterricht hatte sich die Klasse mit Fragen auf den Besuch vorbereitet. Wie war das Leben vor dem Krieg? Wie verlief die Flucht? Wollen sie bleiben? Was vermissen sie? Was wollen sie werden, wenn sie "groß" sind?
Besuch am Humboldt-Gymnasium (Foto: Angelo Glashagel)
Sie möchte gerne in Deutschland bleiben, erzählt Afra, "Syrien ist Schmerzen und Krieg, jeden Tag". Sie will die Sprache noch besser beherrschen und einmal Krankenschwester werden. Ihre Mitschüler aus der Sprachklasse haben sich nicht minder hohe Ziele gesteckt: studieren wollen sie einmal, Ärzte werden. Der Weg dahin kann nur über die Sprache, die schulische Leistung und letztlich das Gymnasium führen. Das der Weg hierhin nicht unmöglich ist, dass zeigt die Geschichte Martins. Er kam mit seiner Familie einst aus Russland, musste ähnlich wie die Petersberg-Schüler, Sprachkurse belegen und saß heute in den Reihen der jungen Gymnasiasten.
Angelo Glashagel


